Tierwohl, Darmmikrobiom und Antibiotika-Resistenzlage wurden bei drei Masttypen (langsamer wachsende Masthybride, Zweinutzungshähne, männliche Legehybride) auf 14 ökologischen Betrieben über vier Mastdurchgänge longitudinal untersucht, und im Dialog mit Tierhaltenden und Beratung wurde an Strategien zur Erkrankungsreduktion gearbeitet. Alle Masttypen wiesen ein Darmmikrobiom mit dominierenden Milchsäurebakterien auf. Mit zunehmendem Alter differenzierte sich die Zusammensetzung und das funktionelle Genprofil des Mikrobioms, wobei sich der Übergang zum Auslauf deutlich abzeichnete. Geringe Resistenzraten kommensaler
E. colikurz fürEscherichia coli standen in Zusammenhang mit dem vereinzelten betrieblichen Antibiotikaeinsatz und der Brüterei als mögliche Eintragspforte. Thermotolerante
Campylobacter spp. waren am Mastende überwiegend zu finden. Sie wiesen hohe Resistenzraten auf, die aber nicht mit Antibiotikaeinsatz im Betrieb verbunden waren. Bei einem großen Teil der Tierwohlindikatoren traten im Mittel niedrige Prävalenzen höhergradiger Beeinträchtigungen auf. Jedoch waren Brustbeinveränderungen und Kammverletzungen bei Zweinutzungshähnen, Hautverletzungen am Rumpf sowie Fußballenveränderungen bei den Masthybriden häufiger festzustellen, letztere waren auch bei den anderen Masttypen teils problematisch. Die Masttypen unterschieden sich nicht im Endoparasitenbefall und Furchtverhalten. Das Ausmaß gesundheitlicher Beeinträchtigungen stieg im Mastverlauf, aber betriebs- und indikatorspezifisch fielen auch frühere kritische Zeitpunkte auf. Die heterogene Fütterungspraxis war häufig mit Abweichungen von Empfehlungswerten verbunden, insbesondere bei essenziellen Aminosäuren, Mineralstoffen und der Futterstruktur. Der Rohfasergehalt beeinflusste das Darmmikrobiom masttypspezifisch, aber in geringem Umfang. Informationslücken und Kommunikationsbedarfe zu Tierwohlproblemen wurden identifiziert und Handlungsempfehlungen erarbeitet, unter deren Anwendung das Tierwohlniveau sich im Projektverlauf häufig positiv entwickelte. Insbesondere partizipative Beratungs- und Austauschformate, die eine kontinuierliche Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungsentwicklung ermöglichen, wurden als förderlich für die Verbesserung des Tierwohls eingeschätzt.