Ausgangslage zu Beginn des geförderten Projekts GenoSalmSurv war, dass die Auswertung und Interpretation von
Salmonella Sequenzdaten in Deutschland bisher auf Basis von unterschiedlichen Analyseplattformen bei den jeweiligen Partnerinstituten realisiert wurde. Für die Aufarbeitung von sektorübergreifenden Ausbruchsgeschehen und eine entsprechende Surveillance stellte dies eine entsprechende Hürde dar. Diese Hindernisse wurden identifiziert, Arbeitsabläufe optimiert und ein Model für eine integrierte genombasierte Surveillance von Salmonellen entwickelt und getestet. Die Evaluierung der verfügbaren Typisiermethoden und Genomsequenzanalyseverfahren zeigte, dass die Technologie der WGS zum Teil schon in den Landesbehörden angekommen ist und eingesetzt wird. Weitere Einrichtungen auf Landesebene planen außerdem den Einsatz dieser Technologie zur Typisierung und Surveillance von Lebensmittel-assoziierten Krankheitserregern [Bundesgesundheitsblatt, Pietsch
et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2023]. Ein Kernaspekt war die Erstellung von lizenzfreien Sequenzanalyse-Programmen für die Genomanalysen, Clustererkennung und Typisierung von Salmonellen [Frontiers in Microbiology, Uelze
et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2021; Genes, Deneke
et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2021; Frontiers in Microbiology, Deneke
et al.kurz füret alii (lat. "und andere"), 2021] und die Evaluierung dieser Tools. In der Evaluierungsphase konnte gezeigt werden, dass alle Projektteilnehmenden in der Lage waren, die entwickelten Tools erfolgreich und vergleichbar einzusetzen, der Datenaustausch durchführbar ist und sektorübergreifende Cluster identifiziert werden konnten. Durch die vorliegenden Analysetools konnten aus den ca. 4.500
Salmonella Genomen fast 500 cgMLST-basierte Cluster identifiziert werden, von den 48 sektorübergreifende Cluster durch Priorisierungsalgorithmen vorausgewählt und anschließend in der sektorübergreifenden Ausbruchsaufklärung detailliert untersucht werden konnten. Entscheidend war dabei die Verknüpfung der WGS-basierten Daten mit einem minimalen Satz an epidemiologischen Daten und die darauffolgende automatisierte Priorisierung.Erfahrungen aus der Erhebung und dem durchgeführten Laborleistungsvergleichstest sind in die Schulungsmaterialien (Präsentationen, Screencasts, Workshops) für die Landesbehörden eingeflossen (https://www.lgl.bayern.de/forschung/forschung_gesundheit/fp_genosalmsurf_geno mbasierte_surveillance_von_salmonellen.htm). Die in diesem Projekt gewonnen Erkenntnisse über die integrierte genombasierte Surveillance von Salmonellen bilden eine wertvolle Grundlage für die Weiterentwicklung der molekularen Surveillance von Lebensmittel-assoziierten Erregern in Deutschland. Die Untersuchungen geben Einsichten in die Dynamik von
Salmonella Clustern, und heben die Notwendigkeit hervor, Ganzgenombasierte Daten mit epidemiologischen Daten zu verknüpfen, was zum Einen eine erleichterte Priorisierung ermöglicht, als auch für die effiziente Erkennung von Infektionsvehikeln und Quellen eine wichtige Rolle spielt.