Kategorie Forschungsprojekt
  • Analytik
  • Expositionsschätzung
  • Toxikologie

Zweite Aktualisierung der EU-Datenbank für Verarbeitungsfaktoren von Pflanzenschutzmittelrückständen

Projektstatus
Abgeschlossen
Projektstart
Aug 2022
Projektende
Dec 2023
Abteilung
Sicherheit von Pestiziden

Beschreibung und Zielstellung

Die bestehende EU-Datenbank für Verarbeitungsfaktoren von Pflanzenschutzmittelrückständen soll aktualisiert und erweitert werden. Hierzu werden Verarbeitungsstudien, die kürzlich auf EU-Ebene eingereicht wurden, ebenso eingepflegt wie Studien aus anderen Quellen. Alle Verarbeitungsstudien werden in Einklang mit dem Kompendium repräsentativer Verarbeitungsprozesse und gemäß den bereits bei der Entwicklung der ersten Version der Datenbank verwendeten Qualitätskriterien neu bewertet. Dies sind vor allem die Repräsentativität der in der Studie angewendeten Verarbeitungsbedingungen, die Eignung und Validität der verwendeten analytischen Methoden, die Stabilität der Proben während der Lagerung bis zur Analyse und die GLP-Zertifizierung der Studie.

Ergebnis

Im Rahmen des Projekts wurden Verarbeitungsfaktoren aus verschiedenen Quellen bewertet: Studien, die auf EU-Ebene vorgelegt wurden, Studien, die nur bei den Behörden der Mitgliedstaaten verfügbar waren, und Studien, die vom JMPR berichtet wurden. Informationen aus Eigenkontrollen der Lebensmittelindustrie wurden nicht übermittelt. Es ist anzunehmen, dass ein großer Teil der insgesamt existierenden Verarbeitungsstudien und -informationen jetzt in der Datenbank enthalten ist. Die neue, erweiterte Version der Datenbank enthält 2651 Studien, 17937 individuelle Verarbeitungsfaktoren und 4229 MedianMedianZum Glossareintrag-Verarbeitungsfaktoren. Alle wurden anhand aktueller Rückstandsdefinitionen und verfügbarer Lagerstabilitätsstudien bewertet. Die Verlässlichkeit der Verarbeitungsstudien und der daraus abgeleiteten Verarbeitungsfaktoren wurde anhand der bewährten Qualitätskriterien bewertet, die bereits für die übrigen Studien in der EU-Datenbank   Anwendung fanden. Informationen dazu, ob das in der Verarbeitungsstudie eingesetzte Rohprodukt vor oder nach der Ernte mit dem Pflanzenschutzmittel behandelt worden war, wurden in der Datenbank für jeden Verarbeitungsversuch ergänzt. Dabei wurden Proben aus Vor- und Nachernteanwendungen sowie dotierte Proben unterschieden. Im Zuge des Projekts wurden nicht nur die Datenbank selbst, sondern auch die drei Begleitdokumente aktualisiert und auf EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)'s Wissensmanagement-Plattform zenodo veröffentlicht:
Compendium of Representative Processing Techniques Investigated in Regulatory Studies for Pesticides (Version 3): DOI 10.5281/zenodo.6564207Linking Processed Foods and Processing Techniques to the FoodEx2 Coding System (Version 3) [Data set]: DOI 10.5281/zenodo.6564209Background Document on the EU Database of Processing Factors for Pesticide Residues (Version 3): DOI 10.5281/zenodo.6564213European Database of Processing Factors for Pesticide Residues in Food (Version 3) [Data set]: DOI 10.5281/zenodo.1488652Die Liste der FoodEx2 Codes und das Kompendium repräsentativer Verarbeitungsprozesse wurden um einige Verarbeitungsprozesse bzw. verarbeitete Lebensmittel ergänzt: zusätzliche Verarbeitungsprozesse für Äpfel, die Herstellung von Maiskonserven und Weizengrieß sowie einige Kochprozesse wurden aufgenommen. In das Hintergrunddokument zur EU-Datenbank wurden die verschiedenen Behandlungssituationen des Rohprodukts mit Pflanzenschutzmitteln aufgenommen (Vor- und/oder Nacherntebehandlung, Dotierung) und deren Einfluss auf Verarbeitungsfaktoren diskutiert. Außerdem wurde ein Kapitel zur Interpretation "unerwarteter" Verarbeitungsfaktoren ergänzt. Damit sind Faktoren gemeint, die auf Basis der Substanzeigenschaften und des Prozesses wissenschaftlich eigentlich nicht möglich sind. Auch wenn die Datenbank inzwischen eine beachtliche Größe und Qualität erreicht hat, ist eine kontinuierliche Pflege notwendig, um dieses Niveau zu halten. Im Rahmen des Projekts wurden zudem einige Empfehlungen gegeben, wie zukünftig die Qualität und Verfügbarkeit von Verarbeitungsfaktoren weiter verbessert werden kann.Der Projektbericht wurde von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) als External Scientific Report veröffentlicht (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Supporting publication 2024:EN-8738; doi: 10.2903/sp.efsa.2024.EN-8738).
Projekttyp

Drittmittelprojekt

BFR-Forschungsschwerpunkt

Nachweis von Kontaminanten und zur Bewertung chemischer Risiken / Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt (One Health)

Organisationseinheiten und Partner

Federführende Fachgruppe: Rückstände und Analyseverfahren (65)
Kontaktpersonen: Dr. Britta Michalski

Mittelgeber und Förderkennzeichen

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
GP/EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)/AMU/2020/02-SA9