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Modellparameter für prospektive Aufnahmeabschätzungen

In dem Forschungsschwerpunkt sollen Modellparameter für prospektive Aufnahmeabschätzungen von neuartigen und funktionellen Lebensmitteln und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen entwickelt werden.

Das BfR ist an der Durchführung der Sicherheitsbewertung neuartiger Lebensmittel und Lebensmittelzutaten, die in den Regelungsumfang der Verordnung 258/97/EG fallen, beteiligt. Dies schließt die Bewertung gesundheitlicher Risiken ein, die sich aus langfristigen Nährstoffimbalancen bzw. einem andauernden Überschussverzehr bestimmter Stoffe ergeben können. Grundlage dafür ist die Abschätzung des voraussichtlichen Verzehrs eines neuartigen Lebensmittels bzw. einer neuartigen Lebensmittelzutat. Dabei ist sowohl die Aufnahmeverteilung in der Gesamtpopulation als auch in definierten Gruppen von Menschen (wie Altersgruppen, soziale Gruppen aber auch von Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus) zu betrachten.

Bisher wurden überwiegend isolierte oder synthetisierte Inhaltsstoffe aus Pflanzen (wie Phytosterole, Betain, Lykopin, Zeaxanthin), Tieren (wie Phospholipide aus Eidotter) und Mikroorganismen (z.B. DHA-reiches Algenöl) als neuartige Lebensmittelzutaten beantragt. Insbesondere für Zutaten, deren Verzehr mit einem zusätzlichen Nutzen für die Gesundheit kommuniziert wird, zeichnet sich eine kumulierte Aufnahmesteigerung als langfristiges Problem ab:  Es werden immer mehr Lebensmittel verzehrt, denen dieselbe Zutat in jeweils für den Effekt wirksamen Dosen zugesetzt wird. Eine vergleichbare Entwicklung vollzieht sich mit den im Rahmen der Nahrungsergänzungsmittel-Richtlinie (2002/46/EG) zu bewertenden „sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer und ernährungsphysiologischer Wirkung“. Zu ihnen zählen ebenfalls sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, aber auch isolierte Aminosäuren und Derivate sowie Zubereitungen aus traditionell arzneilich genutzten Pflanzen (Botanicals).

Forschungsfelder

Die Forschung zur Entwicklung von Modellparametern für die prospektive Aufnahmeabschätzung von neuartigen und funktionellen Lebensmitteln und sekundären Pflanzenstoffen  bezieht sich auf zwei unterschiedliche Bereiche:

  • Entwicklung differenzierter Berechnungsmodelle, die eine realistische Vorabschätzung der Aufnahmeverteilung von neuartigen Lebensmittelzutaten innerhalb von Populationen und Teilpopulationen erlauben.

  • Entwicklung von experimentellen Methoden zur Identifizierung physiologischer Marker. Mit deren Hilfe soll die Aufnahme von neuartigen Zutaten in den menschlichen Körper bestimmbar werden. Außerdem soll die Wirkung eines erhöhten Verzehrs der entsprechenden Stoffe langfristig verfolgt werden können.

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