Kategorie Forschungsprojekt
  • Toxikologie
  • Expositionsschätzung

Europäische Human Biomonitoring Initiative (HBM4EU)

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jan 2017
Projektende
Jun 2022
Kurztitel
HBM4EU im BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung
Abteilung
Lebensmittelsicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Teilnahme an einem EU-weiten Projekt zur Etablierung und Standardisierung des humanen Biomonitoring für die Anwendung in der Risikobewertung in Europa, die Entwicklung neuer Methoden zur Erfassung der internen ExpositionExpositionZum Glossareintrag und dem Nachweis kausaler Effekte zwischen Exposition und Gesundheit, und die Erweiterung der eigenen Expertise und der Vernetzung. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung war an drei von 16 Arbeitspaketen (WP) als Unteraufragnehmer beteiligt: 1) Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Politik (WP5): Die Ergebnisse von HBM4EU sollen den Entscheidungsträgern wissenschaftliche Unterstützung bieten, um die Gesundheit der europäischen Bürger besser zu schützen. Die Aktivitäten im Rahmen dieses Arbeitspaketes sollten die Interpretation interner chemischer Belastungen im Hinblick auf mögliche Gesundheitsrisiken verbessern und die Verwendung von -Daten aus dem humanen Biomonitoring (HBM) bei der Risikobewertung unterstützen. 2) Vom HBM zur Exposition (WP12): Das Hauptziel dieses Arbeitspaketes ist die Verknüpfung von Humanbiomonitoring-Daten mit der Exposition. Durch die Verknüpfung von Daten aus dem HBM, aus Umweltsurveys und der Expositionsmodellierung sollte eine effektivere Interpretation von HBM-Daten zur Unterstützung der Risikobewertung und des Risikomanagements ermöglicht werden. 3) Effekt-Biomarker (WP14): Auf der Grundlage von Literaturrecherchen wurde ein Inventar etablierter und potentiell aussichtsreicher neuer Biomarker für die Erfassung gesundheitlicher Effekte erstellt und die identifizierten Biomarker nach Relevanz, dem Grad der Validierung, der Anwendbarkeit für HBM-Studien und die Erstellung sogenannter „Adverse Outcome Pathways/ Wirkungspfade“ klassifiziert. Durch die Identifizierung und Validierung von Biomarkern für die Früherkennung gesundheitlicher Effekte sollen Instrumente zum Verständnis der Auswirkungen der Umweltexposition von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und für die Risikobewertung bereitgestellt werden.

Ergebnis

Eine Übersicht über die insgesamt im HBM4EU-Projekt erzielten Ergebnisse findet sich in folgender Veröffentlichung des UBAkurz fürUmweltbundesamt:Weise, Pkurz fürPhosphor., Apel, Pkurz fürPhosphor. & Kolossa-Gehring, M. Human-Biomonitoring für Europa (HBM4EU) – erste Einblicke in die Ergebnisse der Initiative. Bundesgesundheitsbl 65, 936–939 (2022). https://doi.org/10.1007/s00103-022-03578-z :
"Zusammenfassung
Beim Human-Biomonitoring wird die innere Schadstoffbelastung des Menschen aus verschiedenen Quellen wie Nahrung, Alltagsgegenständen oder Atemluft erfasst, indem z. B. Blut und Urin analysiert werden. Um das Human-Biomonitoring in Europa zu fördern und zu koordinieren, wurde 2017 das Projekt „Human-Biomonitoring für Europa“ (HBM4EU) begonnen, an dem sich 30 Länder, die Europäische Umweltagentur und die Europäische Kommission beteiligt haben. Im Juni 2022 wurde das Projekt abgeschlossen.Vergleichbare und zuverlässige Belastungsdaten konnten für eine breite Palette von Umweltchemikalien erfasst und einheitlich bewertet werden. Weitere wichtige Erfolge der Initiative waren die Etablierung eines Kontrollprogramms zur Qualitätssicherung, ein Konzept zur Vereinheitlichung zukünftiger HBM-Studien, eine gemeinsame Strategie zur Ableitung von gesundheitsbezogenen Beurteilungswerten (HBM Guidance Values – HBM-GVs) und die Einrichtung nationaler Gremien. Die gewonnenen Belastungsdaten sind über die Informationsplattform für die Überwachung von Chemikalien (IPCHEM) und das EU HBM-Dashboard zugänglich. Publikationen sind über die HBM4EU-Onlinebibliothek frei verfügbar.Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Belastungen der EU-Bevölkerung für viele Chemikalien wie etwa Phthalate und perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) zu hoch sind und weiterhin Handlungsbedarf seitens der Politik besteht. Das im Projekt HBM4EU generierte Wissen kann die politischen Entscheidungsträger:innen bei der Verbesserung der Chemikalien‑, Umwelt- und Gesundheitspolitik unterstützen."In den nachfolgend aufgeführten Arbeitspaketen (Work Packages, WPs) wurden Beiträge zur Fertigstellung diverser Tasks geleistet. Dazu gehörten Literaturrecherchen, die Erstellung von Scoping Dokumenten, Ableitung von HBM-Guidance Values, Modellierungen für die Expositionschätzung und laborexperimentelle Untersuchungen. Die Ergebnisse der WPs sind über die Homepage des Projektes unter https://www.hbm4eu.eu/result/deliverables/ verfügbar.WP 5: Translation of results into policy/ Tasks 5.1, 5.2, 5.3 und diverse andere nachträglich benannte Deliverables mit Beteiligung aus den Abteilungen Lebensmittelsicherheit, Sicherheit von Pestiziden, Chemikalien- und Produktsicherheit und Sicherheit in der Nahrungskette;WP 12: From HBM to exposure/ Tasks 12.1, 12.2, 12.33 und diverse andere nachträglich benannte Deliverables mit Beteiligung aus der Abteilung Exposition;WP 14: Effect Biomarker/ Tasks 14.1, 14.2, 14.2A und diverse andere nachträglich benannte Deliverables mit Beteiligung der Abteilung Lebensmittelsicherheit.Publikationen mit Beteiligung des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung (peer-reviewed)Physiology-based toxicokinetic modeling in the frame of the European Human Biomonitoring Initiative
Sarigiannis, D.A., Karakitsios, S., Dominguez-Romero, E., Papadaki, K., Brochot, C., Kumar, V., Schumacher, M., Sy, M., Mielke, H., Greiner, M., Mengelers, M., Scheringer, M. 01/2019; https://doi.org/10.1016/j.envres.2019.01.045Transcriptomic effect marker patterns of genotoxins – a comparative study with literature data
Katrin Kreuzer, Falko Frenzel, Alfonso Lampen, Albert Braeuning, Linda Böhmert 12/2019; https://doi.org/10.1002/jat.3928Identification of a transcriptomic signature of food-relevant genotoxins in human HepaRG hepatocarcinoma cells
Katrin Kreuzer, Linda Böhmert, Deema Alhalabi, Thorsten Buhrke, Alfonso Lampen, Albert Braeuning 03/2020; https://doi.org/10.1016/j.fct.2020.111297Biomarkers of effect as determined in human biomonitoring studies on hexavalent chromium and cadmium in the period 2008-2020
Célia Ventura, Bruno Costa Gomes, Axel Oberemm, Henriqueta Louro, Pasi Huuskonen, Vicente Mustieles, Mariana F. Fernández, Sophie Ndaw, Marcel Mengelers, Mirjam Luijten, Claudia Gundacker, Maria João Silva 03/2021; https://doi.org/10.1016/j.envres.2021.110998The Use of Human Biomonitoring to Assess Occupational Exposure to PAHs in Europe: A Comprehensive Review
Henriqueta Louro, Bruno Costa Gomes, Anne Thoustrup Saber, Anna Laura Iamiceli, Thomas Göen, Kate Jones, Andromachi Katsonouri, Christiana M. Neophytou, Ulla Vogel, Célia Ventura, Axel Oberemm, Radu Corneliu Duca, Mariana F. Fernandez, Nicolas Olea, Tiina Santonen, Susana Viegas, Maria João Silva 08/2022; https://doi.org/10.3390/toxics10080480Use of transcriptomics in hazard identification and next generation risk assessment: A case study with clothianidin
Heike Sprenger, Katrin Kreuzer , Jimmy Alarcan, Kristin Herrmann , Julia Buchmüller , Philip Marx-Stoelting, Albert Braeuning 08/2022; https://doi.org/10.1016/j.fct.2022.113212A Tiered Approach for Assessing Individual and Combined Risk of Pyrethroids Using Human Biomonitoring Data
Jose V. Tarazona, Irene Cattaneo, Lars Niemann, Susana Pedraza-Diaz, Maria Carmen González-Caballero, Mercedes de Alba-Gonzalez, Ana Cañas, Noelia Dominguez-Morueco, Marta Esteban-López, Argelia Castaño, Teresa Borges, Andromachi Katsonouri, Konstantinos C. Makris, Ilse Ottenbros, Hans Mol, Annelies De Decker, Bert Morrens, Tamar Berman, Zohar Barnett-Itzhaki, Nicole Probst-Hensch, Samuel Fuhrimann, Janja Snoj Tratnik, Milena Horvat, Loic Rambaud, Margaux Riou, Greet Schoeters, Eva Govarts, Marike Kolossa-Gehring, Till Weber, Petra Apel, Sonia Namorado and Tiina Santonen 08/2022; https://doi.org/10.3390/toxics10080451Application of AOPs to assist regulatory assessment of chemical risks – Case studies, needs and recommendations
Lola Bajard,Ondrej Adamovsky, Karine Audouze, Kirsten Baken, Robert Barouki, Joost B. Beltman, Anna Beronius, Eva Cecilie Bonefeld-Jørgensen, German Cano-Sancho, Milo L. de Baat, Filippo Di Tillio, Mariana F. Fernández, Rex E. FitzGerald, Claudia Gundacker, Antonio F. Hernández, Klara Hilscherova, Spyros Karakitsios, Eliska Kuchovska, Manhai Long, Mirjam Luijten, Sanah Majid, Philip Marx-Stoelting, Vicente Mustieles, Chander K. Negi, Dimosthenis Sarigiannis, Stefan Scholtz, Iva Sovadinova, Rob Stierum, Shihori Tanabe, Knut Erik Tollefsen, Annick D. van den Brand, Carolina Vogs, Maria Wielsøe, Clemens Wittwehr, Ludek Blaha 10/2022; https://doi.org/10.1016/j.envres.2022.114650
Projekttyp

Drittmittelprojekt

Forschungsschwerpunkt

Harmonisierung und Standardisierung von Expositionsschätzungen / Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health) / Expositionsabschätzung und Bewertung biologischer Risiken

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Ernährungsrisiken und Biomarker (84)
Kontaktpersonen: PDkurz fürPrivatdozent Dr. Klaus Abraham, Prof. Dr. Albert Braeuning, Dr. Lars Niemann, Dr. Axel Oberemm, Dr. Moustapha Sy, Dr. Patrick Tarnow, Dr. Thorsten Buhrke
Beteiligte BfR-Partner: Sicherheit in der Nahrungskette
Externe Partner: Umweltbundesamt , Umweltbundesamt GmbH, Sciensano, Flämisches Institut für technologische Forschung, Schweizerisches Tropen- und Public-Health-Institut , Zyprisches Gesundheitsministerium, Masaryk-Universität, Region Hovedstaden, Technische Universität Dänemark, The National Research Centre For The Working Environment, European Environment Agency (EEA) , Aristoteles-Universität Thessaloniki, National and Kapodistrian University of Athens, Carlos III Institut für Gesundheit, Finnish Institute for Health and Welfare, Finnish Institute of Occupational Health, French National Institute of Health and Medical Research, Croatian National Institute of Public Health, Health Service Executive, Ministry of Health - Israel, Universität von Island, Italian National Institute of Health, Ministry of Health, IT, Lithuanian National Public Health Surveillance Laboratory, Litauische Behörde für Wissenschaft, Innovation und Technologie, State Education Development Agency Republic of Latvia, Stradins-Universität Riga, National Institute For Public Health and The Environment, Norwegian Institute of Public Health, The Nofer Institute of Occupational Medicine, Portuguese Foundation for Science and Technology, National Health Institute Dr Ricardo Jorge, Swedish Environmental Protection Agency, National Institute of Public Health, Slowenia, Institut "Jožef Stefan", Slowakische Medizinische Universität Bratislava, Public Health Authority of the Slovak Republic, Department of Health & Social Care, Nofer Institute of Occupational Medicine

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Europäische Union
733032 HBM4EU

Publikationen

https://doi.org/10.1007/s00103-022-03578-z, https://www.hbm4eu.eu/result/deliverables/, https://doi.org/10.1016/j.envres.2019.01.045, https://doi.org/10.1002/jat.3928, https://doi.org/10.1016/j.fct.2020.111297, https://doi.org/10.1016/j.envres.2021.110998, https://doi.org/10.3390/toxics10080480, https://doi.org/10.1016/j.fct.2022.113212, https://doi.org/10.3390/toxics10080451, https://doi.org/10.1016/j.envres.2022.114650