Kategorie Presseinformationen
Nr. 05/2025

Lebensmittelsicherheit im Visier: Forschende entwickeln standardisiertes Prüfverfahren für Jagdbüchsengeschosse Ergebnisse und Erfahrungen werden auf dem Symposium „Wild - erforscht“ vorgestellt

Darum geht es:

Die Lebensmittelsicherheit von Wildbret wird am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) seit vielen Jahren erforscht, zum Beispiel werden mögliche Gesundheitsrisiken durch mikrobielle Verunreinigungen des Wildfleischs oder durch Kontaminanten aus der Umwelt untersucht. Ab dem Jahr 2019 stand die Entwicklung eines standardisierten Prüfverfahrens für Jagdbüchsengeschosse im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Dieses soll dazu beitragen, dass die eingesetzten Jagdgeschosse ein tierschutzgerechtes Erlegen des Wildes ermöglichen und gleichzeitig der Eintrag metallischer Fragmente in das Wildfleisch minimiert wird. Das gemeinsam mit einem internationalen wissenschaftlichen Expertengremium durchgeführte Projekt ist nunmehr abgeschlossen, das Verfahren wurde in einem Ringversuch bereits auf seine Praxistauglichkeit getestet. „Das neue, standardisierte Prüfverfahren macht die Untersuchung von Büchsengeschossen vergleichbar und reproduzierbar“, sagt BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Präsident Professor Andreas Hensel. „Letztlich trägt das dazu bei, gesundheitliche Risiken durch den Eintrag metallischer Fragmente zu minimieren und die Lebensmittelsicherheit von Wildfleisch zu maximieren.“

Die Erkenntnisse aus dem Projekt und die Ergebnisse des Ringversuchs bilden den thematischen Schwerpunkt des Symposiums „Wild – erforscht!“. Es findet am 4. und 5. Februar 2026 am BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Standort Marienfelde statt.

Jägerinnen und Jäger gehören traditionell zu den Vielverzehrenden von Wildfleisch. Sie stehen damit besonders im Fokus, wenn es um mögliche Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Wildfleisch geht. Gleichzeitig sind sie aber auch Lebensmittelhersteller, da sie erlegtes Wild verarbeiten und in Verkehr bringen. Als solche sind sie selbst mitverantwortlich für die Sicherheit des Lebensmittels Wild. Am ersten Tag des Symposiums geht der Blick zunächst zurück in die Vergangenheit: Die Vortragenden bilanzieren, wie das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung in den vergangenen 15 Jahren zum Schutz der Lebensmittelsicherheit von Wildbret beigetragen hat.

Viel diskutiert wird in diesem Zusammenhang der Eintrag von metallischen Fragmenten aus bleifreien und bleihaltigen Jagdgeschossen ins Tier. Dieser soll so gering wie möglich gehalten werden, um Gesundheitsrisiken durch die eingetragenen Stoffe zu minimieren. Gleichzeitig muss die Bewegungsenergie des Geschosses ausreichend hoch bleiben, um das Wild tierschutzgerecht erlegen zu können. In aufwändigen Beschussversuchen haben die internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geprüft, wie sich Geschosse mit Blick auf diese Ziele standardisiert testen lassen. Sie prüften dazu etwa, wie sich Seife und Gelatine als ballistische Prüfsimulanzien eignen.

Auf dem Symposium werden die beteiligten Forschenden am BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, aber auch fünf externe Teilnehmer des Ringversuchs, wie die Deutsche Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd- und Sportwaffen e. V. und die Universität der Bundeswehr, die Ergebnisse des Ringversuchs und ihre individuellen Erfahrungen präsentieren.

Zum Abschluss des zweiten Veranstaltungstages wird BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Vizepräsident Dr. Tewes Tralau einen Blick in die Zukunft werfen: In seinen Schlussworten wird er skizzieren, mit welchen Entwicklungen und Herausforderungen in den kommenden Jahren zu rechnen ist.

Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Hinweise zur Veranstaltung:

Symposium „Wild – erforscht!“
04.02, 13:00 Uhr bis 05.02., ca. 13:00 Uhr.
Ort: Bundesinstitut für Risikobewertung, Diedersdorfer Weg 1, 12277 Berlin Marienfelde, Haus 3, Hörsaal

Weitere Informationen auf der BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Website zum Thema Lebensmittelsicherheit von Wild

Fragen und Antworten zum Verzehr von Wild, das mit bleihaltiger Munition geschossen wurde
Externer Link:https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zum-verzehr-von-wild-das-mit-bleihaltiger-munition-geschossen-wurde/

BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Presseinformationen, Fleisch von frei lebendem Wild soll sicherer werden
Externer Link:https://www.bfr.bund.de/presseinformation/fleisch-von-frei-lebendem-wild-soll-sicherer-werden/

BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Presseinformationen, Warum das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung auf Gelatine schießt oder wie sich die Lebensmittelsicherheit von Wildfleisch gewährleisten lässt
Externer Link:https://www.bfr.bund.de/presseinformation/warum-das-bfr-auf-gelatine-schiesst-oder-wie-sich-die-lebensmittelsicherheit-von-wildfleisch-gewaehrleisten-laesst/

Über das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es schützt die Gesundheit der Menschen präventiv in den Tätigkeitsbereichen des Public Health und des Veterinary Public Health. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung berät die Bundesregierung und die Bundes-länder zu Fragen der Lebens- und Futtermittel-, Chemikalien- und Produkt-sicherheit. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.