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Expositionsschätzung für Biozide

Exposition von Verbrauchern bei der Anwendung von Biozidprodukten

Verbraucher sind auf verschiedenen Wegen gegenüber Biozidprodukten exponiert. Wer selbst Biozidprodukte anwendet, aber auch, wer bei einer Anwendung anwesend ist oder nach einer Anwendung Kontakt mit Rückständen auf behandelten Gegenständen, in der Raumluft oder in Lebensmitteln hat, ist exponiert. Um den Schutz von Verbrauchern zu gewährleisten, basiert die Expositionsschätzung auf konservativen Annahmen. Die grundlegenden Annahmen sowie vielfältige Expositionsmodelle sind europaweit harmonisiert und z. B. in den Technical Notes for Guidance (TNsG) on Human Exposure oder dem Manual of Technical Agreements (MOTA) veröffentlicht.

Die Exposition von Verbrauchern wird getrennt nach den Aufnahmepfaden (dermal, inhalativ, oral), nach der Situation (z.B. Anwendung des Biozids oder Kontakt mit behandelten Gegenständen) und nach der exponierten Person (Erwachsene, Kinder) geschätzt. Diese Einzelschätzungen werden dann zur Gesamtbelastung kombiniert, so dass ein Vergleich mit den toxikologisch abgeleiteten tolerierbaren Werten erfolgen kann.

Wichtig zu wissen: Bei der Expositionsschätzung wird grundsätzlich nicht davon ausgegangen, dass Verbraucher Schutzhandschuhe oder Schutzkleidung verwenden. Produktintegrierte Risikominderungsmaßnahmen wie kindersichere Verschlüsse oder kleine Verpackungseinheiten werden jedoch berücksichtigt.

Die Exposition berufsmäßiger Verwender von Biozidprodukten (z.B. Schädlingsbekämpfer, Reinigungskräfte, Handwerker oder Landwirte, die Nutztiere halten) wird von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bewertet. Für die Umweltexposition ist das Umweltbundesamt zuständig.

Programm zur Berechnung der Exposition von Verbraucherinnen und Verbrauchern über Lebensmittel

Durch die Verwendung von Biozid-Produkten in privaten Haushalten können Biozid-Rückstände auf Lebensmittel gelangen. Dabei kann einerseits der Biozid-Wirkstoff direkt in Kontakt mit Lebensmitteln kommen, andererseits können Rückstände von kontaminierten Oberflächen auf Lebensmittel übergehen.

Zur Bewertung des Risikos durch den Übergang von Biozid-Wirkstoffen auf Lebensmittel aus nicht-beruflichen Anwendungen wurde auf europäischer Ebene ein Leitfaden erarbeitet. Er sieht verschiedene Szenarien vor. Um eine harmonisierte Expositionsschätzung zu erleichtern, hat das BfR ein excelbasiertes Rechenprogramm entwickelt, das die Verbraucherexposition für diverse Szenarien berechnen kann. Die Berechnungen beruhen auf den Annahmen und Default-Werten, die im Leitfaden beschrieben sind.

Das Rechenprogramm und der Leitfaden richten sich an Bewertungsbehörden und Antragsteller, die die Exposition von Verbrauchern durch den Übergang von Rückständen aus Biozid-Produkten auf Lebensmittel im Privathaushalt schätzen.

Zum Rechenprogramm und weiteren Informationen:

Programm zur Berechnung der Abschätzung der externen Exposition von landwirtschaftlichen Nutztieren mit Biozid-Wirkstoffen

Durch die Anwendung von Bioziden in der Tierhaltung können zudem landwirtschaftliche Nutztiere in Kontakt mit Biozid-Wirkstoffen kommen. Dies kann dazu führen, dass Rückstände in Lebensmitteln tierischer Herkunft auftreten. Hierzu wurde auf europäischer Ebene ein Leitfaden zur Abschätzung der externen Exposition von landwirtschaftlichen Nutztieren mit Biozid-Wirkstoffen erarbeitet. Das BfR hat zur Erleichterung der Expositionsschätzung zusätzlich ein excelbasiertes Rechenprogramm entwickelt, das auf Basis der Annahmen und Default-Werte aus dem Leitfaden für diverse Szenarien und verschiedene Tierarten die Exposition berechnet.

Zum Rechenprogramm und weiteren Informationen:

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Mitteilungen

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Datum Titel Größe
10.07.2018
Aktualisierte Mitteilung Nr. 023/2018 des BfR
BfR-Rechenprogramm zur Schätzung der Verbraucher-Exposition gegenüber Biozid-Rückständen in Lebensmitteln 34.8 KB
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Externe Links

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