Das ORION-Projekt kontte im Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen werden. Wie im ursprünglichen Projektplan vorgesehen, wurden im Rahmen des ORION-Projekts One-Health-Ressourcen entwickelt und optimiert, die in einer Reihe von nationalen One-Health (OH) Pilotprojekten sowie in einem supranationalen Pilotprojekt mit der
EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und dem
ECDCkurz fürEuropean Centre for Disease Prevention and Control (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) evaluiert wurden. Eines der wichtigsten Ergebnisse des ORION-Projekts ist der so genannte "One Health Surveillance (OHS) Codex". Der OHS Codex ist eine kuratierte Wissensbank, die Lösungen zur Umsetzung des One Health-Paradigmas im Bereich der Harmonisierung von OHS-Daten aufzeigt. Diese Wissensbank wurde als kontinuierlich aktualisierbare Online-Ressource implementiert (https://oh-surveillance-codex.readthedocs.io). Sie baut auf der ORION-Anforderungsanalyse auf, bei der die ORION-Partner identifizierten, dass die Integration und korrekte Interpretation von Monitoringdaten im One-Health-Kontext eine Reihe spezifischer Maßnahmen der verschiedenen Beteiligten entlang des gesamten Monitoring-Prozesses erfordern. Diese Erkenntnis führte zum Entwurf einer erweiterbaren OHS-Codex Struktur, die vier Hauptprinzipien umfasst. Jedes Prinzip steht für einen Bereich, in dem Ressourcen zur Förderung des sektorübergreifenden Verständnisses und des Informationsaustauschs den Beteiligten helfen werden, das One-Health Paradigma in der Praxis umzusetzen. Die so strukturierte Wissensbank ermöglichte es den ORION-Partnern auch, das breite Spektrum ider im Projekt entwickelten innovativen Lösungen, Ressourcen und Erkenntnisse in ein konsistente Sektor-übergreifende Wissensbank zu integrieren, einschließlich der aus nationalen Pilotprojekten gewonnenen Erfahrungen. Der OHS-Codex umfasst unter anderem die "One Health Report Annotation Checklist" (OH-CRAC), nationale OHS-Berichtsvorlagen, das One Health EJP-Glossar, einen OHS-Inspirationskatalog, die OH Surveillance Pathway Visualization, die OH Knowledge Base - Surveillance Systems, das Sequencing for Surveillance (SfS) Handbook und die Health Surveillance Ontology. In mehreren nationalen OH-Pilotprojekten wurden länderspezifische Lösungen entwickelt, die direkte Auswirkungen auf die sektorübergreifende Kommunikation, den Austausch von Monitoringdaten und deren Interpretation haben. So wurde beispielsweise im Rahmen des WP2-NGS-Pilotprojekts die erste sektorübergreifende IRIDA-Datenanalyseplattform (https://www.irida.ca/NGS) bei der Norwegian Research and Education Cloud (https://www.nrec.no/) eingerichtet. Infolgedessen gibt es eine verstärkte Zusammenarbeit und einen Informationsaustausch zwischen dem Veterinär- und dem öffentlichen Gesundheitssektor in Norwegen. Die dänischen Pilotprojekte trugen zu einer verbesserten OH-Berichterstattung bei, z. B. in den Kapiteln zu Salmonellen und
Campylobacter im DANMAP2019-Bericht und zum dänischen nationalen Monitoringsystem für
AMRkurz fürAntimicrobial resistance (Resistenzen gegenüber Wirkstoffen) und AMU (https://www.danmap.org/). Außerdem wurde ein auf Sequenzierung basierendes
Campylobacter-Überwachungssystem eingerichtet, das in Zukunft zu einer Plattform für Echtzeit-Überwachungsdaten und den Austausch von Analyseergebnissen ausgebaut werden soll. Das schwedische Pilotprojekt führte zur Einführung neuer Arbeitsabläufe bei der Erstellung der jährlichen Monitoringberichte über Zoonosekrankheiten und zu einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den nationalen OH-Sektoren. Die überarbeiteten Prozesse trugen dazu bei, Engpässe bei der sektorübergreifenden Interoperabilität und der FAIRness der Monitoringergebnisse zu erkennen und zu beseitigen. Es wurden innovative Lösungen zur Unterstützung der Interoperabilität von Daten entwickelt und getestet. Auf internationaler Ebene führte das ORION-Projekt eine Reihe von Aktivitäten durch, um Wissen mit internationalen Interessengruppen wie der
EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und dem
ECDCkurz fürEuropean Centre for Disease Prevention and Control (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) auszutauschen, zum Beispiel in einem speziellen Pilotprojekt. Darüber hinaus wurde eine Reihe von ORION-Lösungen in das Surveillance and Information Sharing Operational Tool (SISOT) der WHO/FAO/OIE integriert. Mitglieder des ORION-Projekts präsentierten Forschungsergebnisse auf verschiedenen internationalen Konferenzen, z.B. ASM2019, ASM2020, ASM2021, dem 6th World One Health Congress etc., Das ORION-Projekt führte mehrere Webinare durch und organisierten internationale Workshops mit anderen Forschungsprojekten und Instituten, z.B. den NGS-Workshop 2020, das CPD2021-Modul und die ASM2021 Satellite Workshop Software Fair. Die ORION-Partner veröffentlichten acht wissenschaftliche Publikationen in peer-reviewed Fachzeitschriften und mehrere weitere Publikationen sind in Vorbereitung. Die Projektkoordination organisierte dreimonatliche Web-Meetings für das gesamte ORION-Konsortium und interessierten EJP-Partnerorganisationen, sowie monatliche Telefonkonferenzen für die ArbeitspaketleiterInnen und stellvertretenden LeiterInnen. Das Projekt leistete einen Beitrag zum EJP DMP-Komitee und initiierte eine Reihe von Kooperationen mit anderen EJP-Projekten (z.B. MATRIX, COHESIVE, RADAR, NOVA, BeONE), Initiativen (z.B. RAKIP, SISOT, IRIDA, PAHO-WHO-Workshops) sowie mit nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten (SafeConsume, SEQ-TECH, SIGMA, Vinnova, FORMAS, COMBACTE-MAGNET EPI-Net network).