Zielsetzung des Forschungsvorhabens FoodDecide war die Entwicklung von Softwarelösungen zur datengestützten Entscheidungsfindung in montenegrinischen Lebensmittelunternehmen und Regierungsbehörden, die einerseits die Lebensmittelsicherheit erhöhen und andererseits Untersuchungen im Fall eines lebensmittelbedingten Krankheitsausbruches beschleunigen. Im Verbundprojekt arbeiteten die deutschen Projektpartner Bundesinstitut für Risikobewertung (
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) und Kühne Logistics University (KLU) mit dem montenegrinischen Partner University of Donja Gorica (UDG) zusammen. Das Projekt baute auf Forschungsarbeiten des
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung und der KLU auf, die bereits erste open source Softwarelösungen zur Modellierung von Lebensmittellieferketten entwickelt hatten. Des Weiteren fanden das von der RAKIP Initiative (Risk Assessment Knowledge Integration Platform) entwickelte harmonisierte Format FSKX (FAIR Scientific Knowledge eXchange) für den Informationsaustausch und sogenannte Virtual Research Environments (
VREkurz fürVancomycin-resistente Enterokokken) zur Wissensintegration und zum Austausch Verwendung. Zur Verbreitung der Ergebnisse und als Wissensbank wurde für das Projekt eine Webseite innerhalb der
VREkurz fürVancomycin-resistente Enterokokken eingerichtet. Hinsichtlich der Etablierung von standardisierten Informationsaustauschformaten hat das
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung in einem Whitepaper einen Entwurf für ein standardisiertes Austausch-Dateiformat für Warenkettenmodelle auf Basis des FSKX Formats entwickelt. Das Whitepaper geht auch auf die Nutzung des FSKX Standards für einen möglichen Austausch von Daten aus dem Bereich der Rückverfolgung zwischen Lebensmittelunternehmen und Behörden ein. Dabei wird die Anwendung des EPCIS-Standards (Electronic Product Code Information Services) empfohlen, um den Dateneignern volle Kontrolle über ihre Daten zu gewähren. In diesem Zusammenhang stellte das
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung dem Projektkonsortium eine Proof-of-Concept Implementierung eines auf dem EPCIS-Standard basierenden Back-End-Service vor. Der Projektpartner UDG erarbeitete einen Geschäftsplan für ein montenegrinisches Start-up-Unternehmen namens „DataBite“. Das Start-up ist auf innovative Datenanalyse-Beratungsdienste für Lebensmittelunternehmer und Lebensmitteltestlabore zugeschnitten. Das WarenstromInfo-Tool, das ursprünglich vom
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung zur Visualisierung internationaler Handelsströme entwickelt wurde, erfuhr im Rahmen des FoodDecide-Projekts eine erhebliche Erweiterung, um die Extraktion von Daten aus Datenbanken wie BACI und EUROSTAT zu erleichtern. Im Projekt hat das
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung die Python-Bibliothek „Supply Chain Model Helper” (SCMH) weiterentwickelt, welche Funktionen zur Erstellung von Warenkettenmodellen bietet, um so deren Entwicklung und Implementierung zu unterstützen. Darüber hinaus haben das
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung und die UDG den Python KNIME Knoten „Supplychain visualization node“ entwickelt, der eine einfache Visualisierung von Handelsströmen zwischen Ländern ermöglicht. Der Knoten ist auf dem KNIME-Hub öffentlich zugänglich. Die im Projekt entwickelten Algorithmen für die Modelle Gravitations- und Ausbruchsmodell wurden mit Unterstützung vom
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung im FSKX Format implementiert und im RAKIP-Web Model Repository bereitgestellt. Diese Modelle dienen der Erkennung von Verteilungsmustern und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen. Mit dem „Food Security Resource Repository“ wurde vom
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung eine webbasierte Übersicht zu Softwareanwendungen etabliert, die Lebensmittelbehörden die Möglichkeit eröffnet, schnell eine Übersicht zu Softwaresystemen für Prognosen zur Lebensmittelproduktion und Versorgungssicherheit zu erhalten. Das vom
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung entwickelte Tool Open tool to trace food-borne outbreaks dient der Erleichterung bei der Identifizierung von lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen. Das Tool nutzt OpenStreetMap, um Restaurants und/oder Supermärkte innerhalb bestimmter Gebiete zu identifizieren. Im Projekt haben das
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung und die UDG die Food-Process-App entwickelt. Diese App ist ein einfaches und benutzerfreundliches Tool, mit dem Lebensmittelprozessketten über eine intuitive grafische Benutzeroberfläche erstellt und mit relevanten Prozessdaten, wie z. B. Temperatur-Zeit-Profile, Prozessdauer, Zutatenmengen angereichert werden können. Mit Hilfe der Food-Process-App wurde eine Datenbank über Prozessinformationen von traditionellen montenegrinischen Lebensmittelrezepten erstellt. Als Softwareanwendung für das Gaststättengewerbe hat die UDG die MontEat App entwickelt, eine Plattform zur Förderung des vielfältigen gastronomischen Angebots in Montenegro. Im Rahmen des Projekts wurden durch das
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung und die UDG verschiedene Erweiterungsoptionen für diese App erarbeitet und prototypisch umgesetzt. Eine weitere von der UDG entwickelte Softwarelösung ist „HoneyChain“. Dieses Tool basiert auf der Blockchain-Technologie und kann zur Rückverfolgbarkeit traditioneller montenegrinischer Lebensmittel genutzt werden. Das Ziel der Software ist es, einen Beitrag zur Verbesserung des Überwachungssystems für Honigprodukte zu leisten.