Kategorie Forschungsprojekt
  • Mikrobiologie

Überleben des Afrikanischen Schweinepest-Virus in Futtermitteln, Einstreu und mechanischen Vektoren und deren potenzielle Rolle bei der Virusübertragung

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jul 2022
Projektende
Jan 2024
Kurztitel
ASF-Feed
Abteilung
Sicherheit in der Nahrungskette

Beschreibung und Zielstellung

In den letzten Jahren hat sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu einer Pandemie entwickelt und innerhalb der Europäischen Union sind betroffene Wildschweinpopulationen die Haupttreiber der Epidemie. Diese Situation bringt neue Herausforderungen mit sich, zum Beispiel die Notwendigkeit einer Risikobewertung für landwirtschaftliche Produkte, die in betroffenen Regionen geerntet werden und bei denen das Risiko besteht, dass sie Kadavern oder Körperflüssigkeiten betroffener Tiere ausgesetzt werden. Durch den direkten Kontakt mit empfänglichen Schweinen (Verfütterung oder Verwendung als Beschäftigungsmaterial) oder die Verbringung kontaminierter Matrizes in freie Regionen mit potenziellem Kontakt zu Haus- oder Wildsuiden kann ein Risiko entstehen. Beim Kontakt mit empfindlichen Suidae ist die Infektionsbiologie zu berücksichtigen. Trotz der Tatsache, dass der orale oder oronasale Übertragungsweg viel weniger effektiv ist als der parenterale Weg, haben Studien Hinweise darauf geliefert, dass geringe Virusmengen ausreichen können, um anfällige Schweine zu infizieren, insbesondere wenn die ExpositionExpositionZum Glossareintrag wiederholt wird. Daher kann jede potenzielle Kontamination mit infektiösen Viren kritisch sein, insbesondere wenn man die ziemlich hohe Hartnäckigkeit von ASPV berücksichtigt. Im Zusammenhang mit Ausbruchsgeschehen und der Verbreitung der ASPV in der Umwelt wurden und werden aktuell im wieder Futtermittel als mögliche Vektoren ins Spiel gebracht. Dabei ist die Datenlage dazu nicht gut. Dieses "lack of data" wurde von EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) als auch vom BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung bereits identifiziert. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen nun einige dieser Datenlücken gefüllt werden.

Ergebnis

In den letzten Jahren hat sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu einer Pandemie entwickelt, und in der Europäischen Union sind die betroffenen Wildschweinpopulationen die Hauptverursacher. Dies bringt neue Herausforderungen mit sich, z. B. die Notwendigkeit einer Risikobewertung für landwirtschaftliche Erzeugnisse und die Rolle mechanischer Arthropoden als Vektoren. In Beantwortung der Aufforderung "Survival of African swine fever virus in feed, bedding materials and mechanical vectors and their potential role in virus transmission" (GP/EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)/ALPHA/2021/09) wurden relevante Futter- und Einstreumaterialien für Stabilitätsversuche ausgewählt. Alle Matrices wurden mit ASPV kontaminiert und bei fünf verschiedenen Umgebungsbedingungen (-20°C, 4°C, 10°C, 20°C und 37°C) über einen Zeitraum von bis zu neun Monaten gelagert. Wiederholte Proben wurden zu verschiedenen Zeitpunkten mittels Echtzeit-PCR und Virusisolierung untersucht. Zusätzlich wurde die mögliche Rolle von drei Arten blutsaugender Arthropoden untersucht. Im Einzelnen wurde untersucht, wie lange repräsentative Arthropoden das virale Genom und das infektiöse Virus nach dem Verzehr von infektiösem Blut in sich trugen. In einem letzten Schritt wurden weitere Daten über die Übertragung von ASPV durch die Aufnahme von (kleinen) Arthropoden nach einer infizierten Blutmahlzeit gewonnen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Nachweis infektiöser Viren in den meisten Matrices eher begrenzt war, während der Nachweis des viralen Genoms während des gesamten Untersuchungszeitraums möglich war. Bei niedrigeren Temperaturen war das Virus jedoch über mehrere Tage oder sogar Wochen auf Futtermittelmatrices stabil, insbesondere auf Rüben und Kartoffeln. Gras, Grassilage und Maissilage erlaubten zu keinem Zeitpunkt eine Re-Isolierung des Virus. Die Untersuchungen zur Nachweisbarkeit des Virus in Arthropoden ergaben, dass das Virus im Allgemeinen über einen bestimmten Zeitraum nachweisbar ist, der von der Temperatur und der aufgenommenen Menge abhängt. Die Nachweisbarkeit des Virus in Stallfliegen übertraf mit über 168 Stunden bei kühlen Temperaturen die Erwartungen. Der Fütterungsversuch führte nicht zu einer Infektion von Schweinen. Die Aussagekraft dieser Proof-of-Concept-Studie ist jedoch begrenzt.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Futtermittelsicherheit / Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health) / Expositionsabschätzung und Bewertung biologischer Risiken / Forschung zur Sicherheit nationaler und internationaler Warenketten

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Futtermittelsicherheit, Stofftransfer in der Nahrungskette (8FZ)
Kontaktpersonen: Dr. Anneluise Mader, Dr. Bettina Wagner, PDkurz fürPrivatdozent Dr. Robert Pieper, Dr. Janine Kowalczyk
Externe Partner: Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Swedish National Veterinary Institute

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
GP/EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)/LPHA/2021/09

Publikationen

https://doi.org/10.2903/sp.efsa.2024.EN-8776