Kategorie Presseinformationen
Nr. 14/2026

Risikokommunikation: Vom Ende her denken Neue Folge vom Wissenschaftspodcast „Risiko“

Darum geht es:

Das Internet ist voll mit Informationen zu gesundheitlichen Themen und angeblichen und tatsächlichen Risiken. Gerade reißerisch gemachte Videos und Social-Media-Posts erreichen schnell Millionen Menschen. Für Behörden und Medien, die seriös und auf Basis der wissenschaftlichen Fakten über solche Themen aufklären wollen, ist das eine besondere Herausforderung. „Noch so gut gemachte Risikoinformationen sind am Ende wertlos, wenn sie nicht gefunden und verstanden werden“, erklärt Kommunikationswissenschaftlerin Eva Baumann im BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Wissenschaftspodcast „Risiko“. Baumann ist Professorin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und leitet das dort angesiedelte Hanover Center for Health Communication und ist außerdem Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung). Um Menschen wirklich zu erreichen, empfiehlt Baumann, vom Ende her zu denken: „Wir müssen uns fragen, wo müssen wir welche Menschen kommunikativ abholen?“

Dabei lassen sich mit einem Text oder einer Botschaft niemals alle Menschen gleichzeitig erreichen. Dazu sind die Menschen einfach viel zu unterschiedlich, erklärt Baumann: „Sie sind in unterschiedlichen Lebenslagen, in unterschiedlichen Lebensabschnitten, an unterschiedlichen Orten, und sie leben ihr Leben auf unterschiedliche Weise.“ Außerdem benutzen sie teilweise ganz unterschiedliche Medien und Plattformen.

Wer über gesundheitliche Risiken informieren will, sollte deshalb strategisch vorgehen und entscheiden, wer tatsächlich erreicht werden soll. Oft sind das einzelne Bevölkerungsgruppen, die besonders gefährdet sind. Für sie ist es besonders wichtig, dass die Informationen bei ihnen ankommen, sie verstehen worum es geht und warum das Thema für sie wichtig ist. „Dann muss ich überlegen: Wie kann ich diese Gruppen erreichen? Welche Medien nutzen diese Menschen? Mit welchen anderen Menschen reden sie? Wem vertrauen sie?“, rät Baumann. Für unterschiedliche Zielgruppen müssen Themen deshalb unterschiedlich aufbereitet und heruntergebrochen werden.

Wenn es beispielsweise um Kinder geht, sollten deshalb meist auch Eltern und gegebenenfalls auch pädagogische Fachkräfte angesprochen werden - und zwar so, dass sie nicht verunsichert werden. Ziel von guter Risikokommunikation sei es schließlich, Menschen in die Lage zu versetzen, das eigene Risiko einzuschätzen und informierte Entscheidungen zu treffen. Hilfreich sind möglichst konkrete Handlungsempfehlungen, eine leicht verständliche Sprache und auch Visualisierungen wie beispielsweise Infografiken.

Komplexe Zusammenhänge sollten dabei vorab vereinfacht werden, um sich auf den Kern einer Botschaft zu konzentrieren – auch wenn das manchmal schwerfällt, sagt Baumann. „Jede Vereinfachung kann eine Brücke sein, um Menschen in Kontakt zu einem Thema zu bringen, um Neugier zu wecken und die Motivation zu erhöhen, sich eingehender mit einem Thema zu beschäftigen.“

Link zur vollständigen Podcast-Folge: Externer Link:https://podcast.bfr.bund.de/15-risikokommunikation-vom-ende-her-denken-015

Zitate und O-Töne aus der Podcast-Folge dürfen bei Quellenangabe frei verwendet werden.

Über „Risiko“ und „Risiko kompakt“

Tageszeitungen, Nachrichtenportale und Social-Media-Posts warnen ständig vor neuen Gesundheitsgefahren: Weichmacher in Sonnencremes, Mikroplastik im Körper oder angebliche Schadstoffe in Lebensmitteln. Was ist tatsächlich dran an diesen angeblichen Gefahren? Wie groß ist das Risiko für mich persönlich? In unseren Podcast-Formaten „Risiko“ und „Risiko kompakt“ gehen wir solchen Themen auf den Grund. Unaufgeregt, wissenschaftlich fundiert und gut verständlich. Bei „Risiko“ passiert das in lockeren, halbstündigen Gesprächen. „Risiko kompakt“ konzentriert sich dagegen auf den Kern einer Geschichte und erklärt mit O-Tönen von Expertinnen und Experten die wichtigsten Fakten und Hintergründe.

Über das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es schützt die Gesundheit der Menschen präventiv in den Tätigkeitsbereichen Public Health und Veterinary Public Health. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebens- und Futtermittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.