In einer spezifischen Studie unter Leitung des
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung wurde ein Fragebogen entwickelt, der einen Überblick über aktuelle Verfahren zur mikrobiologischen Probenahme und Analyse in den HACCP-basierten Selbstkontrollprogrammen von Lebensmittelunternehmern in EU-/EWR-Ländern bietet. Es konzentrierte sich auf sechs Bakterienarten:
Salmonella spp.,
Listeria monocytogenes,
Campylobacter spp., Shiga-Toxin produzierendes
Escherichia coli, Shigella spp. Und
Yersinia spp.; und fünf Parasiten:
Trichinella spp., Cryptosporidium spp., Echinococcus granulosus (Sensu lato), Echinococcus multilocularis und
Toxoplasma gondii. Die teilnehmenden EU-/EWR-Länder verteilten den Fragebogen an die Labore der Lebensmittelunternehmer in ihren Ländern und es gingen Antworten aus neun Ländern ein. Für die Datenanalyse wurden Rückmeldungen von 35 der 554 Labore berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigten, dass Milchprodukte am häufigsten analysiert wurden und die Mehrheit der Labore sowohl verzehrfertige als auch nicht verzehrfertige Produkte analysierte. Labore zur Analyse von
Salmonella spp. und
Listeria monocytogenes verarbeiteten den Großteil der Proben. Eine Akkreditierung nach ISO-Standards oder einer alternativen Methode war in einem erheblichen Teil der Labore vorhanden, deckte jedoch nicht alle untersuchten Krankheitserreger ab. Das Versenden von Isolaten zur weiteren Bestätigung an externe Labore war nicht üblich. Die Lagerung von Isolaten wurde hingegen häufiger etabliert. Etwa 60 % der Laboratorien verwendeten mehr als eine Typisierungs- oder Charakterisierungsmethode, überwiegend MALDI-TOF, Antibiotikaresistenztypisierung und PCR, während 40 % keine dieser Methoden verwendeten. Bei der Verwendung der Gesamtgenomsequenzierung wurde eine Variabilität beobachtet. und Teilnahme an externen Qualitätsbewertungsprogrammen. Die Studie sammelte Einblicke in die aktuellen Praktiken der mikrobiologischen Probenahme und Analysen, die im Rahmen der HACCP-basierten Selbstkontrollprogramme von Lebensmittelunternehmern durchgeführt werden, und zeigte, dass weitere Anstrengungen zur Harmonisierung der Analyseprotokolle und zur Charakterisierung lebensmittelbedingter Krankheitserreger erforderlich sind.