Kategorie Forschungsprojekt
  • Analytik

Entwicklung und Validierung innovativer Methoden zur Identifizierung von allergenen Bestandteilen in Lebensmitteln

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Sept 2020
Projektende
Feb 2024
Kurztitel
Allergen-Pro
Abteilung
Lebensmittelsicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Ausgelöst durch bestimmte Lebensmittel leidet ein bestimmter Anteil der Bevölkerung (1-3% der Erwachsenen und 4-6% der Kinder) an allergischen Symptomen, die bis hin zu einer lebensbedrohlichen allergischen Reaktion (Anaphylaxie) führen können. Zu den häufigsten Nahrungsmittelallergenen gehören Hühnerei und Erdnuss. Die Rolle von Insekten als potentiell neues Nahrungsmittelallergen wird zurzeit diskutiert. Auch in Deutschland sind die ersten Insekten auf dem Markt. Im Rahmen der Europäischen Verordnung für Neuartige Lebensmittel („Novel Foods“-Verordnung (EU) Nr. 2015/2283) befinden sich zurzeit sechs verschiedene Insektenproduktkategorien bzw. –produkte zur Zulassung als Lebensmittel im europaweit harmonisierten Antragsverfahren (Tabelle 1). Zusätzlich sind für Futtermittel noch die Hausfliege (Musca domestica), sowie eine Grillarten (Gryllus assimilis) zugelassen (Commission Regulation (EU) 2017/893). Da eine unbeabsichtigte Vermischung nicht auszuschließen ist, werden auch für diese Insektenarten Nachweismethoden entwickelt.

Ergebnis

Auf der Suche nach neuen alternativen Proteinquellen für die menschliche Ernährung wurden bereits verschiedene Insektenarten Europaweit zugelassen. Jedoch besteht für einen geringen Anteil der Bevölkerung, der allergisch gegenüber Meeresfrüchten und Hausstaubmilben reagiert, unwissentlich das Potential allergischer Kreuz-Reaktionen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) hat in dem Verbundprojekt „Allergen-Pro“ zusammen mit der Charité, den Firmen Signatope, Naturwissenschaftlichen und Medizinisches Institut (NMI), Nestlé und der Hochschule Albstadt-Sigmaringen robuste und sichere Nachweisverfahren für Insekten in Lebensmitteln entwickelt, so dass die Lebensmittelkontrolle als auch die Eigenkontrolle der Hersteller die Anwesenheit von nicht-deklarierten Insektenbestandteilen identifizieren und ggf. aus dem Handel entfernen kann. Um die Sicherheit für Allergiker zu verbessern, zielte das Projekt außerdem darauf ab, ein neuartiges Nachweissystem für potenzielle Allergene in Lebensmittel zu entwickeln, bevor diese in den Handel gelangen können.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

Forschungsschwerpunkt

Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health)

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Speziesidentifizierung in Lebens- und Futtermitteln (55)
Kontaktpersonen: Hermann Broll
Externe Partner: Signatope GmbH, Hot Screen GmbH, Nestlé Research Cente, Hochschule Albstadt Sigmaringen, Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen (NMI), Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
281A304A18