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Nationales Referenzlabor für Dioxine und PCB in Lebens- und Futtermittel

Gesundheitsschädliche Dioxine und PCB kommen überall in der Umwelt vor und werden vom Menschen hauptsächlich durch die Nahrung (tierische Lebensmittel) aufgenommen.

Der Begriff „Dioxine“ bezieht sich auf zwei Klassen unterschiedlich chlorierter Verbindungen, die aus 75 Polychlorierten Dibenzo-p-dioxinen (PCDD) und 135 Polychlorierten Dibenzofuranen (PCDF) bestehen. Dioxine (PCDD/F) haben ähnliche chemische, physikalische und toxische Eigenschaften. Sie sind lipophile Verbindungen, die sich in der Umwelt überall verbreitet haben und somit auch in Lebensmittel gelangen. Dioxine reichern sich über das Futter im Fettgewebe von Tieren (Lebensmitteln) und Menschen an. Besonders toxisch und gleichzeitig persistent sind 17 Kongenere, die in 2,3,7,8-Stellung chloriert sind. Das Kongener mit der höchsten Toxizität ist das 2,3,7,8-TCDD, das so genannte Seveso-Dioxin.

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind eine Gruppe von chlorierten Substanzen, die sich durch unterschiedliche Anzahl und Stellung der Chloratome am Biphenyl unterscheiden und damit aus 209 Kongeneren bestehen, von denen ca. 130 in produzierten Gemischen vorkommen. Im Gegensatz zu Dioxinen sind PCB für verschiedene Anwendungen absichtlich hergestellt worden. Wie Dioxine sind PCB lipophil und teilweise persistent und reichern sich demzufolge im Fettgewebe von Mensch und Tier (Lebensmittel) an. Einige PCB zeigen aufgrund ihres Molekülaufbaus Ähnlichkeiten mit Dioxinen und werden daher dioxinähnliche PCB (im Gegensatz zu den so genannten nicht-dioxinähnlichen PCB) genannt.

Im Vordergrund der Arbeiten des Nationalen Referenzlabors für Dioxine und PCB in Lebensmitteln und Futtermitteln im Chemisch-Analytischen Zentrum des BfR steht die Unterstützung der Analytik im Rahmen der amtlichen Kontrolle. Die dafür notwendigen Laboruntersuchungen umfassen aufwendige Probenaufbereitungen und empfindliche Bestimmungen, die überwiegend mit der hochauflösenden Gaschromatographie in Verbindung mit der hochauflösenden Massenspektrometrie (HRGC-HRMS) durchgeführt werden.

Arbeitsschwerpunkte des NRL für Dioxine und PCB in Lebensmitteln und Futtermitteln

Zu den Aufgaben des Nationalen Referenzlabors für Dioxine und PCB in Lebensmitteln und Futtermitteln gehören

  • die Koordinierung der Tätigkeiten der Laboratorien, die in Deutschland mit Analytik beauftragt sind (vornehmlich im Rahmen der amtlichen Futter- und Lebensmittelkontrolle),
  • die Unterstützung der zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden bei der Gestaltung des Kontrollsystems,
  • die Entwicklung und Validierung von Analysenverfahren,
  • der Informationsaustausch und die Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftlichen Referenzlaboratorium der EU (z. B. Weitergabe von Informationen an die zuständigen deutschen Behörden und die mit den genannten Analysen beauftragten nationalen Laboratorien) und
  • die Durchführung regelmäßiger Vergleichstests zwischen den verschiedenen Laboratorien, die mit den genannten Analysen beauftragt sind, um eine hohe Qualität bei der Überwachung aufrechtzuerhalten und zu fördern.

Rechtliche Regelungen zu Dioxin und PCB

Grundsätzliche Forderung des Verbraucherschutzes ist es, toxisch wirkende Stoffe wie Dioxine und PCB in der Umwelt und damit auch in Futter- und Lebensmitteln so weit wie möglich zu minimieren.

In Deutschland gilt zur Verringerung der PCB-Belastung bereits seit 1988 eine Höchstmengenregelung für bestimmte PCB-Verbindungen in Lebensmitteln. Seit dem 1. Juli 2002 sind EU-weit Dioxine in Futter- und Lebensmitteln durch Höchstgehalte geregelt, die seit dem 4. November 2006 auch dioxinähnliche PCB einschließen. Für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ist es unerlässlich, die lebensmittelbedingte Dioxin- und PCB-Exposition des Menschen weiter zu senken. Damit kommt der amtlichen Futter- und Lebensmittelkontrolle eine hohe Bedeutung zu, die durch die Einsetzung jeweils eines entsprechenden Nationalen Referenzlaboratoriums in allen Mitgliedsstaaten der EU gestärkt werden soll.

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Externe Links

 (1)
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Community Reference Laboratory for Dioxins and PCBs in Feed and Food

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Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Anja Lüth (Leiterin)

Email
nrl_dioxine@bfr.bund.de

 

Anschrift
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
NRL für Dioxine und PCB in Lebensmitteln und Futtermitteln
Max-Dohrn-Str. 8-10
10589 Berlin

Weitere Informationen

Das BfR-Leitbild

"Wissenschaft im Dienst des Menschen" - lautet das Leitmotiv des BfR.