Kategorie Forschungsprojekt
  • Mikrobiologie

One Health Harmonisierung von Protokollen für den Nachweis von Lebensmittelbedingten Krankheitserregern und Antibiotikaresistenzen

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jan 2020
Projektende
Dec 2022
Kurztitel
EJP OH-Harmony CAP
Abteilung
Biologische Sicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Ziel des Projektes ist es, eine Übersicht über die derzeitigen Fähigkeiten und Kapazitäten sowie der Zusammenarbeit zwischen nationalen Referenzlaboren und den primären Diagnostiklaboren zu erarbeiten. Hierauf aufbauend sollen Empfehlungen erarbeitet werden, wie am besten lebensmittelbedingte Infektionserreger im One Health Kontext nachgewiesen und charakterisiert werden können. Im Ergebnis werden spezifische Protokolle entwickelt und dies anhand von Workshops erprobt. Zudem werden E-Learning Module entwickelt mit dem Fokus, die Bildung nationaler Netzwerke zu unterstützen.

Ergebnis

In einer spezifischen Studie unter Leitung des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung wurde ein Fragebogen entwickelt, der einen Überblick über aktuelle Verfahren zur mikrobiologischen Probenahme und Analyse in den HACCP-basierten Selbstkontrollprogrammen von Lebensmittelunternehmern in EU-/EWR-Ländern bietet. Es konzentrierte sich auf sechs Bakterienarten: Salmonella spp., Listeria monocytogenes, Campylobacter spp., Shiga-Toxin produzierendes Escherichia coli, Shigella spp. Und Yersinia spp.; und fünf Parasiten: Trichinella spp., Cryptosporidium spp., Echinococcus granulosus (Sensu lato), Echinococcus multilocularis und Toxoplasma gondii. Die teilnehmenden EU-/EWR-Länder verteilten den Fragebogen an die Labore der Lebensmittelunternehmer in ihren Ländern und es gingen Antworten aus neun Ländern ein. Für die Datenanalyse wurden Rückmeldungen von 35 der 554 Labore berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigten, dass Milchprodukte am häufigsten analysiert wurden und die Mehrheit der Labore sowohl verzehrfertige als auch nicht verzehrfertige Produkte analysierte. Labore zur Analyse von Salmonella spp. und Listeria monocytogenes verarbeiteten den Großteil der Proben. Eine Akkreditierung nach ISO-Standards oder einer alternativen Methode war in einem erheblichen Teil der Labore vorhanden, deckte jedoch nicht alle untersuchten Krankheitserreger ab. Das Versenden von Isolaten zur weiteren Bestätigung an externe Labore war nicht üblich. Die Lagerung von Isolaten wurde hingegen häufiger etabliert. Etwa 60 % der Laboratorien verwendeten mehr als eine Typisierungs- oder Charakterisierungsmethode, überwiegend MALDI-TOF, Antibiotikaresistenztypisierung und PCR, während 40 % keine dieser Methoden verwendeten. Bei der Verwendung der Gesamtgenomsequenzierung wurde eine Variabilität beobachtet. und Teilnahme an externen Qualitätsbewertungsprogrammen. Die Studie sammelte Einblicke in die aktuellen Praktiken der mikrobiologischen Probenahme und Analysen, die im Rahmen der HACCP-basierten Selbstkontrollprogramme von Lebensmittelunternehmern durchgeführt werden, und zeigte, dass weitere Anstrengungen zur Harmonisierung der Analyseprotokolle und zur Charakterisierung lebensmittelbedingter Krankheitserreger erforderlich sind.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health)

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Epidemiologie, Zoonosen und Antibiotikaresistenz (43)
Kontaktpersonen: Prof. Dr. Annemarie Käsbohrer
Externe Partner: Statens Serum Institut, French Agency for Food, Environmental and Occupational Health & Safety , Irish agriculture and food development authority, Italian National Institute of Health, National Institute For Public Health and The Environment, Norwegian Veterinary Institute, Norwegian Institute of Public Health, National Veterinary Institute, Sweden, National Institut for Agricultural and Veterinary Research, Portugal, National Institute of Health Dr. Ricardo Jorge, The public health agency of Sweden, Swedish Food Agency, Animal & Plant Health Agency

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Europäische Union
Grant agreement 773830

Publikationen

https://doi.org/10.3389/frfst.2023.1110359