Kategorie Forschungsprojekt
  • Analytik

EU-FORA 2021/22: Risikobewertung von pflanzlichen Zubereitungen ("Botanicals") in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jan 2021
Projektende
Dec 2021
Kurztitel
EU-FORA 2021/22-3
Abteilung
Lebensmittelsicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Das Projekt umfasst die Betreuung einer Stipendiatin im Rahmen des EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) European Food Safety Risk Assessment Fellowship Programme in der Fachgruppe Ernährungsrisiken, Allergien und neuartige Lebensmittel der Abteilung Lebensmittelsicherheit am BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung. Als Gegenstand einer ersten Risikobewertung von Botanicals wurden Zubereitungen von Mitragyna speciosa (Kratom) ausgewählt. Die Risikobewertung erfolgt im Einklang mit den von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) verwendeten Methoden der Risikobewertung, u. a. unter Berücksichtigung der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Guidance on safety assessment of botanicals and botanical preparations intended for use as ingredients in food supplements (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) J. 2009, Volume 7, Issue 9, Pp 1249).

Ergebnis

Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Der entsprechende Abschlussbericht wurde im EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Journal unter dem Titel "Assessment of the possible health risks associated with the consumption of botanical preparations of Mitragyna speciosa (kratom)" in 2022 veröffentlicht (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Journal 2022;20(S1):e200415), siehe https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.2903/j.efsa.2022.e200415 . In dem Bericht werden die Ergebnisse zusammengefasst, die im Rahmen des European Food Risk Assessment Fellowship Programms (EU-FORA) erarbeitet wurden. Insbesondere beinhaltete das Projekt die Bewertung gesundheitlicher Risiken des Konsums botanischer Präparate auf Basis von Mitragyna speciosa (Kratom).  Das baumartige Gewächs Mitragyna speciosa ist in Südostasien beheimatet, wo seine Blätter bzw. entsprechende Zubereitungen seit Jahrhunderten u. a. als Stimulans oder traditionelle Medizin verwendet worden sind. Kratombasierte Zubereitungen haben in anderen Teilen der Welt zunehmed Beliebtheit erlangt und werden derzeit auch auf Internet-Plattformen angeboten, z. B. als Nahrungsergänzungsmittel. Aufgrund von gesundheitlichen Bedenken, die sich auf mögliche gesundheitliche Risiken, die sich aus der Kratomverwendung ergeben könnten, beziehen, steht Kratom international im Fokus. Wesentliche Alkaloide der Pflanze (Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin) fungieren als Agonisten am μ-Opiodrezeptor des Menschen und scheinen an der psychoaktiven Wirkung beteiligt zu sein.
Das Ziel des Projekts bestand in der Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken, die sich aus der oralen Einnahme von kratombasierten Präparaten ergeben könnten. Die berücksichtigten Tierstudien und Humandaten weisen darauf hin, dass der Konsum von Kratom nicht nur zu adversen neurologischen Effekten, einschließlich Abhängigkeit und Entzugssyndrom, führen kann, sondern auch zu spezieller Organtoxizität, z. B. zu Leber- oder Nierentoxizität. Gleichwohl stehen wesentliche Unsicherheiten einer Ableitung von speziellen gesundheitsbasierten Richtwerten sowie einer abschließenden Risikocharakterisierung entgegen. Diese Unsicherheiten ergeben sich u. a. aus der Variabilität in der Zusammensetzung von kratomhaltigen Präparaten sowie aus der unzureichenden Datenlage zu Dosis-Wirkungsbeziehungen oder zu möglichen Langzeitwirkungen. Für eine detailliertere Risikobewertung werden weitere Daten aus aussagekräftigen Studien benötigt, die mit Kratompräparaten durchgeführt wurden, die genau hinsichtlich ihrer Komposition charakterisiert worden sind. 
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Internationale Zusammenarbeit / Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health)

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Neuartige Lebensmittel, GMO, Lebensmittelzusatz-, Aroma- und Futtermittelzusatzstoffe (83)
Kontaktpersonen: PDkurz fürPrivatdozent Dr. Karen Ildico Hirsch-Ernst
Beteiligte BfR-Partner: Lebensmittelsicherheit

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
GP/EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)/ENCO/2018/05-GA20