Darum geht es:
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Gruppe von mehr als 21 000 langlebigen Industriechemikalien. PFAS sind schwer abbaubar und in der Umwelt, in der Nahrungskette und im menschlichen Blut nachweisbar. Aufgrund ihrer Auswirkungen auf Mensch und Natur werden derzeit in der Europäischen Union (EU) weitgehende Einschränkungen erwogen.
Um die jüngsten Fortschritte in der Forschung zu per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen zu beleuchten und vorrangige Schritte für die Risikobewertung im Verbraucherschutz aufzuzeigen, veranstaltete das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) im Oktober 2025 in Berlin eine internationale PFAS-Konferenz. Die bei dem Treffen gewonnenen Erkenntnisse sowie daraus abgeleitete Empfehlungen sind nun in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Archives of Toxicology“ veröffentlicht worden.
Als Folge der PFAS-Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)) aus dem Jahr 2020 werden die Substanzen nun weltweit intensiver erforscht. Auf der internationalen PFAS-Konferenz, an der rund 200 Fach- und Wissenschaftsexpertinnen und -experten aus 18 Ländern teilnahmen, wurden zentrale Herausforderungen und zukünftige Perspektiven der gesundheitlichen Risikobewertung von PFAS diskutiert.
Link zur Studie: Externer Link:https://doi.org/10.1007/s00204-026-04523-8
Die Konferenz mündete in fünf übergeordnete Empfehlungen für die künftige gesundheitliche Risikobewertung von PFAS:
- Konzentration auf bestimmte PFAS – Entwicklung objektiver Kriterien zur Priorisierung von Stoffen, beispielsweise auf der Grundlage des Produktionsvolumens und der menschlichen Aufnahme (ExpositionExpositionZum Glossareintrag)
- Verbessern analytischer Methoden – Weiterentwicklung empfindlicher Verfahren sowie neuer Ansätze zur Identifizierung und Quantifizierung von PFAS
- Schließen von Datenlücken – systematische Erhebung und Zusammenführung belastbarer Daten u.a. zur Exposition und Toxizität
- Fördern offener Wissenschaft – Aufbau gemeinsamer Dateninfrastrukturen und Förderung des institutionsübergreifenden Wissensaustauschs
- Stärken der Risikokommunikation – Entwicklung klarer und konsistenter Kommunikationsstrategien für Öffentlichkeit und Entscheidungsträger
Die Empfehlungen zielen darauf ab, die wissenschaftliche Grundlage für die gesundheitliche Risikobewertung von PFAS zu stärken. Eine verbesserte Datengrundlage und verfeinerte analytische Methoden können bestehende Unsicherheiten verringern und robustere Risikobewertungen ermöglichen. Diese bilden wiederum eine wichtige Grundlage für Maßnahmen zum Schutz der Verbrauchergesundheit.
Weitere Informationen auf der BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung-Website zu PFAS
Über das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es schützt die Gesundheit der Menschen präventiv in den Tätigkeitsbereichen Public Health und Veterinary Public Health. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebens- und Futtermittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.