Ergebnisse Escherichia coliDie Untersuchung von 50
E. coli-Isolaten aus Schlachthöfen in Edo State (Nigeria) zeigten eine hohe genetische Diversität. Während keine Hinweise auf Biozidresistenz gefunden wurden, bildeten Isolate, die nach der Reinigung gewonnen wurden, durchschnittlich stärkere Biofilme – unabhängig von der Produktion von Curli-Fimbrien und Cellulose. Die genomischen Analysen identifizierten sowohl atypische enteropathogene Stämme als auch extraintestinale Pathotypen wie ST10. Besonders relevant war der Nachweis zweier Isolate, die das ESBL-Gen blaCTX-M-15 tragen. Core-genome-MLST bestätigte zudem klonale Verbreitung innerhalb der Betriebe sowie wiederholte Nachweise einzelner Klone nach Durchführung von Desinfektionsmaßnahmen. Virulenzgenanalysen deuten darauf hin, dass Effektorsysteme die Biofilmbildung begünstigen. Insgesamt zeigt sich, dass Schlachtumgebungen als Reservoir für potenziell pathogene
E. coli, einschließlich ESBL-produzierender Stämme, fungieren können.Ergebnisse veröffentlicht in 2 Publikationen
Ergebnisse KlebsiellaInsgesamt 128
Klebsiella-Isolate – überwiegend
K. pneumoniae – aus vier Schlachthöfen zeigten eine deutliche genetische Vielfalt sowie eine hohe Ausstattung an Virulenzfaktoren (66–124 Gene pro Isolat). Starke Biofilmbildung war bei rund zwei Dritteln der Stämme nachweisbar. Weder Desinfektion noch Umweltstress beeinflussten signifikant die Kapsel-, Siderophor- oder Biozidprofile. Trotz überwiegend niedriger Biozid-MIC/MBC-Werte deuteten schwache, aber signifikante Zusammenhänge auf einen komplexen Einfluss von ,
AMRkurz fürAntimicrobial resistance (Resistenzen gegenüber Wirkstoffen) und Biozidempfindlichkeit hin. Die Hemmung von Effluxpumpen führte zu einer deutlichen Veränderung der Biozidresistenzprofile, was auf effluxvermittelte Resistenzmechanismen hinweist. Die Ergebnisse zeigen ein hohes Überlebenpotenzial von
Klebsiella in Schlachthöfen und verdeutlichen den Bedarf an verbesserten Hygienemaßnahmen. Veröffentlichung der Ergebnisse geplant für 2026.
Untersuchung des konjugativen Plasmidtransfers unter BiozidexpositionAus den 50
E. coli wurden auf Grundlage der phänotypischen Daten Kandidaten für Donor- und Rezipientenstämme ausgewählt. Erste Konjugationsexperimente zeigten jedoch, dass die Isolate aus der Studie für die geplanten Experimente nicht geeignet sind. Für weiterführende Experimente kamen daher gut charakterisierte Isolate aus der Stammsammlung der Produkthygiene zum Einsatz (Donor 20-47-200, Tetracyclin-resistent; Rezipient 22-47-1, Natriumazid-resistent). Nach Ermittlung der Biozidempfindlichkeiten für beide Isolate wurden Konjugationsversuche unter subinhibitorischen Konzentrationen verschiedener Biozide (BAC, OCT, CHX, TRI) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Biozide den plasmidvermittelten Gentransfer beeinflussen können. Besonders Benzalkoniumchlorid führte in sehr niedrigen, umweltrelevanten Konzentrationen zu einer signifikanten Erhöhung der Plasmidübertragung. Dies weist darauf hin, dass Biozidexposition in der Praxis potenziell zur Verbreitung resistenztragender Plasmide beitragen kann.
Veröffentlichung der Ergebnisse geplant für 2026