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Globaler Lebensmittelhandel stellt gesundheitlichen Verbraucherschutz vor neue Herausforderungen

09/2016, 18.02.2016

BfR veranstaltet internationales Symposium „Risiken entlang globaler Lebensmittel-Warenketten“ am 18. und 19. Februar 2016 in Berlin

Noroviren auf importierten Erdbeeren, Melamin-Zusätze in Milchprodukten oder falsch deklariertes Olivenöl - derartige Vorkommnisse haben inzwischen längst eine internationale Dimension. Wie sicher ist unser Essen angesichts einer globalisierten Lebensmittelproduktion, und welche Herausforderungen ergeben sich daraus für den gesundheitlichen Verbraucherschutz? Diese und weitere Fragen diskutieren Experten auf dem vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veranstalteten Symposium „Risiken entlang globaler Lebensmittel-Warenketten“ am 18. und 19. Februar 2016 in Berlin. „Für Verbraucherinnen und Verbraucher ermöglicht die zunehmende Globalisierung des Lebensmittelhandels, nahezu alle Arten von Lebensmitteln jederzeit und überall auf der Welt konsumieren zu können“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Die weltweiten und teilweise unübersichtlichen Warenketten stellen jedoch auch ganz neue Anforderungen an den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern wollen wir die Forschungs- und Bewertungsarbeiten auf diesem Gebiet weiter intensivieren und vorantreiben.“

Der globale Lebensmittelhandel spielt für Deutschland eine wichtige Rolle. Deutschland importierte im Jahr 2014 Lebens- und Genussmittel im Wert von 75,5 Milliarden Euro. Rund drei Viertel dieser Importe/Einfuhren stammen aus anderen europäischen Ländern. Allerdings werden Lebensmittelimporte aus Nord- und Südamerika und Asien immer wichtiger. Die steigende Komplexität und Internationalisierung der Warenketten, die zunehmend den Charakter von Netzwerken annehmen, stellt die beteiligten Lebensmittel- und Futtermittelunternehmen vor immer umfangreichere Aufgaben. Es müssen geeignete Verfahren und Systeme etabliert werden, die die Sicherheit der Produkte auch bei weltweit unterschiedlichen rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen gewährleisten können. Vor ähnlichen Herausforderungen stehen die zuständigen amtlichen Einrichtungen zur Lebensmittelsicherheit, da ihnen die Aufgabe obliegt, die Maßnahmen und Verfahren der Unternehmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu bewerten und zu kontrollieren.

Im Mittelpunkt des zweitägigen BfR-Symposiums stehen die Entwicklungen der globalen und zunehmend komplexen Warenketten des letzten Jahrzehnts. Beleuchtet werden die Anforderungen, die sich durch den weltweiten Handel an die verschiedenen Akteure, von der Urproduktion bis zum Vertrieb vor Ort, ergeben haben sowie potentielle neue Probleme für die öffentliche Gesundheit. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die konkreten Aktivitäten zur Gewährleistung sicherer Lebens- und Futtermittel. In diesem Kontext wird jeweils spezifisch auf die Gefahren im Bereich der Primärproduktion (Futtermittel und Tierbestand) bzw. in der Lebensmittelproduktion eingegangen und Interventionsstrategien zur Minimierung möglicher gesundheitlicher Risiken diskutiert.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt auf dem Symposium zudem seine Arbeiten und Lösungsansätze auf dem Gebiet der globalen Warenketten vor. Im Zentrum der Forschungsarbeiten des BfR steht unter anderem die Entwicklung diverser Softwaresysteme, die das Ziel verfolgen, eine Risikobewertung auch bei komplexen Sachverhalten zu ermöglichen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf neuen analytischen Ansätzen zur Gewährleistung der Authentizität von Lebensmitteln. Mittels sogenannter nicht-zielgerichteter Verfahren soll es möglich werden, charakteristische Fingerabdrücke eines Lebens- oder Futtermittels aufzunehmen und mit einer Referenzbibliothek zu überprüfen. Auf diese Weise sollen zukünftig auch analytisch anspruchsvolle Fragestellungen, wie die der geographischen Herkunft von Produkten, beantwortet werden.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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