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Nationales Referenzlabor für Viren und Bakterien in zweischaligen Weichtieren

Meeresfrüchte, insbesondere lebende Muscheln können mit humanpathogenen Bakterien und Viren belastet sein. Bei den Bakterien werden vor allem Vibrionen häufig nachgewiesen, während bei den Viren insbesondere Noroviren und Hepatitis-Viren gefunden werden. Vibrionen können bei Menschen Durchfallerkrankungen, aber auch den ganzen Körper betreffende (extraintestinale) Infektionen und Blutvergiftung hervorrufen. Noroviren können Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen und Infektionen mit Hepatitis A- und E-Viren können zu Leberentzündungen führen. Aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes unterliegen Muschelerntegebiete deshalb einer Hygienekontrolle. Dabei wird der Keimgehalt der lebenden Muscheln ermittelt, und sie werden auf Krankheitserreger überprüft. Vom Ergebnis dieser Kontrollen hängt es ab, ob die Muscheln zum Verzehr freigegeben werden können oder Schutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Stichprobenartig werden zum Verzehr bestimmte lebende Muscheln zusätzlich noch im Rahmen der Einfuhr sowie im Handel untersucht.

Forschungsschwerpunkt des „Nationalen Referenzlaboratoriums für die Überwachung von Viren und Bakterien in zweischaligen Weichtieren“ im BfR ist die Methodenetablierung, -evaluierung und -validierung zum Nachweis von Viren und Vibrionen in Muscheln.

Forschungsfelder:

  • Es gibt eine Reihe von molekularbiologischen Verfahren zur Detektion und zur Typisierung von humanpathogenen Vibrionen. Ziel ist es, schnelle Verfahren zum Nachweis einer bakteriellen Belastung von Meeresfrüchten mit Vibrionen zu etablieren und zu validieren, wobei Real-Time Polymerase Chain Reaction (PCR)-Techniken als sensitive und spezifische Methodik Anwendung finden sollen. Weiterhin sollen PCR basierte Feintypisierungs-Verfahren, die Sequenzunterschiede bei Vibrionen erkennen, mit dem Ziel einer epidemiologischen Eingruppierung der Isolate (Ausbrüche, Verwandtschaftsuntersuchungen), etabliert werden.
  • Vibrionen produzieren häufig Toxine, wobei Hämolysine bei gastroenteralen Erkrankungen eine herausragende Rolle spielen. Basierend auf zellbiologischen Methoden sollen Verfahren entwickelt werden, die eine Risikobewertung von Vibrio-Isolaten aus Lebensmitteln als potenziell humanpathogene Keime ermöglichen.
  • Kulturelle Verfahren für den routinemäßigen Virusnachweis existieren derzeit nicht, da die entsprechenden Viren zur Zeit noch nicht oder nur schwer anzüchtbar sind. Forschung zur Verbesserung von Zellkultur-Systemen für die Vermehrung von Hepatitis-Viren soll einerseits die Herstellung von standardisiertem Referenzmaterial ermöglichen, andererseits die Messung ihrer Infektiosität erlauben.  
  • Für den sicheren und empfindlichen Virusnachweis in Lebensmitteln/Muscheln sollen molekularbiologische Verfahren etabliert und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand gehalten werden. Dies betrifft vor allem Real-Time PCR-Verfahren, die auch eine Quantifizierung der enthaltenen Viruspartikel ermöglichen.
  • Die Probenvorbereitung für die entsprechenden molekularbiologischen Untersuchungen ist aufgrund der oft geringen Viruskonzentration und des Vorhandenseins von Inhibitoren in den Muscheln, die den Virus-Nukleinsäure-Nachweis mittels PCR-Analyse behindern können, von besonderem Interesse. Hier werden verschiedene zur Nukleinsäureextraktion vorhandene Methoden vergleichend untersucht und die entsprechende Methodik validiert.
  • Es werden regelmäßige Vergleichstests zwischen den verschiedenen nationalen Laboratorien durchgeführt.

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Das Bundesinstitut für Risikobewertung

Aufgaben des NRL für die Überwachung von Viren und Bakterien in zweischaligen Weichtieren

Zu den Aufgaben des Nationalen Referenzlabors für die Überwachung von Viren und Bakterien in zweischaligen Weichtieren gehören die Koordinierung der Tätigkeit der Laboratorien,...

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European Community reference laboratory (CRL) for monitoring bacteriological and viral contamination of bivalve molluscs

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