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10589 Berlin
Deutschland Postanschrift: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung)
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Das Futtermittelzentrum "Futtermittelsicherheit, Stofftransfer in der Nahrungskette" am Standort Berlin-Alt-Marienfelde befasst sich mit der Bewertung gesundheitlicher Risiken für Mensch und Tier, die im Zusammenhang mit der Aufnahme von Stoffen über Futtermittel und deren Transfer in Lebensmittel tierischer Herkunft stehen.
Stoffe, die in Futtermitteln vorkommen, können in die vom Tier stammenden Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Eier, Fisch oder Honig übergehen – man spricht vom Transfer. Bei einigen Stoffen ist dieser Übergang grundlegend erwünscht, beispielweise bei essenziellen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Aber auch Fettsäuren und Aminosäuren aus dem Futter werden im tierischen Stoffwechsel umgesetzt und finden sich anschließend in Fleisch und anderen Lebensmitteln tierischer Herkunft wieder. Dennoch kann sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss mancher, essenzieller Nährstoffe im Futter die tierische Gesundheit nachteilig beeinflussen oder beim Verzehr der tierischen Lebensmittel ein Risiko für die Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen.
Weiterhin gelangen auch sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, unerwünschte Stoffe und Kontaminanten über das Futter in die Lebensmittel tierischer Herkunft. Die Aufnahme von Pflanzentoxinen, wie beispielsweise Alkaloiden, und Kontaminanten, wie beispielsweise Dioxinen und PFAS, stellt nicht nur ein gesundheitliches Risiko für das Tier selbst dar, sondern auch für den Verbraucher, wenn diese Stoffe via Transfer in die tierischen Lebensmittel gelangen.
Die Aufgaben des Futtermittelzentrums konzentrieren sich auf die Durchführung experimenteller Versuche zum Transfer von Stoffen in der Nahrungskette, wobei die BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-eigene Haltung lebensmittelliefernder Tiere die Grundlage für unabhängige Transferstudien bildet. Im Mittelpunkt der Arbeit des interdisziplinären Teams aus wissenschaftlichen Mitarbeitenden mit Expertise aus den Bereichen Veterinärmedizin, Agrarwissenschaften, theoretische Chemie und Mathematik sowie Tierpflegenden steht das Prinzip „vom Acker auf den Teller“ („from stable to table“). Dieses besagt, dass die Sicherheit und Qualität von tierischen Lebensmitteln direkt von der Qualität des Futters abhängen. Gleichzeitig legt das Futtermittelzentrum im Rahmen der am Standort durchgeführten Forschungsarbeiten besonderes Augenmerk auf die Entwicklung und Validierung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden sowie Refinement-Maßnahmen für Nutztiere im Sinne des 3R-Prinzips.
Die Arbeiten des Futtermittelzentrums dienen als Grundlage für die Erstellung von Gutachten und Stellungnahmen für die Bundesregierung in Bezug auf die Sicherheit von Futtermitteln sowie im Hinblick auf die Tiergesundheit und die Sicherheit von Lebensmitteln tierischer Herkunft wissenschaftlich beraten wird. Die wissenschaftlichen Bewertungen dienen als Grundlage für politische Entscheidungen, die den Verbraucherschutz betreffen.
Die Aufgaben des Futtermittelzentrums umfassen:
Bei seiner Arbeit wird das Futtermittelzentrum durch die BfR-Kommission für Futtermittel und Tierernährung unterstützt, deren Geschäftsführung vom Futtermittelzentrum wahrgenommen wird.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachgruppe sind in verschiedenen nationalen und internationalen Arbeitsgruppen und Gremien aktiv, beispielsweise in der Arbeitsgruppe "Carry over unerwünschter Stoffe in Futtermitteln" beim BMLEH, in verschiedenen Bund-Länder Arbeitsgruppen wie der LAV-AFU oder in der EU Member States Initiative Group on PFAS. Durch ihre wissenschaftliche Expertise unterstützen sie die Erarbeitung praxisrelevanter Lösungs- und Handlungskonzepte. Zudem arbeitet die Fachgruppe in nationalen und internationalen Forschungsprojekten.