Kategorie Forschungsprojekt
  • Mikrobiologie

Vernetzung von Arbeitsebenen im Bereich des One Health Monitorings

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jan 2020
Projektende
Dec 2022
Kurztitel
EJP MATRIX
Abteilung
Biologische Sicherheit

Beschreibung und Zielstellung

MATRIX ist ein Projekt im Rahmen des One Health European Joint Programme. Das Gesamtprojekt plante, die Umsetzung des One Health Paradigmas in den europäischen Ländern voranzutreiben, indem bestehende sektorübergreifende Programme, einschließlich Tiergesundheit (AH), öffentliche Gesundheit (PH) und Lebensmittelsicherheit (FS) identifiziert und erweitert werden. Die folgenden Aktivitäten waren geplant: 1) Entwicklung von Empfehlungen zur Anpassung bestehender sektorspezifischer Monitoring-Programme in den Bereichen AH, PH und FS für intersektoriale Risiken. Dies umfasste die Erstellung eines Inventars bestehender Monitoring-Progrmamme und die Identifizierung von Vorschlägen zur Anpassungung in jedem Sektor. 2) Erarbeitung sektorübergreifend-nutzbarer Empfehlungen für die Datenspeicherung, -analyse und -verteilung von Ergebnissen der Monitoring-Programme, um die Zusammenarbeit im Bereich One-Health (OH) zu fördern. Dies beinhaltete die Kartierung von Prozessen in den beteiligten Sektoren und Einrichtungen, um so den Datenaustausch zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen im One Health Bereich zu verbessern. Wo anwendbar sollen auch Empfehlungen für sektor-übergreifende Monitoring-Programme abgeleitet werden. 3) Entwicklung von Empfehlungen zur Gestaltung, Implementierung und Bewertung offizieller Kontrollen unter Verwendung von ergebnisbasierten Standards, einschließlich Machbarkeitstests und Entwicklung von Strategien zur Bewertung von Überwachungssystemen im Lebensmittelsektor. 4) Weiterentwicklung von "EUEpiCap", einem Benchmarking-Tool zur Überwachung und Bewertung von Monitoring-Programmen in den Mitgliedstaaten (MS), durch Überprüfung und Verbesserung von Methoden zur Bewertung. 5) Erstellung einer Roadmap für die zukünftige Entwicklung nationaler OH-Monitoring-Programme unter Berücksichtigung verschiedener infrastruktureller und wirtschaftlicher Kapazitäten sowie Entwicklung einer Vorlage für eine nationale OHS-Roadmap. 6) Entwicklung von Dashboards

Ergebnis

Projektergebnisse, Resultate und Auswirkungen Innerhalb des MATRIX Projektes wurden Lösungen für europäische Länder entwickelt, um die Umsetzung von OHS (One Health- Überwachungsstrategien, One Health Surveillance) zu unterstützen und voranzutreiben, auch bekannt als „MATRIX Solutions for One Health Surveillance“. Diese sind: •             OH-EpiCap Tool – ein interaktives Tool zur Bewertung der Kapazitäten und Fähigkeiten einzelner One Health- Überwachungsstrategien für bestimmte Gefährdungslagen (Hazards), um Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Darüber hinaus ermöglicht das Tool den Vergleich der Leistungsfähigkeit und Kapazität verschiedener One Health- Überwachungsstrategien. Weitere Informationen sind im OH-EpiCap-Tool-Flyer https://onehealthejp.eu/wp-content/uploads/2022/11/OHEJP-MATRIX_OH-EpiCap-flyer.pdf und OH-EpiCap-Tool-Benutzerhandbuch zu finden https://onehealthejp.eu/wp-content/uploads/2022/06/OHEJP_MATRIX_OH-EpiCap_user_guide_2022_06.pdf•             Roadmap to develop national OHS – ein Leitfaden, der von Ländern zur Entwicklung von OHS genutzt und entsprechend der Bedürfnisse und Ressourcen angepasst werden kann. In der Roadmap wurde die Arbeit des Projekts EJP COHESIVE erweitert und ist verfügbar unter https://www.ohras.eu/page/home – diesen Link bitte in den Browser kopieren. •             Handbuch für OHS-Dashboards – ist ein Online-Dashboard-Inventar sowie ein praktisches Handbuch, das die Gestaltung und Umsetzung von OHS-Dashboards unter Verwendung von Open-Source-Tools erleichtert. Weitere Informationen hier https://sva-se.github.io/MATRIX-dashboards/•             Leitlinien und Checklisten: o             Ein interaktiver Leitfaden zur Erleichterung der Entwicklung von sektorenübergreifenden One Health- Überwachungsstrategien aus bereits bestehenden sektorenspezifischen Überwachungssystemen für Tiergesundheit, öffentlichen Gesundheitsschutz und Lebensmittelsicherheit. Eine Beta-Version ist hier verfügbar https://ejp-matrix.eu/o             Bewährte Praktiken zur Operationalisierung sektorübergreifender Zusammenarbeit mit Schwerpunkt auf Datenerfassung, Datenaustausch, Datenanalyse und Verbreitung von Überwachungsergebnissen – hier verfügbar https://zenodo.org/records/7053387#.Y5nYiHbMJPY o             Ein Leitfaden für die Planung, Durchführung und Bewertung amtlicher Kontrollen im Bereich der Lebensmittelsicherheit unter Verwendung Ausgabe-basierter Standards – hier verfügbar https://zenodo.org/records/7390006#.Y5nYjnbMJPYMATRIX hat darüber hinaus Ressourcen fortgeführt und erweitert: •             Den OHS Codex: The Knowledge Integration Platform (kurz „OHS Codex/KIP“) – eine Plattform zur Sammlung und Integration verschiedener Ressourcen, die die Umsetzung von OHS in allen Sektoren zu unterstützen, verfügbar hier https://oh-surveillance-codex.readthedocs.io/en/latest/index.html. Der „OHS Codex“ wurde im vorangegangen integrativen Projekt JIP ORION (One health surRveillance Initiative on harmOnization of data collection and interpretation) entwickelt und in MATRIX fortgeführt. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung war federführend als Task Leader an der Entwicklung des OHS Codex/KIP beteiligt.•             Das Food Safety Knowledge Exchange (FSKX)-Format (https://foodrisklabs.bfr.bund.de/fskx-food-safety-knowledge-exchange-format/) – ein innerhalb der RAKIP Initiative (https://foodrisklabs.bfr.bund.de/rakip-initiative/) entwickeltes Format. Im Rahmen des EJP MATRIX Projekts wurde erprobt, ob das FSKX-Format auch zum Teilen von Modellen im One Health Bereich geeignet ist. Damit könnte zukünftig der Austausch und der Wiederverwendung von mathematischen Modellen und Datenanalyseverfahren über die Sektorgrenzen hinaus unterstützt werden.Das anwendungsbezogene Vorgehen im Projektes spiegelte sich auch in der Erstellung spezifischer Hazard-Tracks wider. Mit diesen Hazard-Tracks wurde die Relevanz der „MATRIX Solutions for One Health Surveillance“ am konkreten Beispiel ausgewählter Zoonoseerreger erprobt. Die Erreger wurden auf der Grundlage der operativen Prioritäten der MATRIX-Partnerinstitute und ihrer One-Health-Relevanz ausgewählt. Es handelte sich um Listerien, Salmonellen, Campylobacter und neuartigen Infektionsgefahren (Emerging Threats) einschließlich Antibiotikaresistenzen, Viren und Parasiten. MATRIX lud europäische Institute aus den Bereichen Tiergesundheit, des öffentlichen Gesundheitswesens und der Lebensmittelsicherheit ein, die im Projekt entwickelten Lösungen zu prüfen, zu adaptieren und weiter auszubauen. Zusätzlich wurde, um die Arbeit weiter zu verbreiten und um die Projektergebnisse verschiedenen Zielgruppen vorzustellen, vom MATRIX-Konsortium eine Reihe von Webinaren organisiert und durchgeführt: die MATRIX Webinarserie „Solutions for One Health Surveillance in Europe“. Die Kurzinformationen dazu sind hier verfügbar: https://onehealthejp.eu/wp-content/uploads/2022/09/OHEJP_MATRIX_briefing_note.pdf Das MATRIX-Webinar über den One Health Surveillance CODEX: The Knowledge Integration Platform (OHS Codex/KIP) kann hier https://zenodo.org/records/7377759#.Y6BQbHbMKUk als Videoaufzeichnung angesehen werden. Die Projekt Impact Broschüre ist auf Zenodo verfügbar: https://zenodo.org/records/10137001
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health) / Expositionsabschätzung und Bewertung biologischer Risiken / Internationale Zusammenarbeit

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Epidemiologie, Zoonosen und Antibiotikaresistenz (43)
Kontaktpersonen: Dr. Katja Alt, Matthias Filter, Dr. Esther Maria Sundermann, Yvonne Mensching
Externe Partner: French Agency for Food, Environmental and Occupational Health & Safety , Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Technische Universität Dänemark, National Institut for Agricultural and Veterinary Research, Portugal, Complutense University of Madrid, Animal & Plant Health Agency, University of Surrey, Italian National Institute of Health, Institut für Tierseuchenbekämpfung der Abruzzen und Molise 'G. Caporale', National Institute For Public Health and The Environment, Wageningen Bioveterinary Research , Norwegian Institute of Public Health, National Veterinary Institute, Sweden, National Veterinary Research Institute , National Institute of Health Dr. Ricardo Jorge, Public Health Agency of Sweden, University of Copenhagen, Statens Serum Institut

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Europäische Union
Grant agreement 773830

Publikationen

https://doi.org/10.3897/fmj.2.70008, https://doi.org/10.3897/fmj.2.63309, https://zenodo.org/records/7414182, https://zenodo.org/records/7377759#.Y6BQbHbMKUk