Kategorie Forschungsprojekt
  • Mikrobiologie

Charakterisierung der chronischen Hepatitis E in Deutschland: Molekulare Epidemiologie, Pathophysiologie und Klinik

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Mar 2019
Projektende
Feb 2023
Kurztitel
CHED
Abteilung
Biologische Sicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Ziel des Projekts sind Untersuchungen zur (molekularen) Epidemiologie, klinischen Verläufen und molekularen und immunologischen Mechanismen der chronischen Hepatitis E. Die Hepatitis E Virus (HEV)-Infektion ist weltweit die häufigste Ursache einer akuten viralen Hepatitis. In Industrieländern ist die HEV-Infektion endemisch, weitgehend unterdiagnostiziert und unterschätztes Public Health Problem. Der Hauptübertragungsweg des HEV ist in diesen Ländern der Verzehr ungenügend erhitzter Fleischprodukte. Obwohl die HEV-Infektion i.d.R. akut und selbstlimitierend oder klinisch asymptomatisch verläuft, wurde beobachtet, dass die Infektion bei speziellen Patientengruppen persistieren kann. Eine Chronifizierung der HEV verläuft nicht selten lebensbedrohlich. Die Mechanismen, die zu einer chronischen Hepatitis E-Infektion (CHE) führen, sind bislang wenig verstanden. Fragen, die im Rahmen des Projekts beantwortet werden sollen, sind: (1) Wie ist die Epidemiologie, Auftreten und Häufigkeit sowie Demographie der CHE? (2) Wie sind die klinischen Verläufe der CHE? Gibt es Risikofaktoren/Risikogruppen? (3) Wie ist die genetische Diversität von HEV bei CHE. Zeigen HEV-Varianten von CHE durch Adaptation, Immundruck oder medikamentöser Behandlung einen Replikationsvorteil und eine veränderte Pathogenität? (4) Wie ist die Immunantwort in CHE-Patienten und wie trägt diese zur Prognose bei? Die Translation der neu gewonnenen Erkenntnisse wird in die Diagnostik, Patientenmanagement und in die Bewertung der CHE im Gesundheitssystem einfließen. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung ist in WP3 und WP4 involviert. Hier soll die Genomdiversität des HEV und die Immunantwort nach Infektion mit HEV untersucht werden, wobei insbesondere Unterschiede zwischen akuten und chronischen Infektionen von Interesse sind.

Ergebnis

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung war in Unterprojekte involviert, die Fragen der Genomdiversität von HEV und der Immunantwort untersuchten, wobei insbesondere Unterschiede zwischen akuten und chronischen Infektionen von Interesse waren. Hierbei konnten in Proben von chronisch Erkrankten verschiedene Mutationen nachgewiesen werden, meist in der Polymerase-Region des Hepatitis E-Virus (HEV)-Genoms. Es wurde gezeigt, dass HEV-Genome von chronischen Fällen, aber nicht von akuten Fällen, Insertionen und Deletionen in der hypervariablen Region des HEV-Genoms aufweisen können, die Einfluss auf die Vermehrung des HEV haben. So konnte in Zellkulturexperimenten gezeigt werden, dass bestimmte Insertionen zwar keine Resistenz gegen eine antivirale Therapie mit Ribavirin vermitteln, jedoch die Replikationshöhe des Virus steigern. Diese Insertionen wurden ausnahmslos in chronischen Hepatitis E-Fällen identifiziert und könnten die Entwicklung von chronischen Infektionen miterklären. Darüber hinaus wurde zur besseren Untersuchung der Immunantwort ein Serum-Neutralisationstest für HEV entwickelt. Hierbei wurde gezeigt, dass unbehülltes HEV effizient durch spezifische Antikörper neutralisiert werden kann, während das quasi-behüllte HEV, das auch im Blut vorkommt, nicht neutralisiert wird. Der Befund kann klären helfen, warum sich HEV bei chronischen Infektionen über mehrere Monate lang im Körper vermehren kann, ohne dass die Immunantwort das Virus vollständig eliminiert. Die erbrachten Ergebnisse können einen wichtigen Beitrag zum Management der chronischen Hepatitis E in der Diagnostik und bei möglichen Therapieoptionen leisten.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Expositionsabschätzung und Bewertung biologischer Risiken

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Viren in Lebensmitteln (46)
Kontaktpersonen: Prof. Dr. Reimar Johne
Externe Partner: Robert Koch-Institut, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Ruhr-Universität Bochum, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Bundesministerium für Gesundheit
ZMVI1-2518FSB705