Kategorie Forschungsprojekt
  • Analytik

Weiterentwicklung und Validierung innovativer Methoden zur Rückverfolgbarkeit und Authentifizierung von tierischen Proteinen in Lebens- und Futtermitteln

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Feb 2020
Projektende
Jan 2024
Kurztitel
ANIMAL-ID2
Abteilung
Lebensmittelsicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Lebens- und Futtermittel werden streng reguliert und kontrolliert, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu gewährleisten und etwaigen Betrug aufzudecken. Zur umfassenden Kontrolle der Lebens- und Futtermittel werden spezies- und gewebespezifische, quantitative Analysenmethoden benötigt. Um bereits entwickelte Methodenkombinationen aus Immunaffinitätsanreicherung und Massenspektrometrie zur Bestimmung tierischer Proteine zur Marktreife zu bringen sollten diese im Projekt ANIMAL-ID2 nach FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA-Richtlinien validiert werden: - drei Methoden zur qualitativen und quantitativen Gewebe- bzw. Speziesdifferenzierung von tierischen Bestandteilen in Futtermitteln sowie - eine weitere Analysenmethode zur qualitativen und quantitativen Speziesdifferenzierung in tierischen Lebensmitteln. Ebenso sollten - Standardarbeitsvorschriften zu den validierten Methoden erstellt und - ein Testkit-Prototyp entwickelt und via Ringversuch getestet werden.

Ergebnis

Die im Rahmen dieses Projekts untersuchten und validierten Methoden zur spezies- und gewebespezifischen Bestimmung von tierischen Proteinen wurden gemäß den Richtlinien der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDAkurz fürLebensmittel- und Arzneimittelbehörde der USA) validiert und sind für ihren spezifischen Anwendungszweck in der Futtermittelanalytik geeignet. Die Methoden erfüllen grundsätzlich die Anforderungen an Empfindlichkeit, Spezifität, Richtigkeit und Wiederholbarkeit. Bemerkenswert ist, dass diese Methoden die ersten quantitativen und die ersten umfangreich validierten Verfahren auf dem Gebiet der Futtermittelanalytik auf tierische Bestandteile darstellen. Ein entscheidender Vorteil dieser Methoden liegt in ihrer Robustheit gegenüber der Anwesenheit von Milch und Milchprodukten. Dies ist besonders relevant, da Milchproteine in der reinen massenspektrometriebasierten Analytik oft Probleme verursachen. Des Weiteren kann eindeutig zwischen verbotenen Materialien wie Fleisch-/Knochenmehlen und erlaubten Zusätzen wie Milchpulver unterschieden werden. Diese Unterscheidung kann mit den aktuellen amtlichen Methoden nicht getroffen werden.Die Methodik dieser Verfahren ist, wie im Projekt gezeigt, grundsätzlich auch auf die Analyse von Lebensmitteln, wie beispielsweise Hackfleischprodukten, übertragbar. Allerdings muss die Richtigkeit bezüglich der relativen Muskel- und Proteinanteile der verschiedenen Spezies in binären und tertiären Mischungen noch bestätigt werden.Wertvolle Hinweise für die Entwicklung von Testkits und Arbeitsanweisungen konnten im Rahmen eines Ringversuchs durch die Rückmeldungen der Teilnehmer gesammelt werden. Detaillierte Messmethoden, die auf den verschiedenen Massenspektrometrie-Plattformen der Ringversuchsteilnehmer angewendet werden, stehen ebenfalls für die Testkit-Entwicklung zur Verfügung.Ein zentraler Punkt für die weitere Verbesserung der Quantifizierungsgrenze ist die detaillierte Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der mit typischer Laborausstattung erzielbaren Homogenität und der Repräsentativität von Teilproben zur Analyse. Möglicherweise kann durch weitere Anpassungen der Protokolle zu Beginn der Probenaufbereitung die in Realproben erreichbare untere Quantifizierungsgrenze bis zur technisch möglichen Grenze gesenkt werden.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Authentizitätsprüfung von Lebens- und Futtermitteln / Futtermittelsicherheit

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Speziesidentifizierung in Lebens- und Futtermitteln (55)
Kontaktpersonen: Dr. Uta Maria Herfurth
Externe Partner: Signatope GmbH

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Landwirtschaftliche Rentenbank, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
28RZ6IP002

Publikationen

https://www.bfr-akademie.de/deutsch/archiv/2023/authall2023.html