
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Giftgarten
Vorstellung unseres Giftgartens
Pflanzengefahren erkennen – Der Giftgarten als Ort für Prävention
Vergiftungen durch Pflanzen kommen vor allem bei kleinen Kindern vergleichsweise häufig vor und sind ein wichtiger Anlass für Aufklärung und Prävention. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) bewertet seit vielen Jahren Vergiftungsfälle und leitet daraus fundierte Empfehlungen für den Alltag ab. Vor diesem Hintergrund entstand auch der Garten auf dem BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Gelände in Berlin-Marienfelde, der sogenannte Giftgarten, als anschaulicher Lernort, an dem Kenntnisse über giftige Pflanzen und das Risiko, sich mit diesen Pflanzen oder Pflanzenteilen zu vergiften, verständlich vermittelt und konkrete Präventionsmaßnahmen greifbar gemacht werden.
Die Geschichte des Giftgartens ist eng mit der kontinuierlichen Forschung und Aufklärung zu Pflanzenvergiftungen verknüpft. Bereits 2000 veröffentlichte das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (ein Vorläufer-Institut des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) die erste Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur, die zu mittelschweren und schweren Vergiftungen führen können und daher nicht an Plätzen angepflanzt werden sollten, die Kindern als Aufenthalts- und Spielort dienen. Diese Liste wurde auf der Grundlage von Beobachtungen und Beratungen zu Vergiftungsfällen in deutschen Giftinformationszentren (GIZ) erstellt. Die Veröffentlichung dieser Liste im Bundesanzeiger und dazu ein ausführlicher Artikel im Bundesgesundheitsblatt im Jahr 2000 waren ein wichtiger Schritt in der systematischen Aufklärung über Pflanzengefahren.
Ein bedeutender Meilenstein war die Gründung des Ausschusses „Giftigkeit von Pflanzen“ der BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Kommission zur Bewertung von Vergiftungen, der sich mit einer Überarbeitung und damit mit der zweiten, erweiterten Liste giftiger Pflanzen beschäftigte. Diese Liste, die auch bislang wenig beachtete Pflanzen einbezieht, wurde im Bundesanzeiger 2021 veröffentlicht1) und trug weiter zur Aufklärung bei. Vertiefende Informationen zur Häufigkeit von Pflanzenvergiftungen und zum Risiko für Kleinkinder, sich mit Pflanzen oder Pflanzenteilen zu vergiften, finden sich in zwei Publikationen im Bundesgesundheitsblatt.2,3)
Giftpflanzen sind Pflanzen, die bestimmte chemische Stoffe enthalten, die für Menschen oder Tiere gesundheitsschädlich sein können. Diese Stoffe können Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder auch schwerwiegendere gesundheitliche Schäden hervorrufen. Viele Pflanzen, auch giftige, haben schöne Blüten, verlockende Beeren oder besondere Blattformen. Sie sind weit verbreitet und begegnen uns und unseren Kindern in Schulen, Kindergärten, Parks, Spielplätzen, Gärten, auf Balkonen und an vielen weiteren Orten. Die Gefahr, die von Giftpflanzen ausgehen kann, stellt vor allem für Kleinkinder ein Risiko dar. Kinder sind neugierig, erkunden ihre Umgebung und können beispielsweise dazu verleitet werden, Beeren zu essen, ohne zu wissen, dass diese giftig sein können. Daher ist es wichtig, Kenntnisse über Giftpflanzen zu haben, um Risiken zu vermeiden.
Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung hat einen eigenen Garten eingerichtet, in dem verschiedene Giftpflanzen zur Anschauung angepflanzt sind. Auf kleinen Informationstafeln sind die Namen sowie die von den Pflanzen ausgehenden Gefahren beschrieben. Die Mitarbeitenden des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung (FG32) bieten Führungen in dem Garten an, um Wissen zu vermitteln. Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit soll dabei helfen, giftige Pflanzenarten sicher zu erkennen und dort zu vermeiden, wo Kinder besonders gefährdet sind. Kitagruppen, Schulklassen, Fachkräfte und jedem Interessierten bietet der Garten einen praxisnahen
Zugang zur Prävention von Pflanzenvergiftungen.
Verzeichnis der Giftinformationszentren
Toxizität und Vergiftungsrisiko
[WIP]
1) Externer Link:BAnz AT 02.07.2021 B4
2) Externer Link:Akzidentelle Vergiftungen mit Gartenpflanzen und Pflanzen in der freien Natur
3) Externer Link:Risiko Pflanze - Ein neuer Ansatz zur Einschätzung des Vergiftungsrisikos für Kleinkinder


















