Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Der entsprechende Abschlussbericht wurde im
EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Journal unter dem Titel "Assessment of the possible health risks associated with the consumption of botanical preparations of
Mitragyna speciosa (kratom)" in 2022 veröffentlicht (
EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Journal 2022;20(S1):e200415), siehe
https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.2903/j.efsa.2022.e200415 . In dem Bericht werden die Ergebnisse zusammengefasst, die im Rahmen des
European Food Risk Assessment Fellowship Programms (EU-FORA) erarbeitet wurden. Insbesondere beinhaltete das Projekt die Bewertung gesundheitlicher Risiken des Konsums botanischer Präparate auf Basis von
Mitragyna speciosa (Kratom). Das baumartige Gewächs
Mitragyna speciosa ist in Südostasien beheimatet, wo seine Blätter bzw. entsprechende Zubereitungen seit Jahrhunderten u. a. als Stimulans oder traditionelle Medizin verwendet worden sind. Kratombasierte Zubereitungen haben in anderen Teilen der Welt zunehmed Beliebtheit erlangt und werden derzeit auch auf Internet-Plattformen angeboten, z. B. als Nahrungsergänzungsmittel. Aufgrund von gesundheitlichen Bedenken, die sich auf mögliche gesundheitliche Risiken, die sich aus der Kratomverwendung ergeben könnten, beziehen, steht Kratom international im Fokus. Wesentliche Alkaloide der Pflanze (Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin) fungieren als Agonisten am μ-Opiodrezeptor des Menschen und scheinen an der psychoaktiven Wirkung beteiligt zu sein.
Das Ziel des Projekts bestand in der Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken, die sich aus der oralen Einnahme von kratombasierten Präparaten ergeben könnten. Die berücksichtigten Tierstudien und Humandaten weisen darauf hin, dass der Konsum von Kratom nicht nur zu adversen neurologischen Effekten, einschließlich Abhängigkeit und Entzugssyndrom, führen kann, sondern auch zu spezieller Organtoxizität, z. B. zu Leber- oder Nierentoxizität. Gleichwohl stehen wesentliche Unsicherheiten einer Ableitung von speziellen gesundheitsbasierten Richtwerten sowie einer abschließenden Risikocharakterisierung entgegen. Diese Unsicherheiten ergeben sich u. a. aus der Variabilität in der Zusammensetzung von kratomhaltigen Präparaten sowie aus der unzureichenden Datenlage zu Dosis-Wirkungsbeziehungen oder zu möglichen Langzeitwirkungen. Für eine detailliertere Risikobewertung werden weitere Daten aus aussagekräftigen Studien benötigt, die mit Kratompräparaten durchgeführt wurden, die genau hinsichtlich ihrer Komposition charakterisiert worden sind.