Kategorie Forschungsprojekt
  • Mikrobiologie

1Health-PREVENT - One Health Intervention zur Prävention der zoonotischen Verbreitung von Antibiotikaresistenten Erregern - Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus) und andere multi-resistente Erreger (MREkurz fürmultiresistente Erreger) in der Milchlebensmittelkette

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Sep 2017
Projektende
Mar 2021
Kurztitel
1Health-PREVENT
Abteilung
Biologische Sicherheit

Beschreibung und Zielstellung

Die Ziele des Teilprojektes waren, das Vorkommen von Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRS) in Milchviehbetrieben zu untersuchen und in der Folge Risikofaktoren für die Verbreitung der multi-resistenten Bakterien im Milchviehbetrieb zu identifizieren. Zu diesem Zweck wurden in einer Feldstudie deutsche Milchviehbetriebe mit einem vorherigen MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus-Befund beprobt und Proben verschiedenen Ursprunges im Labor auf das Vorkommen Methicillin-resistenter Staphylokokken untersucht. Die gefundenen MRS-Isolate aus der Mensch-Tier-Umwelt-Schnittstelle wurden im Anschluss detailliert charakterisiert. Aufbauend auf den Ergebnissen der Feldstudie und der Charakterisierung der Staphylokokken-Isolate wurden Ideen für Interventionsmaßnahmen im Betrieb entwickelt, die dann in einer zweiten Förderphase umgesetzt werden sollen.

Ergebnis

Im Teilprojekt wurden das Vorkommen und die genotypischen Charakteristika von Methicillin-resistenten Staphylokokken von 20 deutschen Milchviehbetrieben untersucht. Neben MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus kamen häufig auch nicht-aureus Staphylokokken (NAS) in den untersuchten Milchviehbetrieben vor. Dabei wurden sowohl NAS gefunden, die das mecA-Gen tragen als auch solche, bei denen dieses Gen und das mecC-Gen nicht nachweisbar sind und damit unklar ist, was die Resistenz gegen Cefoxitin bedingt. Auch tragen unterschiedliche MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und NAS in den Betrieben häufig nicht dasselbe SCCmec-Element, so dass von mehreren unabhängigen Resistenzgeschehen auszugehen ist. Die Besiedlung der Nasen mit Methicillin-resistenten Staphylokokken nahm bei Jungtieren mit zunehmendem Alter der Tiere ab. Mit MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus besiedelte Euterviertel hatten durchschnittlich höhere Zellzahlen in den Viertelgemelksproben als MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus-negative Viertel, was auf eine Entzündungsreaktion schließen lässt. Die Melkhygiene ist in einigen Betrieben unzureichend. Das Überdauern von MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und MR-NAS in den Zitzenbechern nach ineffektiver Reinigung und/oder Desinfektion könnte zur Verbreitung dieser Bakterien beitragen. Kommen MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus oder MR-NAS in den Viertelgemelksproben vor, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auch in der Tankmilch zu finden sind. Allerdings wurden in der Tankmilch nur geringe Mengen an MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus gefunden (<1000 MPNkurz fürMost Probable Number/mlkurz fürMilliliter). Bei diesen niedrigen Keimmengen ist eine Besiedlung oder gar Infektion durch den Rohverzehr von Milch sehr unwahrscheinlich. Darüber hinaus wird Rohmilch in der Regel hitzebehandelt, wodurch das Übertragungsrisiko noch weiter minimiert wird. Die nachgewiesenen MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und MR-NAS aus den Milchviehbetrieben trugen Resistenzgene und zeigten phänotypische Resistenzen gegen verschiedene Klassen von Antibiotika. Vor allem die MR-NAS Spezies S. epidermidis, S. haemolyticus und S. sciuri trugen teilweise mehr Resistenzgene als die gefundenen MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus. Bei den MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und MR-NAS der Spezies S. epidermidis und S. haemolyticus wurden zudem mehrere Gene gefunden, die mit Pathogenitätsmechanismen assoziiert sind. Die detektierten Gene lassen allerdings auf ein geringes humaninfektiöses und Toxin-bildendes Potential bei den untersuchten Isolaten schließen.
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health)

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Epidemiologie, Zoonosen und Antibiotikaresistenz (43)
Kontaktpersonen: PDkurz fürPrivatdozent Dr. Bernd-Alois Tenhagen
Externe Partner: Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Fachhochschule Südwestfalen, Robert Koch-Institut, Institut für Molekulare Infektionsbiologie, Universität Münster

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Bundesministerium für Bildung und Forschung
01KI1727C