Im Teilprojekt wurden das Vorkommen und die genotypischen Charakteristika von Methicillin-resistenten Staphylokokken von 20 deutschen Milchviehbetrieben untersucht. Neben
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus kamen häufig auch nicht-
aureus Staphylokokken (NAS) in den untersuchten Milchviehbetrieben vor. Dabei wurden sowohl NAS gefunden, die das
mecA-Gen tragen als auch solche, bei denen dieses Gen und das
mecC-Gen nicht nachweisbar sind und damit unklar ist, was die Resistenz gegen Cefoxitin bedingt. Auch tragen unterschiedliche
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und NAS in den Betrieben häufig nicht dasselbe SCC
mec-Element, so dass von mehreren unabhängigen Resistenzgeschehen auszugehen ist. Die Besiedlung der Nasen mit Methicillin-resistenten Staphylokokken nahm bei Jungtieren mit zunehmendem Alter der Tiere ab. Mit
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus besiedelte Euterviertel hatten durchschnittlich höhere Zellzahlen in den Viertelgemelksproben als
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus-negative Viertel, was auf eine Entzündungsreaktion schließen lässt. Die Melkhygiene ist in einigen Betrieben unzureichend. Das Überdauern von
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und MR-NAS in den Zitzenbechern nach ineffektiver Reinigung und/oder Desinfektion könnte zur Verbreitung dieser Bakterien beitragen. Kommen
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus oder MR-NAS in den Viertelgemelksproben vor, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auch in der Tankmilch zu finden sind. Allerdings wurden in der Tankmilch nur geringe Mengen an
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus gefunden (<1000
MPNkurz fürMost Probable Number/
mlkurz fürMilliliter). Bei diesen niedrigen Keimmengen ist eine Besiedlung oder gar Infektion durch den Rohverzehr von Milch sehr unwahrscheinlich. Darüber hinaus wird Rohmilch in der Regel hitzebehandelt, wodurch das Übertragungsrisiko noch weiter minimiert wird. Die nachgewiesenen
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und MR-NAS aus den Milchviehbetrieben trugen Resistenzgene und zeigten phänotypische Resistenzen gegen verschiedene Klassen von Antibiotika. Vor allem die MR-NAS Spezies
S.
epidermidis,
S.
haemolyticus und
S.
sciuri trugen teilweise mehr Resistenzgene als die gefundenen
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus. Bei den
MRSAkurz fürMethicillin-resistente Staphylococcus aureus und MR-NAS der Spezies
S.
epidermidis und
S.
haemolyticus wurden zudem mehrere Gene gefunden, die mit Pathogenitätsmechanismen assoziiert sind. Die detektierten Gene lassen allerdings auf ein geringes humaninfektiöses und Toxin-bildendes Potential bei den untersuchten Isolaten schließen.