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RESET Verbund - Resistenzen bei Tier und Mensch - gemeinsame Forschung in Deutschland

Im Forschungsverbund RESET, der seit November 2010 vom BMBF gefördert wird (Förderkennzeichen 01KI1013), haben sich verschiedene Institutionen zusammengetan, um die Verbreitung von antibiotika-resistenten Bakterien zu erforschen. Dabei konzentrieren sie sich auf eine Gruppe von Bakterien - die Enterobakterien - die nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Tier und in der Umwelt vorkommen. Zu den Enterobakterien zählen u.a. Escherichia (E.) coli und Salmonella (S.) enterica. Resistenzen gegen wichtige Antibiotika bei diesen Bakteriengruppen können zum Problem für den Gesundheitsschutz werden.

Der Forschungsverbund RESET besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Human- und Tiermedizin, der Grundlagen- und der angewandten Forschung sowie der Epidemiologie. Neuartig an diesem Verbund ist, dass die Erkenntnisse aus molekularbiologischen Untersuchungen und epidemiologischen Studien für ein breites Spektrum möglicher Herkunftsquellen in sich ergänzenden übergreifenden Studien betrachtet und analysiert werden.

Im Forschungsverbund RESET wird die Ursache für die Ausbreitung antibiotikaresistenter Keime gesucht

Resistente Enterobakterien treten in verschiedenen Tierarten, der Umwelt, im Futter, in Lebensmitteln und beim Menschen auf. Resistente Bakterien bei Tieren können über das vom Tier stammende Lebensmittel wie Fleisch oder Eier auf den Menschen übertragen werden. Im Forschungsverbund RESET werden vor allem die Bakterien betrachtet, die gegen besonders wichtige ß-Laktam-Antibiotika durch die Produktion von Enzymen, den Extended Spectrum Beta-Lactamasen (ESBL), unempfindlich werden. Wenn diese Bakterien auch gegen Fluorchinolone (eine Gruppe von Antibiotika, die derzeit noch als Reservemedikamente gelten) resistent sind, werden die therapeutischen Möglichkeiten drastisch eingeschränkt. Escherichia (E.) coli und Salmonella (S.) enterica gehören zu den antibiotikaresistenten Keimen, bei denen derartige Resistenzen bereits nachgewiesen werden.

Das Ziel ist es, Daten über die Verbreitung resistenter Bakterien zu sammeln. Diese Daten sollen dazu beitragen zu verstehen, auf welchen Wegen ein Austausch resistenter Bakterien oder ihren Resistenzgenen erfolgt, und welche Faktoren einen Einfluss auf die Risiken für den Menschen haben. Auf dieser Grundlage sollen dann Risiken abgeschätzt und Empfehlungen für Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier abgeleitet werden.

Beteiligung des BfR am Forschungsverbund RESET

Das BfR beteiligt sich mit zwei Projekten an dem nationalen Forschungsverbund RESET - Antibiotika-Resistenzen bei Tier und Mensch. Die Forschungsprojekte sind im Bereich Biologische Sicherheit im Nationalen Referenzlabor für Antibiotikaresistenz und der Fachgruppe „Antibiotikaresistenz und Resistenzdeterminanten“ angesiedelt.

Epidemiologische Untersuchung am BfR

Um die Auswirkungen des Einsatzes von Cephalosporinen der dritten und vierten Generation und von Fluorchinolonen in der Tierproduktion auf die menschliche Gesundheit bewerten zu können, wird am BfR eine Risikobewertung für Deutschland erarbeitet. Ziel ist, das Risiko für den Verbraucher und den Beitrag verschiedener Quellen und Wege hierzu abzuschätzen. Hierfür soll vorhandenes Wissen durch neue Ergebnisse der Forschergruppe ergänzt und übergreifend bewertet werden.

Resistenzuntersuchungen am BfR

Für die Identifikation der Gefahr werden am BfR umfangreiche Untersuchungen zur genauen Beschreibung der resistenten Erreger und ihrer Mechanismen durchgeführt. Hierzu werden mittels harmonisierter molekularbiologischer Methoden auffällige Isolate von Escherichia coli und Salmonella enterica identifiziert und charakterisiert. Hauptaugenmerk bei diesen Untersuchungen wird auf die genaue Beschreibung der genetischen Grundlagen liegen. Zusätzlich sollen die Elemente, die für die Übertragung der genetischen Information auf andere Bakterien beitragen können, betrachtet werden. Auch die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Erregern werden beleuchtet. All diese Erkenntnisse werden zu einem besseren Verständnis der Resistenzentwicklung und -ausbreitung beitragen.

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