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Fachgruppe Expositionsbewertung von gefährlichen Produkten

Die Fachgruppe nimmt Rezepturmeldungen von chemischen Produkten (gefährlichen Gemischen) und Mitteilungen bei Vergiftungen durch Ärzte, Giftinformationszentren und Berufsgenossenschaften entgegen. Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind die CLP-Verordnung (EU Nr. 1272/2008, Art. 45), das Chemikaliengesetz (§ 16e ChemG) und das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (§10 WRMG).

Hersteller/Vertreiber von als gefährlich eingestuften chemischen Produkten und von Biozidprodukten sowie Wasch- oder Reinigungsmitteln stellen dem BfR Rezepturen und weitere Produktinformationen zur Bewertung von Gesundheitsbeeinträchtigungen zur Verfügung , die hier geprüft und regelmäßig an die acht deutschen Giftinformationszentren (GIZ) zur Unterstützung ihrer medizinischen Beratungstätigkeit weitergegeben werden.

Ärztinnen und Ärzte melden anonymisiert Vergiftungen bereits bei begründetem Verdacht an das BfR (§ 16e ChemG, Abs. 2). Darüber hinaus berichten die acht Giftinformationszentren in Deutschland dem BfR über Vergiftungsfälle mit besonderer Bedeutung (§ 16e Abs. 3 ChemG). Auf diese Art und Weise erhält das BfR wertvolle toxikologische Humandaten über ein breites Produkt- und Expositionsspektrum aus dem Haushalts-, Hobby-, Arbeits- und Umweltbereich.

In Analogie zur Erfassung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen hat die Fachgruppe seit 1998 ein Informationssystem bei unerwünschten Gesundheitswirkungen durch chemische Produkte eingerichtet. Bei Fällen mit schweren Gesundheitsstörungen (insbesondere bei bestimmungsgemäßem Gebrauch oder vorhersehbarem Fehlgebrauch) werden Ministerien, Hersteller, Vertreiber und Industrieverbände durch Sofortmitteilungen informiert. Das BfR unterstützt so den verantwortungsvollen Umgang der Hersteller/Vertreiber („responsible care“) und trägt zur Verbesserung der Produktsicherheit bei.

Seltene Vergiftungen, Vergiftungen mit schwerwiegendem lebensbedrohlichem oder auch mit unerwartet symptomarmen Verlauf werden wissenschaftlich aufgearbeitet und in eine für Fachkreise zugängliche Humankasuistikdatenbank (deutsch/englisch) aufgenommen. Die Ergebnisse werden zudem in Jahresberichten mit Analysen zu Vergiftungshäufigkeiten, kasuistischen Falldarstellungen und weiteren toxikologischen Themen veröffentlicht; seit 2004 auch in englischer Sprache. Weitere Publikationen der Fachgruppe sind Berichte zu Forschungsvorhaben und zu speziellen humantoxikologischen Fragestellungen sowie -  zusammen mit der Fachgruppe 23 - Broschüren (zum Beispiel Giftpflanzen, Giftpilze), Pressemitteilungen und die BfR-App.

Arbeitsschwerpunkte:

  • Bearbeitung und Weitergabe der Rezepturmitteilungen zu chemischen Produkten, Bioziden, Wasch- und Reinigungsmitteln
  • Bearbeitung und Bewertung der ärztlichen Mitteilungen zu Vergiftungen
  • Information von Bundesministerien über Vergiftungsrisiken
  • Information von Unternehmen und Verbänden über gemeldete Gesundheitsbeeinträchtigungen durch ihre chemischen Produkte
  • Betreuung und Pflege der Produkt- und der Falldatenbanken
  • Geschäftsführung der BfR-Kommission „Bewertung von Vergiftungen“

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Sonstige Dokumente

 (1)
Datum Titel Größe
01.06.2020
Druckversion, Stand
Das Organigramm des Bundesinstituts für Risikobewertung 114.2 KB
PDF-Datei

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Fachgruppenleitung

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