Im Rahmen des Projekts wurde eine DNA-basierte Nachweismethode (real-time PCR) erfolgreich entwickelt und umfangreich validiert (Aufgabe 1). Die bis dato publizierten Primer und Sonden wiesen jedoch eine geringe Spezifität auf, sodass anstelle der geplanten Etablierung und Validierung einer bereits existierenden Methode eine vollkommen neue Methode entwickelt werden musste. Die Validierung wurde gemäß internationaler Richtlinien durchgeführt und zeigte, dass alle getesteten Anisakis-Spezies sowohl in rohen als auch in gebratenen Fischfrikadellen mit bis zu 10^(-9) Ct und ohne Interferenz von > 50 lebensmittelrelevanten Spezies nachweisbar sind. In einer kleinen Prävalenzstudie wurden drei von zwölf untersuchten, Fisch enthaltenen Futtermitteln positiv auf Anisakis spp. getestet, wohingegen alle 70 aus dem Lebensmittelsektor stammenden Fisch(filets) sowie 22 Fischmehle aus dem Futtermittelsektor frei von Anisakis waren. Aufgrund des größer als geplanten Arbeitsumfangs von Aufgabe 1 und um nicht ausschließlich an der Exposition, sondern auch der Gefährdungsanalyse der Risikobewertung zu arbeiten, wurden die geplante Entwicklung und Validierung einer massenspektrometrischen Nachweismethode (Aufgabe 2) aufgegeben und stattdessen an der Produktion zweier allergener Anisakis-Proteine gearbeitet, die für die spätere Ermittlung der relativen Allergenität vorgesehen sind (Aufgabe 3). Die hierfür eigens per Auftragssynthese hergestellten Plasmidkonstrukte produzierten jedoch nach Transfektion in
E. coli nicht die gewünschten Proteine, sodass weiterführende Arbeiten zur Integration der Konstrukte in verschiedene Expressionsvektoren und nachfolgend Testexpressionen notwendig waren, um Bedingungen zu identifizieren, die höchstmögliche Ausbeute an den gewünschten Proteinen ermöglichen. Eine Risikobewertung (Aufgabe 4) wird erst nach Abschluss der Arbeiten zur Gefährdungsanalyse (d.h. Allergenitätsbewertung) möglich sein und muss daher - wie schon im Projektantrag skizziert - auf die Zeit nach Projektende verschoben werden.Die Stipendiatin absolvierte alle
EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Trainingsmodule und bearbeitete alle von der
EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) zur Verfügung gestellten Trainingsmaterialien. Zusätzlich führte sie ein umfangreiches Literaturstudium durch. Die Koordinatoren des
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung stellten alle relevanten Laborprotokolle zur Verfügung und alle Betreuer verständigten sich auf ein schrittweises Vorgehen im real-time PCR-Validierungsprozess. Die Stipendiatin lernte das Arbeiten in einem DIN EN ISO/IEC 17025-akkredierten Labor sowie internationale Richtlinien zur Validierung von PCR-Methoden als Voraussetzung für deren spätere Normierung kennen. Weiterhin erlernte die Stipendiatin Protokolle zur Klonierung und Proteinexprimierung in
E. coli und führte diese praktisch durch. Zur Überprüfung des Projektfortschritts sowie zur Abstimmung über das weitere Vorgehen fanden regelmäßige Projekttreffen zwischen den Partnern BCCAS und
BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung statt, die auch über das Projektende hinaus weitergeführt werden, um die wissenschaftlichen Arbeiten abzuschließen.