Kategorie Forschungsprojekt
  • Risikokommunikation

Innovative Training Network on PER and polyfluorinated alkyl substances towards the Future Of Research and its Communication in Europe 3

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jan 2020
Projektende
Jun 2024
Kurztitel
PERFORCE3
Abteilung
Lebensmittelsicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Perforce3 ist ein europaweites multizentrisches Doktorandenprogramm im Bereich der PFAS-Kontaminanten, das von der Universität Stockholm koordiniert und vom Horizon2020-Innovations- und Forschungsprogramm der EU im Rahmen der Marie-Curie-Projekte gefördert wird. PFAS umfassen mehr als 4700 Substanzen und sind von globalem Interesse aufgrund unzureichend charakterisierter Auswirkungen auf Umwelt und Humangesundheit. PERFORCE3 wird das Verständnis dieser global verbreiteten Kontaminanten entscheidend verbessern, Lösungen für PFAS-Kontaminationsprobleme finden und die Risikobewertung in den Bereichen Umwelt und Humangesundheit verbessern. PERFORCE3 bringt aktuellste Technologien und führende Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zusammen und bietet so ein qualitativ hochwertiges Ausbildungsprogramm und Forschungsumfeld für 15 Promovierende. Das Training beinhaltet unabhängige Forschungstätigkeit in miteinander verknüpften Teilprojekten sowie ein gutstrukturiertes Trainingsprogramm mit technischen Fortbildungen, Netzwerktreffen und internationale Austauschprogrammen zwischen den Laboratorien. Die Teilnahme an PERFORCE3 soll jungen Wissenschaftlern fachliche und fachübergreifende Fähigkeiten vermitteln, gleichzeitig ihre Kreativität und Innovationskraft fördern und ihre internationalen Karriereaussichten durch internationale und interdisziplinäre Mobilität verbessern.

Ergebnis

Neben den bekannten und in der Vergangenheit in großem Maßstab industriell eingesetzten PFAS wie zum Beispiel PFOS und PFOA wurden eine Reihe von Folgesubstanzen, zum Beispiel Polyfluoretherverbindungen, untersucht. Im Rahmen des vom BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung in diesem Verbundprojekt bearbeiteten Projektteils wurden humane Leberzellmodelle, insbesondere HepaRG-Zellen, für die Analysen eingesetzt. Endpunkte waren insbesondere Zytotoxizität, Kernrezeptoraktivierung, Transkriptanalysen sowie Veränderungen im Lipidmetabolismus. Neben den Einzelsubstanzen wurden auch expositionsrelevante PFAS-Mischungen untersucht.
Es konnte gezeigt werden, dass die Folgesubstanzen in der Regel eine geringere Zytotoxizität aufweisen als die "klassischen" PFAS PFOS und PFOA. Eine Aktivierung des für die in Tierexperimenten beobachtete Lebertoxizität von PFAS verantwortlichen Rezeptors PPAR alpha konnte nur für manche Folgesubstanzen gezeigt werden. Verschiedene PFAS waren in der Lage, in hohen Konzentrationen Triglyceridakkumulation in HepaRG-Zellen auszulösen. Außerdem zeigten Lipidomics- und Transkriptanalysen, dass zahlreiche PFAS teilweise entgegengesetzte Effekte auch auf verschiedene andere Lipid-Spezies haben. Überadditive Effekte von PFAS-Mischungen auf die Kernrezeptoraktivierung konnten bei hohen Konzentrationen beobachtet werden.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Moderne Methoden in der Toxikologie / Wirkungsbezogene Analytik und Risikofrüherkennung

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Zellbasierte Teststrategien und Toxikogenomik (74)
Kontaktpersonen: Prof. Dr. Albert Braeuning
Externe Partner: Universität van Amsterdam, Free University Amsterdam, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH, University of Birmingham, Norwegian Institute for Air Research, The Arctic University of Norway, Karolinska-Institut, Schwedische Universität für Agrarwissenschaften), Norwegian Geotechnical Institute, Hochschule Fresenius, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Stockholms Universitet

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Europäische Union
Grant Agreement 860665