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Fachgruppe Viren in Lebensmitteln

Die Aufgaben der Fachgruppe bestehen in der methodischen Erfassung von gesundheit­lichen Risiken sowie Hygiene- und Qualitätsmängeln in Lebensmitteln im „Farm to Fork“ Konzept. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Entwicklung von Sicherheits­konzepten in der gesamten Lebensmittelkette. Es werden hinsichtlich mikrobieller Gefahren alle relevanten Schritte während der Lebensmittelbehandlung - ausgehend von der landwirtschaftlichen Produktion - unter lebensmittelhygienischen Aspekten beurteilt.

Weil bewährte Lebensmittelüberwachungssysteme immer wieder an Grenzen stoßen, sind sie durch begründete Kontrollprogramme zu ergänzen. Dies gilt auch für aktuell bedeutsame Zoonoseerreger wie Salmonellen, Campylobacter spp. VTEC oder Yersinien. Sie können wegen ihres Vorkommens bei klinisch oder in der Schlachtung unauffälligen Tieren nur mit gezielten Monitoring- und Eigenkontrollprogrammen erfasst werden. Dies trägt zur Senkung des Expositionsrisikos für den Verbraucher gegenüber Zoonoseerregern bei.

Am Beispiel der Fleischhygiene wird deutlich, dass dafür technologische, logistische, hygienische, informationstechnische und normative Gegebenheiten zu berücksichtigen sind. In allen genannten Bereichen arbeitet die Fachgruppe mit den betroffenen zuständigen Behörden und Lebensmittelunternehmern zusammen, um die Risiken aktueller Gefahren zu bearbeiten.

Charakterisierung bakterieller Zoonosenerreger
Im Vordergrund der Arbeiten an bakteriellen Zoonoseerregern stehen die Charakterisierung und Differenzierung von Campylobacter-Isolaten, die von Tieren, Lebensmitteln, Futtermitteln, Umweltproben und Bedarfsgegenständen stammen. Thermophile Campylobacter spp. stellen in Europa eine der häufigsten Ursachen für bakteriell bedingte Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen dar. In zahlreichen Ländern ist die Zahl der an Campylobacteriose erkrankten Menschen höher als die Anzahl von Salmonellen-Infektionen. Auch in Deutschland nimmt Campylobacter den ersten Platz unter den meldepflichtigen bakteriellen Darmerkrankungen ein.

Für epidemiologische Untersuchungen und Fragen der Antibiotikaresistenz stehen der Fachgruppe verschiedene molekularbiologische Methoden zur Untersuchung von Campylobacter-Isolaten zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen und Behörden weiterentwickelt werden.

Übertragungswege lebensmittelassoziierter Viren
Zunehmend rücken auch durch Lebensmittel übertragene Viren in den Fokus des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses. Viren können sich zwar auf Lebensmitteln nicht vermehren, sind aber auf ihnen sehr stabil und bereits die Aufnahme kleinster Mengen kann zu Erkrankungen führen. Dabei gelangen Noro-, Rota- und Hepatitis A-Viren fast ausschließlich durch Kontaminationen mit menschlichen Ausscheidungen auf Lebensmittel, wobei dies mit Hilfe geeigneter hygienischer Maßnahmen verhindert werden kann. Im Gegensatz dazu kann das Hepatitis E-Virus in lebensmittelliefernden Tieren vorkommen, ohne dass diese erkranken, und über daraus hergestellte Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden.

In der Fachgruppe werden Übertragungswege sowie Eigenschaften von Lebensmittel-assoziierten Viren genauer untersucht, um Risiken früh zu erkennen und Konzepte zu deren Minimierung zu erarbeiten. Da in der Vergangenheit solche Untersuchungen aufgrund fehlender Nachweissysteme nicht möglich waren, liegt ein Schwerpunkt der Arbeiten auf der Entwicklung von effizienten Methoden zum Nachweis von Viren in Lebensmitteln.

Die experimentellen Arbeiten zu den Erregern Campylobacter spp. sowie lebensmittelassoziierten Viren werden in entsprechend ausgerichteten Nationalen Referenzlaboratorien (NRL) durchgeführt.

Arbeitsschwerpunkte im NRL Campylobacter:

  • Wahrnehmung der Aufgaben im Rahmen der Zoonosen-Überwachungsrichtlinie 2003/99/EG
  • Mikro- und molekularbiologische Diagnostik und Quantifizierung von Campylobacter spp.
  • Antibiotikaresistenztestung
  • Molekularbiologische Feintypisierung zur Aufklärung von Infektketten
  • Molekularbiologie der Resistenz von Campylobacter spp. und deren Ausbreitung durch horizontalen Gentransfer
  • Stammsammlung
  • Ausrichtung von Laborvergleichsuntersuchungen
  • Beratung

Arbeitsschwerpunkte im NRL für Viren in zweischaligen Weichtieren:

  • Molekularbiologische Diagnostik von Noroviren, Rotaviren, Hepatitis A- und E-Viren in Muscheln und anderen Lebensmitteln
  • Entwicklung und Validierung von Nachweisverfahren für den Virusnachweis
  • Ausrichtung von Laborvergleichstests mit offiziellen Kontrolllaboratorien
  • Herstellung von Virus-kontaminierten Muscheln als Referenzmaterial
  • Stabilitätsuntersuchungen zu Viren in Lebensmitteln
  • Identifizierung und Charakterisierung von neuen Lebensmittel-assoziierten Viren
  • Untersuchungen zum zoonotischen Potenzial enteraler Viren
  • Untersuchungen zur Verbreitung zoonotischer enteraler Viren in Tierreservoiren
  • Aufdeckung von Übertragungswegen von Lebensmittel-assoziierten Viren

Arbeitsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Pathologie:

  • Licht- und elektronenmikroskopische Untersuchungen (wie z.B. Fluoreszenzmikroskopie, Immunohistochemie, Negativkontrastierung, Ultradünnschnitt-Technik, Immunelektronenmikroskopie)

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Sonstige Dokumente

 (1)
Datum Titel Größe
01.04.2019
Druckversion, Stand
Das Organigramm des Bundesinstituts für Risikobewertung 88.9 KB
PDF-Datei

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