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Nationales Referenzlabor für die Überwachung von marinen Biotoxinen

In den Weltmeeren existieren ca. 5.000 Algenarten. Davon können ungefähr 300 Spezies in so hohen Konzentrationen auftreten, dass sie sogar das Wasser verfärben (Red Tide). Ein geringer Prozentsatz dieser Algenarten ist in der Lage, so genannte marine Biotoxine zu produzieren. Werden solche Algen von Muscheln als Nahrung genutzt, können sich die Toxine im Gewebe der Muscheln einlagern. Während die marinen Biotoxine die Muscheln nicht beeinflussen, können beim Menschen durch den Verzehr dieser kontaminierten Muscheln verschiedene Krankheiten hervorgerufen werden.

In Abhängigkeit vom Krankheitsbild werden die Algentoxine in verschiedene Gruppen unterteilt, von denen drei für Europa relevant sind:

  • die PSP-Gruppe (paralytische - Lähmungen auslösende Algentoxine)
  • die ASP-Gruppe (amnestische - Gedächtnisstörungen hervorrufende Algentoxine)
  • die Gruppe der lipophilen Toxine (u.a. DSP-Gruppe: diarrhoetische - Durchfall auslösende Toxine)

Das Nationale Referenzlabor für die Überwachung mariner Biotoxine ist in der Fachgruppe Kontaminanten der Abteilung 8: Sicherheit in der Nahrungskette des BfR angesiedelt.

Arbeitsschwerpunkte des NRL zur Überwachung von marinen Biotoxinen

Zu den Aufgaben des Nationalen Referenzlaboratoriums zur Überwachung von marinen Biotoxinen im BfR gehören

  • die Koordinierung der Tätigkeiten der Laboratorien, die in Deutschland mit der Kontrolle der marinen Biotoxine beauftragt sind (vornehmlich im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung),
  • die Unterstützung der zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden bei der Gestaltung des Kontrollsystems,
  • die Entwicklung und Validierung von Analysenverfahren,
  • die Weitergabe von Informationen des Gemeinschaftlichen Referenzlaboratoriums der EU an die zuständigen deutschen Behörden und die mit den entsprechenden Analysen beauftragten nationalen Laboratorien

Gesetzliche Regelungen zu marinen Biotoxinen

Zum Schutz des Verbrauchers hat die Europäische Kommission in der Verordnung EG Nr. 853/2004 sowie speziell für Yessotoxine in der Verodnung EU Nr. 786/2013 Höchstmengen für die einzelnen marinen Biotoxine festgelegt.

Muscheln dürfen, im ganzen Tierkörper oder in allen essbaren Teilen gesondert gemessen, keine Gesamtmengen enthalten von mehr als

  1. 800 Mikrogramm je Kilogramm, der Lähmungen hervorrufenden Algentoxinen (Paralytic Shellfish Poison - PSP)
  2. 20 Milligramm je Kilogramm, der Amnesie hervorrufenden Domoinsäuren (Amnesic Shellfish Poison - ASP)
  3. 160 Mikrogramm Okadasäure-Äquivalent je Kilogramm bestimmt als Summe von Okadasäure, Dinophysistoxinen und Pectenotoxinen
  4. 3,75 Milligramm Yessotoxin-Äquivalent je Kilogramm und
  5. 160 Mikrogramm Azaspiracid-Äquivalent je Kilogramm bestimmt als Summe von Azaspiracid-1, 2 und 3.

In den Verordnungen EG Nr. 2074/2005, EG Nr. 1664/2006, EG Nr. 1244/2007 und EC 15/2011 ist festgelegt, welche Testmethoden zum Nachweis der marinen Biotoxine verwendet werden dürfen.

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Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Angelika Preiß-Weigert (Leiterin)

 

Anschrift
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Abt. 8 - Referenzlabor für die Überwachung von marinen Biotoxinen
Max-Dohrn-Str. 8-10
10589 Berlin

Email
nrl_marinebiotoxine@bfr.bund.de

Forschung

Das BfR-Leitbild

"Wissenschaft im Dienst des Menschen" - lautet das Leitmotiv des BfR.