Sie befinden sich hier:

Nachwuchsgruppe Authentizität entlang der Warenkette

Die Nachwuchsgruppe „Authentizität entlang der Warenkette“ ist ein übergreifendes Projekt der Abteilungen „Sicherheit in der Nahrungskette“, „Biologische Sicherheit“ und „Lebensmittelsicherheit“ des BfR. Sie wird maßgeblich fachlich begleitet und unterstützt durch die Fachgruppen „Produktidentität, Warenketten und Rückverfolgbarkeit“, „Lebensmittelhygiene und -technologie, Warenketten, Produktschutz“ und „Wirkungsbezogene Analytik und Toxikogenomics“.

Aufgaben und Ziele

Im Rahmen der Nachwuchsgruppe „Authentizität entlang der Warenkette“ werden innovative Strategien und Analyseverfahren zur

  • Detektion unbekannter Verfälschungen,
  • Verifizierung der geographischen und botanischen Herkunft,
  • Spezies-Differenzierung, sowie
  • risikobasierten Analyse von Betrugsvorkommen

in Lebens- und Futtermitteln entwickelt und somit Kompetenzen im Bereich der Authentizitätsprüfung auf- bzw. ausgebaut. Darüber hinaus wird die Standardisierung nicht-zielgerichteter Analyseverfahren vorangetrieben.

Forschung zu nicht-zielgerichteten Analyseverfahren

Ein wichtiges Forschungsthema der Nachwuchsgruppe ist die Entwicklung von nicht-zielgerichteten Analysenverfahren, die es ermöglichen, nicht bekannte Verfälschungen aufzudecken, insbesondere unerwartete Zusätze in Lebens- und Futtermitteln. Hierzu kommen spektroskopische Verfahren wie die Protonen-Kernspinresonanz­spektroskopie (1H?NMR) und die Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie (FTIR) sowie hochauflösende massenspektrometrische Verfahren zum Einsatz. Die spektralen Daten werden mit Hilfe multivariater Verfahren ausgewertet. Anhand der Demonstratormatrizes Paprika-Pulver (Detektion von unbekannten Zusätzen), Wein (Rebsortendifferenzierung) und Mais als Futtermittel (geographische Herkunft) werden Analyse- und Auswertestrategien entwickelt (Horn et al., 2018). Eine besondere Herausforderung stellt hierbei die Harmonisierung dieser nicht-zielgerichteten Analysenverfahren dar (Riedl et al., 2015). Es werden daher geeignete Validierungskonzepte für nicht-zielgerichtete Analyseverfahren erarbeitet und Untersuchungen zur Vergleichbarkeit durchgeführt.

Forschung zu Authentifizierung und Rückverfolgbarkeit von tierischen Proteinen in Lebens- und Futtermitteln

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Authentifizierung und Rückverfolgbarkeit von tierischen Proteinen in Lebens- und Futtermitteln. Eine Herausforderung ist hierbei die Unterscheidung von Tierarten und insbesondere von Gewebetypen in hochprozessierten tierischen Proteinen. Die amtlichen Überwachungsmethoden wie die Mikroskopie und die Analyse von Desoxyribonukleinsäuren (DNA) weisen hier Limitierungen auf, insbesondere bei der Untersuchung von Futtermittelmischungen. Ziel dieses Teilprojekts ist die Entwicklung einer proteinbasierten massenspektrometrischen Analyse von spezies- und gewebespezifischen Markerpeptiden (Niedzwiecka et al., 2019). Mit diesem neuen Ansatz sollen die analytischen Möglichkeiten erweitert werden.

Präventionsstrategien zur Vermeidung von Lebensmittelbetrug

In einem weiteren interdisziplinären Teilprojekt wurden die bestehenden Definitionen zum Begriff Lebensmittelbetrug, die rechtlichen Rahmen­bedingungen in Deutschland und der EU sowie die Vorgaben, die sich durch die internationalen Handelsstandards ergeben, herausgearbeitet (Wisniewski und Buschulte, 2019 a,b). Eine repräsentative Online-Evaluierung soll den aktuellen Stand zum Umgang mit dem Thema Lebensmittelbetrug in den Lebensmitteluntersuchungs- und Lebens­mittel­überwachungsämtern eruieren und dazu dienen, Präventionsstrategien zur Vermeidung von Lebensmittelbetrug zu erarbeiten. Geplant ist im Weiteren die Entwicklung einer Checkliste zur Risikofrüherkennung, die amtliche Einrichtungen/Labore und Lebensmittelunternehmen dabei unterstützen soll, mögliche betrugsgefährdete Lebensmittel zu identifizieren und geeignete Sicherungsmaßnahmen zu implementieren.

Wichtige Publikationen

Horn, B., Esslinger, S., Pfister, M., Fauhl-Hassek, C. and Riedl, J. (2018). Non-targeted detection of paprika adulteration using mid-infrared spectroscopy and one-class classification – Is it data preprocessing that makes the performance? Food Chemistry 257: 112-119.

Niedzwiecka, A., Boucharef, L., Hahn, S., Zarske, M., Steinhilber, A., Poetz, O., Zagon, J., Seidler, T., Braeuning, A. and Lampen, A. (2019). A novel antibody-based enrichment and mass spectrometry approach for the detection of species-specific blood peptides in feed matrices. Food Control 98: 141-149.

Riedl, J., Esslinger, S., Fauhl-Hassek, C. (2015). Review of validation and reporting of non-targeted fingerprinting approaches for food authentication. Analytica Chimica Acta 885: 17-32.

Wisniewski, A., Buschulte, A. (2019a). Dealing with Food Fraud - Part 1. European Food and Feed Law Review 14(1): 6-14.

Wisniewski, A., Buschulte, A. (2019b). Dealing with Food Fraud - Part 2. European Food and Feed Law Review 14(2): 102-117.

nach oben

Schlagworte

 (2)

nach oben

Cookie-Hinweis

Die BfR-Webseite verwendet nur Cookies, die notwendig sind, um die Webseite nutzerfreundlich zu gestalten. Weitere Informationen enthält unsere Datenschutzerklärung.