Sie befinden sich hier:

Fragen zu einer möglichen radioaktiven Belastung von Lebens- und Futtermitteln

Die Ereignisse im japanischen Kernkraftwerk Fukushima werfen die Frage auf, ob und inwieweit Lebensmittel radioaktiv belastet sind bzw. zukünftig sein werden. In Japan wurden in der Umgebung der Unfallstelle in einigen Lebensmitteln, z.B. Spinat, radioaktive Stoffe nachgewiesen. Dem BfR liegen aktuell keine Informationen über radioaktiv belastete Lebensmittel außerhalb Japans vor.

Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft  und Verbraucherschutz (BMEL) keine Erkenntnisse, dass sich radioaktiv belastete Lebensmittel oder Futtermittel aus Japan in Deutschland oder auf dem Weg in die Europäische Union befinden. Die Sicherheitsmaßnahmen für Importe aus Japan wurden europaweit weiter verschärft. Das BMEL bietet Informationen zu Konsequenzen für Deutschland aus der Katastrophe in Japan, insbesondere zur Kontrolle von importierten Lebensmitteln.

Die Bundesregierung hat ein zentrales Informationsangebot zum Reaktorunglück in Japan eingerichtet.

Aufgabenteilung bei der Überwachung von Radioaktivität zwischen Bund und Ländern

Für die Überwachung der Radioaktivität besteht nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz hinsichtlich der Messaufgaben eine Aufgabenaufteilung zwischen Bund und Ländern.

Die Behörden der Länder führen Messungen verschiedener Umweltmedien, z.B. von Lebensmittel und Futtermittel, durch, die von sogenannten Leitstellen des Bundes bewertet werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine internet-gestützte Bund-Länder-Plattform eingerichtet, um in den kommenden Wochen Untersuchungs- und Messergebnisse aus den einzelnen Bundesländern zu sammeln und diese zügig auszuwerten. Auch Erkenntnisse aus den Forschungseinrichtungen fließen hier ein.

Für den Bereich Lebensmittel, mit der Ausnahme von Fischen, ist nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz von 1986 in Deutschland das Max Rubner-Institut (MRI) als Leitstelle zuständig.

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) ist für die Überwachung der Umweltradioaktivität in Fischen und Fischereiprodukten aus Nord-, Ostsee und dem Nordatlantik zuständig. Eine Gefährdung der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland durch kontaminierten Fisch aus Japan kann nach Ansicht des vTI zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen werden (Pressemitteilung des vTI vom 25.03.2011).

Für Fragen des Strahlenschutzes und der Strahlenschutzvorsorge ist innerhalb der Bundesregierung das Bundesumweltministerium zuständig, das durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) fachlich unterstützt wird. Auf der Homepage des BfS sind auch Informationen zur Radionuklidkonzentration in Lebensmitteln veröffentlicht. (http://www.bfs.de/de/ion/nahrungsmittel)

Nach Aussage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit  (BMU) ist Japan ein Lebensmittelimporteur. Exporte aus Japan nach Deutschland sind weitgehend auf Spezialitäten (Pilze, Gewürze, Saucen, Tee, Alkoholika) beschränkt. Frischwaren werden praktisch nicht exportiert, ausgenommen wenige Fischspezialitäten. Aufgrund von Verarbeitung und Transport (Seewege) sind aktuell keinerlei Gefährdungen zu befürchten.

Das BfR berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit.

nach oben