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Familienministerin von der Leyen zeichnet BfR als familienfreundlichen Arbeitgeber aus

13/2009, 17.06.2009

Bundesinstitut erhält Zertifikat „berufundfamilie“

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) heute das Zertifikat „berufundfamilie“ verliehen. Sie hat das Institut damit für seine Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgezeichnet. Das BfR hatte sich zuvor einer Prüfung durch die berufundfamilie gGmbH unterzogen, bei der ermittelt wurde, welche Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf die BfR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bereits haben und welche in der näheren Zukunft dazukommen sollten. Gerade in der Wissenschaft gilt es als schwierig, Beruf und Familie zu vereinbaren, weshalb üblicherweise Frauen ihre Karriere unterbrechen oder ganz abbrechen, wenn die Familiengründung ansteht. Im BfR versucht man auf diesem Sektor familienverträgliche Lösungen zu finden. „Wissenschaftlerinnen sind bei uns in der Mehrheit. Mit einer familienbewussten Personalpolitik sind wir natürlich besonders attraktiv für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine Familie gründen oder nach einer Auszeit als Eltern wieder einsteigen wollen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, dem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr am Herzen liegt. Das Institut zeige mit seinen Maßnahmen, dass hoch qualifizierte wissenschaftliche Arbeit und Familie gleichzeitig möglich sind.

Äußerst flexible Arbeitszeiten und den individuellen familiären Bedingungen anpassbare Arbeitszeitmodelle ermöglichen es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lösungen auch in den Situationen zu finden, in denen Beruf und Kinderbetreuung in Konflikt geraten. Innerhalb der Zeit von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Arbeitsbeginn, Arbeitsunterbrechungen und Arbeitsende in Absprache mit ihren Vorgesetzten flexibel gestalten. Zeitguthaben oder Zeitschulden können individuell ausgeglichen werden. „Ich profitiere vor allem durch die Möglichkeit, nach meinen Erfordernissen planen und reagieren zu können“, berichtet ein Mitarbeiter aus der BfR-Verwaltung. „Ich konnte zum Beispiel bei kurzfristig angesetzten Streiks in der Kindertagestätte die Betreuung meiner Kinder persönlich übernehmen und musste somit keine zusätzliche teure Betreuung in Anspruch nehmen.“ In nächster Zeit wird im BfR ein Eltern-Kind-Büro eingerichtet, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen können, wenn die Betreuung ihrer Kinder einmal kurzfristig ausfallen sollte.

Das BfR bietet eine Vielzahl von auf die jeweilige Lebensphase zugeschnittenen Teilzeitmodellen an. Die Arbeitszeit lebensphasengerecht gestalten zu können, ist ein erklärtes Ziel des Instituts. In Härtefällen sucht man nach besonderen Einzellösungen. So erledigt der stellvertretende Leiter einer wissenschaftlichen Fachgruppe schon einige Jahre einen Teil seiner Arbeit von Zuhause aus. Seit 2008 kann er dabei auf ein vom BfR gefördertes „Telearbeit“-Modell zurückgreifen. Telearbeit bedeutet, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die gleichen technischen Voraussetzungen am heimischen Arbeitsplatz installiert, über die er auch im Büro verfügt. „Jetzt habe ich auch Zugriff auf denselben Datenbestand wie von meinem PC im Büro aus“, sagt der Mitarbeiter. „Alles funktioniert sehr gut. Ich spare Wegezeit und kann mir den Tag flexibel einteilen. Im Laufe des Vormittags fahre ich meinen Sohn zur Schule und melde mich für diese Zeit eben ab.“ Sein Sohn hat eine autistische Behinderung und ist darauf angewiesen, dass seine Eltern ihn an bestimmten Tagen in der Woche zur Schule bringen und abholen. Von einem ähnlichen Modell profitiert auch eine promovierte Biologin. Sie arbeitet ebenfalls einen Tag in der Woche zu Hause und kann so an ihrem Wohnort außerhalb Berlins ihren Anteil an einem selbst organisierten Elternfahrdienst wahrnehmen. „Ich hätte meine Arbeitszeit reduzieren müssen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Jetzt kann ich hundertprozentig für das BfR arbeiten und genauso für meine Familie da sein“, sagt sie.

Zwar entstehen dem BfR durch die Vielzahl von Teilzeitmodellen und der Einrichtung von Telearbeitsplätzen zunächst Kosten, doch BfR-Präsident Hensel bemerkt, dass diese „deutlich geringer sind als jene, die durch Neubesetzung, Fehlzeiten, Überbrückungszeiten und Fluktuation entstehen würden“. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich aus familiären Gründen beurlauben lassen, werden Möglichkeiten angeboten, während dieser Zeit den Kontakt zum Institut und zu den Kolleginnen und Kollegen zu halten, zum Beispiel durch eine Teilnahme an Fortbildungen und anderen Veranstaltungen des Instituts. Die Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit wird so erheblich erleichtert, weil die beurlaubten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht den Anschluss an fachliche Entwicklungen verlieren.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung berät mit seiner wissenschaftlichen Expertise das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in allen Fragen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Die Labore und Büros des BfR sind auf drei Berliner Standorte in Dahlem, Marienfelde und Alt-Marienfelde verteilt. Im BfR sind derzeit 699 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt, 256 davon sind wissenschaftliches Personal. Das BfR erstellt Gutachten zur stofflichen und mikrobiellen Bewertung möglicher Risiken, die von Futtermitteln, Lebensmitteln, Chemikalien und verbrauchernahen Produkten ausgehen können. Die Arbeit des BfR zeichnet sich durch ihren wissenschaftlichen, forschungsgestützten Ansatz aus. Die Arbeitsergebnisse und Empfehlungen des BfR werden transparent dargestellt und dienen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, öffentlichen Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Verbrauchern als Entscheidungshilfe. Durch eine umfassende, vollständige und nachvollziehbare Risikokommunikation macht das BfR Wissenschaft für die gesamte Öffentlichkeit sichtbar und nutzbar.

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