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Forschungspreis der "Ärzte gegen Tierversuche" geht an die ZEBET

23/2001, 03.09.2001

Auszeichnung würdigt den Aufbau einer Datenbank für Alternativmethoden zum Tierversuch

Der Herbert-Stiller-Forschungspreis 2000 geht an die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) am BgVV. Der in diesem Jahr mit 50.000 DM dotierte und zu gleichen Teilen von "Ärzte gegen Tierversuche" e.V. und der Tierschutzorganisation "Bürger gegen Tierversuche e.V. Hamburg" gestiftete Preis wird der Leiterin der Dokumentation und Information der ZEBET, Dr. Barbara Grune, für den Aufbau der ZEBET-Datenbank über Alternativmethoden zum Tierversuch überreicht. Er wird am 8. September 2001 im Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin durch die Vorsitzenden der beiden Vereinigungen, Herrn Dr. Bernhard Rambeck und Frau Simone Runde, verliehen. Gleichzeitig erhält Dr. Jan Zak den mit 10.000 DM dotierten Promotionspreis der Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" e.V. Jan Zak wird damit für seine Dissertation an der Universität Münster über eine tierversuchsfreie Methode im Rahmen der Krebsforschung ausgezeichnet.

Das deutsche Tierschutzgesetz und auch die übergeordnete EU-Richtlinie (86/609/EEC) zum Schutz von Versuchstieren schreiben vor, dass bei der Vorbereitung von Versuchsvorhaben zu prüfen ist, ob der verfolgte Zweck nicht durch andere Methoden oder Verfahren als den Tierversuch erreicht werden kann. Für diese Prüfung liefert die ZEBET wichtige Informationen. Sie hat den gesetzlichen Auftrag, Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen zu dokumentieren, ihre Einsatzmöglichkeiten für die Praxis zu bewerten und, wenn nötig, auch ihre Anerkennung durchzusetzen. Ziel der Arbeit von ZEBET ist es, dazu beizutragen, vor allem behördlich vorgeschriebene Tierversuche soweit wie möglich zu ersetzen. Dazu stellt ZEBET Wissenschaftlern aus der Industrie, aus Universitäten und Behörden Informationen über Alternativmethoden in einer Datenbank zur Verfügung. ZEBET führt außerdem eigene Forschung durch und vergibt Forschungsprojekte an andere Institutionen, um neue Methoden zu entwickeln, die Tierversuche verringern oder ersetzen können.

In die Datenbank werden nur Alternativmethoden aufgenommen, die mindestens eine der drei folgenden Anforderungen erfüllen. Sie müssen:

  • durch die Anwendung der Methode Tierversuche ersetzen (Replacement).
  • die Zahl der Versuchstiere reduzieren (Reduction) oder
  • das Leiden und die Schmerzen der Versuchstiere vermindern (Refinement),

Die ZEBET Datenbank unterscheidet sich von anderen nationalen und internationalen Datenbanken über Alternativmethoden zum Tierversuch dadurch, dass auch der Entwicklungsstand jeder Methode, ihre Relevanz für den Tierschutz, die experimentelle Validierung und die wissenschaftliche bzw. behördliche Akzeptanz bewertet und dokumentiert sind. Die Informationen der ZEBET Datenbank betreffen alle biomedizinischen Fachgebiete, in denen tierexperimentelle Untersuchungen durchgeführt und für die Alternativmethoden entwickelt bzw. angewandt werden. Ein Schwerpunkt sind pharmakologisch-toxikologische Methoden, aber auch Methoden, die in der Lebensmittelhygiene, Mikrobiologie, Parasitologie und Immunologie angewandt werden.
Die ZEBET Datenbank umfasst gegenwärtig 65 Dokumente. Seit Februar 2000 steht sie in englischer Sprache im Internet zur Verfügung. Die Datenbank wird von ZEBET fortlaufend aktualisiert und erweitert. Angeboten wird sie über das Deutsche Institut für Information und Medizinische Dokumentation (DIMDI). Der Zugriff ist lizenzfrei und sowohl über die Homepage des BgVV (www.bgvv.de) als auch direkt über DIMDI möglich. Den Online-Besuchern der ZEBET Datenbank stehen alle Leistungen des Benutzerservices von DIMDI zur Verfügung. Hinweise für die Suchfunktionen werden in der sogenannten Memokarte zur ZEBET Datenbank von DIMDI gegeben. Allein im Jahr 2000 verzeichnete DIMDI weit über 20.000 Zugriffe auf die ZEBET Datenbank, viele davon aus dem Ausland.

Der nach dem Gründer der Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" e.V. benannte Herbert-Stiller-Forschungspreis wird alljährlich für wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die sich unter Verzicht auf Tierexperimente mit den relevanten Ursachen und Therapiemöglichkeiten menschlicher Erkrankungen beschäftigen und einen wesentlichen Beitrag zum medizinischen Fortschritt leisten. Der Vereinigung gehören rund 250 Mediziner, Zahnmediziner, Psychologen und im klinischen Bereich tätige Wissenschaftler an, die dem Tierversuch kritisch gegenüberstehen und sich für den Ausbau wissenschaftlicher Forschung ohne Tierleid engagieren. Die "Ärzte gegen Tierversuche" bemühen sich vor allem um die Aufklärung der Öffentlichkeit über Tierexperimente und Möglichkeiten alternativer Forschung.

Der Leiter der ZEBET, Dr. Horst Spielmann, sieht in der Auszeichnung mit dem Herbert-Stiller-Forschungspreis eine Bestätigung für die hohe Akzeptanz und Anerkennung der Arbeit der ZEBET in der Öffentlichkeit. Der Forschungspreis soll zweckgebunden für den weiteren Aufbau der ZEBET Datenbank verwendet werden.

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