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Titandioxid: Es besteht noch Forschungsbedarf

Aktualisierte Fragen und Antworten des BfR vom 6. Mai 2020

Titandioxid (TiO2) ist als Lebensmittelzusatzstoff E 171 zugelassen und kann als weißes Farbpigment unter anderem in Süßwaren und Überzügen, z. B. in Dragees und Kaugummi, zum Einsatz kommen. Unter der Bezeichnung CI 77891 ist der Stoff als Weißpigment auch in Kosmetikprodukten wie z. B. Zahnpasta enthalten. Titandioxid wird zudem als UV-Filter in Sonnenschutzmitteln eingesetzt. Der Großteil des hergestellten Titandioxids wird jedoch in technischen Anwendungsgebieten, wie der Herstellung von Farben, Lacken, Papier und Kunststoffen, verwendet.

Derzeit diskutieren Forschung und Öffentlichkeit über mögliche gesundheitliche Risiken, die durch die Aufnahme von Titandioxid entstehen können. Hintergrund sind mehrere neue Studien, die Entscheidung zur Einstufung von Titandioxid als Gefahrstoff auf der Basis eines Vorschlags der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) sowie die in Frankreich bekanntgegebene Verordnung, nach der das Inverkehrbringen von Lebensmitteln, die den Lebensmittelzusatzstoff E 171 enthalten, in Frankreich ab 2020 für ein Jahr auszusetzen ist.

Die Expertinnen und Experten unterscheiden zwischen der oralen (durch Verzehr), dermalen (über die Haut) und inhalativen (durch Einatmen) Aufnahme. Hinsichtlich der inhalativen Aufnahme ist die EU-Kommission dem Vorschlag des Risikobewertungsausschusses (RAC) der ECHA gefolgt, Titandioxid nach den Kriterien der CLP-Verordnung als Gefahrstoff mit dem Hinweis „vermutlich krebserzeugend bei Inhalation“ einzustufen. Der Einstufungsvorschlag wurde im Februar 2020 im Rahmen der 14. ATP der CLP-Verordnung verabschiedet, und die entsprechende Delegierte Verordnung (EU) Nr. 2020/217 wurde im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Bei der oralen Aufnahme von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff gilt derzeit laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass die verfügbaren Daten keine Hinweise auf Gesundheitsbedenken für Verbraucherinnen und Verbraucher geben. Eine akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) lässt sich derzeit jedoch für den Zusatzstoff nicht ableiten, da insbesondere die Daten zur Reproduktionstoxizität nicht ausreichend bzw. nicht adäquat sind.

Die EFSA und das BfR werden sich weiterhin wissenschaftlich mit Titandioxid befassen. Insbesondere werden noch Daten zur Reproduktionstoxizität zu prüfen sein, die nach den Empfehlungen der EFSA derzeit in einer neuen Studie erhoben werden. Das BfR hat häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Titandioxid in Lebensmitteln zusammengestellt.

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06.05.2020
Aktualisierte Fragen und Antworten des BfR
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