Kategorie Forschungsprojekt
  • Expositionsschätzung

Datenerhebung zu Klebstoff- und Dichtstoffprodukten mit Anwendung im Verbraucherbereich

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Jun 2019
Projektende
Aug 2025
Kurztitel
KlePro
Abteilung
ExpositionExpositionZum Glossareintrag

Beschreibung und Zielstellung

Für die Expositionsschätzung, als eine wichtige Säule der Risikobewertung unter REACH, sind u.a. Produkteigenschaften (z.B. Stoffkonzentrationen, chemische Zusammensetzung, Gebindegröße) und Verwendungsbedingungen (wie Anwendungsdauer, Applikationsform) wesentliche Parameter. Während unter REACH stoffbezogene Eigenschaften gut dokumentiert sind, liegen zu Produkten i.d.R. nur unzuverlässige und stark aggregierte Informationen vor. Kleb- und Dichtstoffe sind eine heterogene Produktkategorie (bezogen auf Anwendungsbereiche und Stoffzusammensetzung), deren Anwendung bei Verbrauchern weit verbreitet ist. Potentielle Risiken resultieren aus inhalativer (Lösemittel) und dermaler Exposition. Im Rahmen des Projekts wird für die Produktkategorie 1 (PC1: Klebstoffe, Dichtstoffe, entsprechend der ECHAkurz fürEuropäische Chemikalienagentur Leitlinie R.12) eine Marktrecherche durchgeführt und eine umfassende Übersicht der Produkte erstellt, die für den Verbraucher zugänglich sind, inklusive der Produkteigenschaften und verwendungsbezogenen Informationen. Für besonders relevante Produktgruppen sollen die Inhaltsstoffe und deren ungefähre Konzentrationsbereiche ermittelt werden (non-target Screening mittels chemischer Analytik) und anschließend eine Feinanalyse (Messung) auf Basis des Screenings vorgenommen werden. Gemeinsam mit realistischeren Informationen zum Verbraucherverhalten, die aktuell in einem BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Projekt erhoben werden (Klebstoffprojekt), wird so eine realistische Risikobewertung von Stoffen in diesen Produkten ermöglicht und RMO können sich an tatsächlichen Verwendungen und Verwendungsbedingungen orientieren.

Ergebnis

Projektteil „Marktrecherche“Zunächst wurden allgemeine Informationen zu 3044 Produkten aus 39 Geschäften dokumentiert, welche zusätzlich nach drei Kriterien kategorisiert werden sollten: Hauptverwendungszweck, „Wie wird geklebt“, chemische Basis. Nach einer anschließenden Datenverifizierung wurden für 961 Produkte projektinterne Produktnummern vergeben und eine vertiefte Auswertung von Sicherheitsdatenblättern (SDB) und Technischen Merkblättern (TM) vorgenommen. Einige Produkte wurden in mehr als einem Geschäft gefunden, diesen wurden dann eine gemeinsame interne Produktnummer zugewiesen. So kam man in diesem Schritt auf 494 individuelle Produkte. Für diese wurden u. a. sowohl Einstufung und Kennzeichnung sowie in SDB angegebene Inhaltsstoffe mit deren Konzentrationsangaben dokumentiert als auch weitere Produkteigenschaften wie Verpackungs-, Gemisch- und Verwendungsinformationen. Beispielsweise sind 220 Produkte als für die menschliche Gesundheit gefährlich eingestuft. Aus den SDB wurden Informationen zu über 300 Stoffen extrahiert. Neben den erfassten Daten wurde auch deutlich, welche Informationen üblicherweise in dieser Produktkategorie auf diesem Wege gut recherchiert werden können und welche Daten schwierig und seltener auffindbar sind.
Projektteil „Chemische Analyse“Insgesamt wurden etwa 30 % der priorisierten Stoff-Produkt-Kombinationen (SPK) nicht bestätigt und somit wurde die Konzentration der Stoffe in den jeweiligen Produkten nicht bestimmt, weitere 30 % SPK wurden mittels Target- bzw. Non-Target-Analytik nur halbquantitativ bzw. mit einer Konzentrationsangabe von < 0,1 % quantifiziert. Für 3 SPK (einmal mittels Target- und zweimal mittels Non-Target-Analytik) wurden basierend auf den Einschränkungen der entwickelten Messmethoden unplausible Stoffkonzentrationen von über 100 % gemessen. Nicht immer konnte ein Stoff in jedem Produkt, in dem er vorläufig identifiziert wurde, durch die retrospektive Quantifizierung bestätigt werden. Insgesamt wurden mittels Target- und Non-Target-Analytik ~40 % der SPK, zusammengesetzt aus 77 Produkten und ~80 % der priorisierten Stoffe, plausibilisiert und quantifiziert.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

Forschungsschwerpunkt

Nachweis von Kontaminanten und zur Bewertung chemischer Risiken

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Chemikalienexposition und Transport gefährlicher Güter (31)
Kontaktpersonen: Dr. Astrid Heiland
Externe Partner: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz
UM 1962 0010