Deutsches Vergiftungsregister

Darum geht es
Das deutsche Vergiftungsregister soll einen Überblick über das Vergiftungsgeschehen in Deutschland ermöglichen.
Zentrale Datenbank für Vergiftungsmeldungen
Das Deutsche Vergiftungsregister (DVR) umfasst eine zentrale Datenbank, in der die Vergiftungsmeldungen aus den sieben Giftinformationszentren der Länder in Deutschland, den Berufsgenossenschaften und die ärztlichen Mitteilungen zusammenfließen sollen. Ziel ist, erstmals einen Überblick über das Vergiftungsgeschehen in Deutschland zu erhalten. Das Register ging Anfang 2026 an den Start. Die umfassenden Datenauswertung soll dazu beitragen, vor Vergiftungsfällen zu schützen und so im besten Fall auch Menschenleben zu retten.
Warum wurde das deutsche Vergiftungsregister eingerichtet?
Bisher gab es noch keinen annähernden Überblick über das Vergiftungsgeschehen in Deutschland, weil die Daten, insbesondere der Giftinformationszentren, nicht zusammengeführt wurden. Ein solcher Überblick ist aber u. a. eine Voraussetzung dafür, dass Deutschland seinen Berichtspflichten gegenüber der EU und der WHO nachkommen kann, z. B. über Vergiftungen mit Bioziden bzw. bei auftretenden überregionalen Gesundheitsgefahren.
Die genaue Kenntnis über Vergiftungsfälle ist außerdem eine wichtige Grundlage für die Bewertung von Risiken bei vielen unterschiedlichen Stoffen und Produktgruppen. Mit Hilfe der gesammelten Daten können z. B. Muster über die Art und Häufigkeit bestimmter Vergiftungen erkannt werden. Das unterstützt auch die Vergiftungsberatung und die Festlegung von Regelungen sowie Präventionsmaßnahmen zu gefährlichen Stoffen oder Produkten.
Außerdem können Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt über Risiken informiert werden, um Vergiftungsfälle zu vermeiden. Beispiele dafür sind häufig vorkommende Vergiftungsunfälle bei Kindern oder Verwechslungen von essbaren mit nicht essbaren Pflanzen und Pilzen.
Die Daten sollen künftig auch zu einer Früherkennung von Risiken beitragen und damit den Verbraucherschutz stärken.
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