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Gesundheitsrisiken durch begaste Ladung

Gesundheitsrisiken durch begaste Ladung

Jedes Jahr treffen in europäischen Seehäfen Millionen von Containern mit Importwaren ein. Um zu verhindern, dass sich mit den Waren auch unerwünschte Schadorganismen weltweit verbreiten, werden die Container vor dem Versand mit giftigen Gasen behandelt. Ob gleich bei der Ankunft in den Häfen oder erst nach einem Weitertransport mittels LKW, Güterzug oder Binnenschiff – die begasten Container müssen zur Entladung oder zur Kontrolle geöffnet werden. Hafen- und Lagerarbeiter, Mitarbeiter der Kontrollbehörden oder Umstehende können dabei mit Rückständen der Begasungsmittel in Kontakt kommen und gesundheitliche Schäden erleiden. Trotz der Einführung einer Kennzeichnungspflicht für begaste Container im internationalen Gefahrgutrecht bleibt dieses Risiko unvorhersehbar, da die Bestimmungen erfahrungsgemäß nicht eingehalten werden.

Ebenso werden Massengüter wie Getreide vor oder beim Transport mit Seeschiffen begast.

Aufgabe des BfR

Das BfR ist nicht nur in die deutsche bzw. europäische Zulassung von Begasungsmitteln (weitere Informationen finden Sie auf den Seiten „Pflanzenschutzmittel“ und „Biozidprodukte und behandelte Waren“) eingebunden, sondern auch für die Beratung des Bundesverkehrsministeriums bei der Erarbeitung der Richtlinien für den Einsatz von Begasungsmitteln und die Gestaltung der Transportvorschriften zuständig.

Die besonderen Risiken von begasten Seecontainern wurden durch Vergiftungsmeldungen PDF-Datei (2.0 MB) an das BfR Anfang 2007-2008 sehr deutlich. Die plötzliche Zunahme von Vergiftungen beim Öffnen von Importcontainern hing mit der Einführung neuer Hygienevorschriften und ihrer Kontrolle zusammen. Aber nicht diese Vorschriften waren die Ursache, sondern der massenweise Verstoß gegen die Vorschriften zum Transport gefährlicher Güter, insbesondere der verlangten Warnkennzeichnung. Zusätzlich schienen Gesundheitsrisiken auch durch begaste Bedarfsgegenstände sowie Futter- und Lebensmittel möglich. Das BfR führte aus diesen Gründen eine Expertenanhörung durch.

Um ihren Zweck, die Bekämpfung unerwünschter Organismen, wirksam zu erfüllen, müssen Begasungsmittel per se eine hohe biozide Wirksamkeit und damit giftige Eigenschaften aufweisen, die auch den Menschen schädigen können. Das BfR beobachtet die Situation mittels der Auswertung von Vergiftungsmeldungen, Teilnahme an nationalen und internationalen Arbeitstreffen und im direkten Austausch mit Betroffenen. Hauptursache der Gesundheitsrisiken ist weiterhin die fehlende Einhaltung der Vorschriften vor allem des IMDG Code zum Seetransport von Containern.

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Mitteilungen

 (1)
Datum Titel Größe
10.01.2019
Mitteilung Nr. 001/2019 des BfR
Gesundheitsrisiken durch begaste Container: Experten diskutieren Forschungsergebnisse und Messungen der Kontrollbehörden 30.1 KB
PDF-Datei

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