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Fragen und Antworten zu Geschirr und Küchenutensilien aus Melamin-Formaldehyd-Harz

FAQ des BfR vom 25. November 2019

Melamin-Formaldehyd-Harze (MFH) sind Kunststoffe, die aus den Grundbausteinen Melamin und Formaldehyd hergestellt werden. Das Material ist bruchfest und hat in der Regel eine glatte Oberfläche. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es auch zur Herstellung von Geschirr und Küchenutensilien verwendet. In den letzten Jahren kommen als Füllstoffe für den Kunststoff vermehrt alternative Produkte wie Bambusfasern zum Einsatz. Häufig werden die so hergestellten Produkte als „Bambusware“ beworben. Eine typische Anwendung stellen wiederverwendbare Coffee to go Becher dar.

Sowohl für Melamin als auch für Formaldehyd gibt es europäische Grenzwerte, die festlegen, welche Mengen höchstens aus Produkten auf Lebensmittel übergehen (Migrationsgrenzwerte) dürfen.

Untersuchungsergebnisse der Landesüberwachungsbehörden und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) haben gezeigt, dass Teller, Becher, Schüsseln und andere Gebrauchsgegenstände aus MFH beim Kochen von Lebensmitteln Melamin und Formaldehyd freisetzen können. Die freigesetzten Mengen lagen zum Teil deutlich über den Migrationsgrenzwerten und den vom BfR ermittelten gesundheitlichen Richtwerten. Beim Einfüllen sehr heißer Lebensmittel (bspw. Tee, Kaffee) können ebenfalls hohe Mengen an Melamin oder Formaldehyd freigesetzt werden. Zudem zeigten Langzeittests der Landesbehörden und des BfR, dass MFH im Kontakt mit heißen Lebensmitteln nicht stabil ist. Der Kunststoff wird angegriffen und zersetzt sich.

Aus Sicht des BfR ist Geschirr aus MFH daher nicht für den Kontakt mit heißen flüssigen Lebensmitteln (z.B. Kaffee, Suppe, Säuglingsfolgenahrung) sowie zur Verwendung in Mikrowellengeräten geeignet.

Im Folgenden hat das BfR Fragen und Antworten zu Küchenutensilien aus MFH zusammengestellt.

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