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Modellvorschriften der Vereinten Nationen für den Gefahrguttransport

Der Transport verpackter gefährlicher Güter erfolgt grenzüberschreitend. Die Sicherheitsstandards müssen daher global gelten und müssen unterschiedlichste Rechtsräume miteinander verbinden. Global einheitliche Standards verringern nicht nur Formalitäten, sondern erleichtern auch Übergänge zwischen verschiedenen Verkehrsträgern, zum Beispiel bei der Umladung eines Seecontainers aus China auf die Eisenbahn in Deutschland. Daher wurde beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen ein Sachverständigenausschuss für den Transport gefährlicher Güter angesiedelt. Hier werden für den Transport gefährlicher Güter seit Jahrzehnten die „UN-Empfehlungen für den Transport gefährlicher Güter“ entwickelt, das sogenannte „Orange Book“.

UN-Empfehlungen für den Transport gefährlicher Güter

Diese Empfehlungen für alle Länder der Welt haben selber aber keine unmittelbare Rechtsgültigkeit. Sie richten sich an Regierungen und internationale Organisationen, die für die Sicherheit des Transports gefährlicher Güter verantwortlich sind. Zum überwiegenden Teil bestehen sie aus den „Modellvorschriften für den Transport gefährlicher Güter“. Sie sind so gestaltet, dass eine direkte Übernahme in nationale oder sektorale Regelwerke (also zum Beispiel für den europäischen Straßenverkehr) möglich ist. Gleichzeitig bleibt ausreichende Flexibilität erhalten, um in den spezifischen Regelwerken erforderliche Ergänzungen zu ermöglichen.

Der Regelungsbereich der Modellvorschriften umfasst die Kriterien und Einstufungsregeln für die neun Gefahrgutklassen, das Verzeichnis der international verbindlich eingestuften Gefahrgüter mit derzeit knapp 3500 Einträgen, allgemeine Anforderungen an die Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation sowie Verweise auf geeignete Prüfverfahren. Die Prüfverfahren sind in einem eigenen Verzeichnis zusammengefasst, dem „UN Handbuch für Prüfungen und Kriterien“.

Die Modellvorschriften, die alle zwei Jahre in überarbeiteter Fassung herausgegeben werden, erschienen 2013 in der 18. Auflage. Zu ihrer Anpassung an neue Erfahrungen und Erkenntnisse tagt zweimal jährlich der Unterausschuss für den Transport gefährlicher Güter, in dem Deutschland durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vertreten wird.

Aufgabe des BfR

Das BfR berät das Bundesverkehrsministerium zur Weiterentwicklung dieser Empfehlungen in einer Expertenarbeitsgruppe und die deutsche Delegation bei den Beratungen der Vereinten Nationen zu gesundheitlichen Risiken.

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Externe Links

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Link
Gefahrgutseiten des BMVI

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