Kategorie Stellungnahmen
Stellungnahme Nr. 037/2026

Energydrinks: BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung aktualisiert Bewertung der gesundheitlichen Risiken für Kinder und Jugendliche bei akutem und chronischem Verzehr

Darum geht es:

  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) hat in dieser Stellungnahme zusammengefasst, welche aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu möglichen gesundheitlichen Risiken durch den Verzehr von Energydrinks vorliegen. Betrachtet wurden in erster Linie mögliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.
  • Bei der Bewertung wurde unterschieden zwischen den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen eines akuten Verzehrs, die also zeitnah nach dem Trinken von Energydrinks auftreten, und den Auswirkungen eines regelmäßigen, chronischen Verzehrs (über mindestens 12 Monate). Dafür wurden aktuelle Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen sowie Verzehrdaten zum Energydrink-Konsum von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zugrunde gelegt.

Die Ergebnisse:

Akut moderater Verzehr von Energydrinks

Bei gesunden Erwachsenen sind bei akut moderatem Verzehr von Energydrinks (entsprechend einer maximalen Koffein-Einzeldosis von 200 mgkurz fürMilligramm) gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Datenlage zu gesundheitlichen Risiken über den Verzehr von Energydrinks schwach. Betrachtet man aber nur die Koffeinzufuhr über Energydrinks, gibt es keine Hinweise darauf, dass bei der von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) für gesunde Kinder und Jugendliche noch als sicher erachteten akuten Koffeinaufnahmemenge von 3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Akut hoher Verzehr von Energydrinks

Bei einigen Erwachsenen traten bei akut hohem Konsum von Energydrinks (d. h. Koffeinaufnahmen (weit) oberhalb des EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Wertes von 200 mgkurz fürMilligramm als Einzeldosis) moderate bis schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auf, z. B. Herzklopfen oder -rasen, Kurzatmigkeit, schwere Übelkeit, Angstzustände und Nervosität. Bei einigen Probanden wurden in Studien Veränderungen im EKG des Herzens beobachtet. 

Für Kinder und Jugendliche gibt es keine entsprechenden Studien, da diese aus ethischen Gründen nicht durchgeführt werden können. Es ist aber anzunehmen, dass sie mit ähnlichen Symptomen wie Erwachsene reagieren können, vor allem, weil sie zum Teil noch nicht an Koffein gewöhnt sind. 

Daten zeigen, dass einige Jugendliche sehr hohe Mengen an Energydrinks konsumieren (bis zu 4 Liter an einem Tag). Kinder und Jugendliche stellen damit eine Risikogruppe für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch einen akut hohen Energydrink-Konsum dar.

Chronisch moderater Verzehr von Energydrinks

Gesundheitliche Wirkungen eines chronisch moderaten Konsums von Energydrinks auf Kinder und Jugendliche wurden bisher nicht in Studien untersucht. 

Betrachtet man aber nur die Koffeinzufuhr über Energydrinks, so lässt sich feststellen, dass es bislang keine Hinweise darauf gibt, dass bei der von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) für gesunde Kinder und Jugendliche noch als sicher erachteten täglichen Koffeinaufnahmemenge von 3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Chronisch hoher Verzehr von Energydrinks

Mögliche Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem bei chronisch hohem Konsum wurden in der EDKAR-Studie betrachtet. Für den untersuchten Zeitraum (hoher Konsum für mindestens 1 Jahr) konnten keine negativen Auswirkungen auf die betrachteten Herzparameter der untersuchten Jugendlichen festgestellt werden. Allerdings berichtete knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von unangenehmen körperlichen Reaktionen nach dem Verzehr von Energydrinks, u. a. von Herzrasen, Kopfschmerzen und schlechtem Schlaf. Diese Effekte könnten bei anhaltend hohem Konsum auf längere Sicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Hierzu liegen jedoch keine Daten vor.

Risikoprofil

Wie gelangen Energydrinks und damit das darin enthaltene Koffein in den Körper?

Die Aufnahme erfolgt oral.

Gibt es einen gesundheitlichen Richtwert für Koffein?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)) hält 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht aus allen Quellen als Einzeldosis und über den Tag verteilt bei gesunden Kindern und Jugendlichen für gesundheitlich unbedenklich.

Für gesunde Erwachsene gelten 200 mgkurz fürMilligramm Koffein als Einzeldosis oder 400 mgkurz fürMilligramm über den Tag verteilt aus allen Quellen als gesundheitlich unbedenklich.

Besteht ein gesundheitliches Risiko durch den Verzehr von Energydrinks?

Bei einem akut hohen Verzehr von Energydrinks und einer daraus resultierenden Koffeinzufuhr oberhalb des gesundheitlichen Richtwertes steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Herzrasen, Übelkeit oder Angstzuständen kommt.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Datenlage zu gesundheitlichen Risiken über den akut moderaten oder chronisch moderaten Konsum von Energydrinks schwach. Betrachtet man aber nur die Koffeinzufuhr über Energydrinks, gibt es keine Hinweise darauf, dass bei der von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) für gesunde Kinder und Jugendliche noch als sicher erachteten Koffeinaufnahmemenge gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Gesundheitliche Wirkungen eines chronischen Hochkonsums auf die Herzgesundheit von Jugendlichen konnten bisher nicht gezeigt werden. Aber es wurde über Herzrasen, Kopfschmerzen und schlechten Schlaf nach dem Konsum von Energydrinks berichtet.

Wie ist die Qualität der Daten?

Die Datenlage ist von mittlerer Qualität. Einige wichtige Daten fehlen oder sind widersprüchlich.

Wie kann das Gesundheitsrisiko durch entsprechende Maßnahmen verringert werden?

Der Staat kann über die Risiken informieren oder weiterführende Maßnahmen ergreifen, um einen hohen Konsum von Energydrink bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren.

Produzenten können auf ihren Produkten auf die möglichen unerwünschten Wirkungen bei hohem Verzehr von Energydrinks hinweisen.

Verbraucherinnen und Verbraucher, insbesondere Kinder und Jugendliche können den Verzehr von Energydrinks einschränken bzw. darauf verzichten, um den gesundheitlichen Richtwert für Koffein nicht zu überschreiten.

Staatliche und Nicht-Staatliche Akteure im Gesundheits- und Bildungswesen könnten weitere zielgruppenspezifische Maßnahmen entwickeln, die das Risikobewusstsein schärfen.

Über Bildungsprogramme könnten Kinder, Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte für die möglichen Risiken von Energydrinks und einer zu hohen Koffeinzufuhr sensibilisiert werden.

Um insbesondere Kinder und Jugendliche zu erreichen, könnten dazu Soziale Medien genutzt werden. Vorhandenes Informationsmaterial (z. B. Videos und Flyer) sollte genutzt werden, um u. a. in Schulen intensiv und kontinuierlich zu informieren und aufzuklären. 

1 Gegenstand der Bewertung

Mit der vorliegenden Stellungnahme überarbeitet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) die Stellungnahme Nr. 018/2019 „Externer Link:Kinder und Jugendliche: Übermäßiger Konsum von Energydrinks erhöht Gesundheitsrisiko für Herz und Kreislauf“.

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung hat dazu die Studienlage seit der Veröffentlichung der BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Stellungnahme Nr. 018/2019 im Jahr 2019 neu bewertet. Insbesondere wurden Ergebnisse aus relevanten Studien wie der EDUCATE- oder der EDKAR-Studie berücksichtigt. Dabei wurde abermals vor allem das mögliche kardiovaskuläre Risiko betrachtet, das sich durch den Verzehr von Energydrinks ergeben könnte. Da Kinder und Jugendliche (sowie junge Erwachsene) die Hauptzielgruppe des Energydrink-Marktes sind, wurden bei der Aktualisierung vor allem die kardiovaskulären Effekte von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen berücksichtigt. Neben den bereits früher berücksichtigten akuten Wirkungen konnten nun aufgrund neuer Daten auch langfristige Effekte eines chronisch hohen Konsums betrachtet werden. Dafür wurden aktuelle Verzehrdaten zum Energydrink-Konsum bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zugrunde gelegt. Studien zu Erwachsenen wurden nicht neu recherchiert.

2 Ergebnis

2.1 Effekte eines akut moderaten Verzehrs von Energydrinks

Unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage kommt das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung zu dem Ergebnis, dass bei einem akuten, moderaten Verzehr von Energydrinks mit Koffeinaufnahmen, die die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)) noch als sicher erachtete Zufuhrmenge von 200 mgkurz fürMilligramm als Einzeldosis nicht überschreiten, für gesunde Erwachsene gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung weist jedoch darauf hin, dass Personen mit Prädispositionen, u. a. für bestimmte Herzerkrankungen, wesentlich empfindlicher auf Koffeinzufuhren reagieren könnten als gesunde Personen.

Es liegen nur sehr wenige Interventionsstudien mit wenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu den akuten Effekten von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen vor. Die Ergebnisse dieser Studien zeigen, dass der moderate akute Verzehr von Energydrinks mit einer gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) unbedenklichen Koffeinzufuhr zu temporären Veränderungen verschiedener kardiologischer Parameter führt. Insgesamt ist die Datenlage zu den Effekten eines akut moderaten Verzehrs von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen schwach.

Bislang gibt es aber keine Hinweise darauf, dass bei der von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) für gesunde Kinder und Jugendliche noch als sicher erachteten akuten Koffeinaufnahmemenge von 3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

2.2 Effekte eines akut hohen Verzehrs von Energydrinks

Gesundheitliche Risiken können sich durch einen akut hohen Verzehr von Energydrinks mit einer Koffeinzufuhr oberhalb der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Grenzwerte ergeben. In Interventionsstudien mit gesunden jungen Erwachsenen, bei denen Energydrink-Mengen als akute Einzeldosis verabreicht wurden, die zu einer Überschreitung der von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) noch als unbedenklich erachteten Koffeinaufnahmemenge führten, wurden bei einigen Teilnehmenden moderate bis schwerwiegende unerwünschte Wirkungen wie beispielsweise Palpitationen, Kurzatmigkeit, schwerer Tremor, schwere Übelkeit, Angstzustände und Nervosität beobachtet (Abschnitt 3.5.2). Des Weiteren wurden bei Energydrink-Mengen von etwa einem Liter (l) in einigen Interventionsstudien bei gesunden jungen Erwachsenen signifikante Verlängerungen des QTc-Intervalls beobachtet (Abschnitt 3.5.1.3).

Für Kinder und Jugendliche liegen derzeit keine Interventionsstudien mit höheren Energydrink-Mengen vor, bei denen die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) noch unbedenkliche Koffeinmenge überschritten wurde. Dies wäre aus ethischen Gründen auch nicht zu vertreten.

Vor dem Hintergrund der identifizierten unerwünschten Wirkungen bei hohen akuten Aufnahmemengen von Koffein bzw. Energydrinks bei jungen, gesunden Erwachsenen geht das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung jedoch davon aus, dass die sensible Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die zum Teil noch nicht an Koffein gewöhnt ist, mindestens ebenso empfindlich auf derartig hohe akute Aufnahmemengen reagieren würde wie Erwachsene. Daten aus Deutschland zeigen, dass ein Teil der Kinder und Jugendlichen derart hohe Mengen und sogar mehr (teilweise bis zu vier Liter an einem Verzehrtag) akut verzehrt und dadurch die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) noch als unbedenklich angesehene Koffeinaufnahmemenge (3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht als Einzeldosis oder über den Tag verteilt) zum Teil wesentlich überschritten wird.

Aufgrund des zum Teil akut sehr hohen Energydrink-Konsums stellen daher vor allem Kinder und Jugendliche eine Risikogruppe für gesundheitlich adverse Effekte dar.

Auch Erwachsene trinken zum Teil derart hohe Mengen (ein Liter und mehr) zu einer bestimmten Gelegenheit, jedoch ist der Anteil der Erwachsenen mit einem solchen Verzehrverhalten geringer (5 % der insgesamt Befragten).

2.3 Effekte eines chronisch moderaten Verzehrs von Energydrinks

Es gibt bislang keine Studien mit Kindern und Jugendlichen, die die langfristigen gesundheitlichen Effekte eines chronisch moderaten Energydrink-Konsums bzw. nicht mehr als täglich 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht untersucht haben.

2.4 Effekte eines chronisch hohen Verzehrs von Energydrinks

Im Ergebnis der EDKAR-Studie zeigten sich bei den untersuchten Jugendlichen (15-18 Jahre) im adjustierten Modell keine signifikanten und/oder klinisch relevanten Unterschiede bei allen gemessenen kardiologischen Parametern zwischen chronischer Hochverzehr-Gruppe und Kontrollgruppe.

Die Studie erlaubt allerdings keine Rückschlüsse darauf, ob Unterschiede resultieren würden, wenn die Gruppe der chronisch hohen Verzehrerinnen und Verzehrer weiterhin hohe Mengen an Energydrinks konsumieren würde.

Außerdem berichteten in der EDKAR-Studie fast die Hälfte der chronischen Hochkonsumentinnen und Hockkonsumenten, schon einmal unangenehme körperliche Empfindungen nach dem Trinken von Energydrinks gehabt zu haben. Am häufigsten wurden Herzklopfen/Herzrasen, schlechter Schlaf, Kopfschmerzen und ein Druck- oder Engegefühl in der Brust genannt.

Es liegen keine Daten zu den Effekten eines chronisch hohen Konsums von Energydrinks bei jüngeren Kindern unter 15 Jahren vor.

Auch wenn zunächst keine Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit beobachtet wurden, lässt die EDKAR-Studie keine Rückschlüsse auf die gesundheitlichen Folgen eines längerfristigen hohen Energydrink-Konsums zu.

2.5 Weitere Aspekte

2.5.1 Fallberichte

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an publizierten Fallberichten im Zusammenhang mit dem Konsum von Energydrinks. Die wesentlichen beobachteten Symptome waren kardiovaskuläre Beschwerden (Brustschmerzen, Tachykardie, Infarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand usw.), aber auch psychiatrische Störungen (Angstzustände, Psychosen, Halluzinationen), Epilepsie und reversibles akutes Nierenversagen wurden berichtet. Auch wenn sich aus Fallberichten keine Kausalitätsbeziehungen ableiten lassen, gibt die Vielzahl der Berichte doch Anlass zur Sorge, dass ein exzessiver Konsum von Energydrinks – vor allem im Zusammenhang mit anderen risikobehafteten Verhaltensweisen (z. B. hoher Alkoholkonsum) oder Vorerkrankungen – mit gesundheitlich negativen Beeinträchtigungen verbunden sein könnte.

2.5.2 Risikobewusstsein

Eine Studie zum anlassbezogenen Konsum von Energydrinks hat gezeigt, dass das Problembewusstsein gegenüber den möglichen Gesundheitsrisiken durch einen akuten, übermäßigen Verzehr von Energydrinks, insbesondere im Zusammenhang mit intensivem Sport oder dem Genuss von Alkohol, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland gering bzw. unzureichend ausgeprägt ist. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung geht daher davon aus, dass auch bei Kindern das Risikobewusstsein gegenüber einem übermäßigen Verzehr dieser Getränke, insbesondere in Verbindung mit intensiver körperlicher Betätigung und/oder hohem Alkoholkonsum, allgemein zu gering ausgeprägt ist bzw. dass diese Bevölkerungsgruppen nicht ausreichend über die potenziellen Risiken eines übermäßigen Konsums von Energydrinks informiert sind.

2.6 Handlungsoptionen

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, das mögliche gesundheitliche Risiko durch den übermäßigen Energydrink-Verzehr bei Kindern und Jugendlichen zu minimieren, insbesondere mit Blick auf die bekannten Risiken bei akut hohem Verzehr. Durch zielgruppenspezifische Maßnahmen im Bereich der Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung könnte das Risikobewusstsein von Kindern und Jugendlichen gegenüber dem übermäßigen Verzehr von Energydrinks gestärkt werden. Dadurch könnten Gesundheitsrisiken vorgebeugt und eigenverantwortliches Handeln hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Lebensweise unterstützt werden.

Es könnten Bildungsprogramme entwickelt werden, um Kinder, Jugendliche sowie Eltern und pädagogische Fachkräfte hinsichtlich der potenziellen Risiken, die mit einem solchen Verzehrverhalten verbunden sind, zu sensibilisieren. Dabei könnten insbesondere soziale Medien eingesetzt werden, da diese von Kindern und Jugendlichen intensiver genutzt werden als traditionelle Medien. Es wird empfohlen, die vorhandenen Aufklärungs- und Informationsmaterialien (Flyer, Videos etc.), die u. a. auf der Website des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) zur Verfügung gestellt werden, verstärkt in Informationskampagnen an Schulen zu nutzen und somit die eigentliche Risikogruppe besser zu erreichen.

Mit Blick auf die identifizierten unerwünschten Wirkungen bei akut hohen Aufnahmemengen von Koffein bzw. Energydrinks (siehe Abschnitte 3.1.3 sowie 3.5.1.3 und 3.5.2), die bereits bei jungen, gesunden Erwachsenen auftreten können, wären gegebenenfalls auch weitergehende Managementmaßnahmen zu prüfen.

3 Begründung

Energydrinks sind koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, die in Deutschland gemäß § 4 Abs.kurz fürAbsatz 2 der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung (FrSaftErfrischGetrV, 2012) neben Koffein mit einer Höchstmenge im verzehrfertigen Lebensmittel von 320 mgkurz fürMilligramm/l noch einen oder mehrere der in Anlage 8 Teil B der o. g. Verordnung aufgeführten Stoffe enthalten dürfen. Danach dürfen im verzehrfertigen Lebensmittel Taurin bis zu einer Höchstmenge von 4.000 mgkurz fürMilligramm/l, Glucuronolacton bis zu einer Höchstmenge von 2.400 mgkurz fürMilligramm/l und Inosit bis zu einer Höchstmenge von 200 mgkurz fürMilligramm/l enthalten sein.

Im Folgenden werden zunächst die möglichen Inhaltsstoffe als Einzelsubstanzen und anschließend die Energydrinks in ihrer Gesamtheit bewertet.

3.1 Koffein

3.1.1 Wirkungsweise

Die Effekte von Koffein basieren hauptsächlich auf einer antagonistischen Aktivität an den Adenosin-Rezeptoren A1 und A2 (Ferre, 2008; Fisone et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2004). Dem Neuromodulator Adenosin wird eine schlaffördernde Wirkung zugesprochen, da er u. a. die Ausschüttung von Glutamat und Dopamin hemmt, die zu einer erhöhten kortikalen Aktivität bzw. Motoneuron-Aktivität beitragen sollen (Ferre, 2010). Die wachmachende Wirkung von Koffein beruht vor allem darauf, dass durch die Bindung von Koffein an den Adenosin-Rezeptor die Interaktion von Adenosin mit seinem Rezeptor verhindert wird. Dadurch können Glutamat und Dopamin wieder vermehrt ausgeschüttet werden und ihre aktivierende Wirkung entfalten (Ferre, 2010; Nieber K., 2007). Koffein wirkt somit anders als Kokain, welches direkt die Wiederaufnahme von Dopamin hemmt (Lane et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014). Ebenso soll Koffein zu einer erhöhten Plasmakonzentration von Adrenalin und Noradrenalin führen (Riksen et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009).

Nach wiederholter Aufnahme kann sich eine Toleranz gegenüber Koffein entwickeln, jedoch nicht gegenüber allen Koffeineffekten. Die Toleranz gegenüber den Effekten von Koffein auf den Blutdruck und die Herzfrequenz entwickelt sich innerhalb von Tagen und geht mit einer verringerten Koffein-induzierten Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Renin einher (Fredholm et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1999). Der genaue Mechanismus der Toleranzentwicklung ist noch nicht vollständig verstanden, es wird jedoch diskutiert, dass dies auf einer vermehrten Expression von Adenosin-Rezeptoren beruhen könnte (Ammon, 1991; Fredholm et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1999).

Entzugssymptome, die nach regelmäßig hohem Koffeinkonsum bei Koffeinabstinenz auftreten können, sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, verminderte Aktivität/Energie, verminderte Aufmerksamkeit, Schläfrigkeit, verminderte Zufriedenheit, ein depressiver Gemütszustand, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und „benebelter“ Zustand (Juliano and Griffiths, 2004).

3.1.2 Bioverfügbarkeit, Verteilung und Elimination

Gemäß der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) zeigen Studien, dass Koffein nach oraler Aufnahme schnell und komplett absorbiert wird (Blanchard and Sawers, 1983) und dann ungehindert die Blut-Hirn-, die Plazenta- bzw. die Blut-Hoden-Schranke passieren kann (Arnaud, 1993; Weathersbee and Lodge, 1977). In der menschlichen Leber wird Koffein hauptsächlich zu Paraxanthin (70–80 %) metabolisiert, welches dann weiter abgebaut und über die Niere ausgeschieden wird. Die Metabolisierung zu Paraxanthin erfolgt durch die Cytochrom-P450-Monooxygenase CYP1A2, die zu 95 % der Koffein-Clearance beiträgt (Berthou et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1991; Miners and Birkett, 1996).

Bei Erwachsenen hat Koffein eine Plasma-Halbwertszeit von 2 bis 8 Stunden (Abernethy and Todd, 1985; Abernethy et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1985; Balogh et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1995; Knutti et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1981).

Schwangere weisen eine erhöhte Plasma-Halbwertszeit für Koffein auf, die bis zu 18 Stunden am Ende der Schwangerschaft bei nicht-rauchenden Frauen betragen kann (Aldridge et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1981). Die erhöhte Koffein-Halbwertszeit bei Schwangeren wird dadurch erklärt, dass Östrogene und Gestagene die CYP1A2 Aktivität hemmen können (Abernethy et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1985; Balogh et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1995; Rietveld et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1984). Da weder der Fötus noch die Plazenta Koffein metabolisieren können, werden Föten von Frauen, die Koffein konsumieren, eine längere Zeit gegenüber dem Koffein exponiert (Grosso et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2006).

Auch Neugeborene weisen noch keine relevante CYP1A2-Aktivität auf und zeigen daher eine Koffein-Halbwertszeit von 50 bis 103 Stunden (Ginsberg et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2004; Grosso et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2006). Die Halbwertszeit für Koffein sinkt jedoch drastisch mit steigendem Lebensmonat. Im dritten bis vierten Monat sinkt sie auf 14 Stunden und im fünften bis sechsten Monat auf 2 bis 3 Stunden (Aranda et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1979). Während der Kindheit beträgt die Koffein-Halbwertszeit stabil 2 bis 3 Stunden, um dann wieder bei Jugendlichen und Erwachsenen anzusteigen (Meltzer H. M., 2008).

3.1.3 Adverse Effekte

Das Gefährdungspotenzial von Koffein wurde bereits in zahlreichen Publikationen intensiv und umfassend untersucht und dargestellt (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015; Nawrot et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2003; Wikoff et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017).

Danach sind bekannte unerwünschte Koffeinwirkungen, die in Abhängigkeit von der aufgenommenen Dosis bzw. der individuellen Empfindlichkeit potenziell auftreten können, u. a. Nervosität, erhöhte Ängstlichkeit, Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, gastrointestinale Beschwerden, gesteigerte Diurese, gesteigerte Respiration, Erhöhung der Körpertemperatur, Arrhythmien, Tachykardie, erhöhter Blutdruck, Reduktion des myokardialen Blutflusses sowie bei schwangeren Frauen ein vermindertes Wachstum des Fötus (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015; Nawrot et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2003; Wikoff et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017).

3.1.4 Gesundheitlich unbedenkliche Koffein-Zufuhrmengen

Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)) zur Sicherheit von Koffein im Jahr 2015 veröffentlichte (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015) Stellungnahme befasst sich mit möglichen gesundheitlich negativen Effekten eines akuten sowie gewohnheitsmäßigen Konsums von Koffein aus Lebensmitteln bei der gesunden Allgemeinbevölkerung. Nicht berücksichtigt wurden mögliche unerwünschte Wirkungen von Koffein auf die Gesundheit von besonders empfindlichen Bevölkerungsgruppen, wie z. B. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Personen, die in Kombination mit Koffein bestimmte Arzneimittel und/oder Drogen einnehmen oder größere Mengen an Alkohol konsumieren.

Die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) schlussfolgerte, dass für gesunde Erwachsene Koffein-Einzeldosen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm oder dieselbe Menge innerhalb kurzer Zeit (entsprechend 3 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG)) aus allen Quellen gesundheitlich unbedenklich sind, auch wenn die Koffeinzufuhr weniger als zwei Stunden vor einer intensiven körperlichen Aktivität unter normalen (Umwelt-)-bedingungen erfolgt. Gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) ist es unwahrscheinlich, dass bei Aufnahmen bis zu dieser Menge klinisch relevante Veränderungen des Blutdrucks, des myokardialen Blutflusses, des Hydratationsstatus oder der Körpertemperatur auftreten (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015).

Für den gewohnheitsmäßigen Koffeinverzehr leitete die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) eine über den Tag verteilte noch gesundheitlich unbedenkliche Zufuhr von bis zu 400 mgkurz fürMilligramm (entsprechend 5,7 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG) für gesunde Erwachsene ab.

Bei Schwangeren und Stillenden ist entsprechend der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Stellungnahme eine über den Tag verteilte Aufnahmemenge von bis zu 200 mgkurz fürMilligramm Koffein für den Fötus und das gestillte Kind gesundheitlich unbedenklich. Auch bei stillenden Frauen gelten 200 mgkurz fürMilligramm als Einzeldosis für das gestillte Kind als unbedenklich (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015).

In ihrer Stellungnahme weist die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) darauf hin, dass für Kinder und Jugendliche die verfügbaren Daten hinsichtlich eines Zusammenhanges zwischen der Koffeinaufnahme und gesundheitlichen Effekten für die Ableitung einer sicheren Aufnahmemenge (als akute Einzeldosis oder für den gewohnheitsmäßigen über den Tag verteilten Verzehr) nicht ausreichend sind. Die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) kommt jedoch zu dem Schluss, dass die für Erwachsene unbedenkliche akute Einzeldosis an Koffein von 3 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG auch für Kinder und Jugendliche als sicher angesehen werden kann, da die Rate, mit der Kinder und Jugendliche Koffein metabolisieren, mindestens der von Erwachsenen entspricht. Für den gewohnheitsmäßigen Koffeinkonsum von Kindern und Jugendlichen schlägt die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) daher ebenfalls ein Sicherheitsniveau von 3 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG pro Tag vor (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015).

3.2 Taurin

Taurin (2-Aminoethansulfonsäure) ist eine Substanz, die natürlicherweise in Lebensmitteln, insbesondere in Meeresfrüchten und Fleisch, und auch als endogener Metabolit beim Menschen vorkommt. Im menschlichen Körper entsteht Taurin als Stoffwechselendprodukt hauptsächlich aus der Aminosäure Cystein in der Leber. Die Aufnahme über die normale Ernährung variiert zwischen 10 und 400 mgkurz fürMilligramm pro Tag (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009). Taurin kommt in besonders hohen Konzentrationen im Herz- und Skelett-Muskel vor (Schaffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010).

3.2.1 Gesundheitliche Effekte von Taurin

3.2.1.1 Wirkung auf den Blutdruck

In mehreren Studien hat Taurin eine blutdrucksenkende Wirkung in hypertensiven Tiermodellen gezeigt (Abebe and Mozaffari, 2011; Hano et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009; Nara et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1978; Sato et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1987; Trachtman et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1989). Auch eine klinische randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Humanstudie deutet darauf hin (Sun et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016). In dieser Studie erhielten 120 prähypertensive Personen (Alter 18 bis 75 Jahre) entweder 1,6 g Taurin pro Tag oder ein Placebo über 12 Wochen. Taurin reduzierte signifikant den ambulant gemessenen 24-Stunden-Blutdruck, insbesondere bei Personen, die einen hoch-normalen Blutdruck aufwiesen. Der ambulante systolische Blutdruck reduzierte sich in der Taurin-Gruppe um 3,8 mmHg während in der Placebo-Gruppe lediglich eine Verringerung von 0,3 mmHg gemessen wurde. Der ambulante diastolische Blutdruck reduzierte sich um 3,5 mmHg in der Taurin-Gruppe und nur um 0,6 mmHg in der Placebo-Gruppe.

3.2.1.2 Wirkung auf Calciumhomöostase und Muskelkontraktion

Insbesondere wird diskutiert, dass Taurin bei der Calciumhomöostase im Muskel mitwirkt. So konnte gezeigt werden, dass physiologische Taurin-Konzentrationen die isometrische Kraft in gehäuteten Muskelfaser-Präparationen aus atrialen und ventrikulären Herzmuskelzellen des Schweins sowie der langsamen abdominalen Muskulatur des Krebses erhöhen. Dabei wurde angenommen, dass dies auf einer erhöhten Ca2+-Sensitivität kontraktiler Myofilamente beruht (Galler et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1990). Des Weiteren wurde auf Basis von Untersuchungen an gehäuteten Gewebestückchen von Rattenherzen angenommen, dass Taurin direkt mit dem sarkoplasmatischen Retikulum interagiert und dass Taurin die Koffein-induzierte Kontraktion verstärkt (Steele et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1990). In humanen gehäuteten vastus lateralis Muskelfaser-Präparationen, die 11 gesunden Personen per Biopsie entnommen worden waren, erhöhte Taurin die Aufnahme von Ca2+ in das sarkoplasmatische Retikulum sowohl in Typ-1- als auch Typ-2-Fasern (Dutka et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014). In einer weiteren Studie erhöhte eine Taurin-Behandlung von gehäuteten Muskelfasern des extensor digitorum longus der Ratte signifikant die Depolarisations-induzierte Antwortstärke. Hier wurde ebenfalls eine verstärkte Ca2+-Akkumulation im sarkoplasmatischen Retikulum gemessen, aber auch eine verstärkte Taurin-induzierte Ca2+-Ausschüttung, weshalb angenommen wurde, dass Taurin mit den Ca2+-release-Kanälen interagiert. Des Weiteren wurde gezeigt, dass Taurin sowohl den Peak als auch die Anstiegsrate einer Koffein-induzierten Antwort erhöhte (Bakker and Berg, 2002).

3.2.1.3 Wirkung auf die Herzmuskelkontraktilität

In einer doppelblinden Crossover-Studie erhielten 13 trainierte Ausdauersportler 40 Minuten vor dem Training entweder

(a) ein 500-mlkurz fürMilliliter-Placebo-Getränk (Energydrink ohne Taurin, ohne Glucuronolacton, ohne Koffein, mit Glukose (10,5 g), mit Sacharose (43 g)) oder

(b) ein 500-mlkurz fürMilliliter-Kontroll-Getränk (Energydrink ohne Taurin, ohne Glucuronolacton, mit Koffein (160 mgkurz fürMilligramm), mit Glukose (10,5 g), mit Sacharose (43 g)) oder

(c) ein 500-mlkurz fürMilliliter-Verum-Getränk (Original des Energydrinks mit Taurin (2.000 mgkurz fürMilligramm), mit Glucuronolacton (1,2 g), mit Koffein (160 mgkurz fürMilligramm), mit Glukose (10,5 g), mit Sacharose (43 g)) (Baum and Weiss, 2001).

Das Placebo- und das Kontrollgetränk wurden ebenso wie das Originalgetränk von der Herstellerfirma des Energydrinks hergestellt. Echokardiographische Untersuchungen wurden vor dem Verzehr des Getränks, 40 Minuten nach dem Verzehr und direkt vor der Übung (Radfahren) sowie in der Regenerationsphase nach dem Radfahren durchgeführt.

Die Herzfrequenz stieg nach dem Training bei allen drei Interventionen signifikant an, was vermutlich auf die sportliche Aktivität zurückzuführen ist. Jedoch wurde nur in der Verum-Gruppe nach „Getränk mit Taurin, Glucuronolacton, Koffein und Training“ ein signifikanter Anstieg der Verkürzungsfraktion (fractional shortening) sowie eine signifikante Verringerung des linksventrikulären endsystolischen Durchmessers (LVESD) beobachtet. Da diese ventrikulären Effekte nicht in der Placebo- und auch nicht in der Kontroll-/Koffeingruppe beobachtet wurden, gehen die Autoren davon aus, dass die Kombination aus Taurin und Koffein in dem Original-Energydrink die linksventrikuläre Kontraktilität des Herzens steigerte (Baum and Weiss, 2001). Dabei ist jedoch anzumerken, dass ein Getränk mit Taurin, aber ohne Koffeinzusatz nicht getestet wurde, so dass nicht geklärt werden kann, inwieweit Taurin auch allein für die ventrikulären Effekte verantwortlich sein könnte. Darüber hinaus enthielt der Energydrink neben Koffein und Taurin auch Glucuronolacton, wobei es unwahrscheinlich ist, dass Glucuronolacton zu den beobachteten Effekten beigetragen hat.

In einer Studie mit 32 gesunden Probandinnen und Probanden (20 Männer, 12 Frauen, mittleres Alter: 28 Jahre) tranken alle eine auf die Körperoberfläche angepasste Menge eines kommerziell erhältlichen Energydrinks (168 mlkurz fürMilliliter/m2) mit einem üblichen Gehalt an Koffein (0,03 %) und Taurin (0,4 %) (Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). Für einen typischen Teilnehmenden entsprach das, gemäß der Autoren, einer Zufuhr von 105 mgkurz fürMilligramm Koffein und 1.304 mgkurz fürMilligramm Taurin in einem Volumen von 326 mlkurz fürMilliliter. Zehn der Teilnehmenden wurden als Kontrollgruppe ausgewählt, die an einem anderen Tag (mehr als 1 Woche Abstand) einen kommerziell erhältlichen Koffeindrink (34 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter) ohne Taurin zu sich nahmen. Die Teilnehmenden wurden vor dem Verzehr des Getränks und eine Stunde danach mittels Herz-Magnetresonanzspektroskopie untersucht. Der Energydrink-Konsum führte zu einem kleinen aber signifikanten Anstieg der maximalen systolischen Strain Rate (peak systolic strain rate), die einen Parameter für die regionale Kontraktilität darstellt (Sinning, 2009). Dieser Effekt wurde nicht in der Koffein-Gruppe beobachtet. Dagegen war die globale linksventrikuläre Funktion unverändert (Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). Es ist jedoch anzumerken, dass keine Angaben gemacht wurden, welche Komponenten neben Koffein und Taurin in dem kommerziellen Energydrink bzw. neben Koffein in dem kommerziellen Koffein-Getränk enthalten waren und inwieweit diese ansonsten vergleichbar sind. Somit kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere Inhaltstoffe Einfluss auf den beobachteten Effekt gehabt haben könnten. Aufgrund der Wirkungen von Glucuronolacton und Inosit erscheint es jedoch unwahrscheinlich, dass diese, derartige Wirkungen zeigen.

Aus den dargestellten Studien ergeben sich Hinweise darauf, dass Taurin eine blutdrucksenkende Wirkung bei prähypertensiven Personen haben kann und die Myokard-Kontraktilität steigern könnte, wobei dies über einen Ca2+-abhängigen Mechanismus geschehen könnte.

3.2.1.4 Taurin-Mangel und Herzfunktion im Tiermodell

In Tierstudien konnten Ito et al.kurz füret alii (lat. "und andere") zeigen, dass Taurin-Transporter-Knockout Mäuse (TauTKO) – mit einem Defizit des Taurin-Gehalts im Herz- und Skelettmuskel im Vergleich zum Wild-Typ – strukturelle und funktionelle Veränderungen der Herzventrikel aufweisen: dilatierte Ventrikel mit einer Verringerung der Wanddicke, Herzmuskel-Atrophie verbunden mit kleineren Kardiomyozyten und ein verringertes Herzminutenvolumen. Die Skelettmuskelzellen der TauTKO-Mäuse wiesen ein verringertes Zellvolumen und strukturelle Schädigungen auf (Ito et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2008; Ito et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010).

In einer weiteren Studie wurde männlichen Wistar-Ratten ein Taurin-Transporter-Antagonist (3 % Beta-Alanin) über 30 Tage verabreicht (T(-); n = 17) während der Kontrollgruppe (C; n = 17) dieser Antagonist nicht verabreicht wurde (Pansani et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012). Bei den behandelten Ratten zeigte sich ein eindeutiger Abfall der Taurin-Konzentration im linken Ventrikel im Vergleich zur Kontrollgruppe (C = 1,8 ± 0,8 µmol/mgkurz fürMilligramm Gewebe; T(-) = 0,4 ± 0,1 µmol/mgkurz fürMilligramm Gewebe). Die Autoren stellten bei den Taurin-defizienten Ratten eine Abnahme der ventrikulären Wanddicke, der hinteren linken ventrikulären Wanddicke und des Gewichts des linken Ventrikels fest. Bezogen auf die Funktion des Herzens verringerte sich die Ejektionsfraktion, die Verkürzungsfraktion und das Herzminutenvolumen. Insgesamt kamen Pansani et al.kurz füret alii (lat. "und andere") zu dem Schluss, dass der Taurin-Mangel bei den Ratten zu einer Herz-Atrophie, insbesondere des linken Ventrikels, führte, wobei die genauen Mechanismen unbekannt waren.

3.2.1.5 Gesundheitlich adverse Effekte einer Taurin-Supplementierung

Die publizierten Humanstudien zu Taurin beschäftigen sich vorrangig mit den möglichen positiven Effekten von Taurin, so dass adverse Effekte kaum betrachtet werden. Das Norwegian Scientific Committee for Food and Environment (VKM) (VKM, 2015a) hat jedoch im Rahmen einer Risikobewertung zu Taurin einige wenige Studien identifiziert, in denen auch über unerwünschte Wirkungen einer Taurin-Supplementierung berichtet wurde.

In einer Open-Label-Studie sollten die Effekte von Taurin auf das adaptive Verhalten und die Verträglichkeit bei einer Succinat-Semi-Aldehyd-Dehydrogenase-Mangel-Erkrankung (eine angeborene Stoffwechselstörung des GABA-Abbaus) getestet werden (Pearl et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014). Die Taurin-Dosen wurden kontinuierlich von 50 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm auf 200 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm angehoben. Die 18 Teilnehmenden waren zwischen 0,5 und 28 Jahre alt. Insgesamt nahmen 16 Probandinnen und Probanden für 3 bis 50 Monate an der Studie teil. Die Taurin-Gaben zeigten keine klinisch relevanten Verbesserungen der Erkrankung. Dagegen zeigte eine Person (30 Jahre) bei einer Dosierung von 200 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG (16 g/Tag) einen schwerwiegenden adversen Effekt, eine Hypersomnie, die im Krankenhaus behandelt werden musste. Dies führte dazu, dass die maximale Gabe an Taurin auf 10 g pro Tag limitiert wurde. Weitere adverse Effekte, über die berichtet wurde, waren schwere Müdigkeit und Somnolenz sowie milde bis moderate Effekte hinsichtlich des Auftretens von kognitiven Veränderungen, Ataxie und Insomnie (Pearl et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014). Bei dieser Studie ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Probandinnen und Probanden eine Erkrankung aufwiesen und/oder z. T. Säuglinge waren, so dass auf Basis dieser Studie keine Rückschlüsse hinsichtlich der gesunden Allgemeinbevölkerung gezogen werden können.

In einer Crossover-Studie (zwei Perioden über 7 Tage) mit acht gesunden Männern (22 ± 1 Jahr), in der untersucht wurde, ob eine Taurin-Supplementation den Taurin-Gehalt im Muskel erhöhen bzw. den Substratstoffwechsel bei längerer Belastung verändern kann, klagte während der Taurin-Periode (3× täglich 2 Kapseln mit 0,83 g Taurin ≙ 5 g täglich) eine Person über Muskelkrämpfe (Galloway et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2008). Diese milden unerwünschten Wirkungen könnten mit den oben beschriebenen potentiell möglichen Wirkungen von Taurin auf die Kontraktilität der Muskulatur erklärt werden.

Brons et al.kurz füret alii (lat. "und andere") (2004) untersuchten in einer doppelblinden randomisierten Cross-over-Studie die Wirkung von Taurin auf die Insulinsekretion bei 20 übergewichtigen Männern mit einer Prädisposition für Typ-2-Diabetes mellitus (Brons et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2004). Die Probanden wurden entweder 8 Wochen mit Taurin oder 8 Wochen mit einem Placebo behandelt. Taurin wurde in einer Tagesdosis von 1.500 mgkurz fürMilligramm verabreicht. Achtzehn Probanden schlossen die Studie ab. Die Teilnehmenden gaben keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen.

In einer doppelblinden randomisierten Studie mit 51 Frauen (18–22 Jahre), die eine Eisenmangelanämie aufwiesen, wurde untersucht, ob die orale Gabe von Taurin die WirksamkeitPositiver prädiktiver WertZum Glossareintrag von einer oralen Eisensulfatsupplementierung bei der Behandlung von Eisenmangel erhöht (Sirdah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2002). Die Probandinnen wurden 20 Wochen lang mit Eisensulfat behandelt. Zusätzlich erhielt eine Gruppe (n = 26) täglich eine Kapsel mit 1.000 mgkurz fürMilligramm Taurin, während eine andere Gruppe ein Placebo erhielt (n = 25). Die Autoren berichteten, dass keine unerwünschten Wirkungen von Taurin festgestellt wurden.

3.2.1.6 Gesundheitlich unbedenkliche Taurin-Zufuhrmengen

Das VKM bezieht sich auf die Humanstudien (Brons et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2004; Sirdah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2002), bei denen keine unerwünschten Wirkungen nach Taurin-Gaben von bis zu 1.500 mgkurz fürMilligramm pro Tag auftraten. Auf Basis dieser Studien hält das VKM es für unwahrscheinlich, dass Taurin-Aufnahmen von bis zu 21 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG pro Tag (entsprechend etwa 1.500 mgkurz fürMilligramm pro Tag bei einem 70 kgkurz fürKilogramm schweren Erwachsenen) gesundheitlich adverse Effekte auslösen (VKM, 2015a).

Die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) leitete auf Basis einer 13-wöchigen (subchronischen) Neurotoxizitätsstudie mit Ratten einen NOAEL von 1.000 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG pro Tag für pathologische Veränderungen und von 1.500 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG für Verhaltensveränderungen ab. Das Panel schlussfolgerte daraus, dass beim Menschen keine gesundheitlichen Einwände gegen tägliche Zufuhren von bis zu 1.400 mgkurz fürMilligramm Taurin pro Tag bestehen (die Zufuhrmenge im 95. PerzentilPerzentilZum Glossareintrag des chronischen Energydrink-Konsums, die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) 350 mlkurz fürMilliliter pro Tag entspricht) (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009; SCF, 2003).

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Taurin in den meisten der hier diskutierten Studien als Einzelsubstanz beurteilt wurde und mögliche Wechselwirkungen von Taurin mit anderen Inhaltsstoffen aus Energydrinks, wie z. B. Koffein, abgesehen von solchen zu diuretischen Effekten, die als unwahrscheinlich angesehen wurden (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009), nicht betrachtet wurden. In ihrer Stellungnahme zur Unbedenklichkeit von Koffein kam aber die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) zu dem Schluss, dass Taurin in handelsüblichen Energydrink-Konzentrationen (4.000 mgkurz fürMilligramm pro Liter) nicht die Unbedenklichkeit von Koffein-Einzeldosen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm beeinflusst (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015). Mögliche Interaktionen bei höheren Koffein- bzw. Taurin-Aufnahmemengen wurden nicht bewertet.

3.3 Glucuronolacton

Glucuronolacton wird als Stoffwechselprodukt der Glukose auch natürlicherweise im Körper gebildet (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009; McLellan and Lieberman, 2012) und ist außerdem ein Bestandteil des fibrösen Bindegewebes. Mit der Nahrung wird Glucuronolacton nur in geringen Mengen aufgenommen (1 bis 2 mgkurz fürMilligramm pro Tag) (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009). Aufgenommenes Glucuronolacton wird komplett absorbiert, hydrolysiert und im Urin als Glucuronsäure, Xylitol und L-Xylulose ausgeschieden (Dowben, 1956; EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009).

3.3.1 Gesundheitliche Effekte von Glucuronolacton

In einer älteren Studie, in der 100 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG Glucuronolacton oder andere Zuckersubstanzen dreimal täglich Ratten injiziert wurden, wurden nach Glucuronolacton-Gabe positive Effekte auf die Schwimmleistung, den Blutzucker und die Leber-Glykogen-Gehalte beobachtet, welche mit den anderen Zuckersubstanzen nicht beobachtet wurden (Tamura et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1968). Jedoch wurden in anderen Studien nach Injektion von Glukose und Galaktose ähnliche Beobachtungen gemacht (Coyle et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1986; Coyle et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1983), so dass davon auszugehen ist, dass diese Effekte auf den allgemein bekannten ergogenen Wirkungen von Kohlenhydraten beruhen (McLellan and Lieberman, 2012).

3.3.2 Gesundheitlich unbedenkliche Glucuronolacton-Zufuhrmengen

Gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) zeigte eine 13-wöchige (subchronische) Rattenstudie mit Aufnahmemengen von bis zu 1.000 mgkurz fürMilligramm Glucuronolacton/kgkurz fürKilogramm KG pro Tag keine schädlichen Wirkungen, wobei insbesondere Nierentoxizität betrachtet wurde (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009).

Im Gegensatz zu Primaten einschließlich des Menschen können Nagetiere endogen Vitamin C aus Glucuronsäure synthetisieren und können somit auch aus exogen zugeführtem Glucuronolacton Vitamin C bilden. Jedoch wurde aufgeführt, dass gemäß Literatur Glucuronolacton vorrangig über den Pentose-Weg metabolisiert wird, während der Vitamin-C-Weg nur eine untergeordnete Rolle spielt, so dass das Rattenmodell anwendbar erschien (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009).

Das EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Panel kam zu dem Schluss, dass keine gesundheitlichen Einwände gegen tägliche Zufuhren von bis zu 840 mgkurz fürMilligramm Glucuronolacton bestehen. Dies entspricht der Glucuronolacton-Zufuhr im 95. Perzentil des chronischen Energydrink-Konsums, die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) (2009) bei 350 mlkurz fürMilliliter pro Tag liegt (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2009; SCF, 2003).

3.4 Inosit

Der Zuckeralkohol Inosit ist ein weißes kristallines, geruchloses Pulver mit einem leicht süßlichen Geschmack (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2014). Natürlicherweise wird Inosit von fast allen Pflanzen und Tieren synthetisiert. Es existiert in neun möglichen Stereoisomeren, von denen vier physiologisch aktiv sind. Hauptsächlich liegt es in Form von myo-Inosit vor. In der Natur liegt Inosit sowohl gebunden als auch ungebunden vor. Freies Inosit wird zu über 90 % im Dünndarm absorbiert. Die Bioverfügbarkeit von myo-Inosit aus Phytinsäure (Inositolhexaphosphat) ist sehr begrenzt und hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie der Phytatlöslichkeit und dem Vorhandensein von Mineralstoffen, Pflanzenphytasen, mikrobiellen Darm-Phytasen, mit der Nahrung zugeführten Phytasen und der Lebensmittelverarbeitung (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2016).

Endogenes Inosit wird hauptsächlich in den Nieren synthetisiert, und die Konzentration an freiem Inosit in den Nierenmarkzellen ist 1000-fach höher als im Blut. Es wird geschätzt, dass im Menschen etwa 4 g pro Tag produziert werden. Die Plasmaspiegel werden in den Nieren durch glomeruläre Filtration, Reabsorption und Katabolismus oder Exkretion reguliert (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2014).

3.4.1 Gesundheitliche adverse Effekte von Inosit

Das VKM (VKM, 2015b) hat im Rahmen seiner Risikobewertung zu Inosit verschiedene Humanstudien und einen Review identifiziert, in denen über unerwünschte Wirkungen nach Inosit-Gabe berichtet wurde:

In einem Review wurden 12 kontrollierte klinische Studien mit insgesamt 250 Erwachsenen betrachtet, die 4 bis 30 g Inosit pro Tag (entsprechend 57 bis 429 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG pro Tag für eine 70 kgkurz fürKilogramm-Person) über 1 bis 12 Monate erhielten (Carlomagno and Unfer, 2011). Die am häufigsten berichteten und dosisabhängigen unerwünschten Wirkungen waren Übelkeit, Blähungen, weicher Stuhlgang und Durchfall. Bei einer Dosierung von 4 g Inosit pro Tag wurden milde unerwünschte Wirkungen wie milde Insomnie und Blähungen angegeben.

In einer Open-Label-Studie wurden die Sicherheit und maximal tolerierbare Dosis von myo-Inosit bei Raucherinnen und Rauchern (24 Männer, 2 Frauen) mit einer bronchialen Dysplasie untersucht (Lam et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2006). Um die maximal tolerierbare Dosis zu ermitteln, wurde zunächst bei 16 Probandinnen und Probanden die verabreichte Dosis an myo-Inosit von 12 auf 30 g pro Tag während eines Monats gesteigert. Unerwünschte Wirkungen waren Blähungen, loser Stuhlgang oder Durchfall. Es wurde ein No Observed (Adverse) Effect Level (NOAEL) von 18 g pro Tag ermittelt. In einer zweiten Phase wurde dann 10 Probandinnen und Probanden diese Dosis für drei Monate verabreicht. Als unerwünschte Wirkungen wurden leichte gastrointestinale Symptome während des ersten Monats der Behandlung aufgeführt. Es gab auch eine statistisch signifikante, wenn auch klinisch unbedeutende Zunahme an Hämoglobin nach der Einnahme von 18 g pro Tag myo-Inositol über mehr als 4 Wochen (Lam et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2006).

In einer klinischen Studie in Israel, die Inosit versus Fluvoxamin zur Behandlung von Panikstörungen bei ansonsten gesunden Personen verglich (N = 21; 9 Männer, 12 Frauen, mittleres Alter 39 Jahre) (Palatnik et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2001), wurden folgende unerwünschte Wirkungen bei der Verabreichung von 12 g Inosit pro Tag (1. Woche) bis 18 g Inosit pro Tag (2. bis 4. Woche) beobachtet: Übelkeit (8 Personen) und Müdigkeit (1 Person).

3.4.2 Gesundheitlich unbedenkliche Inosit-Zufuhrmengen

Die Qualität der vorliegenden Humanstudien ist nicht ausreichend, um sichere Zufuhrmengen für Inosit abzuleiten. Studien mit einer Gabe von 4 g Inosit pro Tag (entsprechend 57 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG pro Tag) zeigten jedoch entweder keine oder nur bei sehr wenigen Teilnehmenden milde unerwünschte Wirkungen (Carlomagno and Unfer, 2011).

In Bezug auf Tierstudien waren keine konventionellen toxikologischen Studien verfügbar; aber die Ergebnisse von Studien in Nagetiermodellen mit chronischen Erkrankungen lassen gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) vermuten, dass die Toxizität von Inosit gering ist (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2014). In Mäusen, bei denen mit anderen Substanzen Tumore induziert worden waren, wurden über einen Dosis-Bereich von 450–9.000 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG pro Tag keine adversen Effekte durch Inosit beobachtet. Nur eine Studie mit diabetischen und nicht-diabetischen Ratten zeigte einen adversen Effekt bei 1.800 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG pro Tag (Verdickung der Basalmembran der Kapillaren in der Retina und der Glomeruli bei nicht-diabetischen Ratten) (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2014).

3.5 Energydrinks als „vollständige Produkte“

Ergänzend zu der in den Abschnitten 3.1 bis 3.4 vorgenommenen Bewertung von einzelnen Inhaltsstoffen von Energydrinks sollen nachfolgend die Energydrinks als vollständige Produkte betrachtet werden.

3.5.1 Wirkungen von Energydrinks auf das Herz-Kreislauf-System

Für die im Jahr 2019 veröffentlichte BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Stellungnahme hatte das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung eine umfassende Literaturrecherche zu publizierten Interventionsstudien mit Energydrinks durchgeführt, in denen Herz-Kreislauf-Parameter untersucht worden waren (nicht systematische Suche bis Januar 2018). In den damals identifizierten Interventionsstudien wurden ausschließlich akute Effekte des Energydrink-Konsums bei fast ausschließlich jungen, gesunden Erwachsenen (18 bis 45 Jahre) analysiert. Nur eine Studie betrachtete auch Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren; allerdings wurden die Ergebnisse nicht separat für Jugendliche und Erwachsene ausgewertet (Hajsadeghi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016).

Seitdem wurden Ergebnisse aus zwei Interventionsstudien mit Kindern und Jugendlichen zum akuten Konsum von Energydrinks sowie aus einer Querschnittsstudie mit Jugendlichen aus Berlin zum chronischen Hochkonsum von Energydrinks veröffentlicht. Eine erneute Recherche zu Studien mit Erwachsenen wurde nicht durchgeführt.

Allgemeine Merkmale der in die Bewertung einbezogenen Studien:

Die in die Bewertung einbezogenen Studien sowie eine Metanalyse sind in Tabelle 1 im Anhang mit dem jeweiligen Studiendesign aufgeführt. Eine Studie wurde mit Patientinnen und Patienten, die ein familiär-bedingtes verlängertes QTc-Syndrom aufwiesen, durchgeführt (Gray et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017). Die Probandinnen und Probanden der Interventionsstudien verzehrten die Energydrinks meist als Einzeldosis innerhalb eines kurzen Zeitraums (maximal innerhalb drei Stunden), d. h. es wurden lediglich akute Wirkungen untersucht. In zwei Studien wurde die akute Energydrink-Dosis zwei- bis mehrmals täglich verabreicht (Franks et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012; Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016b). In der Regel reichte die Beobachtungszeit von 0,5 Stunden bis 24 Stunden. Zwei Studien erweiterten die Energydrink-ExpositionExpositionZum Glossareintrag und Beobachtungszeit über sieben Tage, gemessen wurden jedoch akute Effekte an bestimmten Tagen innerhalb dieses Zeitraums (Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016b; Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009). Wenn angegeben, lagen die durch Energydrinks verabreichten Koffein-Dosierungen bei Erwachsenen hauptsächlich zwischen 80 mgkurz fürMilligramm und 320 mgkurz fürMilligramm pro Tag. Den Kindern und Jugendlichen in der EDUCATE-Studie wurden gewichtsadjustiert 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm KG über Energydrinks als Einzeldosis verabreicht. Im Interventionsteil der israelischen Studie erhielten dagegen die Jugendlichen, die bereits regelmäßig Energydrinks konsumierten, nur 250 mlkurz fürMilliliter Energydrink, was einem Koffeingehalt von schätzungsweise 80 mgkurz fürMilligramm Koffein entspricht (Koffeingehalt wurde nicht angegeben). Die Taurin-Dosierungen bei Erwachsenen, wenn überhaupt angegeben, lagen zwischen 1.000 mgkurz fürMilligramm und 4.000 mgkurz fürMilligramm pro Tag (eine Studie mit 100 mgkurz fürMilligramm Taurin). Wenig Information gab es zu den eingenommenen Glucuronolacton-Mengen (84 und 1.200 mgkurz fürMilligramm pro Tag) und fast keine für Inosit.

Das Design der drei seit 2019 publizierten Studien zu Kindern und Jugendlichen wird im Folgenden kurz vorgestellt.

Interventionsstudie: Energydrinks „Unexplored Cardiovascular Alterations in TEens and TwEens“ (EDUCATE):

Die EDUCATE-Studie ist eine randomisierte, prospektive, einfach bzw. zweifach verblindete (für die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer) und placebokontrollierte Crossover-Studie. Sie untersuchte die akuten Auswirkungen des Konsums von Energydrinks auf die Herz-Kreislauf-Funktion bei gesunden Kindern und Jugendlichen. Sie wurde von April bis Oktober 2021 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München durchgeführt (Likurz fürLithium et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022; Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022; Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2026; Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023b; Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022a, b). Die Studienpopulation umfasste bis zu 27 gesunde Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren (mittleres Alter ± SD: 14,5 ± 2,4 Jahre). Es wurden folgende Ausschlusskriterien festgelegt: chronische kardiovaskuläre Erkrankungen, ein plötzlicher Herztod in der Familienanamnese, Allergien gegen Inhaltsstoffe von Getränken, regelmäßige Einnahme von Medikamenten mit möglichen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, regelmäßiger Konsum von Drogen, Alkohol und Rauchen sowie eine Schwangerschaft.

Im Rahmen des Crossover-Designs der EDUCATE-Studie erhielten die Teilnehmenden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen entweder einen handelsüblichen, koffeinhaltigen Energydrink oder ein Placebo-Getränk ohne die üblicherweise in Energydrinks enthaltenen Inhaltsstoffe. Die Menge des verabreichten Energydrinks wurde auf das Körpergewicht adjustiert und führte zu einer maximalen akuten Koffeinaufnahme, die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) für gesunde Kinder und Jugendliche unbedenklich ist (3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm KG). Die Menge des verabreichten Placebo-Getränks entsprach der Menge des Energydrinks. Beide Getränke wiesen einen ähnlichen Zuckergehalt und Geschmack auf.

Verschiedene echokardiographische und elektrokardiographische Parameter wurden sowohl zu Beginn als auch 30, 60, 120, 180 und 240 Minuten nach Getränkekonsum an jedem Studientag gemessen. Zudem wurden Blutdruck und Herzfrequenz zu diesen Zeitpunkten und über 24 Stunden gemessen.

Interventionsstudie aus Israel:

In einer israelischen Studie wurde in einer ersten Studienphase der Energydrink-Konsum bei Jugendlichen an Schulen in der Stadt Nazareth und ihrer nördlichen Umgebung abgefragt und in einer zweiten Studienphase wurden nach einer placebokontrollierten Intervention die akuten Effekte nach Energydrink-Konsum untersucht (Mansour et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019). Insgesamt nahmen 375 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren an der Befragung teil. Von diesen gaben 206 Teilnehmende an, Energydrinks zu konsumieren. Für die zweite Studienphase wurden 41 Jugendliche, die regelmäßig Energydrinks konsumierten (mindestens zwei Dosen pro Woche) und 40 Jugendliche, die noch nie Energydrinks konsumiert hatten, zu einer Untersuchung in eine Klinik eingeladen. Die regelmäßigen Energydrink-Verzehrerinnen und -Verzehrer erhielten einen Energydrink à 250 mlkurz fürMilliliter (Koffeingehalt wurde nicht angegeben, handelsübliche Energydrinks enthalten aber 80 mgkurz fürMilligramm Koffein à 250 mlkurz fürMilliliter) und die Kontrollgruppe 250 mlkurz fürMilliliter Wasser. Es wurden die Herzfrequenz, die Atemfrequenz und der Blutdruck sowie das subjektive Wohlbefinden vor und nach dem Verzehr in Abständen von 15 bis 30 Minuten, 1 Stunde und 2 Stunden erfasst.

Querschnittsstudie: „Studie zum chronisch hohen Konsum von Energydrinks und zum KArdiovaskulären Risiko bei Jugendlichen im Alter von 15 – 18 Jahren“ (EDKAR):

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung hat in Kooperation mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin von März 2022 bis Mai 2024 die EDKAR-Studie durchgeführt (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025). Mit dieser als Querschnittsstudie konzipierten Studie sollte untersucht werden, wie häufig und in welchen Mengen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren Energydrinks konsumieren und ob sich ein übermäßiger, langanhaltender Konsum von Energydrinks auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt.

Die Studie wurde in zwei Phasen durchgeführt. In der ersten Studienphase wurde an 29 Berliner Schulen (Gymnasium, Integrierte Sekundarstufe, Oberstufenzentrum; angefragt wurden 156 Schulen) in 359 Klassen eine Online-Befragung zum Konsum von Energydrinks und anderen koffeinhaltigen Getränken sowie zum Freizeit- und Gesundheitsverhalten durchgeführt. Insgesamt haben 5100 Schülerinnen und Schüler den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Anhand der in dieser „Screening-Phase“ erhobenen Daten wurden Personen mit chronisch hohem Konsum sowie eine Kontrollgruppe identifiziert und zu einer kardiologischen Untersuchung eingeladen. Etwa ein Drittel jeder Gruppe meldeten sich auf die Einladung zurück und wurde dann in der zweiten Studienphase an der Charité kardiologisch untersucht. Ein chronischer Energydrink-Hochkonsum wurde wie folgt definiert: an mindestens 4 Tagen pro Woche seit mindestens einem Jahr ein so hoher Energydrink-Konsum, dass es allein dadurch zur Überschreitung des EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Grenzwertes von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht (kgkurz fürKilogramm KG) pro Tag kommt. Die Kontrollgruppe wurde folgendermaßen definiert: kein Energydrink-Konsum in den letzten 12 Monaten und pro Woche nicht mehr als 80 mgkurz fürMilligramm Koffein aus anderen koffeinhaltigen Getränken.

In der Studienphase 2 wurden die identifizierten Jugendlichen beider Gruppen zu einer kardiologischen Untersuchung an die Charité – Universitätsmedizin Berlin eingeladen. Dort wurden Parameter aus der Echokardiografie und dem Elektrokardiogramm sowie der Blutdruck und die Herzfrequenz gemessen und die Ergebnisse der untersuchten chronischen Hochkonsumentinnen und Hochkonsumenten (n = 97) mit denen der Kontrollgruppe (n = 160) verglichen.

3.5.1.1 Wirkungen von Energydrinks auf den Blutdruck

Hintergrund:

Gewisse Schwankungen des Blutdrucks sind normal und als Anpassungsreaktion an exogene und endogene Anforderungen anzusehen. Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind (NIH, 2024; Raven and Chapleau, 2014). Schwellenwerte für die Bluthochdruckdiagnostik werden in Deutschland für Erwachsene in der S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie (BÄK/KBV/AWMF, 2023) und für Kinder und Jugendliche in der S2k Leitlinie Arterielle Hypertonie im Kindes- und Jugendalter angegeben, wobei für Kinder unter 16 Jahren die geschlechts-, alters und größenabhängigen Referenzwerte zur Berechnung der Blutdruck-Perzentilen verwendet werden sollen. Bei Jugendlichen ab 16 Jahren gelten für Erwachsene definierten Grenzwerte (BÄK/KBV/AWMF, 2023; DGPK, 2018, 2022).

Bei Erwachsenen wird ein akuter und starker Anstieg des systolischen oder diastolischen Blutdrucks (SBP; DBP) (> 180 mmHg systolisch bzw. > 110 mmHg diastolisch) als „hypertensiver Notfall“ definiert, wenn er mit einer drohenden oder fortschreitenden Organschädigung verbunden ist oder ohne akute Begleitsymptome als „hypertensive Entgleisung“ (BÄK/KBV/AWMF, 2023). Für Kinder und Jugendliche werden keine konkreten Schwellenwerte für den „hypertensiven Notfall“ in der Leitlinie angegeben (DGPK, 2022).

Bei den hier identifizierten Interventionsstudien, die als Endpunkt den Blutdruck nach Energydrink-Konsum untersuchten, wurden lediglich akute Wirkungen analysiert (maximal über 7 Tage als akute Einzeldosis) und nicht die möglichen chronischen Folgen eines langfristigen Energydrink-Konsums.

Erwachsene:

Bei einer über Energydrinks verabreichten akuten Koffeindosis von nicht mehr als 200 mgkurz fürMilligramm betrugen die systolischen Blutdruckveränderungen bezogen auf den Ausgangswert etwa + 3 mmHg bis + 9 mmHg (Elitok et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Franks et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012; Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014; Majeed et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017; Marczinski et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014; Miles-Chan et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Ragsdale et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010; Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009) und die diastolischen etwa + 2 bis + 5 mmHg (Elitok et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014; Hajsadeghi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016; Majeed et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017; Marczinski et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014; Miles-Chan et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009). Auch bei akuten Koffeindosen von bis zu 320 mgkurz fürMilligramm wurden keine Erhöhungen über 9 mmHg gemessen (Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019; Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017; Kurtz et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013; Phan and Shah, 2014; Rashti et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009; Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016c; Svatikova et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). Eine unkontrollierte Open-Label-Studie zeigte keine signifikanten Veränderungen des SBP bei Koffeinmengen über 200 mgkurz fürMilligramm (240 mgkurz fürMilligramm) (Higgins et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017). Gravierende Blutdruckveränderungen wurden in einer Open-Label-Studie aus den USA beobachtet, in der 960 mlkurz fürMilliliter eines Energydrinks konsumiert wurden (Kozik et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016). Hier stieg der systolische Blutdruck nach dem Verzehr um fast 20 mmHg (von 132 ± 7,83 auf 151 ± 11,21 mmkurz fürMillimeter Hgkurz fürQuecksilber; p = 0,001). Allerdings wurde keine Kontrollgruppe mitgeführt, und es wurden keine Koffeingehalte angegeben. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass die USA keine gesetzlichen Höchstmengen für Koffein und andere Inhaltsstoffe in Energydrinks festgelegt haben.

Identifizierte Studien mit verabreichten Koffeindosen um die 100 mgkurz fürMilligramm bzw. darunter zeigten keine signifikanten Veränderungen des Blutdrucks (Al-Fares et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Alford et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2001; Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015).

Insgesamt ist festzustellen, dass durch den akuten Konsum von Energydrinks der Blutdruck deutlich erhöht werden kann. Die Blutdrucksteigerung beruht vermutlich auf dem Inhaltsstoff Koffein, wobei Taurin diese Erhöhung abmildern könnte. Auf Basis der identifizierten Interventionsstudien führte ein moderater akuter Energydrink-Konsum (akute Einzeldosis mit bis zu 200 mgkurz fürMilligramm Koffein und Taurin (in den Studien hier: nicht mehr als 2.000 mgkurz fürMilligramm, falls angegeben) bei Erwachsenen zu maximalen Blutdruckveränderungen von etwa 10 mmHg systolisch und 5 mmHg diastolisch.

Die dadurch induzierten akuten Blutdruckerhöhungen bei gesunden Erwachsenen können als physiologisch und gesundheitlich unbedenklich gelten, sofern sie gelegentlich bzw. temporär und unter normalen (Umwelt)-bedingungen auftreten. Auch Koffein-Dosen von mehr als 200 mgkurz fürMilligramm bis zu 320 mgkurz fürMilligramm über Energydrinks führten in den identifizierten Studien mit jungen, gesunden Erwachsenen nicht zu einem Anstieg des Blutdrucks von klinischer Bedeutung. Allerdings ist anzumerken, dass bei Personen mit hohem Blutdruck derartige Erhöhungen bereits gesundheitlich bedenklich sein könnten.

Kinder und Jugendliche:

In der als Interventionsstudie konzipierten EDUCATE-Studie wurde bei Kindern 30 Minuten nach dem Verzehr von Energydrinks mit gewichtsadjustierten Koffeinaufnahmemengen, die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) gesundheitlich unbedenklich sind (3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG), ein mittlerer Anstieg des systolischen Blutdrucks (SBP) von anfangs 112,74 ± 8,67 mmHg (Zeitpunkt 0) um 3,59 mmHg auf 116,33 ± 7,69 mmHg beobachtet (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022b). Diese Erhöhung hielt bis zu 60 Minuten an und sank nach zwei Stunden wieder etwas (120 Minuten: 113,59 ± 8,25 mmHg; 240 Minuten: 114,30 ± 8,01 mmHg).

Die signifikanten Unterschiede der SBP-Werte zwischen den beiden Gruppen zu den Zeitpunkten 120 und 240 Minuten basieren vor allem darauf, dass in der Kontrollgruppe im Vergleich zur Energydrink-Gruppe eine stärkere Abnahme der SBP-Werte zu verzeichnen war, während in der Energydrink-Gruppe der Abfall im SBP geringer ausfiel (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022b).

Der mittlere diastolische Blutdruck (DBP) war in der Energydrink-Gruppe nach dem Konsum von Energydrinks im Vergleich zur Placebo-Gruppe ebenfalls signifikant höher (+ 3,29 mmHg). Die einzelnen DBP-Messwerte zu den jeweiligen Zeitpunkten wurden nicht berichtet (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022b).

In der EDUCATE-Studie untersuchten Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere") bei 17 Kindern auch die Auswirkungen von Energydrinks auf den 24-Stunden-Blutdruck (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023b). Im 24-Stunden-Monitoring zeigte sich nach Verzehr des Energydrinks im Vergleich zur Placebogruppe ein signifikant höherer systolischer Blutdruck (SBP) (+5,26 mmHg; 115,90 vs. 110,64 mmHg), diastolischer Blutdruck (DBP) (+3,45 mmHg; 66,08 vs. 62,63 mmHg), mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) (+ 4,63 mmHg; 89,75 vs 85,12 mmHg), zentraler systolischer Blutdruck (cSBP) (+ 2,59 mmHg; 101,77 vs 99,18 mmHg) und zentraler diastolischer Blutdruck (cDBP) (+ 4,48 mmHg; 68,47 vs 63,99 mmHg).

Ein weiterer Endpunkt war die Berechnung des relativen Anteils der SBP- und DBP-Messwerte (Hypertensive SBP and DBP measurements (%)), die von den Autoren und der Autorin als arterielle Hypertonie eingestuft wurden, für den Tag, die Nacht und den gesamten 24-Stunden-Zeitraum. Für diese Parameter zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in der Nacht bzw. im Zeitraum von 24 Stunden zwischen der Energydrink-Gruppe und der Placebogruppe, während am Tag eine signifikante Zunahme des relativen Anteils der hypertensiven, medianen DBP-Messwerte berichtet wurde (ED-Gruppe vs. Placebo-Gruppe: 10,71 % (8,09–26,14 %) vs. 10,64 % (4,17–16,89 %), p = 0,049).

Insgesamt ist auf Basis der EDUCATE-Studie festzustellen, dass die akute Aufnahme der gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) unbedenklichen Koffeindosis (3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG) über Energydrinks bei Kindern im mittleren Alter von etwa 14 Jahren zur Erhöhung des Blutdrucks führen kann.

In der israelischen Studie hatten die regelmäßigen Energydrink-Verzehrer bereits vor der Intervention einen signifikant höheren mittleren systolischen Blutdruck im Vergleich zur Kontrollgruppe (119,10 vs 111,85 mmHg; p < 0,05) (Mansour et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019). Nach dem akuten Verzehr des Energydrinks änderte sich der systolische Blutdruck innerhalb der Energydrink-Gruppe nur geringfügig (15-30 Minuten: + 2,75 mmHg; 60 Minuten: + 2,49 mmHg; 120 Minuten: – 1,27 mmHg), jedoch blieb der signifikante Unterschied zwischen den Gruppen über alle drei Messpunkte nach dem Verzehr bestehen. Der diastolische Blutdruck war zu keinem Messzeitpunkt signifikant unterschiedlich zwischen den beiden Gruppen. Insgesamt ist jedoch anzumerken, dass bei dieser Studie nicht für mögliche Störfaktoren adjustiert wurde, so dass die bereits vorliegenden Unterschiede zwischen den beiden Gruppen beim systolischen Blutdruck zu Beginn der Studie nicht eindeutig bewertet werden können. Im Gegensatz zur EDUCATE-Studie ist davon auszugehen, dass der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Grenzwert bei den Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren mit einem 250-mlkurz fürMilliliter-Energydrink (mit vermutlich 80 mgkurz fürMilligramm Koffein) nicht ausgeschöpft wurde.

In der EDKAR-Querschnittsstudie, die die langfristigen Auswirkungen eines chronisch hohen Energydrink-Konsums untersuchte, konnte bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen chronischen Hochkonsumentinnen und Hochkonsumenten (n=97) und der Kontrollgruppe (n=160) hinsichtlich des systolischen und diastolischen Blutdrucks festgestellt werden, sowohl im unadjustierten Modell als auch unter Berücksichtigung verschiedener Confounder (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025). Dabei ist anzumerken, dass in der EDKAR-Studie als Beobachtungsstudie keine Vorgaben gemacht wurden, ob und/oder zu welchem Zeitpunkt Energydrinks konsumiert werden sollten. Die Teilnehmenden sollten sich so verhalten wie im üblichen Alltag.  Somit wurden nicht die kurzfristigen Effekte eines akuten Konsums untersucht.

3.5.1.2 Wirkungen von Energydrinks auf die Herzfrequenz

Hintergrund:

Eine erhöhte Herzfrequenz in Ruhe ist mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mortalität verbunden (Cooney et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010). Gemäß der S2k Leitlinie Nutzung der Herzschlagfrequenz und der Herzfrequenzvariabilität in der Arbeitsmedizin und der Arbeitswissenschaft liegt die Ruheherzschlagfrequenz bei Erwachsenen in der Regel zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute (bpm). Bei ausdauertrainierten Personen können in Ruhe Werte deutlich unterhalb von 50 bpm gemessen werden (DGAUM/GfA/DGSP/DPG, 2021; Sammito et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2024). Aber auch eine Herzfrequenz in Ruhe von 60 bis 100 bpm wird für Erwachsene von medizinischen Fachgesellschaften als normal angesehen. Eine eindeutige Aussage darüber, ab welchem Schwellenwert ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht, ist allerdings schwierig (Stoschitzky, 2011).

Im Säuglings- und Kleinkindalter sind die Ruhe-Herzfrequenzen höher als bei Erwachsenen; bei Jugendlichen beginnen die Herzfrequenzmesswerte sich den Werten von Erwachsenen anzunähern (Fleming et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2011).

Erwachsene:

Bei den Studien mit Erwachsenen, in denen über Energydrinks nicht mehr als 200 mgkurz fürMilligramm Koffein akut aufgenommen worden waren, wurde sowohl ein Anstieg der Herzfrequenz (zwischen + 2 und 8 bpm, + 16 bpm mit Sport) (Alford et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2001; Baum and Weiss, 2001; Elitok et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Franks et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012; Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014; Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009), keine Änderung (Al-Fares et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Menci et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013) als auch ein Abfall der Herzfrequenz beobachtet (Hajsadeghi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016; Ragsdale et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010). Bei Koffeindosen von mehr als 200 mgkurz fürMilligramm bis zu 320 mgkurz fürMilligramm zeigten die Studien von Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere") und Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere") einen Anstieg der Herzfrequenz (wenn auch bei Fletcher nicht signifikant) um ca. 3 bis 4 bpm (Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019; Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017), während die Herzfrequenz in anderen Studien kaum beeinflusst wurde (Higgins et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017; Kurtz et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013; Phan and Shah, 2014; Rashti et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009; Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016b; Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016c; Svatikova et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). Eine Metaanalyse zeigte ebenfalls keine signifikanten Herzfrequenzveränderungen nach Energydrink-Konsum (Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016a).

Die Datenlage, inwieweit ein akuter Konsum von Energydrinks von bis zu einem Liter die Herzfrequenz beeinflusst, ist widersprüchlich, so dass diesbezüglich keine eindeutigen Aussagen getroffen werden können.

Kinder und Jugendliche:

In den Publikationen von Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere") aus den Jahren 2022 und 2026 wird ausgeführt, dass in der EDUCATE-Studie die Herzfrequenz in der Energydrink-Gruppe zwei Stunden nach dem akuten Konsum signifikant geringer war als in der Placebogruppe (–3,11 bpm, p = 0,012), jedoch war sie nach drei und vier Stunden, wenn auch nicht signifikant, um etwa 2 bpm höher als in der Placebogruppe (Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022; Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2026).

Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere") (2022) berichten, dass sich die maximale Veränderung der Herzfrequenz gegenüber dem Ausgangswert nach dem akuten Konsum von Energydrinks im Vergleich zur Placebogruppe nicht signifikant unterschied (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022b). Darüber hinaus zeigte sich auch im 24-Stunden-Monitoring kein signifikanter Unterschied in der Herzfrequenz zwischen der Energydrink- und der Placebogruppe (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023b).

In der israelischen Studie wurde ebenfalls kein signifikanter Unterschied in der Herzfrequenz zwischen der Energy- und Kontrollgruppe gezeigt (Mansour et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019).

Aus Sicht des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung lassen sich aufgrund dieser bisher wenigen Daten ebenso wie bei den Erwachsenen keine eindeutigen Schlussfolgerungen darüber ziehen, ob der akute Konsum von Energydrinks mit noch gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) unbedenklichen Koffeinaufnahmemengen die Herzfrequenz beeinflusst.

Hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen eines chronisch hohen Konsums von Energydrinks auf die Herzfrequenz konnte die EDKAR-Querschnittsstudie keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen chronischen Hochkonsumentinnen und Hochkonsumenten (n = 97) und der Kontrollgruppe (n = 160) feststellen, sowohl im unadjustierten Modell als auch unter Berücksichtigung von Confoundern (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025).

3.5.1.3 Wirkungen von Energydrinks auf das QTc-Intervall

Hintergrund:

Das QT-Intervall ist eine Messgröße bei der Auswertung des Elektrokardiogramms und stellt die Dauer der ventrikulären Systole dar, d. h. das Zeitintervall, das für den Abschluss sowohl der ventrikulären Depolarisation als auch der Repolarisation benötigt wird (Kautzner, 2002). Eine signifikante Verlängerung des QT-Intervalls deutet auf eine verzögerte kardioventrikuläre Repolarisation hin, die die Ursache für eine lebensbedrohliche ventrikuläre Tachykardie sein kann, z. B. schlimmstenfalls die Torsade-de-Pointes, die sich zu Kammerflimmern entwickeln kann und somit mit dem plötzlichen Herztod enden kann (FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA, 2005). Verlängerungen des QT-Intervalls können angeboren (genetisch) oder erworben sein und viele Ursachen, wie z. B. Ionenkanalerkrankungen, Myokarditis, die Einnahme von Medikamenten etc. haben (Lazzerini et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Thomas and Behr, 2016; Yap and Camm, 2003). Da sich die Dauer der ventrikulären Repolarisation mit zunehmender Herzfrequenz verkürzt, muss eine Frequenzkorrektur des QT-Intervalls (QTc) vorgenommen werden, für die eine Korrekturformel verwendet wird (FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA, 2005; Haverkamp, 2002). Nach Angaben der S2k-Leitlinie „Tachykarde Herzrhythmusstörungen im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter (EMAH-Patienten)“, die allerdings derzeit überarbeitet wird, stellen die folgenden Schwellenwerte ein verlängertes QTc-Intervall dar: > 460 ms für Kinder (1 bis 15 Jahre), > 450 ms für männliche Jugendliche und Männer (> 15 Jahre) und > 470 ms für weibliche Jugendliche und Frauen (> 15 Jahre) (DGPK, 2018).

Erwachsene:

Bei den in Tabelle 1 im Anhang aufgeführten Interventionsstudien, bei denen nicht mehr als 200 mgkurz fürMilligramm Koffein akut über Energydrinks aufgenommen wurden, konnte kein signifikanter Einfluss auf das QTc-Intervall festgestellt werden (Brothers et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016; Elitok et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Hajsadeghi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016; Ragsdale et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010; Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009). Lediglich in einer Studie mit übergewichtigen Personen wurde bei diesen Dosen eine QTc-Verlängerung beobachtet, jedoch wiesen die übergewichtigen Personen bereits zum Ausgangszeitpunkt höhere QTc-Intervalle auf als die normalgewichtigen Personen (Alsunni et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). Von den Studien, in denen 320 mgkurz fürMilligramm Koffein über Energydrinks aufgenommen worden waren, zeigten zwei eine signifikante Verlängerung des QTc-Intervalls im Vergleich zu vor dem Konsum (+ 3 bis 8 ms) (Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019; Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016c). Bei der Studie von Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere") wurde zwar im Vergleich zur Koffeingruppe ein signifikanter Unterschied im QTc-Intervall 2 h nach dem Verzehr beobachtet (960 mlkurz fürMilliliter Energydrink mit 320 mgkurz fürMilligramm Koffein), der jedoch auf der Reduktion des QTc-Intervalls im Koffein-Arm beruhte, während das QTc-Intervall innerhalb des Energydrink-Arms bezogen auf vor dem Konsum kaum Unterschiede zeigte (Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017).

Eine gravierende Erhöhung des QTc-Intervalls zeigte die in den USA durchgeführte Open-Label-Studie von Kozik et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), bei der 14 Teilnehmende 960 mlkurz fürMilliliter eines Energydrinks konsumierten (Kozik et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016). Hier verlängerte sich das QTc-Intervall um ca. 80 ms von 423 ± 22,74 ms auf 503 ± 24,56 ms (p < 0,001), was per Definition einem verlängerten QTc-Intervall entspricht und somit ein Risiko bergen kann. Allerdings wurde hier keine Kontrollgruppe mitgeführt und die Koffeinzufuhr nicht angegeben.

In einer Interventionsstudie mit Patientinnen und Patienten, die ein bereits bestehendes familiäres verlängertes QT-Syndrom aufwiesen, führte ein moderater akuter Energydrink-Konsum (mit Koffein- und Taurinzufuhr von 160 mgkurz fürMilligramm bzw. 2.000 mgkurz fürMilligramm) bei einigen Teilnehmenden zu einer schwerwiegenden QTc-Verlängerung (> 50 ms) bis zu einem maximalen Wert von 557 ms. Jedoch war der Anstieg des QTc-Intervalls für die gesamte Energydrink-Gruppe nicht signifikant (Gray et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017).

Insgesamt scheint der akut moderate Energydrink-Konsum mit einer Koffeinzufuhr von bis zu 200 mgkurz fürMilligramm das QTc-Intervall bei jungen gesunden Erwachsenen nicht zu beeinflussen. Daher kann davon ausgegangen werden, dass eine gelegentlich moderate Aufnahme von Energydrinks unter normalen (Umwelt)-bedingungen für gesunde Erwachsene kein Gesundheitsrisiko in Bezug auf Veränderungen des QTc-Intervalls darstellt. In Verbindung mit einem Energydrink-Konsum von einem Liter zeigten drei von vier Studien eine signifikante Erhöhung des QTc-Intervalls. In einer dieser Studien wurden ernsthafte QTc-Verlängerungen, die ein potentielles Gesundheitsrisiko darstellen könnten, bei jungen gesunden Erwachsenen durch einen hohen Konsum von Energydrinks (Koffeinmenge wurde nicht aufgeführt) induziert. Außerdem könnten bei Patientinnen und Patienten mit einem bereits vorliegenden verlängerten QTc-Syndrom schon bei moderatem Konsum QTc-Intervall-Steigerungen mit einem möglichen ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko auftreten (Gray et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017).

Kinder und Jugendliche:

In der EDUCATE-Studie wurden nach akuter Gabe von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm KG über Energydrinks zu keinem Zeitpunkt signifikante Unterschiede im QTc-Intervall beobachtet (Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022). Jedoch zeigte sich eine signifikante Verringerung des QT-RRkurz fürrelative risk (relatives Risiko)-Verhältnisses zwei Stunden nach Verzehr in der Energydrink-Gruppe im Vergleich zur Placebogruppe, die laut Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere") auf die signifikant verringerte Herzfrequenz zu diesem Zeitpunkt zurückzuführen sein könnte. Wie bei der Herzfrequenz auch, waren aber die QT-RRkurz fürrelative risk (relatives Risiko)-Verhältnisse zu den späteren Zeitpunkten nach Verzehr in der Energydrink-Gruppe, wenn auch nicht signifikant, im Vergleich zur Placebogruppe erhöht (Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022).

Für Kinder und Jugendliche gibt es keine Daten zu den möglichen akuten Effekten auf das QTc-Intervall nach höheren Energydrink-Verzehrmengen.

In der EDKAR-Studie konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede im QTc-Intervall zwischen chronischen Hochkonsumentinnen und -Hochkonsumenten von Energydrinks und der Kontrollgruppe festgestellt werden, sowohl im unadjustierten Modell als auch unter Berücksichtigung von Confoundern (adjustiert für Alter, Geschlecht, sportliche Aktivität, Rauchstatus, Rauchen von Cannabis und Alkoholkonsum, Schultyp) (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025). Dies galt auch für weitere erhobene Parameter des Elektrokardiogramms, wie z. B. das PQ-Intervall oder die QRS-Dauer.

3.5.1.4 Wirkungen von Energydrinks auf die Herzleistung (z. B. inotrope Effekte)

Hintergrund:

Die Herzfunktion wird durch die myokardiale Kontraktilität beeinflusst (Authenrieth et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 1984). Eine Erhöhung der Kontraktilität führt zu einer erhöhten Herzleistung bzw. Herzminutenvolumen. Das Herzminutenvolumen (L/min) ist die Blutmenge, die das Herz in einer Minute pumpt und stellt das Produkt aus dem Schlagvolumen und der Herzfrequenz (beats per minute = bpm) dar (Vincent, 2008). Gewisse Veränderungen des Herzminutenvolumens können als vorübergehende Anpassungsreaktion an den unterschiedlichen Sauerstoffbedarf des Herzmuskels und des Skelettmuskels in Abhängigkeit von unterschiedlichen exogenen und endogenen Reizen (z. B. Sport) betrachtet werden (Duncker and Bache, 2008; Evans, 1985).

Weitere Parameter zur Erfassung der Kontraktilität des Myokards sind u. a. die Verkürzungsfraktion die maximale systolische Strain Rate (peak systolic strain rate), der linksventrikuläre endsystolische Durchmesser (LVESD).

Erwachsene:

In einigen Interventionsstudien, die in Tabelle 1 im Anhang aufgeführt sind, sind Parameter zur Erfassung der Herzleistung nach Energydrink-Konsum erfasst worden. In allen diesbezüglichen Studien wies zumindest ein Teil der gemessenen Parameter darauf hin, dass die Kontraktilität des Myokards bzw. die Herzleistung nach einem akuten Energydrink-Konsum gesteigert wurde (Baum and Weiss, 2001; Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014; Menci et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013; Miles-Chan et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015).

Die Studien, die eine Koffeinkontrolle mitgeführt haben, weisen darauf hin, dass diese Effekte insbesondere auf der Gesamtzusammensetzung der Energydrinks beruhen könnten, da die Koffein-Kontrolle keine Auswirkung auf diese Parameter hatte. Im Folgenden werden daher die Interventionsstudien mit Koffein-Kontrollen nochmals näher aufgeführt.

Das Studiendesign von Baum und Weiß wurde bereits im Abschnitt 3.2.1.3 erläutert (Baum and Weiss, 2001). Im Gegensatz zu dem Kontrollgetränk mit Koffein (160 mgkurz fürMilligramm) (aber ohne Taurin) und dem Placebo zeigte sich bei akutem Verzehr von 500 mlkurz fürMilliliter des Original-Energydrinks (mit 160 mgkurz fürMilligramm Koffein und 2.000 mgkurz fürMilligramm Taurin) nach dem Training ein signifikanter Anstieg des Schlagvolumens und der Verkürzungsfraktion sowie eine signifikante Verringerung des linksventrikulären endsystolischen Durchmessers. Die Autoren schlussfolgerten, dass die Kombination aus Taurin und Koffein in dem Original-Getränk die linksventrikuläre Kontraktilität des Herzens steigern könnte (Baum and Weiss, 2001).

Das Studiendesign von Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere") wurde ebenfalls bereits in Abschnitt 3.2.1.3 erläutert (Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). Der akute Energydrink-Konsum (entsprechend 105 mgkurz fürMilligramm Koffein und 1.304 mgkurz fürMilligramm Taurin für einen typischen Teilnehmenden) führte zu einem kleinen aber signifikanten Anstieg der maximalen systolischen Strain Rate, welche ein Parameter für die regionale Kontraktilität darstellt (Sinning, 2009). Dieser Effekt wurde nicht in der Koffein-Gruppe beobachtet, weshalb die Autoren schlussfolgern, dass koffein- und taurinhaltige Energydrinks die myokardiale Kontraktilität beeinflussen könnten (Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). Allerdings kann nicht eindeutig ausgeschlossen werden, ob auch andere Inhaltstoffe des Energydrinks Einfluss auf den beobachteten Effekt haben könnten.

In der Studie von Miles-Chan et al.kurz füret alii (lat. "und andere") wurde geprüft, wie sich der akute Verzehr von Koffein-Getränken oder Energydrinks auf den Blutdruck oder die Herzleistung auswirkt (Miles-Chan et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015). In dieser kontrollierten randomisierten Crossover-Studie erhielten 18 gesunde junge Männer (25,4 ± 1,3 Jahre) verblindet an vier verschiedenen Tagen entweder 355 mlkurz fürMilliliter (1) Energydrink (mit 114 mgkurz fürMilligramm Koffein, 1.420 mgkurz fürMilligramm Taurin, 85 mgkurz fürMilligramm Glucuronolacton, 39 g Zucker) + Placebo-Kapsel (nicht weiter definiert); (2) zuckerfreien Energydrink + Placebo-Kapsel; (3) Wasser + 120 mgkurz fürMilligramm Koffein oder (4) Wasser + Placebo-Kapsel innerhalb von 4 Minuten. Die Koffeinmenge im Energydrink war vergleichbar, jedoch geringfügig weniger. Das kardiovaskuläre Monitoring erfolgte zum Ausgangszeitpunkt für 30 Minuten und nach dem Verzehr des jeweiligen Getränks für 120 Minuten. Sowohl der Energydrink, der zuckerfreie Energydrink als auch das „Koffein + Wasser“-Getränk führten zu einer vergleichbaren Erhöhung des Blutdrucks (3-4 mmHg) im Vergleich zum „Wasser + Placebo“-Getränk (p < 0,001), nach dessen Konsum nur vernachlässigbare Veränderungen auftraten. Jedoch zeigten sich unterschiedliche Effekte auf Parameter der Herzfunktion. So steigerte nur der zuckerhaltige Energydrink im Gegensatz zu den anderen drei Getränken signifikant die Herzfrequenz, das Schlagvolumen (SV), das Herzminutenvolumen (HMV) (Herzfrequenz × Schlagvolumen), den Kontraktilitätsindex (repräsentiert den aortalen Peak Flow) und das Double Produkt (systolischer Blutdruck × Herzfrequenz; Surrogatmarker für myokardialen Sauerstoffbedarf) (bei allen Parametern p < 0,01). Dabei war der totale periphere Widerstand (total peripheral resistance, TPR) beim Energydrink verringert, während der zuckerfreie Energydrink und das „Wasser + Koffein“-Getränk im Vergleich zum Placebo eine Steigerung des peripheren Widerstandes bewirkten. Die Autoren schlussfolgern, dass die beobachteten Blutdruckveränderungen durch unterschiedliche hämodynamische Wege ausgelöst worden sein könnten: durch den Energydrink über Veränderungen der Myokardleistung und durch Koffein als Einzelsubstanz über vaskuläre Effekte. Da der zuckerfreie Energydrink die Herzparameter nicht beeinflusste, diskutieren die Autoren, dass dies ein Effekt der Kombination aus Koffein und Zucker sein könnte, der über Insulin vermittelt wird, dem inotrope Wirkungen zugeschrieben werden (Klein et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010; Klein and Visser, 2010). Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Studien wird hier nicht angenommen, dass Taurin oder die Kombination aus Taurin und Koffein für die Effekte auf die Herzleistung verantwortlich sein könnten, da auch das zuckerfreie Energydrink entsprechende Mengen Taurin und Koffein enthielt wie das zuckerhaltige, jedoch nicht die Wirkung auf die Herzleistung hatte.

Somit gibt es Hinweise dafür, dass der akute Verzehr von Energydrinks die Kontraktilität und somit die Herzleistung beeinflussen könnte. Die drei Studien mit Koffeinkontrollen weisen darauf hin, dass Energydrinks diesbezüglich möglicherweise anders zu bewerten sind als andere koffeinhaltige Lebensmittel ohne Energydrink-typische Inhaltsstoffe. Hinsichtlich der Frage, welche Inhaltsstoffe oder welche Kombination aus Inhaltsstoffen (Zucker, Taurin) für diese potentiellen Effekte verantwortlich sein könnten, ist die Datenlage jedoch widersprüchlich.

In Bezug auf den Endpunkt myokardiale Kontraktilität untersuchten die aufgeführten Interventionsstudien nur den akuten moderaten Konsum von Energydrinks (105 bis 160 mgkurz fürMilligramm Koffein) bei gesunden jungen Erwachsenen. Mit diesen Zufuhrmengen scheinen die beobachteten Veränderungen dieser Parameter, die die Kontraktilität widerspiegeln, physiologisch und gesundheitlich unbedenklich zu sein, sofern sie gelegentlich und unter normalen (Umwelt-) Bedingungen bei gesunden Erwachsenen auftreten.

Unklar bleibt, ob bei einem möglichen langfristigen hohen Energydrink-Konsum und der dadurch potentiell induzierbaren langfristigen Steigerung der myokardialen Kontraktilität Effekte auf die menschliche Gesundheit zu erwarten sind. Unklar bleiben auch die Effekte eines hohen akuten Konsums.

Kinder und Jugendliche:

In der EDUCATE-Studie wurden die akuten Auswirkungen des Konsums von Energydrinks auf die Dynamik und Effizienz der linken Herzkammer (left ventricular (LV) hemodynamics and efficiency) untersucht (N = 24) (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022a): Die gemessenen konventionellen, echokardiographischen Parameter der Ventrikel wie das Schlagvolumen (SV) und die Ejektionsfraktion (EF) zeigten nach dem Verzehr keine signifikanten Unterschiede zwischen der Energydrink- und der Placebogruppe. Nach vier Stunden konnte jedoch eine signifikant niedrigere cardiac efficiency (CE) (140,72 mmHg vs. 135,60 mmHg, p < 0,01) in der Energydrink- im Vergleich zur Placebogruppe festgestellt werden.

In der EDKAR-Querschnittsstudie wurden verschiedene echokardiografische Parameter untersucht: LVEF, LVEDd, IVSd, PWED, LVMI, LAVES (Vierkammerblick, Zweikammerblick, MittelwertMittelwertZum Glossareintrag), LAVI, TAPSE, MAPSE, E-Welle, A-Welle, E/A, e‘ lateral, e‘ septal, e‘ Mittelwert, E/e’ lateral, E/e’ septal, E/e’ Mittelwert sowie Global longitudinal strain. Im unadjustierten Modell ohne Bonferroni-Korrektur zeigte sich zunächst, dass chronische Hochkonsumentinnen und Hochkonsumenten statistisch signifikante höhere IVSd-Werte und niedrigere Werte des Parameters e‘ septal im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten. Unter Anwendung der empfohlenen Bonferroni-Korrektur verlor dieser Gruppenvergleich jedoch die statistische Signifikanz. Auch bei der zusätzlichen Adjustierung wichtiger Confounder (adjustiert für Alter, Geschlecht, sportliche Aktivität, Rauchstatus, Rauchen von Cannabis und Alkoholkonsum, Schultyp) zeigten sich bei keinem der echokardiografischen Parameter signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025).

Weitere bei Kindern und Jugendlichen gemessene kardiologische Parameter

Extrasystolen:

Die Autoren der EDUCATE-Studie wiesen darauf hin, dass der akute Konsum von Energydrinks mit gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) unbedenklichen Koffeinaufnahmemengen mit einem signifikanten Anstieg supraventrikulärer Extrasystolen einherging (Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022).

Zur Bewertung der supraventrikulären Extrasystolen (SVES) wurde die Anzahl der beobachteten Herzschläge ohne Rhythmusstörungen ins Verhältnis zu den „Extrasystolen“, im Zeitraum von 0 bis 240 Minuten nach Getränkekonsum (incidence rate ratio, IRR: 1,7 (95 %-Konfidenzintervall: 1,058; 2,732), p = 0,028) gesetzt. Ein IRR-Wert von 1,7 besagt, dass in der Gruppe nach Energydrink-Konsum 70 % mehr Ereignisse (supraventrikuläre Extrasystolen) auftraten als nach Placebo-Konsum. Allerdings bewegte sich die absolute Anzahl der SVES in der Placebogruppe und der Energydrink-Gruppe in einem niedrigen Bereich.

Arteriensteifigkeit:

Im Rahmen der EDUCATE-Studie haben Likurz fürLithium et al.kurz füret alii (lat. "und andere") auch die Auswirkungen des akuten Konsums von Energydrinks auf die Arteriensteifigkeit der Halsschlagadern untersucht (Likurz fürLithium et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022). Dafür wurden die Endpunkte Circumferential Strain (CS), Strain Rate (SR) und die arterielle Dehnbarkeit (arterial distensibility) gemessen. Der Energydrink-Konsum führte im Vergleich zur Placebo-Aufnahme zu einer signifikant geringeren maximalen Umfangsdehnung der beiden Halsschlagadern (common carotid artery, CCA) (11,78 ± 2,70 % gegenüber 12,29 ± 2,68 %, p = 0,043) bei den Teilnehmenden; wobei aber kein signifikanter Effekt im Zeitverlauf ab Energydrink-Aufnahme beobachtbar war. Der Parameter CS wird als Marker für die lokale Gefäßsteifigkeit verwendet. Ein verringerter CS-Wert deutet auf eine erhöhte Steifigkeit (Stiffness) der Arterienwand hin.

Hinsichtlich der Parameter SR und arterielle Dehnbarkeit konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen der Energydrink-Gruppe und der Placebogruppe gezeigt werden.

Herzfrequenzvariabilität:

In der EDUCATE-Studie wurde auch untersucht, wie sich der akute Energydrink-Konsum auf die Funktion des autonomen Nervensystems (insbesondere auf das Gleichgewicht zwischen sympathischer und parasympathischer Aktivität) auswirkt, indem die Herzfrequenzvariabilität (heart rate variability, HRV) gemessen wurde (Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2026).

Hierzu wurde die HRV mit einem 24-Stunden-EKG überwacht, indem die StandardabweichungStandardabweichungZum Glossareintrag der normalen RRkurz fürrelative risk (relatives Risiko) -Intervalle (Standard Deviation of N-to-N intervals, SDNN), der quadratische Mittelwert aufeinanderfolgender Differenzen (Root Mean Square of Successive Differences, RMSSD) und low-frequency (LF) und high-frequency (HF) Komponenten gemessen wurden. Während mittels des Parameters SDNN die allgemeine autonome Flexibilität beurteilt werden kann, gibt der RMSSD den aktuellen Erholungsstatus (parasympathische Regulation) an.

Eine Stunde nach Verzehr des Getränks zeigte sich beim Parameter SDNN ein signifikanter Unterschied zwischen der Energydrink-Gruppe und der Placebogruppe (ED = 133,346 ± 50,217 ms vs. Placebo = 115,654 ± 47,583 ms, p = 0,023). In den nachfolgenden Zeitintervallen (bis 240 min) wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede im SDNN beobachtet.

Ein Anstieg des SDNN weist darauf hin, dass die Gesamtvariabilität der Herzschläge zugenommen hat. Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere") interpretieren diesen Anstieg als akute Reaktion des autonomen Nervensystems im Sinne einer Stressreaktion des jugendlichen Herzens auf die im Energydrink enthaltenen Inhaltsstoffe wie beispielsweise Koffein (Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2026).

Für die anderen gemessenen Parameter zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

3.5.2 Zusätzliche erfasste adverse Effekte von Energydrinks

3.5.2.1 Humanstudien

Erwachsene:

In den hier betrachteten Interventionsstudien mit Energydrinks mit Fokus auf Herz-Kreislauf-Parameter (Tabelle 1 im Anhang) wurde maximal ein Liter Energydrink an Erwachsene verabreicht, und es wurden lediglich die akuten Wirkungen eines Energydrink-Konsums betrachtet.

Bei zwei Studien mit über Energydrinks akut verabreichten Koffeinmengen von 80 mgkurz fürMilligramm gaben die Teilnehmende an, keine unerwünschten Wirkungen zu haben (Franks et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012; Hajsadeghi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016).

In der Studie von Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere") (n = 15) wurden über Energydrinks über sieben Tage 200 mgkurz fürMilligramm Koffein und 2.000 mgkurz fürMilligramm Taurin verabreicht (Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009). Es wurde über milde unerwünschte Wirkungen wie z. B. Unruhe (n = 4), Magen-Darm-Beschwerden oder Bauchkrämpfe (n = 3), vermehrtes Wasserlassen (n = 1), gestörter Schlaf (n = 1) und kräftigere Herzschläge (n = 1) berichtet. Eine Kontrollgruppe wurde nicht mitgeführt.

In der Studie von Kurtz et al.kurz füret alii (lat. "und andere") (n = 20) wurde über einen Energy Shot etwa bis zu 215 mgkurz fürMilligramm Koffein verabreicht (Kurtz et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013). Es wurde über folgende unerwünschte Wirkungen berichtet: Unruhe (n = 2), Übelkeit (n =1), Herzrasen (n = 1), Schwitzen (n = 1) und Bauchschmerzen (n = 1). Aber auch die Teilnehmenden der Kontrollgruppe (entkoffeinierter Energy Shot) berichteten über Kopfschmerzen (n = 1), Unruhe (n = 1), Herzrasen (n = 1), Schläfrigkeit (n = 3) und Bauchschmerzen (n = 1).

Phan et al.kurz füret alii (lat. "und andere") verabreichten über Energy Shots ebenfalls 215 mgkurz fürMilligramm Koffein an 10 Teilnehmende. Ein Teilnehmender klagte über Schwindel und ein weiterer über Herzrasen. Aber auch ein Teilnehmender, der einen entkoffeinierten Energy Shot verzehrt hatte, berichtete über Kopfschmerzen (Phan and Shah, 2014).

In der Studie von Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere") wurden durch den akuten Verzehr von 750 oder 1.000 mlkurz fürMilliliter Kontrollprodukt, ein Energydrink (320 mgkurz fürMilligramm/L Koffein, 4.000 mgkurz fürMilligramm/L Taurin, 308 mgkurz fürMilligramm/L Glucuronolacton, 92 mgkurz fürMilligramm/L Inositol), Kontrollprodukt plus Koffein oder Kontrollprodukt plus Taurin bei allen vier Interventionen bei einigen Teilnehmenden mäßige bis schwerwiegendere Symptome hervorgerufen (Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019). Bei der Verabreichung von 1.000 mlkurz fürMilliliter war jedoch der größte Anteil der Teilnehmenden (7 von 19) nach dem Verzehr der Energydrinks betroffen, während nach der Verabreichung von 750 mlkurz fürMilliliter der größte Anteil der Teilnehmenden nach dem Verzehr des Kontrollprodukts plus Koffein (6 von 19) betroffen war. Schwerwiegende Symptome, die bei fünf von 38 Personen auftraten, wurden nur nach der Verabreichung der Energydrinks (schwerer Tremor, schwere Übelkeit) oder des Kontrollprodukts plus Koffein (schwerer Tremor, schwere Unruhe) hervorgerufen.

In der Studie von Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere") berichteten 15 Teilnehmende (n = 18) nach dem akuten Konsum von 960 mlkurz fürMilliliter Energydrink (320 mgkurz fürMilligramm Koffein, Taurin und Glucuronolacton unbekannt) über folgende unerwünschte Wirkungen: Ängstlichkeit (n = 3), Einschlafprobleme (n = 4), Schwindel (n = 3), Dyspepsie/Magenverstimmung (n = 4), Nasenbluten (n = 1), Kopfschmerzen (n = 2), Nervosität (n = 8), Übelkeit (n = 2), Herzrasen (n = 4) und Kurzatmigkeit (n = 1). Aber auch 13 Teilnehmende der Koffeingruppe (n = 18) berichteten über ähnliche unerwünschte Wirkungen (Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017).

In den anderen recherchierten Interventionsstudien (siehe Tabelle 1 im Anhang) wurden unerwünschte Wirkungen nicht thematisiert, d. h. es ist unklar, inwieweit diese überhaupt abgefragt wurden.

Insgesamt wurde bei einem akut moderaten Energydrink-Konsum mit aufgenommenen Koffeinmengen bis zu 200 mgkurz fürMilligramm durch junge gesunde Erwachsene kaum über unerwünschte Wirkungen berichtet. Die akute Einnahme höherer Mengen (bis zu einem Liter) führte bei einigen Teilnehmenden zu moderaten bis zu schweren, unerwünschten Wirkungen. Jedoch zeigten einige Personen auch Wirkungen, nachdem sie höhere Mengen an Koffein durch ein mitgeführtes Kontrollgetränk ohne typische andere Energydrink-Inhaltsstoffe aufgenommen hatten. Dies lässt vermuten, dass hauptsächlich Koffein für die adversen Wirkungen verantwortlich sein könnte. In einigen Studien berichteten einige Personen auch nach der Einnahme eines Getränks ohne Koffein von unerwünschten Wirkungen. Es ist nicht klar, ob dies auf andere Zutaten in diesem Getränk oder durch eine möglicherweise induzierte Aufregung hinsichtlich der Teilnahme an der Studie zurückzuführen ist.

Für eine noch höhere Aufnahme (mehr als ein Liter Energydrinks) lagen keine Daten vor.

Kinder und Jugendliche:

In der EDUCATE-Studie wurde auch die Schlafdauer, die Einschlafzeit, die Aufwachzeit sowie die Schlafqualität durch Erstellung von Selbstprotokollen erfasst (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023b). Die Energydrink-Gruppe wies im Vergleich zur Placebogruppe eine signifikant kürzere Schlafdauer auf (7,55 ± 0,92 h vs. 8,43 ± 1,70 h, p = 0,041) sowie eine signifikant frühere Aufwachzeit (7:00 Uhr (6:30–7:30 Uhr) vs. 8:00 Uhr (7:00–8:00 Uhr), p = 0,027) auf. Die Einschlafzeit und die Schlafqualität unterschieden sich nicht signifikant (Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023b).

Im Zusammenhang mit dem chronischen Hochkonsum untersuchte die EDKAR-Querschnittsstudie unangenehme körperliche Empfindungen nach dem Konsum von Energydrinks. Dabei berichtete fast die Hälfte der chronischen Hochkonsumentinnen und -konsumenten, schon einmal unangenehme körperliche Empfindungen nach dem Trinken von Energydrinks gehabt zu haben. Die am häufigsten genannten waren Herzklopfen/Herzrasen, schlechter Schlaf, Kopfschmerzen und Druck- oder Engegefühl in der Brust (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025). Zudem zeigte die EDKAR-Studie, dass Personen mit chronisch hohem Energydrink-Konsum an Wochentagen kürzer schliefen (weniger als 6 Stunden: 53,6 %) als Personen in der Kontrollgruppe (12,7 %). Die Kontrollgruppe schlief hauptsächlich 7–8 Stunden (39,2 %). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Schlafdauer am Wochenende, obwohl in beiden Gruppen etwa 20 % angaben, länger zu schlafen als an Wochentagen (10 Stunden oder mehr) (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025).

3.5.2.2 Fallberichte

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung hat eine Vielzahl an publizierten Fallberichten in Zusammenhang mit dem Konsum von Energydrinks in PubMed recherchiert. Die wesentlichen beobachteten Symptome waren meist kardiovaskuläre Beschwerden (Brustschmerzen, Tachykardie, Infarkt, Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand usw.) aber auch psychiatrische Störungen (Angstzustände, Psychosen, Halluzinationen), Epilepsie und Nierenschäden (siehe Tabelle 2 im Anhang).

Ebenso erfasste die Food and Drug Administration (FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA) eine Vielzahl freiwilliger Berichte von Ärztinnen und Ärzten, Familienangehörigen sowie Konsumentinnen und Konsumenten zu adversen Wirkungen in Zusammenhang mit dem Energydrink-Konsum in einer Datenbank. Die FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA weist darauf hin, dass diese Ereignisberichte zu bestimmten Produkten keine Schlussfolgerung der FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA über einen kausalen Zusammenhang darstellen (Externer Link:https://www.govinfo.gov/content/pkg/GOVPUB-HE20_4000-PURL-gpo31531/pdf/GOVPUB-HE20_4000-PURL-gpo31531.pdf) (FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA, 2012).

Auch die französische Behörde für Lebensmittel, Umwelt und Arbeitssicherheit (ANSES) hat Meldungen zu nachteiligen Wirkungen nach dem Konsum von Energydrinks im Rahmen ihres Nutrivigilanzsystems erfasst (ANSES, 2013). Die ANSES hat anhand verschiedener Kriterien (z. B. zwei Berichterstatterinnen bzw. Berichterstatter, zeitlicher Zusammenhang, Rechallange, Ausschluss anderer möglicher Ursachen) Kausalitätszusammenhänge, wie z. B. sehr wahrscheinlich, wahrscheinlich, möglich, unwahrscheinlich oder ausgeschlossen, abgeleitet. In 95 untersuchten Fällen wurde z. B. über kardiovaskuläre Manifestationen berichtet. Gemäß ANSES ergab die Kausalitätsanalyse hierzu folgendes Ergebnis: sehr wahrscheinlich für 5 Fälle; wahrscheinlich für 9 Fälle; möglich für 25 Fälle; unwahrscheinlich für 55 Fälle; ausgeschlossen für einen Fall.

Auch wenn aus Fallberichten keine Kausalitätsbeziehungen abgeleitet werden können, so gibt jedoch die Vielzahl der Fallberichte zu adversen Wirkungen nach dem Verzehr von Energydrinks, insbesondere nach einem exzessiven Konsum, Anlass zur Sorge, dass ein übermäßiger Konsum derartiger Getränke mit gesundheitlich negativen Wirkungen verbunden sein könnte.

3.6 Exposition

Da Kinder und Jugendliche aus Sicht des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung die Hauptzielgruppe für Energydrinks sind und insbesondere bei diesen Altersgruppen mögliche Risiken durch eine hohe Koffeinaufnahme, beispielsweise durch einen hohen Energydrink-Konsum, in Betracht zu ziehen sind, werden im Folgenden vorrangig aktuelle Daten zu Kindern und Jugendlichen dargestellt.

3.6.1 Daten aus nationalen Verzehrstudien

Die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat in ihrer Stellungnahme zur Sicherheit von Koffein (2015) basierend auf Verzehrdaten aus den Mitgliedsstaaten u. a. den Beitrag von Energydrinks zur Koffeinzufuhr ermittelt. Für Deutschland wurden dafür Daten aus der NVS-II- und EsKiMo-I-Studie verwendet, die in der Comprehensive European Food Consumption Database vorlagen (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015).

Aus Sicht des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung wurden die Koffeinaufnahmemengen aus Energydrinks unterschätzt, u. a. weil es bei der Implementierung der NVS II in diese Datenbank noch keinen Code für Energydrinks gab, bei EsKiMo I nur die 11-jährigen Kinder berücksichtigt wurden und weil mit den in NVS II und EsKiMo I verwendeten Erhebungsmethoden unregelmäßig verzehrte Lebensmittel nur unzureichend erfasst wurden.

EsKiMo-II-Studie

EsKiMo II stellt eine repräsentative Studie zur Ernährungssituation von 6- bis 17-Jährigen in Deutschland dar (Erhebungszeitraum 2015–2017). Der Verzehr der jüngeren Kinder (6–11 Jahre, n = 1.188) wurde von den Eltern bzw. Betreuungspersonen prospektiv über Wiegeprotokolle an drei aufeinanderfolgenden sowie einem unabhängigen Tag dokumentiert. Von den Jugendlichen (12–17 Jahre, n = 1.353) wurde in einem persönlichen Interview retrospektiv der übliche Verzehr der letzten vier Wochen über modifizierte Dietary-History-Interviews mit Hilfe der Software DISHES (Dietary Interview Software for Health Examination Studies) erhoben. Dabei wurden mahlzeitenbezogen die Verzehrhäufigkeit und -menge einzelner Lebensmittel abgefragt. In einer Sonderauswertung wurde auf Basis der so erhobenen Verzehrdaten die Koffeinzufuhr ermittelt (RKI, 2019). Diese Sonderauswertung ergab, dass die mittlere Koffeinzufuhr über alle in EsKiMo II identifizierten koffeinhaltigen Lebensmittel für Kinder (6 bis 11 Jahre) 8,8 mgkurz fürMilligramm und für Jugendliche (12 bis 17 Jahre) 40,9 mgkurz fürMilligramm pro Tag beträgt. Analog dazu liegt die mittlere Koffeinzufuhr für alle koffeinhaltigen Getränke bei 4,8 mgkurz fürMilligramm und 36,5 mgkurz fürMilligramm pro Tag.

Energydrinks trugen bei Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren zu etwa 1 % und bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren zu etwa 4 % zur täglichen Gesamt-Koffeinaufnahme bei. Die Hauptzufuhrquellen für die Koffeinaufnahme bei Jugendlichen stellten Kaffee- und Teegetränke dar (RKI, 2019).

Bei dieser Auswertung ist jedoch zu erwähnen, dass mittels der DISHES-Befragung, die bei den Jugendlichen angewendet wurde, eine Quantifizierung des akuten Verzehrs von Energydrinks an einem bestimmten Tag nicht möglich ist. Mittels DISHES wird nur der übliche Verzehr erhoben, nicht aber der Energydrink-Konsum einzelner Tage oder „Gelegenheiten“, z. B. zu speziellen Anlässen. Zudem wurde in den DISHES-Interviews erst nach einer Filterfrage konkret nach Energydrinks gefragt. Insgesamt ist davon auszugehen, dass der Verzehr von Energydrinks, die nicht im Rahmen der üblichen Mahlzeiten konsumiert werden, durch die in der EsKiMo-II-Studie angewendeten DISHES-Interviews stark unterschätzt wird.

3.6.2 Gezielte Befragungen zum Energydrink-Konsum bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsen in Deutschland

3.6.2.1 Befragungsstudie in 16 EU-Mitgliedsstaaten (Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013)

In einer von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) in Auftrag gegebenen Befragungsstudie, die in 16 Mitgliedsländern der Europäischen Union im Jahr 2012 durchgeführt wurde (Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013), gaben 60 % von 1.068 befragten Kindern und Jugendlichen (10 bis 18 Jahre; männlich 49,9 %, weiblich 47,5 %) in Deutschland an, im letzten Jahr (zum Zeitpunkt der Befragung) schon einmal Energydrinks getrunken zu haben. Diese wurden als Energydrink-Konsumentinnen und -Konsumenten definiert. Von diesen Energydrink-Konsumentinnen und -Konsumenten gaben 17 % an, zu bestimmten Gelegenheiten (in einer „single session“) Energydrinks in Mengen von einem Liter und mehr zu trinken. Bezogen auf die insgesamt befragten Kinder und Jugendlichen in Deutschland waren es 10 %, die angegeben hatten, derartige Mengen in einer single session zu trinken. Bereits im 75. Perzentil lag die akute Koffeinzufuhr aus Energydrinks während einer single session bei den insgesamt befragten Kindern und Jugendlichen in Deutschland bei 3,05 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG; bei den Energydrink-Konsumierenden waren es sogar 4,52 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG (Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013).

Des Weiteren gaben 9 % der Energydrink-Konsumentinnen und -Konsumenten der Kinder und Jugendlichen in Deutschland an, an 4 bis 5 Tagen in der Woche oder häufiger Energydrinks zu konsumieren. Bezogen auf die insgesamt befragten Kinder und Jugendlichen in Deutschland waren es damit etwa 5 %, die angegeben hatten, derart regelmäßig Energydrinks zu konsumieren. Jedoch wurde in der Studie bei der Darstellung der Häufigkeit des Energydrinks-Konsums nicht auf die konsumierte Menge eingegangen.

Bei den Erwachsenen gaben 30 % von 1.553 befragten Personen (18 bis 65 Jahre; männlich 49,6 %, weiblich 50,4 %) in Deutschland an, im letzten Jahr (zum Zeitpunkt der Befragung) schon einmal Energydrinks getrunken zu haben. Von den Energydrink-Konsumentinnen und -Konsumenten gaben 19 % an, zu bestimmten Gelegenheiten (in einer single session) Energydrinks in Mengen von einem Liter und mehr zu trinken. Bezogen auf die insgesamt befragten Erwachsenen in Deutschland waren es damit etwa 5 %, die angegeben hatten derartige Mengen in einer single session zu trinken.

Des Weiteren gab ein Anteil von 11 % der Energydrink-Konsumentinnen und -Konsumenten der befragten deutschen Erwachsenen an, an 4 bis 5 Tagen in der Woche oder häufiger Energydrinks zu konsumieren. Bezogen auf die insgesamt befragten Erwachsenen in Deutschland waren es damit etwa 3 %, die angegeben hatten, derartig regelmäßig Energydrinks zu konsumieren. Wie auch bei den Kindern wurde aber bei der Darstellung der Verzehrhäufigkeiten nicht auf die konsumierten Mengen eingegangen, so dass die chronischen Koffeinaufnahmemengen aus Energydrinks nicht quantifiziert werden können.

Die Zucconi-Studie ist damit insgesamt gut geeignet, um den akuten Energydrink-Verzehr zu einer bestimmten Gelegenheit darzustellen. Sie ist nicht geeignet, die chronische Koffeinaufnahme aus Energydrinks zu quantifizieren, da in Bezug auf den regelmäßigen Konsum keine konsumierten Energydrink-Mengen erfasst wurden.

Zu berücksichtigen ist ferner, dass der Erhebungszeitraum (Februar bis November 2012) mehr als zehn Jahre zurückliegt und sich Verzehrverhalten und -mengen seither verändert haben könnten.

3.6.2.2 BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Studie zum anlassbezogenen Konsum von Energydrinks

Eine vom BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung im Jahr 2013 initiierte Studie zum anlassbezogenen Konsum von Energydrinks liefert ebenfalls Hinweise darauf, dass Energydrinks bei bestimmten Anlässen von einigen Personen in hohen Mengen getrunken werden (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, 2013). In dieser Studie wurden Besucherinnen und Besucher von LAN-Partys, Sportevents, Musikfestivals und Clubs interviewt, die zum Befragungszeitpunkt – bezogen auf die letzten 24 Stunden – mehr als 500 mlkurz fürMilliliter Energydrinks oder mehr als 60 mlkurz fürMilliliter Energy Shots getrunken hatten. Insgesamt wurden 508 Interviews durchgeführt (nach Datenbereinigung 489 Interviews zur Auswertung). Die Mehrzahl der befragten Teilnehmenden war aufgrund der ausgewählten Anlässe zwischen 15 bis 30 Jahren alt. Nur wenige der Befragten waren älter als 30 Jahre, mit Ausnahme von Sportevents, bei denen das Durchschnittsalter der Befragten bei 33 Jahren lag. Damit beziehen sich die Ergebnisse vorrangig auf junge Erwachsene und nur teilweise auf Jugendliche.

Die in das Interview einbezogenen Personen gaben an, im Durchschnitt etwa ein Liter Energydrink pur oder 1,5 Liter gemischt mit alkoholischen Getränken zu konsumieren. Vor allem auf LAN-Partys mit langen Wachzeiten gaben die Teilnehmenden an, erhebliche Mengen an Energydrinks getrunken zu haben: im Mittel etwa 1,5 Liter Energydrinks pur oder etwa 2,5 Liter gemischt mit Alkohol.

Die Befragung zeigte außerdem, dass das Problembewusstsein gegenüber den möglichen Gesundheitsrisiken durch den exzessiven Verzehr von Energydrinks, insbesondere im Zusammenhang mit intensivem Sport oder dem Konsum von Alkohol, bei den Hochverzehrenden nur gering ausgeprägt war (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, 2013).

3.6.2.3 DAK-Report: Präventionsradar Erhebung Schuljahr 2016/17 (DAK, 2017)

Bei einer von der Krankenkasse DAK initiierten Befragung an Schulen in sechs deutschen Bundesländern im Schuljahr 2016/17 in den Klassenstufen 5 bis 10 (Alter 10 bis 18) (N = 6.902) wurde auch der Konsum von Energydrinks abgefragt (DAK, 2017). Allerdings war die Befragung zu Energydrinks nicht sehr detailliert, da dies nicht das primäre Ziel der Studie war. Von den Schülerinnen und Schülern, die schon einmal Energydrinks getrunken hatten, gaben 74 % aktuellen Konsum an, davon 60 % gelegentlich (seltener als wöchentlich) und 14 % häufig (mindestens wöchentlich). Der häufigste Konsum wurde von männlichen Befragten der 9. und 10. Jahrgangsstufe (13 bis 18 Jahre) berichtet, hier lag die Rate für mindestens wöchentlichen Konsum bei 20 %. Hinsichtlich der konsumierten Mengen gaben 21 % der konsumierenden Schüler und Schülerinnen der 9. und 10. Klasse (13 bis 18 Jahre) und 11 % der 7. und 8. Klasse (11 bis 16 Jahre) an, mehr als eine Dose pro Gelegenheit zu trinken. Es wurden keine Angaben dazu gemacht, wie viele Dosen getrunken wurden, wenn mehr als eine Dose verzehrt wurde. Auf die Frage, zu welchen Gelegenheiten sie in den letzten 30 Tagen Energydrinks getrunken haben, gaben 20 % der Schülerinnen und Schüler „vor“ oder „während der Schulzeit“ und 28 % „beim Gaming“ an (DAK, 2017).

3.6.2.4 DAK-Report: Präventionsradar Erhebung Schuljahr 2021/22 (DAK, 2022)

Bei einer erneut im Schuljahr 2021/22 von der Krankenkasse DAK initiierten Befragung an Schulen in dreizehn deutschen Bundesländern in den Klassenstufen 5 bis 10 (Alter 11,1 bis 14,9 Jahre) (N = 17.877) wurde ebenfalls der Konsum von Energydrinks abgefragt. Insgesamt gaben 9 % der Schülerinnen und Schüler an, die Getränke mindestens einmal pro Woche zu trinken, etwa 4 % tranken sie täglich. Aufgeschlüsselt nach Klassenstufen gaben in den Klassenstufen 5/6 (ca. 11 Jahre) 4 % der Schülerinnen und Schüler an, Energydrinks mindestens einmal pro Woche zu trinken, etwa 2 % tranken sie täglich. In den Klassenstufen 7/8 (ca. 13 Jahre) gaben 9 % der Kinder an, Energydrinks mindestens einmal pro Woche zu trinken, etwa 4 % tranken sie täglich. In den Klassenstufen 9/10 (ca. 15 Jahre) wurde von 14 % der Kinder angegeben, Energydrinks mindestens einmal pro Woche zu trinken, etwa 6 % tranken sie täglich.

3.6.2.5 Befragung in Schulen in sechs deutschen Bundesländern

An dieser Befragungs-Studie nahmen 6.902 Kinder und Jugendliche aus zufällig ausgewählten Schulen in sechs deutschen Bundesländern teil. Das Alter der Befragten variierte zwischen 9 und 19 Jahren (Mittelwert: 13,1 Jahre), wobei über 80 % der Teilnehmenden ein Alter zwischen 11 und 15 Jahren aufwiesen. Etwa 62 % der Jugendlichen, die innerhalb der letzten 30 Tage Energydrinks konsumiert hatten, gaben an, an einem typischen Verzehrtag eine Dose à 250 mlkurz fürMilliliter zu trinken. Bei 23 % waren es zwei bis drei Dosen, und bei etwa 3 % vier oder mehr, also 1 Liter oder mehr. Zur Verzehrhäufigkeit gaben etwa 61 % der Energydrink-Konsumierenden an, etwa an einem Tag pro Monat Energydrinks zu verzehren. Bei 31 % war es einmal pro Woche und bei 8 % täglich (Galimov et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019).

3.6.2.6 Forsa-Umfrage

In einer Forsa-Umfrage wurden im Zeitraum vom 3. Juli bis 20. September 2024 1.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren zum Konsum von Energydrinks befragt. Bei den 14-Jährigen gaben 3 % an, täglich Energydrinks zu verzehren und 6 % gaben an, dies mehrmals pro Woche zu tun. Bei den 15-Jährigen gaben 11 % an, mehrmals pro Woche Energydrinks zu konsumieren. Bei den 16-Jährigen gab 1 % an, täglich diese Getränke zu konsumieren und 8 % gaben an, dies mehrmals pro Woche zu tun. Bei den 17-Jährigen gaben 2 % an, täglich Energydrinks zu konsumieren und 4 % mehrmals pro Woche (Foodwatch, 2024). Aus dieser Studie lassen sich keine Aussagen über die verzehrten Mengen treffen.

3.6.2.7 EDKAR-Studie

Die Menge und Häufigkeit eines chronischen Energydrink-Konsums, d. h. der übliche (tägliche) Verzehr sowie der Verzehr an einem bestimmten Verzehrtag wurde mit der EDKAR-Studie erfasst. In dieser vom BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung und der Charité - Universitätsmedizin Berlin durchgeführten Studie zum chronisch hohen Konsum von Energydrinks und zum KArdiovaskulären Risiko (EDKAR) bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren wurde untersucht, wie häufig und in welchen Mengen Jugendliche Energydrinks konsumieren und ob sich ein übermäßiger, langanhaltender Konsum von Energydrinks auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt.

Die als Querschnittsstudie konzipierte Studie wurde in zwei Phasen von März 2022 bis Mai 2024 durchgeführt. In der ersten Studienphase wurde an 29 Berliner Schulen (Gymnasium, Integrierte Sekundarstufe, Oberstufenzentrum; angefragt wurden 156 Schulen) in 359 Klassen eine Online-Befragung zum Konsum von Energydrinks sowie zum Freizeit- und Gesundheitsverhalten durchgeführt. Anhand der erhobenen Daten, wurden Personen mit chronisch hohem Konsum sowie eine Kontrollgruppe identifiziert, die dann in der zweiten Studienphase an der Charité kardiologisch untersucht wurden.

Von der Online-Befragung in Studienphase 1 konnten insgesamt 4.893 Teilnehmende in die weitere Auswertung eingeschlossen werden. Personen wurden als Energydrink-Konsumenten definiert, wenn sie im letzten Jahr Energydrinks konsumiert hatten. Als Nichtkonsumenten wurden Jugendliche definiert, die entweder noch nie Energydrinks getrunken hatten, nur einmal in ihrem Leben oder in den letzten 12 Monaten keinen Energydrink getrunken hatten. Die befragten Jugendlichen wurden basierend auf dem jeweiligen Energydrink-Konsum in verschiedene Gruppen eingeteilt:

  1. kein Energydrink-Konsum (n = 1.685),
  2. gelegentlicher Energydrink-Konsum (1- bis 3-mal pro Monat; n = 1.714),
  3. moderater Energydrink-Konsum (1- bis 3-mal pro Woche; n = 875),
  4. regulärer Energydrink-Konsum (≥ 4-mal pro Woche unter 1 Jahr; n = 80),
  5. chronisch niedriger Energydrink-Konsum (≥ 4-mal pro Woche über mindestens 1 Jahr, ≤ 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm KG/Tag; n = 252),
  6. chronisch hoher Energydrink-Konsum (≥ 4-mal pro Woche über mindestens 1 Jahr, > 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm KG/Tag; n = 287).

Personen mit aus Sicht des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung implausible Antworten, wie z. B. Energydrink-Konsumentinnen und -Konsumenten, die angegeben hatten, 0 Milliliter oder mehr als 5 Liter zu trinken, wurden von der weiteren Auswertung ausgeschlossen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die übliche tägliche Energydrink-Verzehrmenge über alle Energydrink-Verzehrerinnen und -Verzehrer hinweg im MedianMedianZum Glossareintrag 82,9 mlkurz fürMilliliter (20,5–286 mlkurz fürMilliliter) pro Tag betrug. Betrachtet man nur die chronisch hohen Verzehrerinnen und -Verzehrer (n = 287), ergab sich im Median eine übliche tägliche Energydrink-Verzehrmenge von 818 mlkurz fürMilliliter (571–1250 mlkurz fürMilliliter) pro Tag. Unter der Annahme, dass handelsübliche Energydrinks im Allgemeinen eine Koffeinkonzentration von 320 mgkurz fürMilligramm/Liter aufweisen, ergab sich eine übliche tägliche mediane Koffeinzufuhr über alle Energydrink-Verzehrerinnen und -Verzehrer hinweg von 26,5 mgkurz fürMilligramm (6,6–91,4 mgkurz fürMilligramm) pro Tag. Betrachtet man nur die chronisch hohen Verzehrerinnen und -Verzehrer (n = 287), ergab sich im Median eine übliche tägliche Koffeinzufuhr von 262 mgkurz fürMilligramm (183–400 mgkurz fürMilligramm) pro Tag allein aus Energydrinks.

Betrachtet man den Verzehr an einem konkreten Verzehrtag, gaben 11,6 % (n = 371) der Energydrink-Verzehrerinnen und -Verzehrer (über alle Gruppen hinweg) an, mehr als einen Liter an einem bestimmten Tag zu trinken. In der Gruppe der chronischen Hochverzehrerinnen und -Hochverzehrer gaben 44,9 % (n = 129) an, mehr als einen Liter an einem Verzehrtag zu trinken. Von den chronischen Hochverzehrerinnen und Hochverzehrern gaben außerdem 31 % (n = 89) an, bis zu zwei Liter, 9,1 % (n=26) bis zu drei Liter, 2,4 % (n = 7) bis zu vier Liter und 2,4 % (n = 7) mehr als vier Liter Energydrinks an einem Verzehrtag zu trinken.

Fazit: Hinsichtlich des akuten Energydrink-Konsums stellt aus Sicht des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung auf Basis der Daten aus der Studie von Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere") (2013) und der vom BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung (2013) erhobenen Daten insbesondere der hohe Verzehr innerhalb kurzer Zeit, z. B. zu einem bestimmten Anlass, ein Risiko für eine hohe Koffeinzufuhr oberhalb des EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Grenzwerts von 3 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG dar. Die in der EDKAR-Studie von den Teilnehmenden angegebenen Mengen, die an einem bestimmten Verzehrtag getrunken wurden, weisen ebenfalls auf einen teilweise sehr hohen Konsum von Energydrinks mit einer entsprechend hohen Koffeinzufuhr hin. Es lässt sich jedoch nicht differenzieren, ob diese Mengen innerhalb weniger Stunden oder über den Tag verteilt getrunken wurden.

3.7 Risikocharakterisierung

3.7.1 Akut moderater Verzehr von Energydrinks

Erwachsene

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der akut moderate Verzehr von Energydrinks in Mengen, die die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) sichere Aufnahme von Koffein (200 mgkurz fürMilligramm Koffein für gesunde Erwachsene) nicht überschreiten, kein Gesundheitsrisiko in Hinsicht auf das Herz-Kreislauf-System für gesunde Erwachsene darstellt. Dies gilt auch mit Blick auf die anderen Inhaltsstoffe von Energydrinks wie z. B. Taurin, Glucuronolacton und Inosit in den derzeitig praktizierten zugegebenen Mengen. Die beobachteten Veränderungen beim Blutdruck, beim QTc-Intervall, bei der Herzfrequenz oder der myokardialen Kontraktilität in Kombination mit moderatem Energydrink-Konsum scheinen gesundheitlich unbedenklich zu sein, sofern sie gelegentlich und unter normalen (Umwelt-)Bedingungen auftreten. Darüber hinaus wurde in Verbindung mit moderatem Energydrink-Konsum bei jungen gesunden Erwachsenen auch nur sehr selten über adverse Wirkungen berichtet.

Somit bestätigt sich auch unter Berücksichtigung neuerer Literatur und angesichts der Wirkmechanismen, die seitens der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) bisher nicht bewertet wurden (z. B. die potentiell inotropen Effekte von Energydrinks sowie die Auswirkung von Energydrinks auf das QTc-Intervall), dass die akute Aufnahme von bis zu 200 mgkurz fürMilligramm Koffein – auch in Form von Energydrinks mit weiteren Inhaltsstoffen – kein gesundheitliches Risiko für gesunde Erwachsene darstellt.

Kinder und Jugendliche

Es liegen nur sehr wenige Interventionsstudien mit wenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu den akuten Effekten von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen vor. Die Ergebnisse dieser Studien zeigen, dass der akut moderate Verzehr von Energydrinks mit einer gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) unbedenklichen Koffeinzufuhr zu temporären Veränderungen verschiedener kardiologischer Parameter führt. Insgesamt ist aber die Datenlage zu den akut moderaten Effekten von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen derzeit nicht ausreichend, um daraus eine eindeutige gesundheitliche Bewertung abzuleiten.

Bislang gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass die von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) für gesunde Kinder und Jugendliche noch als sicher erachtete Koffeinaufnahmemenge von 3 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG nicht sicher ist.

3.7.2 Akut hoher Verzehr von Energydrinks

Erwachsene

In den identifizierten Interventionsstudien mit kardiovaskulären Endpunkten in Kombination mit einem akut hohen Energydrink-Konsum wurde ein maximaler Verzehr von bis zu einem Liter, was im Allgemeinen einer Koffeinaufnahme von etwa 320 mgkurz fürMilligramm entspricht, untersucht. Interventionsstudien mit einem höheren Energydrink-Konsum wurden für Erwachsene nicht identifiziert. In Studien mit derart exzessiven Mengen zu intervenieren, ist jedoch aus ethischen Gründen auch nicht vertretbar.

Es sind anhand der vorliegenden Studiendaten keine Schlussfolgerungen darüber möglich, inwieweit sich ein akut hoher Energydrink-Konsum auf die Herzfrequenz oder die myokardiale Kontraktilität bei Erwachsenen auswirkt, da die Daten entweder widersprüchlich (Herzfrequenz) waren oder die Studien nicht mit Energydrink-Verzehrmengen durchgeführt wurden, die zu einer Zufuhr von mehr als 200 mgkurz fürMilligramm Koffein (myokardiale Kontraktilität) führten. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es Hinweise darauf gibt, dass Energydrinks einen größeren Einfluss auf die myokardiale Kontraktilität haben könnten als andere koffeinhaltige Getränke ohne typische Energydrink-Inhaltsstoffe (Baum and Weiss, 2001; Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015; Miles-Chan et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)).

Koffein-Dosen von mehr als 200 mgkurz fürMilligramm bis zu maximal 320 mgkurz fürMilligramm aus Energydrinks erhöhten signifikant den Blutdruck, obwohl die Veränderungen bei jungen gesunden Erwachsenen nur moderat waren. Jedoch könnte eine solche konsumierte Energydrink-Menge (oder mehr) bei sensiblen Personen, insbesondere in Kombination mit intensiver körperlicher Betätigung und/oder sehr hohem Alkoholkonsum, möglicherweise zu einer stärkeren Blutdruckerhöhung führen. Die EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) nimmt ebenfalls eine additive Wirkung von Koffein und Sport auf den Blutdruck an (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), 2015).

Bezogen auf das QTc-Intervall führte der akut hohe Energydrink-Konsum von einem Liter in drei von vier Studien, die diesen Endpunkt analysierten, zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls bei gesunden jungen Erwachsenen (Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019; Kozik et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016; Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016c). Dieser Effekt wurde nicht in Kombination mit einem moderaten Energydrink-Konsum beobachtet. In einer dieser Studien, die in den USA durchgeführt worden war, waren die induzierten QTc-Intervall-Steigerungen bei gesunden jungen Erwachsenen so erheblich, dass sie ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten (Kozik et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016). In dieser Studie wurde jedoch die aufgenommene Koffeinmenge nicht angegeben.

Darüber hinaus wurde in den identifizierten Studien mit akut verabreichten Koffeinmengen von mehr als 200 mgkurz fürMilligramm über Energydrinks über moderate bis schwere unerwünschte Wirkungen wie Palpitationen, Kurzatmigkeit, schwerer Tremor, schwere Übelkeit, Angstzustände und Nervosität bei einigen Teilnehmern berichtet (Basrai et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2019; Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017; Kurtz et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013; Phan and Shah, 2014). Diese unerwünschten Wirkungen scheinen mit zunehmend hoher konsumierter Energydrink-Menge häufiger und stärker zu werden. Jedoch wurden vergleichbare unerwünschte Effekte auch beim Konsum der Koffeinkontrolle beobachtet (wenn diese denn verwendet wurde), was darauf hindeutet, dass Koffein für die meisten dieser unerwünschten Wirkungen verantwortlich sein könnte. Einige Personen berichteten auch nach dem Verzehr eines Kontrollgetränks ohne Koffein von unerwünschten Effekten. Es ist nicht klar, ob dies auf andere Inhaltsstoffe in dem Getränk oder auf eine mögliche Aufgeregtheit über die Teilnahme an der Studie zurückzuführen ist.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche liegen keine Interventionsstudien mit höheren Energydrink-Mengen vor, die zu einer Überschreitung der gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) noch unbedenklichen Koffeinmenge geführt hätten. Dies wäre aus ethischen Gründen auch nicht zu vertretbar.

Mit Blick auf die identifizierten unerwünschten Wirkungen bei akut hohen Aufnahmemengen von Koffein bzw. hohem akuten Verzehr von Energydrinks bei jungen gesunden Erwachsenen geht das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung jedoch davon aus, dass Kinder und Jugendliche, die zum Teil noch nicht an Koffein gewöhnt sind, mindestens ebenso empfindlich auf derartig hohe Aufnahmemengen reagieren wie Erwachsene.

Der Energydrink-Konsum in hohen Mengen innerhalb weniger Stunden ist bei einem substantiellen Anteil der Kinder und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen zu bestimmten Gelegenheiten verbreitet (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, 2013; Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013), insbesondere bei bestimmten Veranstaltungen wie Musikfestivals und in Diskotheken (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, 2013). In der Umfrage zum Energydrink-Konsum in 16 Mitgliedsstaaten der EU im Jahr 2012 gaben 17 % der Energydrink-konsumierenden Kinder und Jugendlichen in Deutschland an, während einer single session Energydrinks in Mengen von einem Liter und mehr zu trinken. Bezogen auf die insgesamt befragten Kinder und Jugendlichen waren es etwa 10 %, die angegeben hatten derartige Mengen in einer single session zu trinken und (Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013). Bereits im 75. Perzentil lag die akute Koffeinzufuhr aus Energydrinks während einer single session bei den insgesamt befragten Kindern und Jugendlichen in Deutschland bei 3,05 mgkurz fürMilligramm/kgkurz fürKilogramm KG; bei den Energydrink-Konsumierenden waren es sogar 4,52 mgkurz fürMilligramm pro kgkurz fürKilogramm KG (Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013).

Auch neuere Erhebungen im Rahmen der EDKAR-Studie aus den Jahren 2022 bis 2024, in denen der Energydrink-Konsum bei Kindern und Jugendlichen gezielt abgefragt wurde, zeigen, dass mehr als 10 % der Energydrink-Konsumierenden angaben, an einem bestimmten Verzehrtag mehr als einen Liter (in einigen Fällen bis zu vier Liter) davon zu trinken, wodurch die gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) noch unbedenkliche Koffeinaufnahmemenge zum Teil wesentlich überschritten wird. Allerdings kann anhand dieser Befragung nicht differenziert werden, ob die angegebenen Mengen innerhalb kurzer Zeit oder über den Tag verteilt aufgenommen wurden (unveröffentlichte Daten des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung).

Zu berücksichtigen ist, dass bei Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit vom Körpergewicht bereits bei einem Konsum von weniger als einem Liter Energydrink die noch als unbedenklich erachtete akute Koffeinzufuhr gemäß EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) überschritten werden kann. Somit könnte der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die den EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Grenzwert für Koffein allein über den Verzehr von Energydrinks überschreiten, sogar etwas höher liegen.

Benannte Motive für den Konsum von Energydrinks waren für die Mehrheit der Energydrink-konsumierenden Kinder und Jugendlichen und junge Erwachsenen der Geschmack, die Überzeugung, dass Energydrinks ihnen Energie zuführen, die Überzeugung, dass sie zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit, verbesserten Konzentration und Wachheit führen, aber auch das optische Design und der Einfluss von Idolen und Prominenten (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, 2013; Maschkowski, 2016; Zucconi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für einen erheblichen Anteil der Kinder und Jugendlichen ein potenzielles Gesundheitsrisiko durch einen übermäßigen akuten Verzehr von Energydrinks identifiziert wurde. Dasselbe gilt für Erwachsene mit einem derartigen Konsumverhalten; jedoch ist der Anteil der Erwachsenen, die übermäßige Mengen an Energydrinks trinken, vermutlich geringer als bei Kindern und Jugendlichen.

Die möglichen gesundheitlichen Risiken können dabei von der persönlichen Empfindlichkeit gegenüber Koffeinwirkungen abhängig sein. So ist davon auszugehen, dass insbesondere ein Teil der Kinder noch wenig an Koffein gewöhnt sein könnte und damit besonders sensibel auf Koffeinzufuhren reagieren könnte. Auch kann die individuelle Empfindlichkeit von der Koffeinzufuhr aus anderen Quellen und möglicherweise von begleitenden Faktoren, wie Alkoholkonsum oder anstrengender körperlicher bzw. sportlicher Tätigkeit, beeinflusst werden.

Darüber hinaus wurde bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gezeigt, dass das Problembewusstsein gegenüber den möglichen Gesundheitsrisiken durch exzessiven Verzehr von Energydrinks, insbesondere im Zusammenhang mit intensivem Sport oder dem Genuss von Alkohol, gering bzw. unzureichend ausgeprägt war (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, 2013). Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung geht daher davon aus, dass auch bei Kindern und Jugendlichen allgemein das Risikobewusstsein gegenüber einem übermäßigen Verzehr dieser Getränke nicht immer ausreichend vorhanden ist.

3.7.3 Chronisch moderater Verzehr von Energydrinks

Bislang gibt es keine Studien, die die langfristigen gesundheitlichen Effekte eines chronisch moderaten Energydrink-Konsums bzw. von nicht mehr als täglich 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm KG bei Kindern und Jugendlichen untersucht haben.

3.7.4 Chronisch hoher Verzehr von Energydrinks

Im Ergebnis der EDKAR-Studie zeigten sich bei den untersuchten Jugendlichen im adjustierten Modell keine signifikanten und/oder klinisch relevanten Unterschiede bei allen gemessenen kardiologischen Parametern zwischen chronischer Hochverzehr- und Kontroll-Gruppe (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025).

Die Studie erlaubt allerdings keine Rückschlüsse darauf, ob Unterschiede resultieren würden, wenn die Gruppe der chronisch hohen Verzehrerinnen und Verzehrer weiterhin hohe Mengen an Energydrinks konsumieren würde, denn die EDKAR-Studie definierte einen chronischen Konsum als mindestens 1 Jahr. Darüber hinaus gaben Jugendliche mit einem chronisch hohen Energydrink-Konsum im Vergleich zur Kontrollgruppe einen deutlich höheren Alkoholkonsum, höhere Raucherquoten und eine kürzere Schlafdauer an (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025).

Außerdem berichteten in der EDKAR-Studie fast die Hälfte der chronischen Hochkonsumentinnen und Hockkonsumenten, schon einmal unangenehme körperliche Empfindungen nach dem Trinken von Energydrinks gehabt zu haben. Die am häufigsten genannten waren Herzklopfen/Herzrasen, schlechter Schlaf, Kopfschmerzen und Druck- oder Engegefühl in der Brust (Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2025).

3.8 Weitere Aspekte

Die BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Studie zum anlassbezogenen Konsum von Energydrinks hat gezeigt, dass das Problembewusstsein gegenüber den möglichen Gesundheitsrisiken durch einen akuten übermäßigen Verzehr von Energydrinks, insbesondere im Zusammenhang mit intensivem Sport oder dem Genuss von Alkohol, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gering bzw. unzureichend ausgeprägt war. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung geht daher davon aus, dass auch bei Kindern allgemein das Risikobewusstsein gegenüber einem übermäßigen Verzehr dieser Getränke insbesondere in Verbindung mit intensiver körperlicher Betätigung und/oder hohem Alkoholkonsum in zu geringem Maße vorhanden ist bzw. dass diese Bevölkerungsgruppen nicht ausreichend über die potenziellen Risiken eines übermäßigen Konsums von Energydrinks informiert sind.

4 Handlungsrahmen und Empfehlung von Maßnahmen

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, das mögliche gesundheitliche Risiko durch einen übermäßigen Energydrink-Verzehr bei Kindern und Jugendlichen zu minimieren, insbesondere auch mit Blick auf die identifizierten Risiken bei einem akut hohen Verzehr.

Angesichts des unzureichend vorhandenen Risikobewusstseins gegenüber dem übermäßigen Verzehr von Energydrinks könnten zielgruppenspezifische Maßnahmen im Bereich Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung durchgeführt werden, um das Bewusstsein bei Kindern und Jugendlichen zu stärken und Gesundheitsrisiken vorzubeugen und eigenverantwortliches Handeln hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Lebensweise zu unterstützen.

Es könnten Bildungsprogramme entwickelt werden, um Kinder, Jugendliche sowie Eltern und pädagogische Fachkräfte hinsichtlich der potenziellen Risiken, die mit einem solchen Verzehrverhalten verbunden sind, zu sensibilisieren. Dabei könnten insbesondere soziale Medien eingesetzt werden, da diese von Kindern und Jugendlichen intensiver genutzt werden als traditionelle Medien. Es wird empfohlen, die vorhandenen Aufklärungs- und Informationsmaterialien (Flyer, Videos etc.), die u. a. auf der Website des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) zur Verfügung gestellt werden, verstärkt in Informationskampagnen an Schulen zu nutzen und somit die eigentliche Risikogruppe besser zu erreichen.

Insbesondere mit Blick auf die identifizierten unerwünschten Wirkungen bei akut hohen Aufnahmemengen von Koffein bzw. Energydrinks (Abschnitte 3.1.3 sowie 3.5.1.3 und 3.5.2), die bei jungen gesunden Erwachsenen auftreten können, wären gegebenenfalls weitergehende Maßnahmen zu prüfen, die das Ziel haben, einem möglichen übermäßigen Verzehr von Energydrinks insbesondere bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken.

5 Anhang

Tabelle 1: Studien mit Energydrinks mit Fokus auf Herz-Kreislauf-Parameter(Erwachsene: Stand Januar 2018, vereinzelte Studien später zugefügt; Kinder und Jugendliche: Stand März 2026)

ReferenzStudiendesign

Teilnehmerzahl (n)

weiblich (w)

männlich (m)

Kontrolle (n)

Koffein = K

Placebo = P

Alter (Jahre)

ED-Menge,

Dosis von: Koffein, Taurin, Glucuronlacton (GL), Inosit

Haupt-EndpunktZeit-Intervall zwischen ED-Konsum und MessungEffekt

(Al-Fares et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Saudi-Arabien

kontrolliert, einzelblind,

cross-over

32 wP (32) Saft19,93 ± 0,8

ED: 4 mlkurz fürMilliliter/kgkurz fürKilogramm KG

Koffein: 160 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 2 g

GL: 1,2 g

BD, HF45 MinutenEs wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen ED- und Placebo-Gruppe hinsichtlich des BD oder der HF vor oder nach der sportlichen Übung beobachtet.

(Alford et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2001)

Vereinigtes Königreich

randomisiert, kontrolliert, doppelblind,

cross-over

10

5 m

5 w

P (10)18 bis 30

ED (250 mlkurz fürMilliliter)

Koffein: 80 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 1000 mgkurz fürMilligramm

GL: 600 mgkurz fürMilligramm

Inosit: 50 mgkurz fürMilligramm

BD, HF0,5 hEs wurden keine signifikanten Änderungen des BD gemessen. Die HF war in einer 1. Studie nicht signifikant erhöht, aber in einer 2. Studie von 75,9 bpm vor ED-Konsum auf 83,3 bpm nach Konsum gestiegen.

(Alsunni et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Saudi-Arabien

Interventionsstudie

31 m

(18 mit Über-gewicht

und

13 mit Normal-gewicht

18-22

ED: 5 mlkurz fürMilliliter/kgkurz fürKilogramm KG

ED-Gehalt pro 250 mlkurz fürMilliliter

Koffein: 80 mgkurz fürMilligramm

QTc, HFV0,5 bis 1 hIm Vergleich zur Normalgewicht-Gruppe zeigte die Übergewicht-Gruppe eine signifikante Erhöhung des QTc-Intervalls 2 h nach ED-Konsum (p = 0,006). QTc aus Grafik: vor Konsum des ED: Übergewicht-Gr. ca. 347 ms und Normalgewicht-Gr. ca. 327 ms; 60 Minuten nach ED-Konsum: Übergewicht-Gr. ca. 367 ms und Normalgewicht-Gr. ca. 333 ms), wobei aber die Übergewicht-Gr. bereits höheren QTc-Wert zum Zeitpunkt 0 hatte. HFV in der Übergewicht-Gr. signifikant geringer im Vergleich zu Normalgewicht-Gr. 

(Baum and Weiss, 2001)

Deutschland

Kontrolliert, doppelblind,

cross-over

13

Ausdauer-sportler

keine Angabe zu Geschlecht

K (13),

P (13) Saft

26 ± 4

500 mlkurz fürMilliliter ED:

Koffein: 160 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 2000 mgkurz fürMilligramm

GL: 1200 mgkurz fürMilligramm

Kontraktilität des Herzens:

HF, FS, LVESD

40 Min nach Getränk vor Cycling und nach Cycling in der RegenerationsphaseNur in Original-Energydrink-Gruppe wurde nach „Getränk und Training“ eine signifikante Verringerung des LVESD beobachtet (von 33,3 ± 4,2 auf 31,6 ± 4,9 mmkurz fürMillimeter) und ein erhöhtes Schlagvolumen (von 80,4 ± 21,4 mlkurz fürMilliliter auf 97,5 ± 26,2 mlkurz fürMilliliter). Dieser Effekt wurde nicht in der Placebo- und nicht in der Koffeingruppe beobachtet. Kombination aus Taurin und Koffein evtl. verantwortlich für Steigerung der linksventrikulären Kontraktilität des Herzens.

(Basrai, 2019)

Deutschland

kontrolliert, randomisiert, doppelblind,

cross-over

38

m + w

K (19) Kontroll-Getränk + Koffein

P (19) Kontroll-Getränk

18 bis 25 (22,3 ± 1,8)

innerhalb von einer Stunde:

ED bis 1000 mlkurz fürMilliliter:

Koffein: 320 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 4000 mgkurz fürMilligramm

GL: 308 mgkurz fürMilligramm

Inositol: 92 mgkurz fürMilligramm

BD, HF, QTc und weiterebis zu 11 hAuch Einzelsubstanzen (Kontrollgetränk (KG), KG + Koffein, KG + Taurin, KG + Koffein + Taurin, KG + GL und ED) wurden getestet. Nur der Konsum von ED nach 1 h zeigte signifikante Verlängerung des QTc-Intervalls im Vergleich zum Ausgangswert (von 393,3 ± 20,6 ms auf 400,8 ± 24,1 ms). KG + Koffein + Taurin und KG + GL zeigten signifikante Abnahme des QTc-Intervalls. HF und der SBP nach Konsum von ED signifikant erhöht (von 61,5 (56,0 – 67,8) bpm auf 64,5 (58,3 – 68,8) bpm und von 116,9 ± 10,4 mmHg auf 120,7 ± 10,7 mmHg). SDB stieg signifikant bei KG + Koffein (von 115,8 ± 11,8 mmHg auf 123,3 ± 8,7 mmHg). DBP stieg signifikant nach KG + Koffein und KG + Koffein + Taurin. Schwerwiegende unerwünschte Symptome, bei 5 von 38 Teilnehmenden, wurden nur nach der Verabreichung der EDs (schwerer Tremor, schwere Übelkeit) oder des KG plus Koffein (schwerer Tremor, schwere Unruhe) hervorgerufen. Adverse Symptome traten aber auch bei anderen Interventionen auf.

(Brothers et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016)

USA

randomisiert, doppelblind, kontrolliert,

cross-over

15 m

K (15) Coffee:

2 mgkurz fürMilligramm Koffein/kgkurz fürKilogramm KG

P (15) Wasser

27 ± 4

innerhalb von 20 Minuten ED:

3 mgkurz fürMilligramm Koffein/kgkurz fürKilogramm KG

2 mgkurz fürMilligramm Koffein/kgkurz fürKilogramm KG

max: bis zu 720 mlkurz fürMilliliter ED

Taurin, GL, Inosit

QTc, BD, HFbis 6,5 hKeine Veränderung des QTc-Intervalls, der HF und des SBP. Nur geringfügige Veränderungen des DBP.

(Doerner et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Deutschland

kontrolliert, Open-Label,

cross-over

32

20 m

12 w

K (10) Kaffee-Getränk

340 mgkurz fürMilligramm Koffein/L

28 (MW)

innerhalb von 5 Minuten:

168 mL ED/m2 Körperoberfläche

ED-Gehalte pro L

Koffein 320 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 4000 mgkurz fürMilligramm

im Mittel verabreicht:

Koffein: 105 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 1304 mgkurz fürMilligramm

GL: etwa 800 mgkurz fürMilligramm?

Kontraktilität des Herzens:

HF; PSS; PSSR; LVEDV, LVSV, LVEF,

Blutdruck: SBP und DBP

1 h

ED-Konsum führte zu signifikantem Anstieg der PSS und PSSR (Parameter für Herzkontraktilität) 1 h nach ED-Konsum. Dieser Effekt wurde nicht in der Koffeingruppe beobachtet.

Das LVSV (mlkurz fürMilliliter) stieg leicht in der ED- und sank leicht in der Koffein-Gruppe, wobei die Effekte nicht signifikant waren.

Vor und nach ED-Konsum zeigten sich keine signifikanten Veränderungen des SBP, DBP und HF. Auch das Koffeingetränk zeigt keine signifikanten Veränderungen des SBP, DBP und HF.

(Elitok et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Türkei

Open-Label

52

30 m

22 w

25 ± 2,3

355 mlkurz fürMilliliter ED

Koffein: 114 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 1420 mgkurz fürMilligramm,

GL: 84,2 mgkurz fürMilligramm

QTc; Tp-e-Intervall;

Tp-e/QTc,

HF, SBP, DBP

bis 2 hIm Vergleich zum Ausgangswert 2 h nach Konsum des ED signifikanter Anstieg der HF (77.96 ± 14.94 bpm versus 84.8 ± 10.7 bpm) sowie des SBP (112 ± 6.1 versus 121 ± 7.4 mmHg) und DBP (73 ± 5.3 versus 76.3 ± 6.2 mmHg) gemessen. Die anderen Parameter wie z. B. QTc-Intervall waren nicht signifikant verändert. 

(Fletcher et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017)

USA

randomisiert, kontrolliert, doppelblind,

cross-over

18

12 m

6 w

K (18) Saft + 320 mgkurz fürMilligramm Koffein26,7 ± 4

innerhalb von 45 Minuten:

946 mlkurz fürMilliliter ED

Koffein: 320 mgkurz fürMilligramm

Taurin: Menge?

GL: Menge?

Inosit: Menge?

QTc, BD1 bis 24 h

Innerhalb des ED-Arms war das QTc-Intervall im Vergleich zum Ausgangswert kaum verändert. Im Vergleich zur Koffein-Gruppe bestand ein signifikanter Unterschied im QTc-Intervall nach 2 h, der jedoch auf der Reduktion des QTc-Intervalls im Koffein-Arm beruhte. Höherer Anstieg des SBP im ED-Arm als im Vergleich zum Koffein-Arm (4,72 ± 4,67 versus 0,83 ± 6,09 mmHg, p = 0,01). Keine Veränderungen bei DBP. Nur auf den ED-Konsum bezogen waren die größten BD-Veränderungen im Vergleich zum Ausgangswert nach 1 h zu beobachten (SBP: 6 ± 6,64 und DBP: 4,25 ± 4,01 mmHg.

Die HF erhöhte sich bezogen auf den Ausgangswert nach 2 h um 3.39 ± 11.04 bpm, allerdings nicht signifikant.

Sowohl TN der ED-Gruppe (83 %) als auch TN der Koffeingruppe (72 %) klagten über unerwünschte Wirkungen (Schwindel, Übelkeit, Nervosität usw.)

(Franks et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

USA

kontrolliert, randomisiert, Open-Label,

cross-over

9

4 m

5 w

K (9) Wasser + 80 mgkurz fürMilligramm Koffein18 bis 45 (27,7 ± 5)

alle 3 bis 4 Stunden über 24 Stunden:

jeweils 8,3 oz ED (ca. 250 mlkurz fürMilliliter) mit

Koffein: 80 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 1000 mgkurz fürMilligramm

24-Stunden-Blutdruckbis 24 h

Während der ED-Supplementation im Vergleich zur Koffein-Supplementation war der mittlere 24-Stunden SBP (123,2 versus 117,4 mmHg, p = 0,04), DBP (73,6 versus 68,2 mmHg, p = 0,02) sowie der 24-Stunden mittlere arterielle BD (90,1 versus 84,8 mmHg, p = 0,03) signifikant höher. Im Vergleich zum Ausgangswert erhöhte sich nach ED-Konsum der SBP von 120,9 auf 127,0 mmHg tagsüber, der DBP verringerte sich von 78,3 auf 77,0 mmHg tagsüber und die HF erhöhte sich von 73,1 bpm auf 75,9 bpm tagsüber.

Es wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet.

(Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014)

Schweiz

kontrolliert, randomisiert, Open-Label,

cross-over

25

13 m

12 w

P (25) Wasser22,5 ± 0,6

innerhalb von 4 Minuten:

355 mlkurz fürMilliliter ED

Koffein: 114 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 1420 mgkurz fürMilligramm

GL: 84,2 mgkurz fürMilligramm

BD, HF, HMV

Atemfrequenz, zerebraler Blutfluss

bis 2 h

Signifikant höherer Anstieg des SBP nach ED Konsum im Vergleich zur Wasserkontrolle (3,3 ± 1,0 mmHg versus 0,3 ± 0,7 mmHg, p = 0,005) und des DBP im Vergleich zur Wasserkontrolle (4,1 ± 0,7 mmHg versus 1,3 ± 0,4 mmHg, p = 0,005). Ebenso waren die HF (aus Grafik: ca. + 3 bpm nach ca. 1,5 h) und das Herzminutenvolumen signifikant erhöht (p < 0,05). ED-Verzehr führte zu gesteigerter Atemfrequenz und verringerter zerebraler Blutflussgeschwindigkeit.

Der ED erhöhte signifikant HMV.

(Grasser et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Schweiz

kontrolliert, randomisiert, Open-Label,

cross-over

20

10 m

10 w

P (20) Wasser22,1 ± 0,5

innerhalb von 4 Minuten:

355 mlkurz fürMilliliter ED

Koffein: 114 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 1420 mgkurz fürMilligramm

GL: 84,2 mgkurz fürMilligramm

BD, zerebraler Blutfluss, HMV, SV1,5 hKonsum des ED führte zu signifikantem Anstieg des SBP (+ 7 mmHg) und DBP (+ 4 mmHg) und der HF (+ 7 bpm). Der zerebrale Blutfluss verringerte sich signifikant stärker nach ED als nach Wasser (- 9 versus - 3 cm/s, p <0,005). Zusätzlicher mentaler Stress erhöhte SBP und DBP nochmals signifikant um + 3 mmHg und HF um + 13 bpm. Energydrink-Konsum führte zu signifikantem Anstieg des HMV.

(Gray et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017)

Australien

randomisiert, doppel-blind,

cross-over

24

Patienten/innen mit QT-syndrom

11 m

13 w

P (24)

16 bis 50

(29 ± 9)

innerhalb von 30 Minuten:

2 x ED zuckerfrei mit insgesamt:

Koffein:160 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 2000 mgkurz fürMilligramm

QTc, BP1.5 hQTc: Drei Patienten zeigten eine QTc-Verlängerung von ≥ 50 ms auf 480 bis 550 ms nach ED Konsum. Aber es wurden kein signifikanter Unterschied zwischen der ED- und Kontrollgruppe gefunden. Signifikante Unterschiede im BD zwischen den Gruppen (SBP: + 7 ± 16 mmHg vs + 1 ± 16 mmHg, p = 0.046); DBP: + 8 ± 10 mmHg vs + 2 ± 9 mmHg; p = 0.01).

(Hajsadeghi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016)

Iran

Open-Label

44

20 m

24 w

15 bis 30 (22,5 ± 3,76)

250 mlkurz fürMilliliter ED

Koffein: 80 mgkurz fürMilligramm

Taurin: Menge?

GL: Menge?

HF, QTc, ST-T, SBP, DBPbis 4 h

Im Vergleich zum Ausgangswert signifikanter Abfall der HF von 79,9 bpm auf 74,8 bpm 2 h nach ED-Konsum. Keine signifikanten Änderungen des QTc-Intervalls. Kaum Veränderungen des SBP (von 113,4 mmHg vor Konsum auf 113,9 mmHg 30 min nach ED-Konsum) und DBP (von 76,3 mmHg vor Konsum auf 78,6 mmHg 4 h nach ED-Konsum). Signifikante ST-T-Veränderungen nach Konsum des ED (p=0,004).

Es wurden keine unerwünschten Wirkungen beobachtet.

 

(Higgins et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017)

USA

Open-Label

11

9 m

2 w

24,5 ± 1,5

innerhalb etwa 1 Minute:

24 oz (ca. 720 mlkurz fürMilliliter) ED:

Koffein: 240 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 2000 mgkurz fürMilligramm

GL: Menge?

Ginseng Extrakt: 400 mgkurz fürMilligramm

HF, SBP, DBP,

Endothelfunktion

1,5 hIm Vergleich zum Ausgangswert waren HF, SBP und DBP nicht signifikant unterschiedlich. Aber signifikanter Unterschied in der Endothelfunktion. 

(Likurz fürLithium et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022)

Deutschland

kontrolliert, randomisiert, einfachverblindet, cross-over (EDUCATE-Studie)

27

14 m

13 w

Kontrolle: Placebo-Getränk (kohlensäurehaltiges Wasser, Multifruchtsaft, Obst- und Gemüseextrakte)

Crossover-Design: Gruppe I: Tag 1: ED, Tag 2: Placebo; Gruppe II: Tag 1: Placebo, Tag 2: ED

10–18 Jahre; mittleres Alter (± SD): 14,53 ± 2,40 JahreIntervention: Aufnahme von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) in Form eines Energydrinks (ED): Koffein (32 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Taurin (200 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Glucuronolacton (24 mgkurz fürMilligramm/10 mlkurz fürMilliliter), Ginseng-Aromaextrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Guarana-Extrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter) und VitamineGefäß-Steifigkeit der gemeinsamen Halsschlagadern (Arteriae carotides communes) (engl.: common carotid artery, CCA), Parameter CS (circumferential strain), SR (strain rate) und arterielle Dehnbarkeit (Werte für CS, SR und die arterielle Dehnbarkeit der rechten und linken Halsschlagader wurden gemittelt)gemessen an Tag 1 und 2 für Zeitpunkt 0 und folgende Zeitpunkte nach Getränkekonsum: 30, 60, 120 und 240 minED-Gruppe vs. Placebo-Gruppe: signifikant geringere maximale Umfangsdehnung der CCA (11,78 ± 2,70 % gegenüber 12,29 ± 2,68 %, p = 0,043)

(Kozik et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016)

USA

Open-Label

14

12 m

2 w

18 bis 40

(28,6 MW)

innerhalb einer Stunde:

32 oz (960 mlkurz fürMilliliter) ED:

Koffein: Menge?

Taurin: Menge?

GL: Menge?

SBP, QTcbis 4 h

SBP im Vergleich zum Ausgangswert signifikant erhöht (132 ± 7,83 versus 151 ± 11,21 mmHg; p = 0,001),

QTc-Intervall im Vergleich zum Ausgangswert signifikant erhöht (423 ± 22,74 versus 503 ± 24,56 ms; p < 0,001)

 

(Kurtz et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013)

USA

kontrolliert, randomisiert, doppelblind,

cross-over

20

10 m

10 w

P (20) entkoffeinierter

Energy Shot

18 bis 40 (23,3 ± 2,67)

Energy Shot

Koffein: 138 bis 215 mgkurz fürMilligramm

Taurin: Menge?

GL: Menge?

BD, HF1 bis 5 h

Im Vergleich zwischen koffeinierten Energy Shots und entkoffeinierten Shot stieg der BD nach Verzehr des koffeinierten Energy Shots stärker an. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen betrug beim SDB 6,08 ± 7,71 mmHg nach einer Stunde, p = 0,001. Der Unterschied bei DBP betrug 5,18 ± 8,38 mmHg nach einer Stunde, p = 0,007. Die HF unterschied sich nicht zwischen den beiden Gruppen. Keine Angabe inwieweit der Konsum von ED den BD nur in Bezug zum Ausgangswert erhöht.

Sowohl Energy-Shot-Gruppe als auch Kontrollgruppe berichtete über unerwünschte Wirkungen (Unruhe, Bauchschmerzen usw.)

(Majeed et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017)

Saudi Arabien

Open-Label

50

27 m

23 w

18 bis 22

5 mlkurz fürMilliliter/kgkurz fürKilogramm KG ED

1 Dose Energydrink:

Koffein: 80 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 100 mgkurz fürMilligramm

GL: 600 mgkurz fürMilligramm

BD, VR1 h

Im Vergleich zum Ausgangswert stieg der SBP 1 h nach ED-Konsum bei NGW von 122,3 auf 131,9 mmHg und bei ÜGW von120,3 auf 129,1 mmHg und der DBP bei NGW von 74,9 auf 79,0 mmHg und bei ÜGW von71,6 auf 77,2 mmHg.

Eine Stunde nach dem Verzehr wurde eine signifikante Abnahme der Valsava ratio bei übergewichtigen/adipösen Proband/innen und bei normalgewichtigen und übergewichtigen/adipösen Frauen beobachtet.

 

(Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022)

Deutschland

kontrolliert, randomisiert, zweifachverblindet, cross-over (EDUCATE-Studie)

26

13 m

13 w

Kontrolle: Placebo-Getränk (kohlensäurehaltiges Wasser, Multifruchtsaft, Obst- und Gemüseextrakte)

Crossover-Design: Gruppe I: Tag 1: ED, Tag 2: Placebo; Gruppe II: Tag 1: Placebo, Tag 2: ED

10–18 Jahre; mittleres Alter (± SD): 14,49 Jahre (± 2,44)Intervention: Aufnahme von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) in Form eines Energydrinks (ED): Koffein (32 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Taurin (200 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Glucuronolacton (24 mgkurz fürMilligramm/10 mlkurz fürMilliliter), Ginseng-Aromaextrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Guarana-Extrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter) und VitamineHerzfrequenz (HF, Schläge pro Minute), QTc-Intervall (QTc, ms), Anzahl supraventrikuläre (SVES) und ventrikuläre Extrasystolen (VES)gemessen an Tag 1 und 2 für folgende Zeiträume nach Getränkekonsum: 0–60, 60–120, 120–180 und 180–240 min

HF: Zeitraum 60–120min nach Getränke-Konsum: HF in ED-Gruppe vs. Placebo-Gruppe signifikant niedriger (79,54 ± 8,85 zu 82,65 ± 8,81 bpm (p=0,012))

QTc: kein Effekt

SVES in ED-Gruppe vs. Placebo-Gruppe: Zeitraum 0–240min (incidence rate ratio: 1,7 (1,058; 2,732), p = 0,028)

VES: kein Effekt

QT-RRkurz fürrelative risk (relatives Risiko)-Verhältnis: Zeitraum 60–120 min nach Getränke-Konsum: ED-Gruppe: medianer Wert 0,655 zu 0,7 (Kontrollgruppe); p = 0,007)

(Mandilaras et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2026)

Deutschland

kontrolliert, randomisiert, einfachverblindet, cross-over (EDUCATE-Studie)

26

13 m

13 w

Kontrolle: Placebo-Getränk (kohlensäurehaltiges Wasser, Multifruchtsaft, Obst- und Gemüseextrakte)

Crossover-Design: Gruppe I: Tag 1: ED, Tag 2: Placebo; Gruppe II: Tag 1: Placebo, Tag 2: ED

10–18 Jahre; mittleres Alter (± SD): 14,49 Jahre (± 2,44)Intervention: Aufnahme von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) in Form eines Energydrinks (ED): Koffein (32 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Taurin (200 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Glucuronolacton (24 mgkurz fürMilligramm/10 mlkurz fürMilliliter), Ginseng-Aromaextrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Guarana-Extrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter) und VitamineBestimmung Herzfrequenzvariabilität (heart rate variability, HRV) mittels 24-h-EKG, Analyse Standardabweichung der normalen RRkurz fürrelative risk (relatives Risiko)-Intervalle (Standard Deviation of N-to-N intervals, SDNN) und quadratischer Mittelwert der aufeinanderfolgenden Differenzen (Root Mean Square of Successive Differences, RMSSD) sowie Gesamtleistung, LF, HF und das LF/HF-VerhältnisParameter innerhalb eines Zeitraums von vier Stunden für folgende Zeitintervalle ausgewertet: 0–60, 60–120, 120–180 und 180–240 Minuten

Innerhalb erste Stunde nach ED-Konsum: Anstieg SDNN in ED-Gruppe (mittlere Differenz: 17,692 ms im Vergleich zur Placebo-Gruppe (SDNN: ED = 133,346 ± 50,217 ms vs. Placebo = 115,654 ± 47,583 ms, p = 0,023)

Anstieg SDNN →Zunahme Gesamtvariabilität der Herzschläge

nachfolgende Zeitintervalle (60–240 min): keine signifikanten Unterschiede im SDNN

Gesamtleistung, RMSSD, LF, HF und das LF/HF-Verhältnis über vierstündigen Beobachtungszeitraum keine Veränderungen

(Mansour et al.kurz füret alii (lat. "und andere") 2019)

Israel

kontrolliert

81

keine Angabe zum Geschlecht

P (40)16 bis 18

250 mlkurz fürMilliliter ED

Koffeingehalt?

SBP, DBP, HF, Atemfrequenz0,25 bis 2 hPersonen in ED-Interventionsgruppe waren reguläre ED-Verzehrer. SBP war schon vor Intervention in ED-Gruppe signifikant erhöht im Vergleich zur Kontrolle (K: 111,85 vs ED: 119,10 mmHg, p < 0,05). Aber keine Adjustierung auf Störfaktoren. Signifikanter Unterschied blieb nach Verzehr bestehen. Nur geringe Erhöhung des SBP innerhalb ED-Gruppe nach Verzehr. Keine signifikanten Unterschiede in DBP, HF und Atemfrequenz

(Marczinski et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014)

USA

kontrolliert, doppelblind,

cross-over

14

7 m

7 w

P (14)18 bis 29

innerhalb einer Minute:

Energy-Shot (57 mlkurz fürMilliliter)

Koffein: 200 mgkurz fürMilligramm

Taurin: Menge?

GL: Menge?

(Gemütszustand), BP, Pulsrate0,5 bis 6 hEnergy-Shot-Konsum steigerte den SBP im Vergleich zum Ausgangswert (aus Grafik: ca. von 115 auf 121 mmHg nach 1 h) und DBP (aus Grafik: ca. von 72 auf 74 mmHg nach 2 h).

(Menci et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013)

Italien

kontrolliert, einzelblind,

cross-over

35

18 m

17 w

P (35)25 ± 2

innerhalb von 5 Minuten:

168 mlkurz fürMilliliter ED/m2 Körperoberfläche

ED-Gehalte pro L

Koffein: 320 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 4000 mgkurz fürMilligramm

GL: 2400 mgkurz fürMilligramm

Kontraktilität des Herzens: MAPSE, GLS, LV-twisting, TAPSE, Global RVLS Free wall RVLS

Blutdruck: SBP und DBP

1 h

Parameter, die die linksventrikuläre Funktion betreffen, waren im Vergleich zum Ausgangswert signifikant erhöht und deuten auf eine gesteigerte Kontraktilität nach ED-Konsum: MAPSE (von 15.6 ± 1.6 mmkurz fürMillimeter auf 17.2 ± 1.8 mmkurz fürMillimeter; p < 0,001), GLS (von −20.5 ± 2.2 % auf −22.5 ± 3.2 %, p = 0,004), LV twisting (von 10.9 ± 4.1 auf 13.5 ± 6.3 degree, p < 0,0001). Auch die rechtsventrikuläre Funktion war gesteigert: TAPSE (von 21.7 ± 2.9 mmkurz fürMillimeter auf 25 ± 3.5 mmkurz fürMillimeter, p < 0,0001), global RVLS (von −23.2 ± 3.8 % auf −24.9 ± 3.9 %, p = 0,001) und free wall RVLS (von −28.7 ± 5.9 % auf −30.3 ± 6.1 %, p = 0,1).

SBP, DBP und HF waren nach ED-Konsum nicht signifikant unterschiedlich im Vergleich zum Ausgangswert.

(Menzel et al.kurz füret alii (lat. "und andere") 2025)

Deutschland

Querschnittsstudie

257

128 w

129 m

16015 bis 18

SBP, DBP, HF

Echokardiogra-fische Parameter: LVEF, LVEDd, IVSd, PWED, LVMI, LAVES, LAVI, TAPSE, MAPSE, E-Welle, A-Welle, E/A, e’ lateral, e‘ septal, e‘ Mittelwert, E/e‘ lateral, E/e‘ septal, E/e‘ Mittelwert, Global longitudi-nal strain

Elektrokardio-gramm: PQ Intervall, QTc, QRS Dauer

Nach Adjustierung konnten für keine der untersuchten Parameter signifikante Unterschiede zwischen chronischen Hochkonsumenten und -konsumentinnen und der Kontrollgruppe festgestellt werden

Im unadjustierten Modell wiesen chronische Hochkonsumentinnen und Hochkonsumenten statistisch signifikante höhere IVSd Werte und niedrigere im Parameter e‘ septal im Vergleich zur Kontrollgruppe auf. Nach Anwendung der Bonferroni-Korrektur wurde die statistische Signifikanz aufgehoben

  

(Miles-Chan et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Schweiz

kontrolliert, randomisiert,

cross-over

8 m

K (18)

ED (zuckerfrei)

oder

Wasser + 120 mgkurz fürMilligramm Koffein

P (18) Wasser

25,4 ± 1,3

innerhalb von 4 Minuten:

355 mlkurz fürMilliliter ED:

Koffein: 114 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 1420 mgkurz fürMilligramm

GL: 85 mgkurz fürMilligramm

Inosit: Menge?

39 g Zucker

Blutdruck: SBP und DBP

Herzparameter: SV, HMV Kontraktilitäts-Index, Double produkt

0,5 bis 2 h

Bezogen auf die Herzfunktion (Kontraktilität) zeigte nur das zuckerhaltige Energydrink-Getränk signifikante Effekte auf die HF, das SV, das HMV, den Kontraktilitätsindex und das Double Produkt (p < 0,01).

Sowohl ED mit Zucker als auch ED ohne Zucker und „Nur-Koffein“-Getränk erhöhen aber BD signifikant im Vergleich zur „Nur-Wasser“-Kontrolle (3–4 mmHg, p < 0,001). Aus Grafik: Im Vergleich zum Ausgangswert erhöht sich 70 Minuten nach „RB + Zucker“-Konsum der SBP um ca. 7 mmHg und der DBP um ca. 4 mmHg.

(Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022a)

Deutschland

kontrolliert, randomisiert, einfachverblindet, cross-over (EDUCATE-Studie)

24

11 w

13 m

Kontrolle: Placebo-Getränk (kohlensäurehaltiges Wasser, Multifruchtsaft, Obst- und Gemüseextrakte)

Crossover-Design: Gruppe I: Tag 1: ED, Tag 2: Placebo; Gruppe II: Tag 1: Placebo, Tag 2: ED

10–18 Jahre; mittleres Alter (± SD): 14,90 ± 2,27 JahreIntervention: Aufnahme von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) in Form eines Energydrinks (ED): Koffein (32 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Taurin (200 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Glucuronolacton (24 mgkurz fürMilligramm/10 mlkurz fürMilliliter), Ginseng-Aromaextrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Guarana-Extrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter) und VitamineEchokardiographische Untersuchung: Hämodynamik und Effizienz des linken Ventrikels (LV) durch Erstellung von LV-Druck-Volumen-Kurven (PVLs) mittels gleichzeitiger Echokardiographie und Blutdruckmessunggemessen an Tag 1 und 2 für Zeitpunkt 0 und folgende Zeitpunkte nach Getränkekonsum: 30, 60, 120 und 240 min

EKG-Parameter der LV-Funktion: keine signifikanten Unterschiede

LV-PVLs: 240 Minuten nach ED-Verzehr signifikant geringere Herzleistung im Vergleich zur Placebo-Aufnahme (140,72 (133,21–149,73) mmHg vs. 135,60 (124,78–140,33) mmHg, p < 0,01)

(Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022b)

Deutschland

kontrolliert, randomisiert, einfachverblindet, cross-over (EDUCATE-Studie)

27

13 w

14 m

Kontrolle: Placebo-Getränk (kohlensäurehaltiges Wasser, Multifruchtsaft, Obst- und Gemüseextrakte)

Crossover-Design: Gruppe I: Tag 1: ED, Tag 2: Placebo; Gruppe II: Tag 1: Placebo, Tag 2: ED

10–18 Jahre; mittleres Alter (± SD): 14,53 ± 2,40 JahreIntervention: Aufnahme von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) in Form eines Energydrinks (ED): Koffein (32 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Taurin (200 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Glucuronolacton (24 mgkurz fürMilligramm/10 mlkurz fürMilliliter), Ginseng-Aromaextrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Guarana-Extrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter) und VitamineSystolischer (SBP) und diastolischer Blutdruck (DBP), Herzfrequenz (HF)gemessen an Tag 1 und 2 für Zeitpunkt 0 und folgende Zeitpunkte nach Getränkekonsum: 30, 60, 120 und 240 min

Zeitpunkte 60, 120 und 240min nach ED-Konsum:

SBP: in ED-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant höher: mittlere Differenz von 3,44 mmHg, 4,66 mmHg bzw. 5,23 mmHg

DBP: höherer diastolischen Blutdruck als Placebo-Gruppe (66,64 ± 8,00 mmHg vs. 63,35 ± 6,33 mmHg, p <0,001), aber keine Wechselwirkung zwischen Getränk und Zeitverlauf

HF: kein Effekt

(Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023b)

Deutschland

kontrolliert, randomisiert, einfachverblindet, cross-over (EDUCATE-Studie)

17

8 w

9 m

Kontrolle: Placebo-Getränk (kohlensäurehaltiges Wasser, Multifruchtsaft, Obst- und Gemüseextrakte)

Crossover-Design: Gruppe I: Tag 1: ED, Tag 2: Placebo; Gruppe II: Tag 1: Placebo, Tag 2: ED

10–18 Jahre; medianes Alter (IQR): 13,90 (12,29–17,89) JahreIntervention: Aufnahme von 3 mgkurz fürMilligramm Koffein pro kgkurz fürKilogramm Körpergewicht (KG) in Form eines Energydrinks (ED): Koffein (32 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Taurin (200 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Glucuronolacton (24 mgkurz fürMilligramm/10 mlkurz fürMilliliter), Ginseng-Aromaextrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter), Guarana-Extrakt (10 mgkurz fürMilligramm/100 mlkurz fürMilliliter) und Vitamine24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM)gemessen an Tag 1 und 224h-Blutdruck: signifikant erhöhter medianer 24-Stunden-SBP (+5,26 mmHg) und DBP (+3,45 mmHg) in ED-Gruppe vs. Placebo

(Phan and Shah, 2014)

USA

kontrolliert, randomisiert, doppelblind,

cross-over

10

7 w

2 m

1 ?

P (10) entkoffeinierter

Energy Shot

18 bis 40 (23 ± 1,83)

Energy Shot

Koffein: 215 mgkurz fürMilligramm

BD, HF, Ejektionsdauer1 bis 3 h

Bezogen auf den Ausgangswert stieg der periphere SBP beim koffeinhaltigen Shot im Vergleich zum entkoffeinierten Shot nach 3 h signifikant stärker an (8,30 ± 4,19 mmHg versus -0,20 ± 5,55 mmHg, p = 0,009). Ähnliches wurde beim zentralen SBP (8,00 ± 4,03 mmHg versus 1,50 ± 6,57 mmHg, p = 0,045) sowie beim peripheren Pulsdruck (4,00 ± 4,57 mmHg versus -1.50 ± 3,5 mmHg, p = 0,009) beobachtet. Ein stärkerer Anstieg wurde auch bei DBP beobachtet, der aber nicht signifikant war. Andere Herzparameter wie z. B. HF und Ejektionsdauer waren nicht verschieden zwischen den Gruppen.

In der Energy-Shot-Gruppe berichteten 2 TN über Herzrasen und 1 TN über Schwindel. Aber auch 1 TN der Kontrollgruppe berichtete über Kopfschmerzen.

(Ragsdale et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2010)

USA

doppelblind, kontrolliert

68

48 w

20 m

P (?) Wasser + Dextrose19,8 ± 1,6

250 mlkurz fürMilliliter ED

Koffein: Menge?

BD, HF, QTc1 bis 2 h1 h nach Konsum von normalkalorischen ED stieg SBP von 117 ± 10,9 mmHg auf 124,5 ± 10,1 mmHg, der DBP von 76,8 ± 8,6 mmHg auf 77,9 ± 9,4 mmHg und die HF sank von 75,1 ± 16,2 auf 72,8 ± 16,0 bpm. QTc unverändert.

(Rashti et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009)

USA

kontrolliert, randomisiert, doppelblind

cross-over

10 wP (10) Saft20,4 ± 0,7

innerhalb von 30 Minuten:

140 mlkurz fürMilliliter ED

Koffein: 230 mgkurz fürMilligramm

BD, HF1 bis 3 hBezogen auf den Ausgangswert erhöhte sich der mittlere SBP nach ED-Konsum von 110,0 ± 3,9 mmHg auf 112,2 ± 4,9 mmHg nach 2 h. Ein signifikanter Unterschied zwischen ED- und Placebo-Gruppe bestand allerdings schon am Ausgangspunkt vor dem Konsum der Getränke. Der DBP sowie die HF unterschieden sich nicht zwischen den beiden Gruppen.

(Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016a)

USA

Metaanalyse

(prospektive klinische Studien)

322-340

18 bis 40

(eine Studie mit 15)

Koffein: 80 bis 240 mgkurz fürMilligramm und eventuell mehr (946 mlkurz fürMilliliter ED)SBP, DBP, HF0,5 bis 6 hDer SBP und DBP stiegen signifikant um 4,44 mmHg (95 % CI: 2,71 – 6,17) bzw. 2,73 mmHg (95 % CI: 1,52 – 3,95) nach ED Konsum, während sich die HF nicht signifikant veränderte. Bezogen auf den SBP wurden die größten Veränderungen ab einer Aufnahme von ≥ 200 mgkurz fürMilligramm Koffein beobachtet (6,44 mmHg (95 % CI: 4,62 – 8,27). 

(Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016b)

USA

kontrolliert, randomisiert, doppelblind,

cross-over

26

6 w

20 m

P (26) Saft18 bis 40

2 x täglich über 7 Tage:

Energy Shot (2 oz)

Koffein: Menge?

BD, QTc1,3, 5 h am 1. und 7. Tag

Am ersten Tag nach ED-Konsum stieg SBP: von 120 ± 9 mmHg auf 128 ± 10 mmHg; der DBP stieg von 77 ± 6 mmHg auf maximal 83,8 ± 8 mmHg; die HF stieg von 65 ± 8 bpm auf 70 ± 10 bpm; QTc verlängert von 414 ± 17 ms auf 422 ± 15 ms, aber alles nicht signifikant.

Am 7. Tag: Unterschiede beim BD vor und nach Konsum geringer.

(Shah et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016c)

USA

kontrolliert, randomisiert, doppelblind,

cross-over

27

7 w

20 m

P (30) Saft + Ginseng

oder Saft

18 bis 40 (21,6 ± 2,58)

ED (2 x 16 oz = ca. 480 mlkurz fürMilliliter)

Koffein: 320 mgkurz fürMilligramm

Taurin: 4000 mgkurz fürMilligramm

GL: Menge?

Ginseng: 800 mgkurz fürMilligramm

BD, QTc, HF1 bis 5,5 h

Bezogen auf den Ausgangswert stieg der SBP 2 h nach Konsum signifikant stärker bei ED als bei Placebo an (2,00 ± 6,37 mmHg versus – 2,67 ± 5,83 mmHg, p =0,014).

Die maximale Änderung des SBP bezogen auf den Ausgangswert betrug 6.80 ± 6.9 mmHg.

Bezogen auf den Ausgangswert verlängerte sich das QTc-Intervall 2 h nach Konsum signifikant stärker nach ED als nach Placebo (3,37 ± 10,7 ms versus - 3,19 ± 11,8 ms, p = 0,03) (es werden keine Absolut-Angaben aufgeführt).

Die HF und der DBP blieben unbeeinflusst. Das Ginseng-Getränk zeigte keine signifikanten Effekte hinsichtlich der gemessenen Parameter.

(Steinke et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2009)

USA

prospektive Open-Label Studie

15

8 w

7 m

18 bis 40 (25,9 ± 5,9)

innerhalb von 30 Minuten 500 mlkurz fürMilliliter ED täglich über 7 Tage:

Koffein: 200 mgkurz fürMilligramm/Tag

Taurin: 2000 mgkurz fürMilligramm/Tag

GL: Menge?

BD, HF; QTc

0,5 bis 4 h

Messung am 1. und 7. Tag

Bezogen auf den Ausgangswert stieg der SBP nach ED-Konsum signifikant sowohl am 1. Tag (von 109,9 ± 12,4 mmHg auf 118,6 ± 16,1 mmHg, p = 0,006) als auch nach 7 Tagen ED-Verzehr (von 108,9 ± 12,9 mmHg auf 119,4 ± 17,6 mmHg, p < 0,001). Der DBP stieg signifikant am 1. Tag (von 68,3 ± 11,6 mmHg auf 73.1 ± 11 mmHg, p = 0,046) und nicht signifikant nach 7 Tagen. Die HF stieg 4 h nach Konsum signifikant am 1 Tag (von 65,4 ± 12.4 bpm auf 73,5 ± 12,5 bpm, p = 0,009) und nach 7 Tagen (von 66,2 ± 14,0 bpm auf 70,5 ± 14,4 bpm, p < 0,001).

Das QTc-Intervall war nicht signifikant verändert.

Es wurde über milde unerwünschte Wirkungen wie z. B. Unruhe, Magen-Darm-Beschwerden usw. berichtet.

 

(Svatikova et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

USA

kontrolliert, randomisiert,

cross-over

25

11 w

14 m

P (25) Saft18 und älter?

innerhalb von 5 Minuten 480 mlkurz fürMilliliter ED:

240 mgkurz fürMilligramm Koffein,

2000 mgkurz fürMilligramm Taurin

BD, HF0,5 hNach Konsum des ED wurde bezogen auf den Ausgangswert im Vergleich zum Placebo ein signifikant höherer Anstieg des SBP (6,2 % versus 3,1 %; von 108,4 auf 115 mmHg versus 108,3 zu 111,6 mmkurz fürMillimeter Hgkurz fürQuecksilber, p = 0,01), des DBP (6,8 % versus 0 %; von 64,3 auf 68,5 mmHg versus 65,1 auf 64,9 mmHg, p = 0,001) und des mittleren BD (6,4 % versus 1 %; 74,2 auf 78,9 mmHg versus 74,9 auf 75,4 mmHg, p < 0,001) gemessen. Die HF unterschied sich nicht zwischen den beiden Behandlungsperioden.

Tabelle 2: Fallberichte im zeitlichen Zusammenhang mit dem Konsum von Energydrinks. Kausalzusammenhänge wurden nicht eruiert.

ReferenzPersonMenge an Energydrinks (ED)EffekteBekannte Vorerkrankungen (VE)Weitere Parameter

(Avcı et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013)

Türkei

m

28 Jahre

3 Dosen ED á 250 mlkurz fürMilliliter

240 mgkurz fürMilligramm Koffein

Ventrikuläre Tachykardie. Tod durch plötzlichen Herzstillstand am 3. Tag nach Einweisung. Zuvor Herzrasen und Übelkeit; bei Sport BewusstlosigkeitKeine VE, keine familiäre Vorbelastung (Befragung)

während Basketballspiel 5 h nach ED Konsum,

seit 7 Monaten regelmäßiger ED Konsum (1 ED pro Tag)

(Babu et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2011)

USA

m

15 Jahre

2 Dosen schnell hintereinander (Energy Shot)

Beobachteter tonisch-klonischer epileptischer Anfall, Dauer 1 Minute, 2 h nach Konsum von ED, im Krankenhaus häufiges Übergeben

Follow-Up: nach 2 Monaten ED-Abstinenz keine weiteren Anfälle

Bisher keine epileptischen Anfälle, keine VE erwähnt

Konsum vor der Schule und zusätzlich 1 Tasse Kaffee,

gelegentlicher ED-Trinker, aber bisher keine Effekte

(Benjo et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

USA

m

24 Jahre

3 Dosen ED mit WodkaAkute Thrombose in Hauptkoronargefäß, zuvor 10 Stunden Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, BrustschmerzenKeine VE, keine familiäre Vorbelastung (Befragung)+ Alkohol, 1 Woche davor Marihuana-Konsum, nicht mehr als 5 Zigaretten wöchentlich

(Belzile et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2020)

Kanada

w

26 Jahre

1 bis 2 Liter ED pro Tag

Dilatative Kardiomyopathie mit stark eingeschränkter EF

Begleitet von Husten, eingeschränkter Leistungsfähigkeit, Tachykardie und erhöhter Atemfrequenz

Patientin wurde vorübergehend ein linksventrikuläres Herzunterstützungssystem (LVAD) eingesetzt

Entlassung nach 29 Tagen bei guter gesundheitlicher Verfassung

Follow-Up: regelmäßige Nachkontrollen und ED-Abstinenz zeigten stetige Verbesserung der Herzfunktionen; nach 9 Monaten erfolgte die Entfernung des LVAD

Fokale Epilepsie (behandelt mit Lamotrigin), keine familiäre Vorbelastung hinsichtlich HerzerkrankungenGelegentlicher Alkoholkonsum (3 bis 4 Drinks pro Woche)

(Berger and Alford, 2009)

Australien

m

28 Jahre

7 bis 8 Dosen ED

ST-Strecken-Hebungsinfarkt (STEMI), Therapie, nach 6 Tagen entlassen,

Follow-Up: nach 2 Monaten mit Therapie keine weiteren Beschwerden

Keine VE, keine familiäre Vorbelastungbei Motocross-Rennen

(Berigan, 2005)

USA

m

25 Jahre

6 bis 8 oz ED täglich (240 mlkurz fürMilliliter)

800 mgkurz fürMilligramm Koffein pro Tag

Angststörung

Follow-Up: nach 3 Monaten ED-Abstinenz beschwerdefrei

Keine VE 

(Calabrò et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

Italien

m

20 Jahre

4 bis 6 Dosen ED täglich

Beobachteter tonisch-klonischer epileptischer Anfall.

Follow-Up nach 2 Jahren: kein Anfall mehr

Keine epileptische VEseit fünf Monaten 4 bis 6 Dosen ED täglich, ansonsten keine Drogen

(Cannon et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2001)

Australien

w

25 Jahre

55 mlkurz fürMilliliter Flasche Energy Shot

Analyse: 10 g Koffein pro Liter

-> 550 mgkurz fürMilligramm Koffein/55 mlkurz fürMilliliter

Tod durch KammerflimmernMitralklappen-Prolaps 

(Cruzado et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014)

Peru

w

31 Jahre

7 bis 8 ED (pro Flasche 81 mgkurz fürMilligramm Koffein, 202 mgkurz fürMilligramm Taurin

Manie.

Nach 1 Monat ED-Abstinenz keine Symptome mehr.

Nach 8 Monaten erneuter ED-Konsum (2 Flaschen) und erneute Symptome.

Follow-Up: über ein Jahr ED-Abstinenz und asymptomatisch

Keine VE, Schwester mit bipolarer Störung2 bis 5 Tassen Kaffee täglich

(Dikici et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013)

Türkei

m

37 Jahre

3 Dosen ED á 250 mlkurz fürMilliliter + WodkaBeobachteter tonisch-klonischer epileptischer Anfall über 10 Minuten, ischämischer SchlaganfallBisher keine epileptischen Anfälle, keine VE erwähnt+ Alkohol (regelmäßiger Konsum, gelegentlich mit ED), zwei Packungen Zigaretten täglich

(Di Rocco et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2011)

USA

m

14 Jahre

unbekannte Menge eines koffeinhaltigen Drinks

Vorhofflimmern,

zuvor Herzflattern nach Rennwettbewerb. Therapie: Digoxin.

Follow-Up nach 1 Monat:

beschwerdefrei

Keine VE

Rennwettbewerb,

5 Tage vorher ED getrunken und ebenfalls Herzflattern bemerkt

(Di Rocco et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2011)

USA

m

16 Jahre

unbekannte Menge ED auf Party mit Wodka

Vorhofflimmern.

Zuvor Vergiftungssymptome und Übergeben nach geringem Kopftrauma. Therapie: intravenöse Flüssigkeitszufuhr.

Follow-Up nach 1 Woche: asymptomatisch

bekanntes Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)+ Alkohol

(Dufendach et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

USA

w

13 Jahre

16 oz ED (480 mlkurz fürMilliliter)

160 mgkurz fürMilligramm Koffein seit 2 Wochen fast täglich

Verlängertes QTs (622 ms).

Zuvor Herzrasen, Brustschmerzen, Schwindel.

Therapie: Beta-Blocker

Zuvor undiagnostizierte Ionenkanalerkrankung mit long QTc-Syndrom (Mutation: G179S-KCNQ1). Auch Vater und ein Geschwisterteil stellten sich als positiv raus. 

(Enriquez and Frankel, 2017)

USA

m

19 Jahre

8 oz (ca. 240 mlkurz fürMilliliter)

ED in 2 h

Herzstillstand nach Kammerflimmern.

Mit implantiertem Kardioverter-Defibrillator entlassen

? 

(Enriquez and Frankel, 2017)

USA

w

23 Jahre

1 Dose ED

Kammerflimmern.

Therapie: implantierter Kardioverter-Defibrillator und Empfehlung auf ED und andere Koffeinquellen zu verzichten

Follow-Up: nach drei Monaten keine Beschwerden mehr

Peripartale Kardio-myopathie während der 3. Schwangerschaft 

(Gharacholou et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017)

USA

m

27 Jahre

manchmal bis zu 4 bis 5 EDs innerhalb von 12 Stunden

Akuter ST-Strecken-Hebungsinfarkt (STEMI), aber normale Koronararterien.

Zuvor linksseitige Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Diaphorese,

erhöhter Blutdruck.

Therapie mit Nitraten und Calcium-Kanal-Blocker

Keine VE, Onkel mit koronarer Herzerkrankung 

(González et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Puerto Rico

m

44 Jahre

ein ED vor dem Sport

Dissektion des Truncus coeliacus.

Zuvor epigastrische Schmerzen, Schwindel.

Keine VEintensiver Sport über mehrere Stunden

(Görgülü et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2014)

Türkei

m

21 Jahre

1 bis 2 ED täglich.

Pro Flasche 150 mgkurz fürMilligramm Koffein, 800 mgkurz fürMilligramm Taurin, 100 mgkurz fürMilligramm Inositol and 20 mgkurz fürMilligramm Glucuronolacton

Psychose.

Follow-Up: mit Therapie (Amisulprid) asymptomatisch

Keine VEmanchmal mit etwas Wodka

(Hanan Israelit et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

Israel

m

24 Jahre

20 Dosen ED (XL)Tod durch ST-Hebungsinfarkt. Zuvor Brustschmerzen, Übelkeit, ErbrechenÜbergewicht und leichter Bluthochdruck.+ 3,4-Methylenedioxymethamphetamin (MDMA)

(Harb et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016)

USA

m

50 Jahre

4 bis 5 ED täglich seit drei Wochen

Akute Hepatitis. Zuvor seit 2 Wochen Unwohlsein, Appetit-losigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Ikterus, dunkler Urin

Follow-Up: unterstützend behandelt. nach 2 Wochen ED-Abstinenz keine Transaminitis mehr

Chronische HCV-Infektion 

(Hernandez-Huerta et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2017)

Spanien

m

18 Jahre

letzten 7 Tage

6 ED pro Tag (80 mgkurz fürMilligramm Koffein/Dose)

Psychose. Follow-Up: Therapie. Nach 2 Jahren ED- und Cannabis-Abstinenz asymptomatischKeine VE20 Zigaretten täglich, 3 Cannabis Zigaretten pro Tag, gelegentlich Alkohol am Wochenende

(Iyadurai and Chung, 2007)

USA

m

25 Jahre

2 Flaschen 24 oz ED (2 x 720 mlkurz fürMilliliter)

Beobachteter tonisch-klonischer epileptischer Anfall für 2 Minuten eine Stunde nach Konsum des ED.

Follow-Up: in 6 Monaten ED-Abstinenz keine weiteren Anfälle

Keine VE, keine familiäre Vorbelastung hinsichtlich Epilepsie 

(Iyadurai and Chung, 2007)

USA

m

19 Jahre

einige 24 oz (720 mlkurz fürMilliliter) EDs

Beobachteter tonisch-klonischer epileptischer Anfall für 1 Minute nach zwei Stunden des ED-Konsums.

Follow-Up: in 6 Monaten ED-Abstinenz keine weiteren Anfälle

Migräne, keine familiäre Vorbelastung 

(Iyadurai and Chung, 2007)

USA

m

26 Jahre

> 2 x 24 oz (720 mlkurz fürMilliliter) EDs

Beobachteter tonisch-klonischer epileptischer Anfall, vorherige Anfälle in zeitlichen Zusammenhang mit ED-Konsum

Follow-Up: in 2 Monaten ED-Abstinenz keine weiteren Anfälle.

Migräne, 

(Iyer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016)

USA

m

35 Jahre

2 Flaschen des ED

Rhabdomyolyse.

Zuvor dunkler Urin und Muskelschmerzen. Therapie: Intravenöse Flüssigkeitszufuhr. Nach drei Tagen im Krankenhaus Kreatin-Kinase Spiegel gesunken

Follow-UP: nach 2 Wochen asymptomatisch

Keine VE 

(Jonjev and Bala, 2013)

Serbien

m

54 Jahre

gelegentlich 4 bis 5 ED (meist gleichen Energydrink)

Subakute Aortendissektion.

Brustschmerzen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit. Operation. Follow-Up: nach ein Jahr ohne Symptome

? 

(Jonjev and Bala, 2013)

Serbien

m

26 Jahre

5 bis 6 ED auf einer Party

Subakute Aortendissektion.

Zuvor Brustschmerzen

Dilatation der aufsteigenden Aorta, biscuspid Aortenventil 

(Jonjev and Bala, 2013)

Serbien

m

48 Jahre

ED KonsumSubakute Aortendissektion.Familiärer Bluthochdruck 

(Kaoukis et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

Griechenland

m

24 Jahre

ED Konsum

(mit Koffein und 1,3-Dimethyl-amylamin (DMAA))

Reverse Takotsubo-Kardiomyopathie.

Zuvor Brustschmerzen, Atemstillstand, Herzrasen.

Follow-Up: 2 Monate nach Therapie mit Lisinopril und Carvedilol normale Ventrikelfunktion

?+ 1,3-Dimethyl-amylamin (DMAA)

(Mattioli et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2016)

Italien

m

22, 23, 26 Jahre

ED Konsum

2 x 125 mgkurz fürMilligramm Koffein

1 x 80 mgkurz fürMilligramm Koffein + Alkohol

Vorhofflimmern 8 h nach ED Konsum. Spontanes Verschwinden des Vorhofflimmerns.

Follow-Up: in 2 Jahren ED-Abstinenz kein weiteres Vorhofflimmern

Anamnese?, keine anderen klinischen Symptome, toxikologisches Screening negativbei einem Patienten + Alkohol

(Molitor et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2024)

Deutschland

m

28 Jahre

Zum ersten Mal 3 Dosen ED (1500 mlkurz fürMilliliter, 480 mgkurz fürMilligramm Koffein) konsumiert; diese wurden schnell hintereinander getrunken

Kammerflimmern

Patient war reanimationspflichtig und musste mehrfach defibrilliert werden, in der Klinik wurde er maschinell beatmet und es kam erneut zum Kammerflimmern

Es erfolgte die Implantation eines Einkammer-Defibrillators

Entlassung nach 2 Wochen ohne neurologische Defizite

Es wurde eine vorher nicht bekannte rechtsventrikuläre Dysplasie (ARVD) diagnostiziertRaucht ca. 10 Zigaretten pro Tag, absolvierte zuvor ein ca. 1,5 h Fußballtraining

(Mounir et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

Marokko

m

28 Jahre

4 Dosen (1000 mlkurz fürMilliliter) ED in drei Stunden

Hypokaliämie.

Zuvor Durst, Schwitzen, Übelkeit

Keine VE 

(Murt, 2025)

Türkei

m

21 Jahre

2 Liter ED pro Tag seit einem Monat

Akutes Nierenversagen (Stadium III)

Begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein, erhöhten Laborparametern (Serumkreatinin, CRP, Harnstoff) und verminderter Urinausscheidung

Follow-Up: während des 2-Jahre dauernden Follow-Up-Zeitraums war die Nierenfunktion normal

Keine VE, keine familiäre VorbelastungVorbereitung auf ein Wettrennen

(Nagajothi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2008)

USA

w

23 Jahre

ED Konsum: ein Energy Shot und ein ED

Supraventrikulare Tachykardie.

Zuvor Engegefühl in der Brust, Herzrasen.

Adenosin-Therapie.

Keine VE 

(Oberhoffer et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023a)

Deutschland

w

16 Jahre

Große Mengen ED an den 3 vorhergehenden Tagen

Therapierefraktäres Kammerflimmern

Patientin war reanimationspflichtig und wurde in der Klinik an die ECMO angeschlossen

An Tag 5 wurde der irreversible Ausfall der Hirnfunktionen diagnostiziert und die Patientin für hirntot erklärt

Keine VE, keine familiäre Vorbelastung

Histopathologische Untersuchungen wiesen eine überstandene Myokarditis mit multipler kleinfleckiger interstitieller Fibrosierung nach

Schlafmangel

(Peake et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2007)

Vereinigtes Königreich

m

58 Jahre

1 Flasche pro Woche (1000 mlkurz fürMilliliter) mit 4000 mgkurz fürMilligramm Koffein/ l seit 6 Monaten

Tachykardie-induzierte dilatative Kardiomyopathie. Therapie: Digoxin, Ramipril und Warfarin.

Follow-Up: nach 6 Monaten und ED-Abstinenz asymptomatisch mit normaler Ventrikelgröße

Keine VE 

(Polat et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2013)

Türkei

m

13 Jahre

das erste Mal ein ED

Spontane koronare Arteriendissektion (SCAD) und ST-Hebungsinfarkt (STEMI).

Zuvor Brustschmerzen 8 h nach ED Konsum. Behandlung

Follow-Up: nach 1 Monat mit Therapie keine Brustschmerzen mehr

Keine VE, keine familiäre Vorbelastung 

(Randhawa et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022)

USA

m

29 Jahre

7 ED 16 oz am vorhergehenden Tag (üblicherweise werden 5 bis 6 ED pro Tag konsumiert)

Akute Pankreatitis

Begleitet von Übelkeit, Erbrechen, extremen epigastrischen Schmerzen und stark erhöhten Lipasewerten (3122 U/L)

Nach 3 Tagen Klinikaufenthalt war der Patient asymptomatisch

Follow-Up: nach 4 Wochen, 3 Monaten und 2 Jahren sowie ED-Abstinenz traten derartige Symptome nicht mehr auf

Keine VE, keine familiäre Vorbelastung 

(Rottlaender et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

Deutschland

w

22 Jahre

6 Dosen ED innerhalb von 4 Stunden

Herzstillstand aufgrund eines verlängerten QT-Syndroms. Wiederbelebung nach Adrenalingabe und Elektroschocks erfolgreich. Nach drei Tagen QTc normalisiert. Entlassen mit Kardioverter-Defibrillator und Beta-Blocker-Therapie

Follow-Up: nach 1,5 Jahren ohne Beschwerden und normales QTc-Intervall

Keine VE, keine familiäre Vorbelastung

genetischer Test ergab Long-QT-Syndrom

Diskothek

(Rutledge et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2012)

USA

m

24 Jahre

das erste Mal einen ED (80 mgkurz fürMilligramm Koffein, 1000 mgkurz fürMilligramm Taurin) + WodkaKammerflimmern nach wenigen Schlucken. Therapie: automatischer intrakardialer Defibrillator (AICD)Zuvor undiagnostiziertes Brugada Syndrom (Störung des Natrium-Kanals), davor gelegentliches Herzrasen, keine familiäre Vorbelastung+ Alkohol

(Schöffl et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2011)

Deutschland

m

17 Jahre

3 Liter ED in Kombination mit 1 Liter Wodka (780 mgkurz fürMilligramm Koffein, 4600 mgkurz fürMilligramm Taurin, 380 g Alkohol)Akutes Nierenversagen. Eingeliefert ins Krankenhaus, weil Erbrechen und Schwindel nach zwei 100 Meter-Läufen in der Schule, nachdem die ED-Menge den Tag zuvor getrunken wurde. Therapie mit Enalapril. Follow-Up nach drei Wochen zeigte keine pathologischen Befunde mehr.Keine VE berichtet.Mit 380 g Alkohol. Konsumierte ED-Flasche mit einer Packungsgröße von 1 Liter.

(Scott et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2011)

Vereinigtes Königreich

m

19 Jahre

2 bis 3 ED täglich seit einer Woche

ST-Strecken-Hebungsinfarkt (STEMI).

Zuvor Brustschmerzen, Kurzatmigkeit. Therapie für akutes Koronarsyndrom und Aspirin, ACE-Hemmer und Beta-Blocker

Follow-Up: nach 2 Monaten mit Therapie und ED-Abstinenz keine weiteren Brustschmerzen

Gastro-ösophagealer Reflux, ansonsten keine, keine familiäre VorbelastungDomperidon

(Solomin et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2015)

USA

m

26 Jahre

gewöhnlich etwa 4 Liter ED

ST-Strecken-Hebungsinfarkt (STEMI).

Zuvor Brustschmerzen, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen

Therapie: Thrombozytenaggregations-hemmer, ACE-Hemmer, Beta-blocker, Statin

Anamnese?, toxikologisches Screening negativ20 Zigaretten pro Tag

(Staikoglou et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2022)

Griechenland

m

14 Jahre

2 Liter ED innerhalb von 10 Stunden

Zerebrale Ischämie durch Dissektion der Arteria cerebri posterior (PCA)

Begleitet von Dysarthrie, Kopfschmerzen, Sensibilitätsstörung der Haut und Störung des rechten Gesichtsfeldes

Bei Einlieferung betrug der Blutdruck 190/120 mmkurz fürMillimeter HG und die Herzfrequenz 116 bpm

Entlassung nach 2 Wochen ohne neurologische Defizite

Keine VE 

(Szpak and Allen, 2012)

Vereinigtes Königreich

m

28 Jahre

14 Dosen ED (á 250 mlkurz fürMilliliter) an einem Tag

Impulsiver Suizid.

Zuvor 72 Stunden ohne Schlaf. Zuvor keine Suizidgedanken und keine Erinnerung an den Suizidvorfall.

Keine VE, Bruder beging Suizid, weiterer Bruder starb an Alkohol und Drogenüberdosis, Vater Alkoholiker 

(Terlizzi et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2008)

Italien

w

16 Jahre

4 bis 5 Dosen ED täglich

Postdurales Tachykardiesyndrom (POTS). Zuvor seit 3 Monaten Orthostatische Intoleranz und vorübergehende Bewusstlosigkeit, Bewusstlosigkeit, aufgetreten eine Woche nach Beginn des ED Konsums

Follow-Up: eine Woche nach ED-Abstinenz asymptomatisch, auch nach 1 Jahr noch

Keine VEprofessionelle Volleyballspielerin

(Trabulo et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2011)

Portugal

m

28 Jahre

6 Dosen ED

Beobachteter tonisch-klonischer epileptischer Anfall für 10 Minuten. Initiale Behandlung.

Follow-Up: in 3 Monaten nach ED-Abstinenz keine weiteren Anfälle

Keine VE in Bezug auf Epilepsie, aber chronische Hepatitis C, Mitralinsuffizienz, postinfektiöse Endokarditis

+ Kaffee

früher Konsum von Heroin und Kokain

6 Abkürzungsverzeichnis

BD Blutdruck

bpm beats per minute

ED Energydrink

DBP diastolic blood pressure,  diastolischer Blutdruck

FS fractional shortening

GLS global longitudinal strain

HF Herzfrequenz

HFV Herzfrequenzvariabilität

HMV Herzminutenvolumen

LV linksventrikulär

LVEDV linksventrikuläres enddiastolisches Volumen

LVEF linksventrikuläre Ejektionsfraktion

LVESD linksventrikulären endsystolischen Durchmesser

LVESV linksventrikuläres endsystolisches Volumen

LVSV linksventrikuläres Schlagvolumen

MAPSE mitral annular systolic plane systolic excursion

MW Mittelwert

NGW Normalgewicht

PSS peak systolik strain

PSSR peak systolik strain rate

RV rechtsventrikulär

RVLS right ventricular longitudinal strain

SBP systolic blood pressure, systolischer Blutdruck

SV Schlagvolumen

TAPSE tricuspid annular plane systolic excursion

TN Teilnehmende

Tp-e electrocardiographic T wave

ÜGW Übergewicht

VR Valsava rati

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