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Nationales Referenzlabor für Mykotoxine

Bei den Mykotoxinen (Schimmelpilzgifte) handelt es sich um sekundäre Stoffwechselprodukte, die durch Schimmelpilze gebildet werden.

Mykotoxine können bereits auf dem Feld oder erst während der Lagerung eines Lebens- oder Futtermittels gebildet werden. So ist ihr Vorkommen z. B. in Getreide, Obst, Gemüse, Nüssen, Schalenfrüchten, Kakao, Kaffee, Gewürzen sowie daraus hergestellten Produkten umfangreich in der Literatur beschrieben.

Gesundheitliche Risiken durch Mykotoxine

Mykotoxine können bei Mensch und Tier bereits in geringen Mengen akute Vergiftungen bzw. bei langfristiger Aufnahme chronische Gesundheitsschäden hervorrufen. Die hauptsächliche Aufnahme erfolgt mit der Nahrung. Bei Futtermitteln muss zudem berücksichtigt werden, dass darin enthaltene Mykotoxine auch in Lebensmitteln tierischen Ursprungs übergehen können (Transfer). Aufgrund ihrer toxikologischen Eigenschaften ist das Vorkommen von Mykotoxinen in Lebens- und Futtermitteln unerwünscht und daher besonders im Fokus der Risikobewertung. Die bekanntesten Vertreter der Mykotoxine sind:

  • Aflatoxine
  • Ochratoxine
  • Trichothecene
  • Fumonisine
  • Zearalenone
  • Patulin
  • Citrinin
  • Ergotalkaloide
  • Alternariatoxine

Arbeitsschwerpunkte des Nationalen Referenzlabors für Mykotoxine

Für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ist es unerlässlich, die lebens- bzw. futtermittelbedingte Exposition des Menschen und des Tiers durch Mykotoxine so niedrig wie möglich zu halten. Damit kommt der amtlichen Futter- und Lebensmittelüberwachung eine wichtige Bedeutung zu, die durch die Einrichtung von Nationalen Referenzlaboratorien (NRL) in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unterstützt wird.

Den NRL sind Gemeinschaftsreferenzlaboratorien der EU (EURL) übergeordnet, die mit den Nationalen Referenzlaboratorien zusammenarbeiten und für eine Vernetzung der NRL der Mitgliedstaaten in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich sorgen.

Zu den Aufgaben des Nationalen Referenzlabors für Mykotoxine gehören:

  • die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gemeinschaftsreferenzlabor
  • die Weitergabe von Informationen des Gemeinschaftsreferenzlabors der EU an die zuständigen deutschen Behörden und die mit den genannten Analysen beauftragten nationalen Laboratorien
  • die Koordinierung der Tätigkeiten der Laboratorien, die in Deutschland mit der Analytik beauftragt sind (vornehmlich im Rahmen der amtlichen Futter- und Lebensmittelüberwachung)
  • die Unterstützung der zuständigen Lebensmittel- und Futtermittelüberwachungsbehörden bei der Gestaltung des Kontrollsystems,
  • die Entwicklung und Validierung von Analysenverfahren
  • ggf. die Durchführung regelmäßiger Vergleichstests zwischen den verschiedenen Laboratorien, die mit den genannten Analysen beauftragt sind, um eine hohe Qualität bei der Überwachung aufrechtzuerhalten und zu fördern.

Rechtliche Grundlage für die amtliche Überwachung sowie für die NRL ist die Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des europäischen Parlamentes und des Rates vom 29. April 2004 über amtliche Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts sowie der Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz.

Das Nationale Referenzlabor für Mykotoxine ist in der Fachgruppe „Rückstände“ der Abteilung „Sicherheit in der Nahrungskette“ des BfR angesiedelt.

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Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Sabine Kemmlein (Leiterin)

Email
nrl_mykotoxine@bfr.bund.de

Fax
030-18412-3457

 

Anschrift
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
NRL für Mykotoxine
Max-Dohrn-Str. 8-10
10589 Berlin

Das BfR-Leitbild

"Wissenschaft im Dienst des Menschen" - lautet das Leitmotiv des BfR.