Kategorie Forschungsprojekt
  • Expositionsschätzung

Vegane Ernährung und Knochengesundheit

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jul 2017
Projektende
Mar 2020
Abteilung
Lebensmittelsicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Das Interesse an einer vegetarischen und auch veganen Ernährungsweise steigt in den letzten Jahren in Deutschland stetig an. Im hier beantragten Projekt soll untersucht werden, ob in Parametern der Knochengesundheit bzw. bei Biomarkern des Knochenmetabolismus bei Veganern und Omnivoren mittleren Alters relevante Unterschiede zu beobachten sind. Es soll weiterhin untersucht werden, ob bestimmte Nutrienten mit der Knochengesundheit und der Säurelast assoziiert sind und somit auf Unterschiede im Osteoporoserisiko von Veganern und Omnivoren hinweisen. Das geplante Projekt soll basierend auf einer Querschnittsstudie mit 36 sich vegan und 36 sich omnivor (Allesesser) ernährenden Männern und Frauen mittleren Alters durchgeführt werden. Für das vorgeschlagene Projekt sollen neben der Messung der Knochengesundheit und einer ausführlichen Ernährungserhebung umfangreich Vitamine und Mikronutrienten sowie ausgewählte biochemische Parameter des Knochenstoffwechsels bei den Studienteilnehmern im Blut bzw. Urin gemessen werden.

Ergebnis

Frühere Studien deuten darauf hin, dass eine vegane Ernährung mit einer Beeinträchtigung der Knochengesundheit verbunden sein könnte. Die RBVD-Studie wurde verwendet, um die Assoziationen zwischen Veganismus und quantitativen Ultraschallmessungen des Kalkaneus (QUS) zu untersuchen, zusammen mit der Untersuchung von Unterschieden in den Konzentrationen von ernährungs- und knochenbezogenen Biomarkern zwischen Veganern und Mischköstlern. Diese Studie zeigte bei Veganern im Vergleich zu Mischköstlern niedrigere Werte der QUS-Parameter, z. B. Breitband-Ultraschalldämpfung. Veganer hatten einen niedrigeren Gehalt an Vitamin A, B2, Lysin, Zink, Selenoprotein Pkurz fürPhosphor, n-3-Fettsäuren, Harnjod und Kalzium, während die Konzentrationen von Vitamin K1, Folat und Glutamin bei Veganern im Vergleich zu Mischköstlern höher waren. Unter Anwendung der statistischen Methode RRR (Reduzierte Rangregression) wurden 12 von 28 Biomarkern identifiziert, die am stärksten zur Knochengesundheit beitragen: Lysin, Harnjod, Schilddrüsen-stimulierendes Hormon, Selenoprotein Pkurz fürPhosphor, Vitamin A, Leucin, α-Klotho, n-3-Fettsäuren , Calcium/Magnesium im Urin, Vitamin B6 und FGF23. Alle QUS-Parameter stiegen über die Tertile der Musterbewertung an. Die Studie liefert Hinweise für eine geringere Knochengesundheit bei Veganern im Vergleich zu Mischköstlern und deckt zusätzlich eine Kombination von ernährungsbezogenen Biomarkern auf, die zur Knochengesundheit beitragen können. Weitere Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33669942/
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health)

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Humanstudienzentrum Gesundheitlicher Verbraucherschutz (8HSZ)
Kontaktpersonen: Prof. Dr. Cornelia Weikert

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Elsbeth Bonhoff Stiftung, BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung - Vergabetitel
60-0103-12.P106