Kategorie Forschungsprojekt
  • Mikrobiologie

Erregerverhalten und Epidemiologie von Leptospiren

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jul 2020
Projektende
Jun 2022
Kurztitel
RoboPub 2
Abteilung
Biologische Sicherheit

Beschreibung und Zielstellung

In diesem Projekt sollen Untersuchungen zum besseren Verständnis von Leptospiren-Infektionen bezüglich der Interaktion von Erreger-, Nagetier-, Umwelt- und Diagnostikbezogener Aspekte durchgeführt werden und in Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang sind vier Arbeitsschwerpunkte (AS) geplant, welche sich in Untersuchungen zur PrävalenzPrävalenzZum Glossareintrag und der räumlichen Verteilung von Leptospira kirschneri in Nagetierpopulationen (AS1), Studien zur Identifikation genetischer VirulenzVirulenzZum Glossareintrag-assoziierter Faktoren (AS2) sowie Seroprävalenzstudien in unterschiedlichen Risikogruppen (AS3) gliedern. Ziel ist es, in einem letzten Schritt die generierten Daten zusammenzuführen, um Managementstrategien und Gesundheitsempfehlungen zu entwickeln, die eine Verringerung des Expositionsrisikos für den Menschen und eine daraus resultierende Verbesserung der öffentlichen Gesundheit ermöglichen (AS6).

Ergebnis

Während der zweiten Förderphase wurden die molekularbiologischen Untersuchungen an Nagetieren und die Kultivierung aus Nagetieren beendet. Im Rahmen der Kooperation mit der Universität Potsdam konnten 22 Nagetiernieren von Brandmäusen (Apodemus agrarius, n = 3), Gelbhalsmäusen (Apodemus flavicollis, n = 9), Rötelmäusen (Clethrionomys glareolus, n = 9) und einer Feldmaus (Microtus arvalis) aus dem Wildpark Nord, dem Botanischer Garten Potsdam und Drachenberg gewonnen. Aus einer Niere einer Brandmaus (A. agrarius), die sowohl in der qPCR als auch in der Kultur positiv war, konnte ein Isolat (20-LE00006, L. kirschneri) gewonnen werden. Dieses und weitere Isolate aus Deutschland wurden sequenziert und anschließend eine vergleichende Genomanalyse durchgeführt. Darüber hinaus wurde in der zweiten Förderphase die serologische Untersuchung der vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) eingesandten Serumproben abgeschlossen. Insgesamt wurden 620 Seren mit dem BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-eigenen ELISA analysiert. Dabei waren 91,8 % der Proben negativ, 4,8 % lagen im bedenklichen Bereich und 3,4 % der Proben waren positiv. Im Vergleich verschiedener serologischer Methoden (ELISA (in-house und kommerziell), MAT, Schnelltest) schienen besonders die ELISA-Testverfahren dem MAT insgesamt an Sensitivität etwas überlegen zu sein.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Expositionsabschätzung und Bewertung biologischer Risiken

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Diagnostik, Erregercharakterisierung, Parasiten in Lebensmitteln (45)
Kontaktpersonen: Dr. Anne Mayer-Scholl, Dr. Martin Richter
Externe Partner: Friedrich-Loeffler-Institut, Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger, Niedersächisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Universität Leipzig

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Bundesministerium für Bildung und Forschung
01Kl1721B, GF