Kategorie Mitteilungen
Mitteilung Nr. 012/2026

Wie gefährlich sind Gifte für Hunde und Katzen? Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung bewertet Daten deutscher Giftinformationszentren

Darum geht es:

Durch Chemikalieneinsätze im Haushalt oder im Garten kann es zu Vergiftungen bei Haustieren wie Katzen und Hunden kommen. Eine häufige Ursache ist der Einsatz von Biozidprodukten für die Bekämpfung von Insekten, Ratten oder anderen unerwünschten Tieren.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) untersucht seit Jahren das Aufkommen von Tiervergiftungen durch Biozidprodukte. Hierfür hat das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung Daten von drei Giftinformationszentren (GIZ) aus unterschiedlichen Zeiträumen analysiert. Von den insgesamt 9.670 an das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung übermittelten Dokumentationen zu Beratungen bei Tiervergiftungen konnten 4.654 Anfragen auf Vergiftungen durch Biozidprodukte zurückgeführt werden, in erster Linie durch Insektizide, Rodentizide (Ratten- und Mäusegift) und Desinfektionsmittel. Der Großteil der biozidrelevanten Vergiftungsanfragen betrifft Hunde (3.619 Fälle) und Katzen (621 Fälle).

Biozidprodukte wie Insektizide, Rodentizide und Desinfektionsmittel sind Gemische, die einen oder mehrere biozide Wirkstoffe enthalten, mit denen Schadorganismen unschädlich gemacht werden. Bei der Zulassung von Bioziden wird geprüft, dass diese kein unannehmbares Risiko auf die Gesundheit von Menschen oder Tieren haben. Trotzdem kommt es immer wieder zu Vergiftungsunfällen bei Tieren – vor allem bei Hunden und Katzen.

Das Auftreten von Tiervergiftungen durch Biozide muss in Deutschland nicht gemeldet werden. Daher liegt keine allumfassende Dokumentation vor. Jedoch beraten Giftinformationszentren (GIZ), welche primär für Vergiftungen bei Menschen zuständig sind, je nach Kapazität auch bei Tiervergiftungen. 

Die abgefragten Dokumentationen der GIZ reichen teilweise bis ins Jahr 1997 zurück. Laut der Daten, die das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung erhalten hat, sind schwere Symptome und Todesfälle durch Biozide bei Katzen und Hunden eher selten. Im Beobachtungszeitraum traten häufiger leichte bis mittelschwere Vergiftungen mit Symptomen wie Erbrechen, Apathie oder Krämpfen auf. Bei Hunden wurde sogar nur bei etwa einem Fünftel der Anrufe von Symptomen berichtet. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass im Nachgang Symptome aufgetreten sind, die zum Zeitpunkt des Anrufs beim GIZ noch nicht bestanden. Bei Katzen hingegen wurden bei über der Hälfte der Fälle leichte bis mittelschwere Symptome dokumentiert.

Hunde vergifteten sich vor allem über Ratten- und Mäusegift, vermutlich da diese in der Vergangenheit häufig als Fraßköder ausgelegt wurden. Weitgreifende Beschränkungen bei Verkauf und Verwendung von Ratten- und Mäusegiften in den letzten Jahren lassen jedoch vermuten, dass es zukünftig zu weniger Vergiftungen kommt. Bei Katzen wurden zudem einige Vergiftungen mit Ratten- und Mäusegift dokumentiert, bei denen von einem Verzehr vergifteter Beutetiere berichtet wurde. Die häufigste Vergiftungsquelle für Katzen stellten jedoch Insektizide dar. Teils hatten die Katzen eine Köderbox geöffnet und daraus geleckt oder sie waren im Raum, als mit Insektiziden gearbeitet wurde, oder haben Pyrethroid-haltige Parasitenmittel, sogenannte „Spot-on“-Produkte, abgeleckt. Auch bestimmte Desinfektionsmittel oder Chlor im Haushalt führten zu Vergiftungen.

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Biozidprodukte im Haushalt stets so aufzubewahren, dass Haustiere keinen Zugang dazu haben, um das Risiko einer Vergiftung zu reduzieren. Während der Anwendung sollten Haustiere ferngehalten werden. Bei Spaziergängen sollten Hunde im Auge behalten werden, insbesondere wenn über die Verwendung von Ratten- und Mäuseködern informiert wird. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, sollten sich Tierhalterinnen und Tierhalter umgehend mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt in Verbindung setzen.

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung hat darüber hinaus eine Mitteilung zur sicheren Anwendung von Spot-on-Produkten und Flohbekämpfungsmitteln veröffentlicht.

Über das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es schützt die Gesundheit der Menschen präventiv in den Tätigkeitsbereichen des Public Health und des Veterinary Public Health. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung berät die Bundesregierung und die Bundes-länder zu Fragen der Lebens- und Futtermittel-, Chemikalien- und Produkt-sicherheit. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.