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Mit hochmoderner Labortechnik ins neue Jahrtausend

A/1996, 08.11.1996

BgVV in Jena rüstet sich für den gesundheitlichen Verbraucherschutz der Zukunft

Mit steigendem Gesundheitsbewußtsein wachsen die Ansprüche der Verbraucher an gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel. Gleichzeitig erweitert sich mit neuen Züchtungsmethoden und neuen Technologien der Lebensmittelherstellung das Spektrum der Faktoren, die bei der Beurteilung von Lebensmitteln der Bewertung bedürfen. Um auch im kommenden Jahrtausend einen optimalen gesundheitlichen Verbraucherschutz leisten zu können, wird heute am Jenaer Standort des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, BgVV, in Anwesenheit von Staatssekretär Baldur Wagner, der Grundstein für ein Laborgebäude gelegt, das ab dem Jahr 2000 modernsten Anforderungen gerecht werden wird. Zu den rund 40 Mitarbeitern, die in dem Neubau arbeiten werden, gehören Molekularbiologen, Gentechniker, Immunologen, Histologen und Zellzüchter. Das Bauvolumen beträgt 28,5 Mio. DM. In nur vier Jahren soll der Neubau fertiggestellt sein.

Der Fachbereich 4 "Bakterielle Tierseuchen und Bekämpfung von Zoonosen" ist aus dem früheren Institut für "Bakterielle Tierseuchenforschung" der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der ehemaligen DDR hervorgegangen. Nach einer positiven Bewertung der wissenschaftlichen Leistungen durch den Wissenschaftsrat ist das Institut seit 1994 Teil des in Berlin ansässigen Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin. Das BgVV hat als selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit den Auftrag, Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier früh zu erkennen, nach Möglichkeiten zu suchen, diese zu bewerten, zu begrenzen und im Rahmen seiner gesetzlichen Kompetenzen einzudämmen. Nach der Verabschiedung der Novel Food Verordnung wird das BgVV die nationale Zulassung von Lebensmitteln übernehmen, die mit Hilfe gentechnischer Methoden hergestellt wurden und vor ihrer Markteinführung auf Unbedenklichkeit geprüft werden. Die Entwicklung und Validierung analytischer Nachweisverfahren in verschiedensten Bereichen der Lebensmittelwissenschaft gehören damit zu den thematischen Schwerpunkten des BgVV.

Auch bei den Bemühungen um die Senkung des Versuchstierbedarfs und der Bekämpfung von Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, spielen molekularbiologische und andere moderne Methoden wie die Zellkulturtechnik, die Herstellung und Anwendung monoklonaler Antikörper, histologische und elektronenoptische Techniken eine bedeutende Rolle. Das Laborgebäude wird hierfür optimale Voraussetzungen bieten. Im Fachbereich 4 des BgVV arbeiten heute rund 130 Mitarbeitern, davon ca. 30 Wissenschaftler. Für die Region Thüringen stellt das BgVV damit, neben der Präsenz einer wissenschaftlich orientierten Bundesoberbehörde, auch einen arbeitsmarktrelevanten und nennenswerten Wirtschaftsfaktor dar.

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