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Die Überwachung lebensmittelbedingter Infektionen bleibt von überragender Bedeutung für Europa

12/2002, 07.05.2002

Treffen von Vertretern der nationalen Kontaktstellen des "WHO Surveillance Programme for Control of Foodborne Infections and Intoxications in Europe" im BgVV

"Die WHO und die EU müssen ihre Aktivitäten auf dem wichtigen Gebiet der Überwachung lebensmittelbedingter Erkrankungen koordinieren," forderten die 60 Vertreter 46 Europäischer Staaten anlässlich des Treffens der nationalen Kontaktstellen (National Contact Points) des "WHO Surveillance Programme for Control of Foodborne Infections and Intoxications in Europe" vom 23. bis 25. April 2002 in Berlin.

Dieses wichtige Treffen von Vertretern der in Europa national zuständigen Behörden folgte dem kürzlich von der FAO und WHO im Januar in Marrakesch veranstalteten Globalen Forum und der im Februar in Budapest organisierten Gesamteuropäischen Konferenz zur Lebensmittelsicherheit. Beide Konferenzen dienten der Entwicklung neuer Strategien.

Am "WHO Surveillance Programme for Control of Foodborne Infections and Intoxications in Europe" sind derzeit 49 der 50 Staaten der WHO Region Europa und Zypern beteiligt. Es zielt ab auf die Entwicklung und Umsetzung praktischer Strategien zur Vermeidung und Bekämpfung lebensmittelbedingter Erkrankungen beim Menschen. Hierzu zählen sowohl die Sammlung, Bewertung und Veröffentlichung von Daten und die Entwicklung geeigneter Kontrollmaßnahmen, als auch Forschung und Trainingsmaßnahmen in den Mitgliedsstaaten. Das Programm wird vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV), Berlin, in seiner Funktion als FAO/WHO Collaborating Centre für Forschung und Ausbildung im Bereich der Lebensmittelhygiene und der Zoonosen koordiniert und zählt zu den wichtigen Aktivitäten des WHO-Regionalbüros Europa.

Das BgVV-FAO/WHO Collaborating Centre hat in den letzen 20 Jahren durch seine Aktivitäten viele Europäische Staaten maßgeblich bei der Einführung und Stärkung ihrer nationalen Programme unterstützt.

Dennoch haben die weiterhin hohe Anzahl von Lebensmittelinfektionen, der Schweregrad neuer potentieller Erkrankungen wie der transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE) und das Auftreten neuer Lebensmittelrisiken zu einer weltweiten Verunsicherung des Verbrauchers beigetragen. Durch die Globalisierung des Handels von Lebensmitteln können bisher lokal oder national begrenzt auftretende Gefahren neuerdings innerhalb kürzester Zeit in eine Vielzahl von Staaten verbreitet werden. Nationale Überwachungsprogramme zur Vermeidung und Kontrolle von Lebensmittelerkrankungen haben hierdurch einen neuen Stellenwert erhalten. Somit sind gut geführte und koordinierte Programme mit assoziierten Frühwarnsystemen heute ein unverzichtbares Instrument des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes.

Unter Berücksichtigung der technischen und finanziellen Kapazitäten und potentiellen Schwierigkeiten der am Programm beteiligten Staaten empfehlen die Teilnehmer des Treffens neue Strategien, um den Bedürfnissen und Erwartungen aller Staaten Rechnung zu tragen. Neue bedeutende Veränderungen in der Lebensmittel-, Labor- und Informationstechnologie müssen dabei dringend berücksichtigt werden. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die unmittelbare Datenübermittlung, -auswertung und -berichterstattung sowie die Qualitätssicherung in der Datenerhebung und -registrierung zu richten. Die Vertreter der nationalen Kontaktstellen forderten das BgVV-FAO/WHO Collaborating Centre auf, unter anderem ein Netzwerk zum Informationsaustausch einschließlich von Frühwarnmeldungen aufzubauen und dringend Strukturen zu schaffen, die eine kontinuierliche und fristgerechte Datenübermittlung, -auswertung und Berichterstattung ermöglichen.

Darüber hinaus forderten die Teilnehmer die WHO und das BgVV-FAO/WHO Collaborating Centre auf, darauf hinzuwirken, dass künftig die Aktivitäten von WHO und EU besser koordiniert werden.

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