Stillen und Erkrankungen des Kindes

Säuglinge dürfen bei bestimmten Stoffwechselstörungen nicht gestillt werden. Für Frühgeborene oder kranke Kinder ist Stillen aber im Allgemeinen aufgrund der gesundheitlichen Vorteile der Muttermilch gegenüber künstlicher Nahrung wichtig. Muttermilch ist leicht verdaulich und hat ernährungsphysiologisch die richtige Zusammensetzung entsprechend dem Entwicklungsstand des Säuglings. Außerdem enthält Muttermilch antimikrobielle, antientzündliche und immunologisch wirksame Bestandteile, die das Kind passiv schützen und bei Erkrankungen unterstützend wirken.

Eine besondere Bedeutung bekommt das Stillen des kranken Kindes durch die psychosoziale und emotionale Komponente, indem das Bindungsverhalten gefördert und beruhigend sowohl auf das kranke Kind wie auf die Mutter wirkt. Bei Frühgeborenen ist oft wegen extremer Unreife oder schwerer Beeinträchtigung das Trinken an der Brust noch nicht möglich. In diesen Fällen sollten Mütter dabei unterstützt werden, Muttermilch abzupumpen PDF-Datei (207.3 KB), die das Kind dann mit unterschiedlichen Methoden erhalten kann.

Neugeborenenikterus

Der Begriff Neugeborenenikterus beschreibt die Gelbsucht bei Säuglingen in den ersten Lebenstagen. In meisten Fällen handelt es sich um ein als physiologisch anzusehendes Anpassungsphänomen einer erhöhten Konzentration von Bilirubin im Blut (Hyperbilirubinämie). Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Durch Einlagerung des Bilirubins in die Haut tritt die typische Gelbfärbung auf. Bei Säuglingen ist die Gelbsucht meist harmlos und geht allmählich wieder zurück, indem Bilirubin in der Leber abgebaut und über die Galle ausgeschieden wird. Allerdings kann es bei einem sehr starken Anstieg der Bilirubinkonzentration zu einer Schädigung von Nervenzellen im Gehirn (Bilirubin-Enzephalopathie) kommen, die zu bleibenden neurologischen Schäden führen kann (Kernikterus). Um das zu verhindern, werden Neugeborene mit stark erhöhten Bilirubinwerten vorbeugend mit einer Lichttherapie behandelt. Grundsätzlich ist Hyperbilirubinämie ein vorübergehendes Problem und nie ein Grund zum Abstillen.

nach oben

Empfehlungen

 (2)
Datum Titel Größe
01.01.2008
Aktualisierte Empfehlung der Nationalen Stillkommission
Stillen und Neugeborenenikterus 109.1 KB
PDF-Datei
02.03.1998
Empfehlung der Nationalen Stillkommission
Sammlung, Aufbewahrung und Umgang mit abgepumpter Muttermilch für das eigene Kind im Krankenhaus und zu Hause 207.3 KB
PDF-Datei

nach oben

Sonstige Dokumente

 (1)
Datum Titel Größe
01.01.2008
Aktualisierte Elterninformation der Nationalen Stillkommission
Stillen und Neugeborenen-Gelbsucht 68.0 KB
PDF-Datei

nach oben